Rinder sind intelligente und soziale Tiere, die unter natürlichen Umständen in strukturierten Familienverbänden leben und täglich bei der Nahrungsaufnahme mehrere Kilometer zurücklegen. In der deutschen Milchindustrie werden rund vier Millionen Kühe skrupellos ausgebeutet: Meist werden sie unter artwidrigen Bedingungen gehalten, immer wieder werden ihnen ihre Babys weggenommen und immer wieder werden sie meist künstlich geschwängert – nur damit Menschen die Milch konsumieren können, die sie eigentlich für ihre Kälber produzieren.

In Deutschland verbringen die meisten Kühe in der Milchindustrie den Großteil ihres Lebens in der Intensivhaltung. Über eine Million Rinder leiden in den Wintermonaten oder sogar das ganze Jahr in der sogenannten Anbindehaltung. Das heißt, sie leben dauerhaft an derselben Stelle festgebunden im Stall. Sogar in Bio-Betrieben ist die saisonale Anbindehaltung erlaubt, die oft auch Kombinationshaltung genannt wird.

7 Fakten über Milch
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1. Kühe „geben“ nicht automatisch Milch.

Als Säugetiere produzieren Kühe Milch für ihre Babys, wenn sie schwanger waren – genau wie Menschen. Kälber werden in der Industrie daher meist als „Nebenprodukte“ gesehen und teils grob vernachlässigt.

2. Auch andere Tiere werden für Milch ausgebeutet.

Neben Kühen werden auch andere Säugetiere wie Schafe und Ziegen in der Milchindustrie ausgebeutet – zahlenmäßig leiden jedoch Kühe am meisten, denn im Durchschnitt konsumieren die Deutschen mit knapp 48 Kilogramm Kuhmilch [1] mehr Muttermilch von Kühen als von anderen Tieren.

3. Milch bedeutet Tierleid, genau wie Fleisch.

Der Abschlussbericht aus einer im Juni 2020 veröffentlichten Studie zum Thema Tiergesundheit, Hygiene und Biosicherheit in deutschen Milchbetrieben zeigt erhebliche tierschutzrechtliche Mängel innerhalb des Systems der Milchproduktion auf: Rund 35 % der Kühe wurden aufgrund von Krankheiten frühzeitig im Schlachthof getötet, fünf Prozent der weiblichen Kälber überlebte nicht bis zum 84. Lebenstag. Äußerst schmerzhafte, leistungsbedingte Erkrankungen der Kühe wie beispielsweise eine Pansenazidose, also eine Übersäuerung des Pansens, bedingt durch artwidrige Nahrung zur Leistungssteigerung, traten in bis zu 45 % aller Betriebe auf [2].

4. „Milchkühe“ sind Qualzuchten.

Aus Profitgründen müssen in der Milchindustrie immer weniger Kühe die gleiche Menge oder sogar mehr Milch produzieren [3] – der „Leistungsdruck“ steigt also stetig. Trotz Versprechungen aus der Industrie, dass bei der Zucht mehr Wert auf „Gesundheit“ gelegt werden soll, macht dieser Teil in den Zuchtprogrammen einen sehr geringen Anteil aus. Darunter leidet vor allem das empfindliche Euter der Kühe; die hohe Milchproduktion löst oftmals eine Mastitis aus, also eine schmerzhafte Entzündung des Euters. Wenn das Euter einer Kuh entzündet ist, können Eiterzellen in die Milch gelangen – gesetzlich sind sogar bis zu 400.000 sogenannter somatischer Zellen pro Milliliter erlaubt.

5. Milch kann unserer Gesundheit schaden.

Neben Eiter kann Milch auch Antibiotika und andere bedenkliche Substanzen wie Schmerzmittel und synthetische Geschlechtshormone enthalten. [4] Auch krebserregende Umweltgifte wie Dioxin und PCB können über Milch aufgenommen werden [5] und vor allem Rohmilchprodukte können Bakterien wie Salmonellen und Listerien enthalten. [6]

6. Die Milchproduktion ist umwelt- und klimaschädlich.

Unser Milchkonsum trägt in großen Teilen zur Klimakrise und Umweltzerstörung bei: Wiederkäuer wie Kühe produzieren bei ihrem Verdauungsprozess Treibhausgase wie Methan, die Treiber der Erderwärmung sind.

In Südamerika wird der Regenwald abgeholzt, hauptsächlich um Weidefläche und Platz für den Anbau von Tiernahrung zu gewinnen: So werden rund 75 Prozent des Sojas als Nahrung für die Tiere verwendet, nicht für den menschlichen Konsum. Deutschland importiert große Mengen, auch um mit dem Soja unzählige Kühe in der Milchindustrie zu ernähren. [7]

7. Der Konsum von Milch ist unmoralisch.

Menschen trinken als einzige Spezies bewusst die Milch anderer Lebewesen – nur weil wir uns ungerechtfertigt anderen Arten überlegen fühlen. Es ist jedoch falsch, Tiere willkürlich nach ihrem vermeintlichen Nutzen einzuteilen und auszubeuten – denn Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie (aus-)nutzen.

Genau wie wir Menschen und alle anderen Tiere sollten auch Kühe in der Milchindustrie das Recht haben, ihre eigenen Neugeborenen zu stillen, zu beschützen und zu umsorgen. Diese natürlichen Bedürfnisse werden Tieren in der Milchindustrie verwehrt. Die Annahme, dies sei moralisch in Ordnung, ist falsch und nennt sich Speziesismus.

3 Milch-Mythen im Check
Wahrheit oder Lüge?
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1. Milch macht schlankLüge
Ein Glas Vollmilch enthält rund 10 Gramm Fett – und damit bereits die Hälfte des Gesamtfettgehalts einer kompletten ausgewogenen Mahlzeit.

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2. Milch kann Blähungen verursachen – Wahrheit
In Deutschland sind knapp 20 Prozent der Menschen laktoseintolerant, [8] das heißt, sie haben nur so geringe Mengen des Enzyms Laktase im Darm, das den in Milch enthaltenen Zucker Laktose auspaltet und verwertet, dass der Konsum von Milchprodukten bei ihnen verschiedene Beschwerden auslösen kann – beispielsweise Blähungen, Übelkeit, Bauchkrämpfe und Durchfall. [9]


3. Kleinere Betriebe sind tierfreundlich – Lüge
In allen Betriebsarten sind Missstände zu verzeichnen – vom Bio-Betrieb mit Weidegang bis hin zur Anbindehaltung: [10]

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Milchindustrie verwehrt Kühen natürliche Verhaltensweisen – unabhängig von der Haltungsform

Rinder sind soziale Tiere, die tiefe Bindungen zueinander eingehen, Freundschaften schließen und sich liebevoll um ihre Kinder kümmern – wenn sie die Möglichkeit dazu haben. In der Milchindustrie werden ihnen natürlichste Verhaltensweisen verwehrt. Egal, ob „der Bauer von nebenan“, konventionelle, Bio- oder Weidehaltung – Kühen werden ihre Babys meist unmittelbar nach der Geburt weggenommen, oft rufen sie verzweifelt tagelang nacheinander. Meist haben die Tiere wegen schlechter Haltungsbedingungen auch keine Möglichkeit, selbstbestimmt soziale Beziehungen aufzubauen.

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In Süddeutschland, vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, ist die sogenannte Anbindehaltung noch stark verbreitet. Bei der tierquälerischen Haltungsform werden vor allem in kleinen und mittleren Betrieben Rinder mit Ketten am Hals fixiert und so angebunden, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. Teilweise sind die Kühe gezwungen, dauerhaft in ihren eigenen Exkrementen zu liegen. Diese Haltungsform verursacht psychisches Leid – und auch körperliche Beeinträchtigungen sind keine Seltenheit: Die Anbindevorrichtungen können zu schmerzhaften Liegeschwielen, entzündeten Gelenken, Lahmheit sowie Einschnürungen und Quetschungen am Hals führen.

Tierquälerische Anbindehaltung jetzt beenden!

Fordern Sie Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf, die tierquälerische Anbindehaltung von Kühen abzuschaffen. Jetzt unterschreiben!

Helfen Sie, die Anbindehaltung endlich zu beenden!

Fordern Sie Cem Özdemir auf, das mittelalterliche Haltungssystem einschließlich aller Alternativformen endlich abzuschaffen.

Online-Petition

Tierquälerische Anbindehaltung jetzt beenden!

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

in Deutschland werden knapp eine Million Rinder fixiert und an ein und derselben Stelle im Stall gehalten – entweder das ganze Jahr über oder während der langen Wintermonate. Die sogenannte Anbindehaltung geht unverkennbar mit gravierenden Tierschutzverstößen einher, da den Tieren nahezu jedes arteigene Verhalten verwehrt wird: Sie können kaum Körperpflege betreiben, kaum soziale Interaktionen mit ihren Artgenossen eingehen, sich kaum bewegen – nicht einmal umdrehen. Die Haltung an Halsrahmen oder Ketten führt vermehrt zur Schädigung der Haut, zu Klauenfäule, Gelenkerkrankungen und anderweitigen Verletzungen.

Diverse Gremien und Institutionen lehnen die Anbindehaltung ab, darunter die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. Und auch Alternativformen wie die sogenannte „Kombinationshaltung“, der „zeitweise Weidegang“ und die „saisonale Anbindehaltung“ stellen lediglich Schlupflöcher für die fortgesetzte Anbindehaltung dar. Denn auch bei diesen Alternativformen werden die Tiere die meiste Zeit ihres Lebens fixiert und mehr oder weniger bewegungsunfähig an ein und derselben Stelle im Stall gehalten.

Das antiquierte System der Anbindehaltung verursacht enormes psychisches und physisches Leid sowie lang anhaltende Schmerzen und Schäden. Ich appelliere deshalb an Sie, die tierquälerische Anbindehaltung – inklusive aller „Kombinationshaltungen“ – zeitnah zu verbieten.

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  • Cem Özdemir

Milch­alternativen
So einfach können Milch und Milchprodukte ersetzt werden
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Tierfreundlich, lecker, gesund und gut für die Umwelt: Die Entscheidung für Pflanzendrinks statt für Milch lohnt sich in jedem Fall – egal, ob selbstgemacht oder gekauft. Immer mehr vegane Pflanzendrinks, wie Milchalternativen offiziell deklariert werden müssen, sind mittlerweile in Supermärkten, Discountern, Bio- und Drogeriemärkten zu finden. Für jeden Geschmack und Bedarf ist die passende Option dabei.

Heute können Sie bereits zwischen zahlreichen Alternativen wählen, darunter

  • Haferdrink
  • Dinkeldrink
  • Reisdrink
  • Mandeldrink
  • Haselnussdrink
  • Cashewdrink
  • Sojadrink
  • Kokosdrink
  • Hanfdrink
  • Lupinendrink
  • Erbsendrink

Für weitere Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark, Eis, Sahne und Butter gibt es mittlerweile ebenfalls zahlreiche pflanzliche Alternativen, für die keine Kühe ausgebeutet werden müssen. In unserer Veganstart-App finden Sie weitere Tipps und Rezepte für vegane Alternativen zu tierischen Produkten und Gerichten.

Helfen Sie Kühen in der Milchindustrie: Entscheiden Sie sich für eine vegane Ernährung!

Der einfachste Weg, um das massive Leid in der Milchindustrie nicht weiter zu unterstützen, ist der Umstieg auf eine vegane Lebens- und Ernährungsweise. Mittlerweile finden Sie in jedem Supermarkt und Discounter vegane Alternativen zu Produkten wie Milch, Käse, Sahne und Butter, die ohne Tierleid auskommen.

Unser 30-tägiges Veganstart-Programm versorgt sie beim Einstieg in eine tierfreundliche Ernährung mit hilfreichen Tipps und leckeren Rezepten – kostenlos und unverbindlich. Melden Sie sich dazu ganz einfach per App oder per Mail an und machen Sie mit!