DRINGEND: Uns läuft die Zeit davon – Tierversuche in Europa beenden

Katzencafés: Wie tierfreundlich sind die Cafés wirklich?

Immer mehr Großstädte in aller Welt eröffnen sogenannte Katzencafés, auch in Deutschland. Das Konzept stammt ursprünglich aus Japan, wo es bereits seit Jahren solche Cafés gibt, in denen Katzen gehalten werden. Sinn der Sache ist, dass die Gäste Zeit mit den Samtpfoten verbringen und mit den Tieren spielen können. Allerdings stellt sich die Frage, wie das Leben für die gehaltenen Katzen ist und wie sie den ständigen Kontakt zu Menschen wirklich empfinden.

Sind Katzencafés ein Vergnügen für Mensch und Katze – oder fördern sie Tierleid?

Für Menschen, die Katzen mögen, ist es vermutlich eine schöne Vorstellung, einen Cafébesuch in schnurrender Gesellschaft zu verbringen. Vor allem Tierfreund:innen, die nicht mit einem tierischen Mitbewohner zusammenleben oder ihre Katzen vermissen, wenn sie unterwegs sind, bietet der Besuch eines Katzencafés die Möglichkeit, trotzdem Kontakt zu den Tieren zu haben.

Bei der Beschäftigung mit diesem Thema sollte man sich jedoch Gedanken darüber machen, wie das Leben der Katzen in solchen Cafés aussieht.

Teilweise könnte man Katzencafés sicherlich mit Zoos oder Streichelzoos vergleichen – vor allem wenn dort Katzen gehalten werden, die gezüchtet und bei Züchter:innen gekauft wurden. In einigen Ländern gelten Katzen als besonders „niedlich“, wenn sie bestimmte zuchtbedingte Merkmale aufweisen – was sie für Katzencafés ausgesprochen profitabel macht. Vielfach handelt es sich dabei jedoch um sogenannte Qualzuchten mit gesundheitlichen Problemen. Zu qualgezüchteten Katzen zählen beispielsweise die Perserkatze, die aufgrund ihrer Kurzschnäuzigkeit unter Atemproblemen leidet, oder auch die Scottish Fold, die durch ihre Faltohren auffällt und mitunter ihr ganzes Leben unter schmerzhaften Gelenkerkrankungen leidet.

katzen cafe

Einige Cafés halten eine besonders große Zahl von Katzen, damit viele Besucher:innen die Gelegenheit zum Katzenkontakt haben. Wenn den sensiblen Tieren dann jedoch Rückzugsmöglichkeiten fehlen, kann das für sie großen Stress bedeuten und zu Auseinandersetzungen untereinander führen. Teilweise fristen die Katzen ein trauriges Leben und haben keine Möglichkeit, sich der ungewollten Situation zu entziehen.

Zudem kann es problematisch sein, wenn die Einrichtung der Cafés und die für die Tiere bereitgestellten Spielzeuge nicht auf die Bedürfnisse der Katzen, sondern eher auf die Interessen der Menschen abgestimmt sind. Das kann zu Stress bei den Tieren führen, im schlimmsten Fall sogar zu Verletzungen. Gerade auf Reisen im Ausland können sich Katzenfreund:innen nicht immer darauf verlassen, dass das Wohl der Tiere durch greifende Tierschutzgesetze geschützt ist und Veterinärämter auf deren Einhaltung achten.

Im besten Fall leisten Katzencafés jedoch einen Beitrag zum Tierschutz, indem sie heimatlose Katzen aufnehmen und unter artgerechten Bedingungen halten. Die Tiere erhalten so regelmäßigen Zugang zu Nahrung und bei Bedarf zu medizinischer Versorgung. Außerdem können frei lebende Katzen auf diese Weise kastriert werden, was die unkontrollierte Vermehrung der Tiere verhindern und dadurch das Leid der heimatlosen Katzen reduzieren kann.

streunende katze

Besucher:innen von Katzencafés sollten nach Möglichkeit direkt im Café wichtige Informationen zu diesem Thema erhalten.

Tierfreundliches Katzencafé: Worauf sollten Sie achten?

  • Rückzugmöglichkeiten: Die Katzen sollten den Kontakt zu Besucher:innen freiwillig suchen und sich jederzeit in Räumlichkeiten zurückziehen können, zu denen die Gäste keinen Zugang haben.
  • Gesunde und gepflegte Katzen: Die Katzen sollten gesund, nicht ängstlich, kastriert und gechippt sein.
  • Katzengeeignete Ausstattung: Möbel, Dekoration und Pflanzen sollten auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sein. Auch in den öffentlichen Räumen des Cafés brauchen die Tiere Kletter- und Liegemöglichkeiten, die nur sie erreichen, um Artgenossen und Besucher:innen aus dem Weg gehen zu können.
  • Sicherheitsvorkehrungen: Mit Sicherheitsschleusen und ähnlichen Vorrichtungen sollte gewährleistet werden, dass kein Tier in einem unachtsamen Moment entwischen kann.
  • Keine Qualzuchten bzw. gekaufte Katzen: Informieren Sie sich im Voraus darüber, woher die Katzen in dem Café stammen – bestenfalls kommen die Tiere aus dem Tierschutz oder wurden aus Tierheimen adoptiert. In solchen Fällen können Katzencafés ihnen ein liebevolles Zuhause, die Nähe zu Menschen und einen fürsorglichen Umgang bieten.
  • Vegane Gerichte und Getränke: Wenn den Betreiber:innen von Katzencafés das Wohl aller Tiere am Herzen liegt, achten sie darauf, dass ihr gastronomisches Angebot vegan ist. So sorgen sie dafür, dass für die Herstellung ihrer Speisen und Getränke keine Tiere leiden – beispielsweise für Milch, Eier und Fleisch.

Es ist immer ratsam, sich im Vorfeld eines Besuches über das jeweilige Katzencafé zu informieren. Schauen Sie auch vor Ort genau hin und fragen Sie im Zweifel nach, wenn Sie den Eindruck haben, dass das Wohlergehen der Tiere dort nicht im Vordergrund steht.

Sie möchten eine Katze zu Hause aufnehmen? Was Sie über die Adoption wissen sollten

Falls Sie ernsthaft darüber nachdenken, einen tierischen Mitbewohner bei sich aufzunehmen und lebenslang Verantwortung für das Tier zu übernehmen, sollten lokale Tierheime und der Tierschutz Ihre ersten Anlaufstellen sein. Dort warten unzählige Tiere auf eine zweite Chance im Leben und ein neues Zuhause.