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 »  »  »  »  » Ihre Unterschrift gegen das Töten von heimatlosen Hunde in Rumänien

Die massenhafte Tötung von heimatlosen Hunden in Rumänien

Bitte unterstützen Sie unseren Appell an den Staatspräsidenten

Stand Juni 2015
Jedes Jahr werden in Rumänien viele Tausend heimatlose Hunde, die vor allem auf den Straßen der Städte leben, eingefangen und getötet. Schockierende Videoaufnahmen belegen die Grausamkeit der staatlich sanktionierten Tötungspraxis. PETA fordert die sofortige Beendigung der Hundetötungen und die Einführung eines flächendeckenden Kastrationsprogrammes.
 

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition

Der Ende 2014 ins Amt gewählte Präsident Rumäniens, Klaus Iohannis, sprach sich vor seiner Wahl gegen das „Tötungsgesetz“ für Streunerhunde aus und bezeichnete es als „barbarisch“. Bitte unterschreiben Sie die Petition, um ihn an seine Worte zu erinnern. Die Unterschriften werden gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt übergeben.

Unterschriften-Aktion:

Bitte beenden Sie die Hundetötungen in Rumänien

Sehr geehrter Herr Präsident Iohannis,

schon am 5. September 2013 bezeichneten Sie das Euthanasiegesetz "258/2013 ", das die Tötung heimatloser Hunde in Rumänien ohne jegliche medizinische oder soziale Indikation ermöglicht, als „barbarisch“. Sie erklärten, dass es keine geeignete Maßnahme sei, um die Populationen langfristig zu reduzieren. Trotzdem werden in Rumänien weiterhin jedes Jahr viele Tausend Hunde auf gewaltsame Art eingefangen und getötet.

 
Wir appellieren an Sie als höchsten Repräsentanten Ihres Landes:
  • Sprechen Sie sich bitte auch in ihrer Eigenschaft als Rumänisches Staatsoberhaupt deutlich gegen das aktuelle "Euthanasiegesetz" aus. Machen Sie Ihren persönlichen und politischen Einfluss geltend zugunsten einer neuen, humanen und effizienten Gesetzgebung, die den Hunden als „fühlende Wesen“, gemäß Artikel 13 des Vertrags von Lissabon, gemäß der Richtlinien der WHO und der OIE, gerecht wird.
  • Bitte wirken Sie entschieden darauf hin, dass die Gelder, die derzeit in den gewaltsamen Umgang und das Töten dieser Tiere fließen, künftig in Projekte investiert werden, die tatsächlich geeignet sind, um die Streunerpopulationen mittel- und langfristig einzudämmen: in Neuter & Release-Programme, wie sie in einigen Städten Rumäniens bereits erfolgreich praktiziert werden, und in Bildungsmaßnahmen, die den Menschen einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren tierischen Mitbewohnern nahe bringen. Machen Sie sich stark für Win-win-Lösungen in Ihrem Land – für Konzepte, die gut für die Menschen UND Tiere Rumäniens sind.

Sie haben Ihr Amt mit dem Ziel angetreten, konsequent gegen die Korruption in Ihrem Land vorzugehen – bitte beziehen Sie die Steuergelder, die für die grausamen Hundetötungen ausgegeben werden, mit in ihre Aktivitäten ein.
 

Bitte fordern und veranlassen Sie:
  • die Überprüfung der tatsächlichen Verwendung der Gelder, die den staatlichen Tierheimbetreibern und ihren Mitarbeitern für die Versorgung, medizinische Betreuung und fachgerechte Euthanasie der Hunde zur Verfügung gestellt werden.
  • eine Kontrolle der Veterinäre in den staatlichen Tierheimen, um die Art und Weise der Euthanasie zu überprüfen. 
  • Die Umsetzung des vorgeschriebenen „Monitorings“ und den bedingungslosen Zugang der Bevölkerung und der Tierschützer zu den staatlichen Tierheimen mit der Möglichkeit, die Zustände dort zu dokumentieren, wie es bereits Bestandteil des Gesetzes ist.
  • die Aufhebung der Bußgelder, die verhängt werden, wenn Menschen sich gegen das grausame und illegale Vorgehen der Hundefänger engagieren.

Viele der Grausamkeiten, die den Hunden und Menschen angetan werden, spielen sich in aller Öffentlichkeit ab. Oft sind Kinder unfreiwillig Augenzeugen, die dabei traumatische Schäden erleiden können. Bitte setzen Sie sich für die Tiere ein! Zum Wohle der Tiere, der Menschen und des Ansehens Ihres Landes in der Europäischen Union.

Mit freundlichen Grüßen

Derzeitige Erfolgsstatistik

Unterschriften bisher: 53.534
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Ein Hund wird nach dem Einfangen in das staatliche Tierheim Giurgiu gebracht / © Wiebke Plasse

Hintergrund

In dem 20-Millionen-Einwohnerstaat leben viele Menschen nach wie vor am Existenzminimum. Tiere haben es noch schwerer, und vor allem sogenannte Straßenhunde erwartet ein Alltag in Angst und Qual. Seit dem Erlass eines „Tötungsgesetzes“ im September 2013 lässt sich mit der Tötung der Hunde viel Geld durch die ausgesetzten Prämien verdienen.
 
Das „Euthanasiegesetz“ (OUG 155/2001 modifiziert durch Gesetz 258/2013) besagt unter anderem, dass alle heimatlosen Hunde eingefangen, in die staatlichen Tierheime gebracht und dort „euthanasiert“ werden können, sofern sie niemand binnen 14 Tagen adoptiert. Pro gefangenen Hund wird eine Prämie von bis zu 50 Euro gezahlt. Weitere Steuergelder fließen an die Betreiber und Veterinäre der staatlichen Heime, für die Verwahrung, Versorgung und medizinische Betreuung der Hunde in den staatlichen Tierheimen (bis zu 250 Euro pro Hund), an Ärzte für die Euthanasie und in letzter Instanz an die „Entsorger“ der Tierkadaver – ein Riesengeschäft.
 
So hat sich eine grausame und höchst lukrative Catch&Kill-Industrie in Rumänien etabliert, die alle Bemühungen um eine tiergerechte und nachhaltige Lösung verdrängt. Die von Tierschützern geforderten „Neuter & Release“-Programme verringern die Population der Straßenhunde nachhaltig – dies belegen durchgeführte Programme in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Kosten für Kastration, Tollwutimpfung sowie Chippen und Registrieren belaufen sich dabei auf maximal 50 Euro pro Tier.
 
Laut einer Pressemitteilung [1] sollen seit Erlass des Gesetzes allein in Bukarest über 50.000 Straßenhunde eingefangen und 30.000 von ihnen „eingeschläfert“ worden sein. Wie viele Hunde tatsächlich auf Bukarests Straßen unterwegs waren und sind, wie viele tatsächlich gefangen und getötet wurden - und auf welche Art -, weiß niemand. Die gesetzlich vorgeschriebenen Zählungen der Streunerpopulationen haben nie stattgefunden. Genauso wenig wird ein „Monitoring“ in den staatlichen Tierheimen praktiziert.
 
Müllplatz im staatlichem Tierheim Roisori de Vede / © Claudiu Dumitriu (Alianta pentru Combaterea Abuzurilor)

Das Töten geht trotz Gerichtserfolg weiter
Im Juni und Juli 2014 entschieden die Appellationsgerichte in Bukarest und in Brasov, dass die Anwendungsnormen des Gesetzes verfassungswidrig sind und in ganz Rumänien nicht mehr angewandt werden dürfen. Hunderte von Strafanzeigen wurden bei rumänischen Staatsanwälten und Gerichten eingereicht, eine Klage vor dem Gericht der Europäischen Union ist anhängig und Hunderttausende aus aller Welt haben ihren Protest in Briefen, Petitionen und bei Demonstrationen formuliert. Doch das Fangen, Quälen und Morden der Hunde geht weiter, weil das Gesetz bisher nicht geändert wurde.
 
Und es geht sogar noch schlimmer: Mittlerweile müssen sogar Menschen, die die Tiere beschützen wollen, oft teuer für ihre Zivilcourage bezahlen. Das „Stören“ oder „Dokumentieren“ der Fangaktionen ist in Bukarest verboten und wird mit Bußgeldern von bis zu 250 Euro geahndet. Das Füttern von Straßentieren soll noch in diesem Jahr verboten und mit Bußgeldern bis zu 450 Euro bestraft werden. Tierschützern, die die Zustände in den staatlichen Tierheimen anprangern, wird der Zugang verweigert und die Versorgung der Tiere untersagt. Personen, Gruppen und Organisationen, die Hunde aus den Tötungsstationen holen und an adoptionswillige Tierfreunde im Ausland vermitteln, werden öffentlich diffamiert. Wer innerhalb Rumäniens einen ehemaligen Straßenhund aufnehmen möchte, muss seine gesamte Privatsphäre offenlegen und benötigt die schriftliche Einwilligung aller Nachbarn – ganz gleich, ob zwei oder zweihundert - zur Hundehaltung. Es ist dokumentiert, dass die Aussetzungsquote seitdem kontinuierlich steigt.
 
Die erprobte tierfreundliche Lösung für heimatlose Tiere
Nur die konsequente Umsetzung eines „Neuter & Release“-Programms kann den Bestand an heimatlosen Hunden und Katzen nachhaltig senken. Dieses Konzept sieht vor, die Tiere im Anschluss an die Kastration und tierärztliche Versorgung in das vertraute Revier zurückzusetzen und dort zu versorgen. Diese Methode empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren Guidelines for Dog Population Management. Zusätzlich sind flankierende Maßnahmen, wie zum Beispiel ein striktes Zucht- und Verkaufsverbot von Hunden und Katzen, unerlässlich.
 
Unterbringung der gefangenen Hunde / © Cornelia Stanescu
Warum Tierheime oft keine Lösung sind
Das Prinzip des „Tierheims“ nach westeuropäischem Vorbild kann in Ländern wie Rumänien nicht funktionieren, da die Vermittlungsrate von Tieren dort sehr gering ist. In den Tierheimen findet dementsprechend zeitlebens so gut wie kein Austausch von Tieren statt – ganz abgesehen von den teils katastrophalen Zuständen, die in südosteuropäischen Tierheimen für die Tiere herrschen. Zudem wäre der Bau von Abertausenden Tierheimen erforderlich, um den Hunderttausenden heimatlosen Tieren Obhut zu gewähren.


Ein besonderer Dank geht an Claudiu Dumitriu (Alianta pentru Combaterea Abuzurilor) für seinen Kampf für Tierrechte auf juristischer und politischer Ebene in Rumänien und seine engagierte Mitarbeit an dieser Kampagne (Bildmaterial, Hintergrundinformationen).

Quelle:
[1] https://mapofhope.wordpress.com/2015/03/19/bukarest-ist-hundefrei/ (zuletzt abgerufen am 01. Juni 2015)