Kupierte Hunde – Grausamkeiten im Namen der „Rasse“

Wir Menschen können uns für oder gegen kosmetische Eingriffe entscheiden – Hunde nicht. Ihnen werden Entscheidungen aufgezwungen, die häufig mit großem Leid verbunden sind. So auch beim Kupieren von Rute und Ohren.

Das Kupieren, also das Amputieren von Körperteilen, ist in Deutschland nach § 6 Tierschutzgesetz grundsätzlich verboten und nur in Einzelfällen zulässig. Amputationen können aufgrund medizinischer Indikationen wie z.B. Tumore oder Schwanzabriss selbstverständlich notwendig sein. Leider ist das Kupieren der Rute auch für Hunde, die in der Jagd eingesetzt werden, erlaubt.

Jeder Eingriff bedeutet grausame Schmerzen

Das Kupieren der Rute, also der Verlängerung der Wirbelsäule, wird meist schon einige Tage nach der Geburt des Hundes durchgeführt. Auch wenn das Abschneiden der Rute unter Narkose erfolgt, hat der Hund nach dem Eingriff, bei dem Wirbel entfernt werden, Schmerzen. Die Beschneidung der Ohren erfolgt meist im Alter von 8 bis 12 Wochen. Der Eingriff, der sich oft langwierig gestaltet, kann in dieser Entwicklungsphase einen starken psychologischen Einfluss auf den heranwachsenden Hund haben – ganz abgesehen von den Schmerzen, wenn die Ohren nach dem Eingriff aufgestellt werden, bis sie schließlich von alleine aufgerichtet bleiben.
 
Kein Tierfreund würde seinem Begleiter durch einen völlig überflüssigen und schmerzhaften Eingriff ein Körperteil entfernen oder beschneiden lassen! Sowohl die Rute als auch die Ohren sind absolut notwendig für die Kommunikation, die Balance und das Körpergefühl des Hundes.

Kupieren ist in Deutschland illegal

In mehreren europäischen Ländern sind derart grausame Eingriffe bereits verboten. Das Kupieren ist in der Schweiz seit 1997 und in Österreich seit 2000 verboten. Trotzdem sieht man hierzulande noch immer Dobermänner, American Staffordshire oder Boxer mit kupierten Ohren oder Schwänzen, denn der Verkauf und die Haltung kupierter Hunde sind in Deutschland grundsätzlich legal. Einige Züchter umgehen das Kupierverbot, indem sie ihre Tiere ins nahegelegene Ausland verbringen, dort Ohren und Ruten amputieren lassen, um die Tiere dann wieder völlig legal nach Deutschland zu transportieren. Andere Züchter wiederum lassen ihre Tiere illegal in Deutschland kupieren.

Einige Länder, wie z.B. die Schweiz, haben sogar ein Importverbot für kupierte Hunde (mit Ausnahmen) erlassen – Deutschland leider noch nicht. 

Denn immer noch lassen viele Menschen ihre Hunde verstümmeln, um angeblichen „Rassemerkmalen“ zu folgen. Ein Hund sollte jedoch als Gefährte und Freund angesehen und seines Charakters wegen geliebt werden – nicht aufgrund seines Aussehens!

Bitte lassen Sie Ihren Hund niemals kupieren!

Sollten Sie Freunde haben, die über einen solchen Eingriff nachdenken, geben Sie ihnen bitte alle wichtigen Informationen und machen Sie ihnen klar, wie grausam dieser Eingriff wirklich ist.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Deutsche Hundehalter, die illegale Kupierungen eigens im Ausland veranlassen, verstoßen gegen das Tierschutzgesetz und können – sollten sie überführt werden – belangt werden.

Werden auf Ausstellungen Hunde mit kupierten Ohren oder Ruten gesichtet, ist sofort Anzeige zu erstatten: Die Ausstellung von kupierten Hunden ist untersagt, egal, ob die Ohren legal oder illegal im Ausland kupiert wurden.