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Dem Klimawandel den Kampf ansagen!

Wie Sie mit einer veganen Ernährungsweise das Klima retten

Stand April 2017
Es ist wissenschaftlich und gesellschaftlich anerkannt, dass Aktivitäten des Menschen hauptverantwortlich für den Klimawandel sind. Dies ist zugleich eine gute und eine schlechte Nachricht. Wir können etwas gegen den Klimawandel tun – aber wir müssen es unbedingt und unverzüglich tun!
 
Bis 2050 sollen die Klimaschutzziele der Pariser Verträge erreicht werden. Dazu werden in allen Sektoren Innovationen vorangetrieben. Die wichtigste Entscheidung ist jedoch die mit dem Einkaufskorb, weg von tierischen Produkten hin zu einer rein pflanzlichen Ernährung.
Klimarelevanz der Tierwirtschaft
Schon 2006 besagte ein Bericht der UN-Welternährungsorganisation (FAO), dass die Tierwirtschaft – und damit der Konsum tierischer Produkte – Hauptverursacher der verhängnisvollsten Umweltprobleme unserer Zeit ist. Dies belegen auch weitere wissenschaftliche Studien, die uns zugleich zu einer Änderung unserer Ernährungsgewohnheiten auffordern (1).
 
Durch die Tierwirtschaft werden direkt und indirekt die drei klimarelevantesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas in großen Mengen ausgestoßen. Gemessen wird die Auswirkung durch Kohlenstoffdioxidäquivalente, wobei Methan eine 25-fach stärkere Auswirkung besitzt und Lachgas eine 310-fache. Methan entsteht durch die Verdauungsprozesse von Wiederkäuern und genau wie Lachgas bei der Düngung mit Gülle und durch Ausscheidungen der Milliarden eingepferchten Tiere. Durch die kurze Halbwertzeit von Methan in der Atmosphäre ist eine schnelle Änderung der Klimarelevanz durch eine Ernährungsumstellung möglich (1,2).
 
Klimarelevanz durch verknüpfte Effekte
Der Regenwald ist nicht nur ein großer Lebensraum für Tiere und Pflanzen aller Art, sondern auch ein riesiger Kohlendioxidspeicher, in dem 50 Prozent des durch Vegetation gespeicherten Kohlendioxids lagern. Die landwirtschaftliche Tierhaltung insgesamt ist Ressourcenverschwendung. Es werden Regenwälder abgeholzt, Unmengen an Soja, Getreide und Wasser verbraucht und jede Menge Energie verschwendet (1,2,3).
 
Einsparpotenziale durch Ernährungsänderung
Das Worldwatch Institute stellt im Bericht Livestock and Climate Change fest, dass die Erzeugung von Fleisch, Eiern und Milchprodukten für mindestens 32,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxidäquivalent pro Jahr verantwortlich ist – das ist über die Hälfte aller weltweiten Ausstöße von Treibhausgasen. Daher sehen die Autoren der Studie gerade hier den richtigen Ansatzpunkt für ein schnelles und effektives Handeln (4).

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte 2010 eine Studie, die dazu aufruft, den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten zu verringern. Durch diese Ernährungsänderung kann der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 Prozent reduziert werden. Auch das deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) kam in seinem Bericht von 2008 zu dem Schluss, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen könnte (5,6).
2016 ergänzte der wissenschaftliche Beirat des BMEL seine Einschätzung und gab an, dass eine rein pflanzliche Ernährung jährlich über 91 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid einspart (7).
 
Biologischer und regionaler Konsum wirkt sich positiv auf das Klima aus, jedoch ist die Wahl zwischen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln entscheidender. Die Klimarelevanz von Lebensmitteln wurde 2007 vom Öko-Institut Freiburg getestet. Pro Kilogramm war Butter das klimaschädlichste Lebensmittel, gefolgt von Rindfleisch. Ein Kilogramm Bio-Rindfleisch ist 90-mal klimabelastender als ein Kilogramm konventionell erzeugtes Gemüse. Ein Kilogramm Bio-Butter ist 10-mal klimaschädlicher als konventionelle Margarine. Aufgrund der großen konsumierten Menge beeinflusst Schweinefleisch das Klima allerdings am meisten. Die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten wirkt sich negativ auf den Treibhausgasausstoß aus, womit der landwirtschaftliche Sektor der relevanteste für Klimaentscheidungen ist (7,8,9).
Wenn der Konsum bleibt wie bisher, sind die Klimaziele bis 2050 nicht zu erreichen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien fordern zu einer Konsumänderung hin zu einer rein pflanzlichen Ernährung auf. Tierische Produkte sind klimaschädlicher als pflanzliche – dabei ist ihr Verzehr weder aus geschmacklicher noch aus gesundheitlicher Sicht notwendig (1,2,4,5,8,10).

Was Sie tun können

Klimaschutz beginnt im Kleinen, bei jeder Kauf- und Essensentscheidung kann ein Impuls gesetzt werden. Die bisherige Entwicklung zeigt, dass es umso wichtiger ist, sich für eine klima-, umwelt- und vor allem tierfreundliche Ernährung zu entscheiden.
 
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Quellen:
(1) Steinfeld, Henning/Gerber, Pierre/Wassenaar,Tom/Castel, Vincent/Rosales, Mauricio/de Haan, Cees (2006): “Livestock´s Long Shadow.Environmental Issues and Options”. Rom: UN Food and Agriculture Organisation(FAO).
(2) WWF Deutschland (2012): Klimawandel auf dem Teller. Berlin: WWF Deutschland.
(3) Baccini, A. et al. (2012): Estimated carbon dioxide emissions from tropical deforestation improved by carbon-density maps. Natural Climate Change 2, 182 – 185.
(4) Goodland, Robert/Anhang, Jeff (2009): “Livestock and Climate Change. What if the key actors in climate change are… cows, pig, and chickens?” Washington: World Watch-Institut, World Watch Magazine.
(5) Popp, Alexander et al. (2010): „Food consumption, diet shifts and associated non-CO2 greenhouse gases from agricultural production.” In: Global and Environmental Change Volume 20, Issue 3.
(6) Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) (2008): BMELV-Bericht zum Klimaschutz im Bereich Land- und Forstwirtschaft.
(7) Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz
und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL (2016):
Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten
Bereichen Ernährung und Holzverwendung. Gutachten. Berlin: Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz
und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL.
(8) Wellesley, Laura/Froggat, Anthony/ Happer, Catherine (2015): Changing Climate, Changing Diets – Pathway to Lower Meat Consumption. London:  Chatham House Report.
(9) Fritsche, Uwe R./Eberle, Dr. Ulrike 2007): „Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln – Arbeitspapier“. Darmstadt/Hamburg: Öko-Institut e.V.
(10) Springmann, Marco et al. (2016): Mitigation potential and global health impacts from emissions pricing of food commodities. Nature Climate Change 7 (2017) 69 - 74.