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Axolotl-Haltung im Aquarium: Was Sie vorher wissen sollten

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In der Natur sind Axolotl durch die Verschmutzung der Umwelt fast ausgestorben – einige Quellen gehen sogar davon aus, dass es gar keine Vertreter dieser Amphibienart mehr in freier Wildbahn gibt. Dafür scheinen heutzutage immer mehr Menschen einen oder mehrere Axolotl als „Haustier“ halten zu wollen.

Die Haltung von Axolotl ist jedoch nicht artgerecht. Wir von PETA Deutschland erklären, warum Sie sich niemals Axolotl kaufen sollten.

Inhalte im Überblick

Warum die Haltung von Axolotl im Aquarium problematisch ist

Axolotl wirken auf viele Menschen faszinierend, doch ihre Haltung im Aquarium ist weder einfach noch artgerecht. Ihre besonderen Bedürfnisse lassen sich künstlich nicht nachbilden. Trotzdem kaufen sich Menschen gedankenlos Aquarien, um sie dann mit den in Gefangenschaft nachgezüchteten Amphibien zu füllen. Durch die zumeist unkontrollierte Zucht können die Schwanzlurche oft unter weitervererbten Krankheiten und Gendefekten leiden.

Ein Axolotl schaut zwischen Blaettern hervor.
Axolotl sind Wildtiere, die an ein Leben mit Menschen nicht gewöhnt sind. Ein Terrarium ist daher nicht artgerecht.

Warum sind Axolotl so beliebt?

Axolotl sind vor allem wegen ihres kindlichen Erscheinungsbildes beliebt: große Gesichter, ein scheinbar immer lächelnder Mund und runde Knopfaugen. Sie sprechen uns durch das Kindchenschema an, so wie es beispielsweise auch extreme Qualzuchten bei Katzen und Hunden, etwa Möpse oder Perserkatzen, tun. Bei Axolotl liegt das daran, dass sie meist im Larvenstadium bleiben und anders als beispielsweise bei Fröschen keine Metamorphose stattfindet. Axolotl entwickeln sich einfach nicht weiter und behalten so ihr Aussehen. [1] Viele Menschen lassen sich davon verleiten, ohne zu wissen, wie anspruchsvoll die Tiere wirklich sind.

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Sind Axolotl für Anfänger:innen geeignet?

Axolotl gelten oftmals als pflegeleicht, doch das ist ein Mythos. Sie haben sehr spezifische Bedürfnisse und sind nicht für Anfänger:innen geeignet. Da die Haltung von Axolotl im Aquarium nie ihren natürlichen Ansprüchen gerecht werden kann, sollten auch Menschen mit Expertise nur Axolotl aus dem Tierschutz aufnehmen, die bereits auf die menschliche Haltung angewiesen sind.  

In der Natur kommen Axolotl nur an einem einzigen Ort auf der ganzen Welt vor (in Fachsprache heißt das, sie leben endemisch): in einem Seensystem innerhalb eines Vulkanbeckens bei Mexiko-Stadt. [1] Häufig wird zur Haltung von Axolotl im Aquarium ein Becken mit 100 Litern pro Axolotl empfohlen. Gemessen an den weltweit einzigartigen Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums in Mexiko ist ein gesamtes Leben für einen Axolotl in einem künstlichen Becken, egal welcher Größe, niemals artgerecht – es gibt schlichtweg keine „richtige Axolotl-Haltung“.

Ein Axolotl schaut unter Wasser hinter einer gruenen Pflanze hervor aus dem Wasser.
Viele Axolotl sterben in privater Haltung früh an haltungsbedingten Krankheiten.

Wie alt werden Axolotl?

Axolotl können unter optimalen Bedingungen 10 bis 30 Jahre alt werden. [1] In privater Haltung sterben viele Tiere jedoch deutlich früher – meist aufgrund von Stress, falschen Wasserwerten, ungeeignetem Bodengrund oder fehlender tiermedizinischer Expertise.

Wie viele Axolotl muss man mindestens halten?

Axolotl sind keine sozialen Tiere und müssen nicht in Gruppen gehalten werden. Im Gegenteil: Gemeinsame Haltung führt häufig zu Stress, Verletzungen oder sogar Kannibalismus.

Egal, ob allein oder in einer Gruppe – Axolotl gehören nicht ins Aquarium. Kaufen Sie deshalb keine Tiere bei Züchter:innen oder im Zoohandel. Wenn Sie das nötige Wissen besitzen, adoptieren Sie Tiere aus dem Tierschutz, die ein neues Zuhause suchen.

Was „fressen“ Axolotl?

Axolotl essen wirbellose Tiere, kleinere Fische, Krebse und sogar ihre eigenen Artgenossen. [1] Sie sind sogenannte Lauerjäger, die ihre Nahrung über den Boden aufnehmen und dabei auch den Bodengrund verschlucken. Ist die Körnungsgröße des verwendeten Kieses falsch oder enthält der Boden einen Schadstoff, ist das Risiko groß, dass der Axolotl an Verstopfung oder Vergiftung stirbt. [2]

Kann man mit Axolotl kuscheln?

Nein, Axolotl sind scheue Tiere und sollten keinesfalls berührt werden. Ihre Haut ist sehr empfindlich und kann durch Berührungen beschädigt werden. Zusätzlich verursacht menschliche Nähe Stress, der das Immunsystem schwächt und Krankheiten begünstigt. [2]

Axolotl liegt auf Steinen neben einer violetten Pflanze in einem Aquarium.
Kaufen Sie niemals Axolotl im Handel oder aus der Zucht, um das Leid der Tiere nicht zu unterstützen.

Axolotl werden wie gefühllose Ware gezüchtet und gehandelt

Für manche Menschen scheint die „süße“ Optik der Schwanzlurche als Grund vollkommen zu reichen, um sich online auf die Suche zu machen und in einem der vielen Portale meist ohne Vorwissen einen oder mehrere Axolotl zu kaufen. Züchter:innen machen es Suchenden leicht: Höchstens 30 Euro kostet ein Tier, abhängig von Farbe, Alter und Geschlecht. Im Vordergrund steht in allen Fällen die „Ware“ und der damit verbundene Profit. Das Lebewesen und seine anspruchsvollen Bedürfnisse sind für die Züchter:innen unwichtig.

Aber vor allem die Käufer:innen leisten hier ihren Beitrag: Indem sie das Geschäft mit ihrem Geld befeuern, tragen sie zu massivem Tierleid bei. Denn Tiere wie Axolotl sind keine „Haustiere“ – artgerechte Axolotl-Haltung im Aquarium ist ganz einfach nicht möglich.

Viele Axolotl sterben in privater Haltung früh an haltungsbedingten Krankheiten.

Gründe gegen die Haltung von Axolotl als „Haustiere“

Eine „einfache“ oder „pflegeleichte“ Haltung von Axolotl gibt es nicht. Als Folge landet eine große Zahl der Exoten in Tierheimen und Auffangstationen, werden ausgesetzt oder sterben frühzeitig. Bitte kaufen Sie deshalb niemals Axolotl bei Züchter:innen oder über das Internet. Lesen Sie im Folgenden, welche Gründe außerdem gegen die Haltung eines Axolotls sprechen.

1.Tiermedizinisches Fachpersonal kennt sich nur selten mit Axolotl aus

Es gibt nahezu keine fachkundigen Tierärzt:innen für Axolotl. Hinzu kommt, dass Axolotl Schmerzen nicht durch Schreien oder über Laute ausdrücken. Deshalb merken wir ihnen Schmerzen, Leiden und Beschwerden nicht oder erst viel zu spät an. Als Folge sterben viele Tiere früh an haltungsbedingten Krankheiten [1] oder quälen sich unerkannt bis in den Tod.

2. Axolotl gewöhnen sich nie an Menschen

Selbst nach Jahren gewöhnen sich Axolotl – wie andere Amphibien und Reptilien auch – nicht an uns Menschen. Diese von Natur aus ungewohnte Nähe löst Stress bei den Tieren aus – darum sollte man sie auch auf keinen Fall anfassen oder auf die Hand nehmen.

3.Axolotl haben spezifische Bedürfnisse

Axolotl benötigen exakt passende Wasserwerte, eine niedrige und stabile Wassertemperatur und einen speziellen pH-Wert. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird das Immunsystem der Tiere nachhaltig geschwächt, was zu Krankheiten oder zum Tod führen kann. [1]

4.Die Kosten der Axolotl-Haltung werden häufig unterschätzt

Während Axolotl selbst wie günstige Ware hauptsächlich über Foren und Onlineplattformen verkauft werden, entstehen bei der Haltung empfindliche Kosten. Allein die Ausgaben für die Anschaffung des notwendigen Equipments liegen bei mehreren hundert Euro. Dazu kommen monatlich laufende Kosten wie Strom und Wasser für das Aquarium, Nahrung und medizinische Untersuchungen, die sich ebenfalls auf mehrere hundert Euro im Monat belaufen können.

5.Axolotl-Haltung ist kein Artenschutz

Manche Tierhalter:innen brüsten sich damit, durch ihre Axolotl-Haltung etwas für den Artenschutz zu tun – schließlich gibt es die Tiere in Freiheit kaum noch oder gar nicht mehr. Tatsächlich ist das nicht der Fall: Kein Axolotl, der in einem deutschen Aquarium lebt, wird je wieder ausgewildert. Die Tiere dienen allein ihren Halter:innen als Kuriosität und Statussymbol.

6.Die Nachfrage nach Axolotl fördert den illegalen Wildtierhandel

Die Beliebtheit von Axolotl und anderen „exotischen“ Tieren trägt dazu bei, dass weltweit immer mehr Wildtiere gefangen und gehandelt werden – oft illegal. Dieser Handel gefährdet bereits bedrohte Arten zusätzlich und stellt ein globales Problem für den Tier- und Artenschutz dar.

Niemals bei Züchter:innen kaufen – wenn, dann in Tierheimen nachfragen!

Kaufen Sie bitte niemals exotische Tiere, auch nicht bei Züchter:innen. Ein solcher Kauf unterstützt lediglich die weitere „Produktion“ von Tieren, die in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können. Wenn Sie das nötige Fachwissen und genug finanzielle Rücklagen haben, schauen Sie bitte in Tierheimen nach: Immer wieder landen dort nicht mehr gewollte „Exoten“. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Tiere an ein fachkundiges Zuhause zu vermitteln.

Jetzt Importverbot für exotische Wildtiere fordern

Der oft illegale Fang von und der Handel mit Wildtieren sind nicht nur eine Gefahr für den Tier- und Artenschutz. Die Ausbeutung von Wildtieren fördert außerdem die Verbreitung von gefährlichen Krankheiten. Zum Schutz von exotischen Tieren und Menschen ist es daher dringend notwendig, den Import exotischer Wildtiere für den deutschen Heimtierhandel und die Privathaltung endlich gesetzlich zu verbieten. Unterstützen Sie jetzt unsere Petition an die Regierung.