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Tierversuche für Botox: Darum stirbt für jede Injektion ein Tier

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Botulinumtoxin, besser bekannt unter dem Handelsnamen Botox, steht sinnbildlich für den Wunsch nach ewiger Jugend und faltenloser Haut. Die Behandlung mit dem Nervengift ist weltweit beliebt – und längst nicht mehr nur bei Prominenten, sondern auch im Alltag vieler Menschen angekommen.

Doch kaum jemand weiß, dass hinter dem „Schönheitsideal Botox“ grausame Tierversuche stehen. Für die Potenzprüfung jeder einzelnen Charge werden weiterhin zahllose Tiere einem extrem leidvollen Testverfahren ausgesetzt – oft mit tödlichem Ausgang.

Inhalte im Überblick

Was genau ist Botox?

Botox ist der bekannteste Handelsname für ein gereinigtes Protein, das aus dem Bakterium Clostridium botulinum gewonnen wird. Es hält sich der Mythos, Botox sei ein Schlangengift – das stimmt jedoch nicht. Die Verwechslung entstand vermutlich durch verkürzte Darstellung in Medienberichten, in denen „Schlangengift“ als exotisches Anti-Aging-Mittel dargestellt wurde.

In die Haut injiziert, hemmt das Gift die Signalübertragung von den Nerven zum Muskel. Die Herkunft von Botox liegt in der medizinischen Forschung: Das Botulinumtoxin wurde in den 1970er-Jahren erforscht, um Muskelverspannungen und neurologische Störungen zu behandeln. Später entdeckte man, dass die Substanz auch ästhetisch genutzt werden kann, um mimische Falten zu glätten.

Was sind die Anwendungsgebiete von Botox?

Die Anwendungsgebiete von Botox reichen heute von der ästhetischen Faltenbehandlung bis hin zu medizinischen Therapien. In der ästhetischen Medizin wird es vor allem bei Zornesfalten, Stirnfalten und Krähenfüßen eingesetzt, um ein glatteres Hautbild zu erzielen. [1, 2, 3] Medizinisch kommt Botox unter anderem bei chronischer Migräne, übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) oder Muskelverkrampfungen zum Einsatz. [4, 5] Nach spätestens einem halben Jahr hat der Körper die gelähmten Nervenenden jedoch nachgebildet, die Antifalten-Wirkung lässt nach und die Behandlung muss wiederholt werden. [6]  

Viele Kund:innen lassen sich das Nervengift Botox mehrmals im Jahr spritzen – bei einem Preis von 200 bis 600 Euro pro Behandlung ein sehr lukratives Geschäft. Den höchsten Preis für den Wunsch nach jugendlichem Aussehen zahlen jedoch die Tiere.

Wie wird Botox hergestellt?

Botox ist ein aus Bakterien stammendes Nervengift, das unter streng kontrollierten Bedingungen hergestellt wird. Doch dahinter steht ein Aspekt, der selten offen angesprochen wird: Tierleid. Der gesamte Prozess umfasst mehrere Schritte – von Isolierung über Reinigung bis Verdünnung –, in denen Tiere missbraucht werden. [7]  

Nur die Hälfte überlebt: Massen an Mäusen bei LD50-Test Gift in den Bauch gespritzt

Der sogenannte LD50-Test (genauer: Mouse Lethality Bioassay / MLB-Test) gehört als sogenannter Toxizitätstest zu den qualvollsten Tierversuchen. [1] Dabei spritzen Experimentator:innen den Mäusen das Nervengift in den Bauch. Die Tiere erleiden dadurch unter anderem Sehstörungen und Atemnot; sie ersticken bei vollem Bewusstsein. Wenn die Dosis nicht hoch genug ist, um eine Erstickung hervorzurufen, verhungern oder verdursten die Tiere – weil sie durch hervorgerufene Lähmungen nicht mehr an Nahrung und Wasser gelangen. [1] Das Ziel dieses Versuchs ist es, die Dosis zu ermitteln, an der genau 50 Prozent der Mäuse sterben. Meist dauert es drei Tage, bis die Atemmuskulatur so stark gelähmt ist, dass sie ersticken. [8]

Gibt es tierversuchsfreies Botox?

Bislang ist kein Botulinumtoxin-Hersteller bekannt, der vollständig ohne Tierversuche auskommt, denn bestimmte gesetzliche Vorschriften führen dazu, dass der tödliche LD50-Test an Mäusen noch nicht vollständig abgeschafft ist. Dabei gibt es bereits anerkannte tierversuchsfreie Testmethoden, mit denen drei Hersteller von Botulinumtoxin-Produkten bereits arbeiten. Bürokratische Hürden verhindern bislang jedoch, dass der LD50-Test durch die zellbasierten Testverfahren (Cell-Based Assays, CBA) ersetzt wird. [1, 9, 10]

Werden bei Botox tierische Produkte verwendet?

Botox ist nicht wirklich vegan, da für das Produkt Tiere in Tierversuchen missbraucht, gequält und getötet werden. Direkt in der Zusammensetzung enthalten die meisten Präparate mit Botulinumtoxin keine tierischen Inhaltsstoffe – also keine Bestandteile von Tieren. Dennoch kann ein Produkt, das an Tieren getestet wird, nicht als „tierleidfrei“ gelten.

Wir von PETA Deutschland fordern daher, dass tierfreie Prüfverfahren konsequent angewendet und behördlich anerkannt und gefordert werden, denn Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren.   

Was ist die pflanzliche Alternative zu Botox?

Pflanzliches Botox bezeichnet Produkte, die auf pflanzlichen Wirkstoffen oder Botulinumtoxin-ähnlichen Peptiden basieren. Sie sollen die Muskeln entspannen und Falten glätten, ohne dass Tiere leiden müssen.

Wie ist die Rechtslage?

Obwohl Botulinumtoxin-Präparate auch kosmetischen Zwecken dienen, sind die Produkte als Medikamente zugelassen, u. a. gegen Krämpfe, Schiefhals oder Zähneknirschen. Das Europäische Arzneibuch regelt daher die Herstellung, Bezeichnung, Prüfung und Lagerung von pharmazeutischen Produkten auf internationaler Ebene – obwohl manche Produkte sogar spezifisch für ästhetische Zwecke zugelassen und vermarktet werden. Unter dem Vorwand, dass Falten behandelt werden, die bei den Patient:innen „psychologischen Stress“ verursachen. [11]

So finden Sie sofort tierfreie Kosmetik

Für uns als Konsument:innen ist der einfachste und direkteste Weg, den Tieren zu helfen, die tierfreundliche Kaufentscheidung: PETAs Kosmetikliste bietet Ihnen eine umfangreiche und ständig aktualisierte Übersicht über Kosmetikhersteller, die keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Um sich vor Hautalterung zu schützen, gibt es etliche vegane Sonnencremes, für die keine Tierversuche durchgeführt werden.  Wer ausschließlich tierleidfreie Produkte kauft, setzt seine Stimme effektiv für die Rechte der Tiere ein.