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Online-Portal deine-tierwelt.de verbietet Qualzuchten & Exoten

Nach intensiven Gesprächen mit uns von PETA Deutschland verbietet das Online-Portal deine-tierwelt.de ab sofort den Verkauf von Exoten, „Tea-Cup-Welpen“, Qualzuchtkatzen, Angora- und Widderkaninchen, den Versand lebender Tiere, einen Großteil der Angebote aus dem Ausland und den Verkauf sogenannter Futtertiere. Außerdem sind Angebote von etlichen weiteren Qualzuchthunderassen ohne gültigen Zuchtnachweis sowie das Vermieten von Deckkatern und -rüden in Kürze nicht mehr erlaubt. Mit ihrer Entscheidung setzt deine-tierwelt.de ein wichtiges Zeichen gegen die Ausbeutung von Tieren als Handelsware.

„Die Internetplattform deine-tierwelt.de macht durch das Verbot deutlich, dass der Handel mit Qualzuchten und Wildtieren wie Schlangen, Spinnen oder Echsen oftmals mit schlimmem Tierleid verbunden und unmoralisch ist. Kriminellen Händlern wird durch die aufkommenden Verbote nun das Handwerk deutlich erschwert. Wir freuen uns über die wichtigen Schritte für den Tierschutz und arbeiten darauf hin, dass sich das Portal zu einer Vermittlungsseite für geprüfte Tierschutzvereine und Tierheime entwickelt. Denn allein in Deutschland warten weit mehr als 350.000 tierische Mitbewohner in Tierheimen sehnsüchtig auf ein neues Zuhause.“

Jana Hoger, PETA Deutschland

Wir begrüßen die Maßnahmen und appellieren außerdem an alle Tierfreunde, kommerzielle Angebote von gezüchteten Tieren zu ignorieren und stattdessen Vierbeinern aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu schenken.

Handel und Zusammenleben mit exotischen Wildtieren: Gefahr für Mensch und Tier

Bereits 2016 veröffentlichten wir eine Recherche, die erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien offenbarte. Die Bilder zeigen massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere. Bei dem Großteil der hierzulande verkauften exotischen Tiere handelt es sich um Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika. Weil die Tiere erst kurz zuvor ihrem natürlichen Lebensraum entrissen wurden, ist es möglich, dass sie unentdeckt tödliche Viren oder Bakterien in sich tragen. Auf den Kontakt zwischen wildlebenden Tieren und Menschen lässt sich mit 72 Prozent der größte Teil von Zoonosen zurückführen, also von Krankheiten, die Tier und Mensch gegenseitig aufeinander übertragen können. [1] Das Risiko steigt dadurch, dass Menschen immer weiter in den natürlichen Lebensraum wildlebender Tiere vordringen und es daher vermehrt zu Kontakten kommt.

Im März 2020 stellte das Bundesumweltministerium außerdem eine Studie vor, die bestätigt, dass der Handel zum weltweiten Artensterben beiträgt. [2] Zuvor betonte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES), dass die direkte Ausbeutung der Natur einer der Hauptgründe für das Artensterben ist. [3] Bereits beim Fang und Transport sterben bis zu 70 Prozent Tiere, die im Zoohandel verkauft werden sollen. [4] Aufgrund von Stress, Unterversorgung oder transportbedingten Verletzungen stirbt die Mehrheit der Tiere, bevor sie zum Verkauf angeboten werden können.

Problematik Qualzuchten: Tiere leiden unter angezüchteten optischen Körpermerkmalen

Bestimmte Hunde- und Katzenrassen, beispielsweise französische Bulldoggen oder Sphinx, werden bewusst auf extreme Körpermerkmale gezüchtet, weil Züchter mit ihnen den größtmöglichen Profit machen können. Bei Tea-Cup-Hunden handelt es sich um spezielle Miniatur-Züchtungen von Hunderassen, die oft mit gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen verbunden sind. Ein weiteres Beispiel für Qualzucht sind schottische Faltohrkatzen: Die Zucht der hängenden Faltohren ist ein äußerliches Zeichen der Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD). Diese Krankheit betrifft wegen der angezüchteten Entwicklungsstörung des Knorpel- und Knochengewebes das ganze Tier und dessen Körperbau und führt zu schweren Gelenkdegenerationen, Lahmheit oder Arthritis.

Schottische Faltohrkatze
Die Schottische Faltohrkatze ist durch ihre „gefalteten“ Ohren gekennzeichnet. 

Tiere sind keine Ware – Online-Handel mit Tieren gehört unterlassen

Die Entscheidung der Plattform deine-tierwelt.de, künftig den Handel mit Tieren stärker zu reglementieren und einzuschränken, erachten wir daher als großen Erfolg und begrüßen diesen wegweisenden Schritt. In der Vergangenheit hatten sich bereits andere Anbieter wie eBay Kleinanzeigen und die Baumarktkette hagebau für mehr Tierschutz entschieden und den Verkauf von Tieren eingeschränkt bzw. verboten.

„Wir sind mit unseren umfangreichen Tierschutz-Maßnahmen nicht am Ende, wohl aber auf dem richtigen Weg. Für uns als Marktführer in Deutschland gehen Tier- und Artenschutz Hand in Hand – und deshalb freuen wir uns sehr, diese Themen, gemeinsam mit starken Partnern, erneut in den Fokus zu rücken und eine Veränderung im Sinne des Tierwohls herbeizuführen.“

Daniel D’Amico, Geschäftsführer von deine-tierwelt

Was Sie tun können

Bitte nutzen Sie keine kommerziellen Angebote gezüchteter Tiere. In Tierheimen warten bereits unzählige Hunde, Katzen und andere Tiere auf ein neues Zuhause. Eine Adoption über ein Tierheim bietet im Gegensatz zu einem Online-Kauf außerdem die Möglichkeit, den künftigen tierischen Begleiter persönlich kennenzulernen.

Bitte helfen Sie uns dabei, ein Importverbot für exotische Wildtiere durchzusetzen. Unterzeichnen Sie jetzt die Petition!