Video: Löwin reißt Dompteur in russischem Zirkus zu Boden

Bei einer Zirkusvorstellung in Russland haben am Samstag, 21. Mai 2021, zwei Löwinnen einen Dompteur angegriffen – den Vorfall hielten Gäste des Zirkus auf Video fest. Der Dompteur erlitt Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, eine schwangere Frau im Publikum erlitt durch den Schock einen epileptischen Anfall. [1] Eine der Löwinnen soll nun Angaben des Dompteurs zufolge gegen ein Löwenbaby aus einem russischen Zoo ausgetauscht werden. Der Vorfall beweist: Wildtiere wie Löwen, Tiger, Elefanten und Co. gehören nicht in den Zirkus!

Löwin reißt Dompteur zwei Mal zu Boden

Im Video ist zu sehen, wie die beiden Löwinnen Vega und Santa für eine Dressurnummer des Dompteurs Maxim Orlov beim russischen Ural Travelling Circus in die mit Gittern umzäunte Manege gelassen werden. Direkt danach rollt sich eine der beiden Löwinnen auf den Bauch, es kommt zu einer vermeintlich spielerischen Keilerei zwischen den Großkatzen, die ebenso zur Nummer gehören könnte. Als Dompteur Maxim Orlov die Käfigmanege betritt, die kaum größer ist als ein Wohnzimmer, eskaliert die Situation.

Seitlich läuft Orlov zunächst an den beiden Großkatzen vorbei, dreht den Raubkatzen für einen Sekundenbruchteil den Rücken zu. Dann springt die fünfjährige Löwin Vega in einer Drehung herum, greift und beißt mit Zähnen und Pranken nach Orlovs Beinen. Dieser schlägt mit einem Stock brutal auf die Löwin ein, um sich zu befreien; weitere Zirkusmitarbeiter rennen herbei, um mit langen Stöcken von außen durch die Gitter nach der Löwin zu stechen und sie von dem Dompteur wegzubewegen. Nur wenige Sekunden später erfolgt die zweite Attacke: Vega springt erneut nach vorne, reißt den Dompteur mit den Pranken zu Boden und beißt zu. Mit Schlägen auf Vegas Gesicht und Stockhieben kann sich Orlov befreien und in Sicherheit bringen. Im panischen Publikum sitzen Kinder, eine schwangere Frau erleidet durch den Vorfall laut Berichten einen epileptischen Anfall. [1]

Dompteur Maxim Orlov erlitt bei dem Vorfall Verletzungen an Armen und Beinen und musste im Krankenhaus behandelt werden. [2] Nach Angaben von Orlov soll Löwin Vega nach dem Angriff nun nicht mehr für Aufführungen eingesetzt werden. Stattdessen plant Orlov gemeinsam mit einem Zoo, Vega gegen ein neues Löwenbaby einzutauschen. [2]

Löwenattacken in Zirkussen keine Seltenheit

Immer wieder kommt es in Zirkussen zu Löwenangriffen. 2018 griff eine Löwin bei einer Dressurnummer, ebenfalls in einem russischen Zirkus, durch den Zaun ein vierjähriges Mädchen an und verbiss sich in dessen Gesicht. [3] 2019 attackierte ein Löwe in einem ukrainischen Zirkus den Dompteur während der laufenden Vorstellung.

Auch in Deutschland ist es Zirkussen noch immer erlaubt, Wildtiere für Dressurshows einzusetzen, obwohl die mangelhafte Haltung und die grausamen Dressurmethoden auch hierzulande in gefährlichen Situationen für alle Beteiligten enden: 2018 wurde Raubtierdompteur Alexander Lacey im Zirkus Charles Knie von einer der Löwinnen mit Bissen und Prankenhieben angegriffen und verletzt. [4]

„Unfälle mit Wildtieren sind im Zirkus vorprogrammiert. Großkatzen wie Löwen werden jahrelang eingesperrt und mit Stock und Peitsche gequält. Diese Tiere sind frustriert. Jederzeit kann sich ihre aufgestaute Wut in einer neuen Tragödie entladen.“

Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche

Großkatzen leiden im Zirkus

Dressurprogramme bedeuten für alle Tiere großes Leid, denn das grausame Training geht immer mit dem Willensbruch des Tieres einher. Das passiert durch Gewalt, Einschüchterung und die Konditionierung der Tiere darauf, Angst vor Schmerzen zu haben, wenn sie nicht gehorchen. Zudem leiden Tiere im Zirkus unter den ständigen Transporten von Ort zu Ort. Oft müssen sie viele Stunden in winzigen Transportkäfigen verharren. Veterinärbehörden sehen meist billigend weg oder haben gar nicht erst die Möglichkeit, die oft noch unterschrittenen Mindeststandards der Tierhaltung zu kontrollieren, da der Zirkus binnen kurzer Zeit weitergezogen ist. Für die Tiere bedeutet ein Leben im Zirkus Entbehrung, Zwang und oftmals einen frühen Tod. Viele der Tiere leiden ihr Leben lang unter schweren Verhaltensstörungen. Regelmäßig kommt es zu Unfällen wie den oben beschriebenen und zu Ausbrüchen von Tieren.

Tiger im Zirkuskäfig
Großkatzen gehören nicht in den Zirkus.

Das können Sie gegen Tiermissbrauch in Zirkussen tun

Bitte besuchen Sie nur Zirkusse ohne Tiere, denn Tiere sind nicht zu unserer Unterhaltung da. Viele Zirkusse wie der Circus Roncalli sind bereits tierfrei, zudem gibt es zahlreiche weitere Alternativen zum Zirkusbesuch.

Für diejenigen, die jetzt sofort aktiv werden wollen: Unterschreiben Sie noch heute unsere Petition für ein bundesweites Tierverbot in Zirkussen an die Bundesregierung!