Immer öfter sterben Igel durch Motorsensen und Mähroboter

Qualvoller Igel-Tod durch Motorsensen, Freischneider und Mähroboter

Gemeindliche Bauhofmitarbeiter, Hausmeistereien und Gartenbesitzer verwenden zur Pflege von Grün- und Freiflächen immer häufiger Motorsensen und Freischneider. Leider versetzen sich die Benutzer dabei jedoch nicht in die Lage der Wildtiere: So wird vor dem Einsatz solcher Geräte meist nicht kontrolliert, ob unter überhängenden Zweigen, Büschen, im Heckenunterbewuchs oder im hohen Gras eventuell ein Igel seinen Tagschlaf hält. Während andere Wildtiere bei Gefahr flüchten, rollt sich der Igel ein und stellt sich tot – daher werden die Tiere immer häufiger grauenhaft verletzt oder verstümmelt.

Bei diesem frisch verletzten Igel handelte es sich um eine laktierende Igelin, deren Jungen nach ca. 5 Tagen tot im Nest gefunden wurden.

Meist ist nur noch Einschläfern möglich, um den Igel von seinen Qualen zu befreien

In den meisten Fällen ist die Euthanasie durch den Tierarzt für die Igel eine Erlösung. Die Dunkelziffer der auf diese Weise verletzten oder getöteten Igel ist mit Sicherheit hoch, da die meisten Tiere nicht gefunden werden. Diejenigen, die unentdeckt bleiben, sterben besonders qualvoll – insbesondere jene, deren Gesichter zerstückelt oder schlichtweg abgeschnitten wurden. Wird ein weibliches Tier, das gerade Jungtiere aufzieht, schwer verletzt oder getötet, verhungert ihr Nachwuchs. Aber auch Insekten, andere Wirbellose, Amphibien, Reptilien, Jungvögel und viele weitere Tiere fallen den sogenannten Gartengeräten zum Opfer – was insbesondere in Zeiten, in denen das Insektensterben und der Verlust der biologischen Vielfalt dramatische Ausmaße angenommen hat, eine tragische Entwicklung ist.

Am besten gar keine motorisierten Gartengeräte benutzen

Gartenbesitzer, Hausmeister und Bauhofmitarbeiter sollten daher vor dem Einsatz solcher Geräte dringend nach unter Sträuchern oder im hohen Gras befindlichen Igeln und anderen Tieren suchen und sie aus dem Gefahrenbereich entfernen. Noch besser wäre es allerdings, dort gar nicht erst zu mähen. Igel stehen mittlerweile in vielen Bundesländern auf der Vorwarnliste der gefährdeten Tierarten. Unnötige Todesfälle durch Mäharbeiten sollten deshalb möglichst vermieden werden. Auch Mähroboter sollten nur nach vorheriger Nachschau auf Igel eingesetzt werden. Nachts sollten Mähroboter generell nicht verwendet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.peta.de/igeltipps  

Was Sie tun können

  • Wildtierfreundlicher Garten: Ganz ehrlich – kerzengerade geschnittene Hecken und ein nur wenige Zentimeter hoher Rasen sind weder schön noch wildtierfreundlich. Verwandeln Sie Ihren Garten stattdessen in eine Wildtieroase.
  • Verzichten Sie auf motorisierte Gartengeräte. Manuelle Gartenpflege rettet nicht nur Igeln das Leben, sie hält auch den Benutzer körperlich fit und vermeidet zudem unnötigen Lärm, der Wildtiere und Menschen belastet.
  • Finden Sie heraus, an wen Sie sich wenden können, wenn Sie einen schwer verletzten Igel finden. Pro Igel ist das deutschlandweite Igelnetzwerk und gibt Informationen und Adressen zu allen Igel-Fragen.

Unsere Autoren

Nadja Michler

Nadja hat Ethnologie in Frankfurt studiert, ist bekennende Crazy Cat Lady und liebt Füchse, Yoga und Apfelkuchen.