Müllfischen: Angelalternative zum Schutz von Tieren & Umwelt

Angeln ist eine Freizeitbeschäftigung, bei der Fischen Leid zugefügt wird. Es gibt jedoch keine Rechtfertigung dafür, Tiere auszubeuten und zu quälen. Angeln ist auch nicht mit einer veganen Lebensweise zu vereinbaren, die darauf abzielt, möglichst wenig Tierleid zu verursachen. Aber welche tierfreundlichen Alternativen zum Angeln gibt es für Menschen, die nach einer tierleidfreien Beschäftigung suchen?

Wie wäre es mit Müllangeln? Mit dieser sinnvollen Freizeitaktivität retten Sie nicht nur Tierleben, sondern tun auch der Umwelt Gutes.

Müllangeln rettet Tierleben und schützt die Umwelt

Die Verunreinigung von Gewässern und Landstrichen nimmt mit jedem Tag zu. Das zerstört nicht nur den Lebensraum von Wasser- und Wildtieren, sondern auch unseren eigenen. Vor diesem Hintergrund ist Müllangeln eine sinnvolle Alternative zum Angeln von Fischen. Beim Müllangeln geht es darum, Plastikflaschen, Tüten und andere weggeworfene Abfälle aus Gewässern zu entfernen. Der Vorteil: Diese Form des Angels bohrt keinen spitzen Angelhaken durch die Lippe oder den Rachen von Fischen. Müllsammler tragen vielmehr dazu bei, unsere Umwelt sauber zu halten. Und wer weiß, auf welche unerwarteten Schätze man bei der Suche stoßen könnte?

Doch Müllangeln rettet nicht nur Fischen das Leben – auch andere Tiere profitieren von dieser tierleidfreien Angelalternative. Zwar sind Wasserbewohner wie Schildkröten, aber auch Vögel, Hunde, Katzen und Wildtiere nicht direkt von den Folgen des Angelns betroffen, doch die Hinterlassenschaften von Anglern, wie Netze, Angelschnüre oder Angelhaken, bergen für empfindliche Pfoten ein hohes Verletzungsrisiko. Vögel verheddern sich mit den Füßen oft so stark in Angelschnüren, dass es sogar zu einem Absterben des Körperteils kommen kann.

Vogel in Müllschnur gefangen
Viele Tiere leiden und sterben aufgrund des vielen Plastiks in der Natur.

Was braucht man zum Müllangeln?

Sie möchten das Müllangeln ausprobieren? Klasse! Alles, was Sie dafür brauchen, sind Arbeitshandschuhe, die es bereits für ein paar Euro zu kaufen gibt, und eine Greifzange. Um im Wasser treibenden Müll heranzuziehen, können auch Gartengeräte wie Rechen oder Schaufel behilflich sein. Nun brauchen Sie nur noch einen Eimer oder ein anderes Behältnis für den gesammelten Müll – und schon sind Sie perfekt ausgestattet. Ein Boot ist übrigens genauso wenig notwendig wie ein See oder ein Fluss: Zum einen wird leider jede Menge Müll ans Ufer geschwemmt, zum anderen eignen sich auch Parks und andere Plätze hervorragend dazu, die Natur von menschengemachtem Unrat zu befreien.

Woher stammt die Idee zum Müllangeln?

Die Idee des Müllangelns stammt aus den USA: Vater Tom und sein elfjähriger Sohn Mark sahen die voranschreitende Vermüllung des Detroit River im US-Bundesstaat Michigan und wollten nicht tatenlos bleiben – also erfanden sie das Müllangeln. In den USA gibt es inzwischen sogar kleine Meisterschaften, bei denen das Team gekürt wird, das den meisten Müll sammelt. Starten auch Sie Ihre eigene Müllangel-Expedition hier in Deutschland!

Anstatt Fische aus dem Wasser zu holen (wo sie nicht atmen können), helfen die Müllfischer, ihre Heimat zu säubern.

Warum es besser ist, Müll statt Fische zu angeln

Es gibt zahlreiche Gründe, die gegen das Angeln sprechen. Es macht keinen Unterschied, ob die Fische für den Verzehr gefangen und getötet werden oder ob sie bei Wettbewerben, wie etwa beim sogenannten Catch and Release, wieder ins Wasser zurückgesetzt werden und an ihren Verletzungen sterben. Es ist längst wissenschaftlich bewiesen: Genau wie Säugetiere empfinden auch Fische Schmerzen. [1]

Was Sie tun können

Bitte entscheiden Sie sich für eine Sportart wie das Müllangeln, die für alle Beteiligten fair ist und bei der niemand zu Schaden kommt. Sprechen Sie mit Freunden, Bekannten und Verwandten über das Schmerzempfinden von Fischen und zeigen Sie ihnen das Leid auf, das Angler den Tieren zufügen. Bitten Sie die Menschen in Ihrem Umfeld, nicht zu angeln.

  • Quellen

    [1] Sneddon, Lynne U. (2019): Evolution of nociception and pain: evidence from fish models. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B. London: The Royal Society