Plastik im Meer: Die Folgen der Vermüllung für Umwelt und Tiere

Plastik im Meer
Millionen Tonnen Plastik schwimmen im Meer und verschmutzen unsere Ozeane. Doch wie kommen diese Unmengen an Müll eigentlich in die Weltmeere? Und welche Folgen hat dies für die Umwelt und die Tiere? Hier finden Sie alle Fakten zur Meeresverschmutzung.

Wie viel Plastik treibt im Meer?

Jedes Jahr landen ca. 10 Millionen Tonnen Plastik und anderer Müll im Meer. [1] Ein Teil davon sammelt sich zu fünf großen Müllstrudeln, von denen sich einer im Pazifik befindet. Er besteht aus rund 80.000 Tonnen Plastik und ist dreimal so groß wie Frankreich. [2] Die Müllmenge wächst ständig weiter und der Strudel wird immer größer.

Woher stammt der Müll?

Drei Viertel des Mülls im Meer besteht aus Plastik. [3] Ein Großteil dieses Abfalls entsteht durch die Verschmutzung auf dem Festland, wo Plastiktüten, PET-Flaschen oder Zigarettenstummel achtlos in die Natur geworfen werden. Über den Wind und die Flüsse gelangt der Abfall schließlich in die Meere.

Plastik Meer
Auch die Fischerei ist für die Verschmutzung der Meere in hohem Maß verantwortlich. So bestehen laut einer Untersuchung durch Wissenschaftler des Projekts „Ocean Cleanup“ 46 Prozent des großen Müllstrudels im Pazifik aus entsorgten Fischereinetzen. [4]

Ein großes Problem bei der Vermüllung ist Mikroplastik – winzige, feine und wasserunlösliche Plastikteilchen, die unter anderem über Kosmetikprodukte ins Meer gelangen. Auch durch den Abrieb von Autoreifen oder das Waschen von Textilien entsteht Mikroplastik und wird mit dem Abwasser in die Ozeane gespült. Das Problem beim Waschen ist, dass unsere Waschmaschinen und Kläranlagen Mikroplastik nicht herausfiltern können, weil es so winzig ist. Mikroplastik entsteht zudem durch den Zerfall von größeren Plastikteilen im Meer und zersetzt sich erst in mehreren Hundert bis Tausend Jahren. [3]

Hunderttausend Tiere sterben durch Plastikmüll

Viele Tiere leiden und sterben aufgrund des vielen Plastiks in unseren Meeren. Möwen, Schildkröten, Haie, Wale und Delfine verheddern sich in sogenannten Geisternetzen und ertrinken. Besonders junge Tiere, die sich im Wachstum befinden, schnüren sich dadurch Körperteile ab, verletzen sich oder verhungern. [5]
 
Vogel in Schnueren gefangen
Tiere, die ihre Nahrung aus dem Wasser filtern, verwechseln die winzigen Plastikteile mit Plankton. So gelangt das Plastik in die Organismen von kleinen Wirbellosen wie zum Beispiel Wasserflöhen, Wattwürmern oder Entenmuscheln. Über die Nahrungskette verbreitet sich das Plastik dann weiter, bis es auf dem Teller der Menschen ankommt. Die durch das Plastik aufgenommenen Weichmacher und Flammschutzmittel schaden sowohl Tieren als auch Menschen.

Meerestiere verwechseln Plastik mit Nahrung

Größere Plastikteile werden von Wildtieren oft mit Nahrung verwechselt. Seeotter ersticken an Plastikringen von Dosen-Sixpacks, und Meeresschildkröten verwechseln Einkaufstüten mit Quallen. Vögel nehmen den Geruch des Plastikmülls als Nahrungsgeruch wahr und füttern ihre Jungen damit, was dazu führt, dass die Küken mit vollem Bauch verhungern. [3] Eine Untersuchung zeigte, dass sich bei 93 Prozent der Eissturmvögel Plastikteile im Magen befinden. Immer häufiger werden Kadaver mit Kunststoffteilen im Magen aufgefunden. [6] Wissenschaftler gehen davon aus, dass bis 2050 so gut wie jeder Meeresvogel Plastik im Magen haben wird, wenn die Meeresverschmutzung so weitergeht. [3] Auch Meeresschildkröten reagieren auf die Duftstoffe von Plastik, sie nehmen den gleichen Geruch wahr wie bei ihrer Nahrung und werden davon angelockt [7]. Schon wenig Plastik in ihrem Magen kann das Todesurteil für sie bedeuten [8].
 
Plastik Meer

Plastik gelangt in die menschliche Nahrungskette

Die Schadstoffe aus dem Müll gelangen hauptsächlich über Fische aus den Meeren in den menschlichen Körper. Mikroplastik und umweltschädliche Stoffe werden von Fischen aufgenommen und enden durch den Verzehr dieser Tiere letztlich im menschlichen Körper. [6] Auch wenn die gesundheitlichen Folgen noch nicht ausreichend erforscht sind, warnt die WHO bereits vor kleinen Partikeln, die nicht ausgeschieden werden, sondern stattdessen im Körper bleiben und Entzündungen in Organen auslösen können. [9] Neben Weichmachern handelt es sich dabei auch um das als krebserregend geltende PCB oder das Insektizid DDT in Mikroplastik-Partikeln, die in den menschlichen Körper gelangen. Diese Schadstoffe stehen mit der Beeinträchtigung des Hormonsystems in Verbindung. [10]

Helfen Sie, den Müll aus den Meeren zu entfernen

Schützen Sie die Umwelt und helfen Sie, die Meere vom Plastikmüll zu befreien. Sammeln Sie einfach im nächsten Urlaub am Strand Müll auf oder fischen Sie ihn aus dem Wasser – die Tiere und die Umwelt werden es Ihnen danken.

Zusätzlich können Sie dazu beitragen, dass weniger Plastik in die Meere gelangt. Reduzieren Sie Ihren Müll und damit Ihren Ressourcenverbrauch auf ein Minimum. Kaufen Sie Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung, gehen Sie in Unverpackt-Läden oder auf den Wochenmarkt, benutzen Sie beim Waschen Ihrer Textilien einen Mikrofaser-Waschbeutel und kaufen Sie Kosmetikprodukte ohne Mikroplastik.



[1] Naturschutzbund Deutschland (2018): Müllkippe Meer, https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/naturschutz/meeresschutz/181203-nabu-broschuere_muellkippe_meer.pdf, (eingesehen am 19.06.2020)
[2] NTV (14.03.2018): Pazifik-Müllstrudel viel größer als vermutet, https://www.n-tv.de/wissen/Pazifik-Muellstrudel-viel-groesser-als-vermutet-article20351121.html, (eingesehen am 19.06.2020)
[3] WWF (15.01.2020): Das kann kein Meer mehr schlucken: Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll, https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/, (eingesehen am 19.06.2020)
[4] L. Lebreton, B. Slat, F. Ferrari, B. Sainte-Rose, J. Aitken, R. Marthouse, S. Hajbane, S. Cunsolo, A. Schwarz, A. Levivier, K. Noble, P. Debeljak, H. Maral, R. Schoeneich-Argent, R. Brambini & J. Reisser: Evidence that the Great Pacific Garbage Patch is rapidly accumulating plastic, https://www.nature.com/articles/s41598-018-22939-w, https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/, (eingesehen am 19.06.2020)
[5] Welt: Tödlicher Plastikmüll bedroht Meeresschildkröten, https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article147538872/Toedlicher-Plastikmuell-bedroht-Meeresschildkroeten.html (eingesehen am 24.06.2020)
[6] WWF: Das kann kein Meer schlucken: Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll, https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/ (eingesehen am 24.06.2020)
[7] SPIEGEL Wissenschaft: Plastik, du riechst so gut, https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/plastikmuell-warum-meeresschildkroeten-plastik-fressen-a-509d6735-7f08-41d8-be9f-84569f4c3cc4 (eingesehen am 24.06.2020)
[8] Stern: So gefährlich ist Plastikmüll für Meeresschildkröten, https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/wie-viel-plastik-toetet-eine-meeresschildkroete--8362554.html (eingesehen am 24.06.2020)
[9] Planet Wissen: Mikroplastik – ein fast unsichtbares Problem, https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/kunststoff/mikroplastik-162.html (eingesehen am 24.06.2020)
[10] WELT: Plastikpartikel können Menschen schaden, https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article113267974/Plastikpartikel-koennen-Menschen-schaden.html (eingesehen am 24.06.2020)