TIERVERSUCHE IN EUROPA BEENDEN. JETZT UNTERSCHREIBEN!

Youtube-Video: Kaninchen ohne ausreichende Betäubung mit Messer getötet

Aufmerksame Tierfreund:innen machten uns von PETA Deutschland über das Whistleblower-Formular auf ein tierquälerisches Youtube-Video aufmerksam, in dem ein Mann ein Kaninchen tötet, um anschließend dessen Fleisch zu essen. Aus unserer Sicht ist das Kaninchen zuvor nicht ausreichend betäubt, auch User:innen merken unter dem Video an, dass Augenreflexe und Atmung noch gut zu erkennen sind. [1] Auch die im Video gezeigten Lebensbedingungen zeigen eine offenbar nicht artgerechte Haltung des Kaninchens. [1]

Wir verurteilen den auf Youtube zur Schau gestellten tierquälerischen Umgang mit einem fühlenden Lebewesen scharf. Aufgrund der Tierquälerei haben wir Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen unbekannt erstattet.

Kaninchen isoliert in kotverdrecktem Stall gehalten

Das Video des Youtube-Kanals „Der Dorf und Garten Kanal“ hat eine Laufzeit von rund 20 Minuten. [1] Darin wird das lebende Tier gezeigt, Ausschnitte aus der (nicht artgerechten) Haltung, die anschließende Tötung sowie das Zerlegen des Tieres. Da das Video grafische Gewaltanwendung und Tierquälerei zeigt, hier die Spoiler-Warnung.

Im Video ist ein kotverdreckter, kleiner Stall ohne Versteck oder Spielmöglichkeiten zu sehen, in dem das Kaninchen leben musste. [1] Weitere Kaninchen sind nicht zu sehen, sodass von einer isolierten Einzelhaltung auszugehen ist – leidvoller Standard bei vielen privaten Züchter:innen. Kaninchen sind soziale Gruppentiere, die dringend auf den Kontakt mit Artgenossen angewiesen sind. Laut Angaben des Sprechers im Video ab Minute 0:15 handelt es sich um „ein kleines Hauskaninchen von [seinen] Nachbarn, was jetzt auch schon gute zwei, zweieinhalb Jahre alt ist“. [1]

Im nächsten Schritt fixiert der Mann das Kaninchen am Boden. Die Beine des Tieres werden dabei immer wieder in eine Stellung gebracht, die das Tier offensichtlich nicht will. Bei der Fixierung von Fluchttieren wie Kaninchen handelt es sich um extreme Stresssituationen. Nach einer Spoiler-Warnung ab Minute 0:35 greift der Mann zu einem abgesägten Holzstück als „Hauknüppel“. [1]

Kaninchen wird offenbar ohne ausreichende Betäubung die Kehle durchgeschnitten

Weiterhin tritt der Mann dem sichtlich gestressten Kaninchen mit dem schweren Arbeitsschuh auf die Vorderpfote, um es weiter zu fixieren und sagt dies im Video auch. [1] Als Grund gibt er an, dadurch zu verhindern, beim Kehlenschnitt auch den Oberkörper mit wegzureißen.

In Minute 1:05 schlägt er dem Kaninchen mit dem Holzstück mit der Intention auf den Kopf, es für den unmittelbar folgenden Kehlenschnitt zu betäuben. [1] In Deutschland ist es verboten, Tiere ohne ausreichende Betäubung zu töten. [2] Aus unserer Sicht ist die im Video durchgeführte „Betäubung“ jedoch absolut nicht ausreichend, zudem wird die Betäubung nicht kontrolliert und direkt der Kehlenschnitt angesetzt. In den Kommentaren unter dem Video fällt dies ebenfalls etlichen Zuschauer:innen auf:

Ein User kommentiert: „Schlecht betäubt“, ein anderer fügt hinzu: „Muss mich leider anschließen. Augenreflex und Atmung noch vorhanden = nicht tief genug betäubt“.

Artwidrige Haltung und Tötung muss verboten werden Bilder wie die im Video sind leider keine Einzelfälle. Zwar verbietet das deutsche Tierschutzgesetz eine Tötung von Tieren ohne vorhergehende fachgerechte Betäubung. Dennoch werden Kaninchen und zahlreiche andere Tiere in der Realität weiterhin für die private Tötung oft artwidrig gehalten und getötet. Für den Eigenkonsum ist dies auch ohne Sachkundenachweis leider noch immer erlaubt, geht aber mit massiver Tierquälerei einher.

„Dieses Kaninchen wurde offenbar sein Leben lang allein und auf seinem eigenen Kot gehalten, um dann getötet zu werden, weil es im Weg war. Ein Fluchttier auf dem Boden zu fixieren und ihm die Kehle zu durchtrennen, ohne Prüfung, ob das Tier tatsächlich betäubt ist, ist grausame Tierquälerei. Sich dabei zu filmen, zeigt Empathielosigkeit und gelebten Speziesismus. Denn bei einer Katze wäre der Aufschrei groß.“

Lisa Kainz, Fachreferentin bei PETA Deutschland e.V.

Video vermittelt falsche Inhalte und fördert Tierquälerei

Der Blick auf die Kommentarspalte unter dem Video zeigt zudem die Folgen einer solchen Darstellung. Einige User:innen bedanken sich beispielsweise für die Aufklärung und bezeichnen das Video als „informativ“ – die zur Schau gestellte Tierquälerei wird dabei gar nicht wahrgenommen. Andere User:innen berichten davon, wie sie Tiere töten. Diese Berichte lassen ebenfalls darauf schließen, dass die betroffenen Tiere massives Leid erfahren.

Zudem geben manche Kommentare Grund zur Sorge und könnten Nachahmer:innen animieren, auch andere Tierarten zu quälen: Mehrere User:innen fragen beispielsweise, ob das Vorgehen auch bei Katzen „funktionieren“ würde. Andere fordern den Mann dazu auf, weitere Tiere wie Hühner zu töten und das in einem Video festzuhalten.

So verhalten Sie sich bei Tierqual-Videos im Internet richtig

Bitte schauen Sie niemals weg, wenn Sie auf Tierqual-Videos im Internet stoßen. Speichern Sie sich, wenn möglich, das Video ab, machen Sie Screenshots und speichern sich die Plattform, das Profil der Person, die das Video hochgeladen hat, und alle Kommentare. Wenden Sie sich zudem an die Betreiber der Videoplattform und fordern Sie, dass das Video umgehend gelöscht wird.

Weitere Verhaltenstipps, wie Sie – gemeinsam mit uns und der Polizei – gegen Tierquäler:innen im Internet vorgehen können, erhalten Sie hier: