Erfolg: DeineTierwelt verbannt weitere Qualzuchten: Möpse & Englische Bulldoggen

Update vom 20. Dezember 2023

Online-Plattform DeineTierwelt untersagt Verkauf von Möpsen und Englischen Bulldoggen

Nachdem das Online-Portal Anfang 2021 nach intensiven Gesprächen bereits den Verkauf von zahlreichen Qualzuchten, exotischen Tieren und einigen weiteren Tieren untersagt hatte, streicht die Internetplattform DeineTierwelt nun nach erneuten Gesprächen mit uns von PETA Deutschland in einem weiteren Schritt die Qualzuchten Mops und Englische Bulldogge von der Seite: Anbieter:innen dürfen die beiden Qualzuchten ab dem 20. Dezember 2023 nicht mehr anbieten.

„Klassische Möpse und Englische Bulldoggen sind ‚Rassen‘, die aufgrund ihrer Zuchtmerkmale mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben. Unsere Absicht ist es nicht, diese ‚Rassen‘ zu stigmatisieren oder ihre Liebenswürdigkeit in Frage zu stellen. Vielmehr geht es uns darum, ein Bewusstsein für die negativen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Zuchtmerkmale zu schaffen. Unser Ansatz ist es, dass Tiere, die bei uns angeboten werden, ein möglichst gesundes und glückliches Leben führen können. Wir sind überzeugt davon, dass die Entscheidung von DeineTierwelt einen positiven Beitrag für eine gesündere und tierfreundlichere Tierhaltung leistet.“

Andreas Bytzek, Geschäftsführer von DeineTierwelt

Ebenso verbietet die Plattform Suchanzeigen. Denn in der Vergangenheit hatten kriminelle Händler:innen diese Möglichkeit genutzt, um aktiv auf „Welpengesuche“ zu antworten und dann im Verborgenen die Tiere zu verkaufen.

Tierhandel mit Hunden. Banner

Wir begrüßen diesen wichtigen Schritt zu mehr Tierschutz auf der Plattform. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, dass weitere sogenannte Qualzuchtrassen folgen müssen. Bereits seit vielen Jahren stehen wir mit den Verantwortlichen der Plattform in einem konstruktiven Austausch.

„Der Mops und die Englische Bulldogge sind mittlerweile zu Symbolen der Qualzucht geworden. Wir begrüßen den wichtigen Schritt von DeineTierwelt‘, diese Qualzuchten auszuschließen. Die Plattform setzt damit ein wichtiges Zeichen für mehr Tierschutz. Grundsätzlich sprechen wir uns gegen den Verkauf von fühlenden Lebewesen auf Onlineplattformen aus, die nicht selten wie billige Ware gehandelt werden, aus leidvollen Zuchtanlagen kommen und häufig völlig spontan verkauft werden – an Menschen, die sich weder ein Leben lang um die Tiere kümmern können noch auf die Bedürfnisse der Lebewesen achten.“

Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland

Wir fordern ein grundsätzliches Ende des Verkaufs von fühlenden Lebewesen auf Online-Plattformen.

Online-Petition
Deutschland braucht ein Heimtierschutzgesetz!
Bitte helfen Sie den Tieren, die in Privathaltung, im Zoohandel und in der Zucht in einem quasi rechtsfreien Raum leben und leiden und unterstützen Sie unsere Forderung nach besserem Schutz für unsere tierischen Mitbewohner!

Online-Petition

Deutschland braucht ein Heimtierschutzgesetz!

Bitte helfen Sie den Tieren

Bitte schützen Sie 'Heimtiere' durch ein Heimtierschutzgesetz!

 

Sehr geehrte Damen & Herren,

leider haben Sie es verpasst, bei der Novellierung des Tierschutzgesetzes eine spezifische Heimtier-Verordnung zu integrieren. Millionen von „Heimtieren“ in Deutschland fehlt der angemessene rechtliche Schutz! Deswegen sind Sie gefordert, ein neues und fortschrittliches Heimtierschutzgesetz zu erlassen. Unter anderem ist die rechtliche Regelung folgender Punkte dringend notwendig:


Haltungsverordnung für alle „Heimtiere“
Gruppenhaltung soziallebender Arten (Kaninchen, Vögel etc.)
Bundesweite Einführung eines Hundeführerscheins für Hundehalter
Kastrationspflicht für alle geschlechtsreifen Tiere, die unkontrolliert ins Freie gelassen werden
Verbot von Vogelbörsen und -ausstellungen
Massive Eindämmung der Zucht aller „Heimtiere“
Verbot von „Qualzuchten“
Verkaufsverbot von Tieren im Zoohandel
Ausbildungsverordnung für Mitarbeiter des Zoohandels
Verbot des Haustier-Abschusses durch Jäger
Tieren in privater Haltung, in der Zoohandelsindustrie und im Zuchtbetrieb muss rechtlicher Schutz gewährt werden.
Verbot der Wildtierhaltung in Privathaushalten und damit verbunden das Verbot von Exotenbörsen


Deshalb unterstütze ich PETAs Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz! Ich bitte Sie, alle nötigen Maßnahmen zum Erlass eines solchen Gesetzes zu ergreifen und für eine konsequente Durchsetzung dieser Vorschriften Sorge zu tragen. Mit freundlichen Grüßen,

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Originaltext vom 17. Februar 2021

Online-Portal deine-tierwelt.de verbietet Qualzuchten & Exoten

Nach intensiven Gesprächen mit uns von PETA Deutschland verbietet das Online-Portal deine-tierwelt.de ab sofort den Verkauf von Exoten, „Tea-Cup-Welpen“, Qualzuchtkatzen, Angora- und Widderkaninchen, den Versand lebender Tiere, einen Großteil der Angebote aus dem Ausland und den Verkauf sogenannter Futtertiere. Außerdem sind Angebote von etlichen weiteren Qualzuchthunderassen ohne gültigen Zuchtnachweis sowie das Vermieten von Deckkatern und -rüden in Kürze nicht mehr erlaubt.

Mit ihrer Entscheidung setzt deine-tierwelt.de ein wichtiges Zeichen gegen die Ausbeutung von Tieren als Handelsware.

„Die Internetplattform deine-tierwelt.de macht durch das Verbot deutlich, dass der Handel mit Qualzuchten und Wildtieren wie Schlangen, Spinnen oder Echsen oftmals mit schlimmem Tierleid verbunden und unmoralisch ist. Kriminellen Händlern wird durch die aufkommenden Verbote nun das Handwerk deutlich erschwert. Wir freuen uns über die wichtigen Schritte für den Tierschutz und arbeiten darauf hin, dass sich das Portal zu einer Vermittlungsseite für geprüfte Tierschutzvereine und Tierheime entwickelt. Denn allein in Deutschland warten weit mehr als 350.000 tierische Mitbewohner in Tierheimen sehnsüchtig auf ein neues Zuhause.“

Jana Hoger, PETA Deutschland

Wir begrüßen die Maßnahmen und appellieren außerdem an alle Tierfreunde, kommerzielle Angebote von gezüchteten Tieren zu ignorieren und stattdessen Vierbeinern aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu schenken.

Handel und Zusammenleben mit exotischen Wildtieren: Gefahr für Mensch und Tier

Bereits 2016 veröffentlichten wir eine Recherche, die erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien offenbarte. Die Bilder zeigen massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere. Bei dem Großteil der hierzulande verkauften exotischen Tiere handelt es sich um Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika.

Weil die Tiere erst kurz zuvor ihrem natürlichen Lebensraum entrissen wurden, ist es möglich, dass sie unentdeckt tödliche Viren oder Bakterien in sich tragen. Auf den Kontakt zwischen wildlebenden Tieren und Menschen lässt sich mit 72 Prozent der größte Teil von Zoonosen zurückführen, also von Krankheiten, die Tier und Mensch gegenseitig aufeinander übertragen können. [1] Das Risiko steigt dadurch, dass Menschen immer weiter in den natürlichen Lebensraum wildlebender Tiere vordringen und es daher vermehrt zu Kontakten kommt.

Grafik Zahlen Exotenhandel

Im März 2020 stellte das Bundesumweltministerium außerdem eine Studie vor, die bestätigt, dass der Handel zum weltweiten Artensterben beiträgt. [2] Zuvor betonte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES), dass die direkte Ausbeutung der Natur einer der Hauptgründe für das Artensterben ist. [3]

Bereits beim Fang und Transport sterben bis zu 70 Prozent Tiere, die im Zoohandel verkauft werden sollen. [4] Aufgrund von Stress, Unterversorgung oder transportbedingten Verletzungen stirbt die Mehrheit der Tiere, bevor sie zum Verkauf angeboten werden können.

Problematik Qualzuchten: Tiere leiden unter angezüchteten optischen Körpermerkmalen

Bestimmte Hunde- und Katzenrassen, beispielsweise französische Bulldoggen oder Sphinx, werden bewusst auf extreme Körpermerkmale gezüchtet, weil Züchter mit ihnen den größtmöglichen Profit machen können. Bei Tea-Cup-Hunden handelt es sich um spezielle Miniatur-Züchtungen von Hunderassen, die oft mit gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen verbunden sind.

Ein weiteres Beispiel für Qualzucht sind schottische Faltohrkatzen: Die Zucht der hängenden Faltohren ist ein äußerliches Zeichen der Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD). Diese Krankheit betrifft wegen der angezüchteten Entwicklungsstörung des Knorpel- und Knochengewebes das ganze Tier und dessen Körperbau und führt zu schweren Gelenkdegenerationen, Lahmheit oder Arthritis.

Schottische Faltohrkatze
Qualzuchten wie die Schottische Faltohrkatze haben aufgrund der Zucht gesundheitliche Probleme.

Tiere sind keine Ware – Online-Handel mit Tieren gehört unterlassen

Die Entscheidung der Plattform deine-tierwelt.de, künftig den Handel mit Tieren stärker zu reglementieren und einzuschränken, erachten wir daher als großen Erfolg und begrüßen diesen wegweisenden Schritt. In der Vergangenheit hatten sich bereits andere Anbieter wie eBay Kleinanzeigen und die Baumarktkette hagebau für mehr Tierschutz entschieden und den Verkauf von Tieren eingeschränkt bzw. verboten.

„Wir sind mit unseren umfangreichen Tierschutz-Maßnahmen nicht am Ende, wohl aber auf dem richtigen Weg. Für uns als Marktführer in Deutschland gehen Tier- und Artenschutz Hand in Hand – und deshalb freuen wir uns sehr, diese Themen, gemeinsam mit starken Partnern, erneut in den Fokus zu rücken und eine Veränderung im Sinne des Tierwohls herbeizuführen.“

Daniel D’Amico, Geschäftsführer von deine-tierwelt

Helfen Sie, das Leid der Tiere zu beenden

Bitte nutzen Sie keine kommerziellen Angebote mit gezüchteten Tiere. In Tierheimen warten bereits unzählige Hunde, Katzen und andere Tiere auf ein neues Zuhause. Eine Adoption über ein Tierheim bietet im Gegensatz zu einem Online-Kauf außerdem die Möglichkeit, den künftigen tierischen Begleiter persönlich kennenzulernen.

Zum Schutz unzähliger Tiere fordern wir ein verbindliches Heimtierschutzgesetz, das Qualzuchten sowie die private Wildtierhaltung und damit auch die Haltung von exotischen Tieren verbietet. Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, unterschreiben Sie bitte unsere Petition an das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.