Mähroboter: Gefährlich für Igel! So schützen Sie die Tiere

Mähroboter sind ebenso wie Freischneider und Motorsensen bei vielen Gartenbesitzern beliebt. Doch für Igel sind die motorisierten Geräte eine große Gefahr. Erfahren Sie hier, wie Sie Igel vor Verletzungen durch Rasenroboter schützen können.

Inhaltsverzeichnis

Sind Mähroboter gefährlich für Igel?

Mähroboter sind für Igel extrem gefährlich. Während andere Wildtiere bei Gefahr flüchten, rollen sich Igel ein und stellen sich tot – und werden so schnell von Rasenrobotern überrollt. Die Tiere werden daher häufig grauenhaft verstümmelt. Aber auch Insekten, Amphibien, Reptilien, Jungvögel, Wirbellose und viele weitere Tiere fallen Mährobotern zum Opfer.

Maehroboter auf dem Rasen
Mähroboter können hilfreich sein, sind aber gefährlich für Igel und andere Wildtiere.

Können Rasenroboter Igel verletzen?

Igel werden von Mäh- und Rasenrobotern oft so schwer verletzt, dass sie vom Tierarzt eingeschläfert müssen. Da die meisten verletzten oder getöteten Igel jedoch nicht gefunden werden, ist die Dunkelziffer dieser Fälle sehr hoch. Diejenigen, die unentdeckt bleiben, sterben besonders qualvoll – insbesondere jene, deren Gesichter zerstückelt oder schlichtweg abgeschnitten wurden. Wird ein weibliches Tier, das gerade Jungtiere aufzieht, schwer verletzt oder getötet, verhungert ihr Nachwuchs.

Sind Freischneider und Motorsensen eine Gefahr für Tiere?

Auch andere motorisierte Gartengeräte wie Freischneider und Motorsensen sind gefährlich für Igel und andere Wildtiere. Tagsüber schlafen Igel meist in Büschen und Hecken und können oft nicht rechtzeitig fliegen, sodass sie beim Schneiden durch die Geräte verletzt werden. Meist wird vor dem Einsatz solcher Geräte nicht kontrolliert, ob unter überhängenden Zweigen, Büschen, im Heckenunterbewuchs oder im hohen Gras eventuell ein Igel seinen Tagschlaf hält.

Igel im Busch
Bei der Gartenarbeit sollte man stets hochstehende Grasränder unter Hecken oder Büschen kontrollieren. Hier halten sich Igel gerne auf.

Verletzter Igel gefunden?

Wenn Sie einen verletzten Igel finden, melden Sie sich bei einer Igel- oder Wildtierhilfe vor Ort. Professionelle Hilfe, Tipps und Adressen gibt es auf „pro-igel.de“.

So können Sie Igel schützen

Igel stehen mittlerweile in vielen Bundesländern auf der Vorwarnliste der gefährdeten Tierarten. Todesfälle durch Mäharbeiten sollten deshalb möglichst vermieden werden.

Gartenbesitzer, Hausmeister und Bauhofmitarbeiter sollten vor dem Einsatz von Freischneidern oder Motorsensen dringend unter Sträuchern oder im hohen Gras nach Igeln und anderen Tieren suchen und sie aus dem Gefahrenbereich entfernen. Noch besser wäre es allerdings, dort gar nicht erst zu mähen.

Auch Mähroboter sollten nur nach vorheriger Nachschau auf Igel eingesetzt werden. Nachts sollten Mähroboter generell nicht verwendet werden. Am besten wäre es, wenn Sie auf motorisierte Gartengeräte verzichten würden. Ein natürlicher Garten mit vielen Büschen, Sträuchern und Blumen ist tierfreundlicher als ein kurzer Rasen mit gerade geschnittenen Hecken.

Was Sie außerdem tun können

Bitte appellieren Sie an das Bundesumweltministerium, die Hersteller von Mährobotern zu verpflichten, die Käufer über die Gefahren für Kleintiere aufzuklären – beispielsweise durch Warnhinweise auf dem Gerät oder der Verpackung. Bitten Sie das Ministerium zudem, ein Nachtfahrverbot für Mähroboter (nach Einbruch der Dämmerung) einzuführen, um vor allem nachtaktive Tiere zu schützen.