Kleintierkäfig: Infos zur Haltung & tierfreundliche Alternativen

Leider werden immer noch sogenannte Kleintiere wie Meerschweinchen, Hamster, Mäuse, Ratten und Kaninchen als tierische Mitbewohner in Käfigen gehalten. Doch die Haltung in einem solchen Gehege erfüllt niemals die spezifischen Ansprüche und Grundbedürfnisse der Tiere.

Erfahren Sie hier, warum Sie niemals einen Kleintierkäfig kaufen sollten. Denn sogenannte Kleintiere leiden in Käfigen ihr Leben lang unter den beengten Platzverhältnissen.

Inhalte im Überblick

Kleintierkäfige: Kaninchen und andere Kleintiere leiden in artwidriger Haltung

Kaninchen und andere Kleintiere gelten irrtümlicherweise als pflegeleichte Tiere, die aufgrund ihres niedlichen Aussehens und ihrer Wehrlosigkeit als Spielgefährten für Kinder missverstanden werden. Zudem wird oft der Bewegungsdrang der kleinen Tiere unterschätzt – und die sozialen Bedürfnisse falsch eingeschätzt.

Welche Tiere kann man im Käfig halten?

Tiere sollten niemals in Käfigen gehalten werden. Leider werden neben den Kleintieren wie Mäusen, Hamstern, Ratten und Kaninchen auch immer wieder Vögel in viel zu beengten Käfigen gehalten, die den Ansprüchen der Tiere an ihr Lebensumfeld nicht gerecht werden. Vögel im Käfig zu halten, verwehrt den Tieren ihr wichtigstes Grundbedürfnis: das Fliegen.

Ähnlich ist das auch bei Kleintieren der Fall, die gerne hoppeln, springen, rennen und laufen möchten. Im Zoohandel werden Käfige verkauft, die oftmals nicht einmal die Mindestanforderungen für die Haltung erfüllen. Leider werden nichtsahnende Käufer:innen im Zoohandel oftmals nicht ausreichend beraten, wenn es um das Platzbedürfnis der Tiere geht. Im Vordergrund steht hier immer wieder der Verkauf von fragwürdigen Unterbringungen und gefährlichen „Inneneinrichtungen“ wie beispielsweise Laufräder mit Sprossen, an denen Hamster sich die Beine brechen können.

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Helfen Sie mit, die Massenzucht von Kleintieren zu stoppen!
Tausende Kleintiere leben unter schlimmsten Bedingungen in fabrikähnlichen Zuchtanlagen. Ihr Leid kann nur enden, wenn Tierhandlungen den Ausverkauf von Tieren endlich stoppen.

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Gefriertruhen voller Kadaver: Tierleid für Zoohandel aufgedeckt – jetzt helfen!

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Stoppen Sie das skrupellose Geschäft mit Tieren!

 

durch die Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. wurde ich auf das Leid der Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster und Vögel aufmerksam, die auch für Ihr Unternehmen im großen Stil „produziert“ werden, um dann in Ihren Filialen an Kunden weiterverkauft zu werden.
Die Tiere leiden in den fabrikähnlichen Massenzuchtanlagen Tag für Tag.
In den Aufnahmen ist zu sehen, wie Tiere zu Tausenden in engen Boxen gehalten werden, dadurch massiv gestresst sind, Tierleichen zwischen den lebenden Artgenossen liegen, fühlende Lebewesen in Kisten aufeinandergestapelt untergebracht sind und ein Leben in Angst und Panik verbringen. Oftmals leben die Tiere in den Käfigen ohne ausreichend Tageslicht und inmitten ihrer Ausscheidungen. Durch hohe Besatzdichten der in den Boxen untergebrachten Tiere kommt es auch zu Aggressionen untereinander. Trotz Versprechungen und Beteuerungen macht Ihr Unternehmen noch immer das große Geschäft auf dem Rücken der Tiere.
Ich bin schockiert über den Umgang Ihres Unternehmens mit fühlenden Lebewesen und appelliere heute an Sie, den Verkauf von fühlenden Lebewesen sofort einzustellen.
Bis dahin werde ich Ihre Filialen nicht mehr besuchen.

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Die Petition richtet sich an
  • Fressnapf Tiernahrungs GmbH
  • Dehner Gartencenter GmbH & Co. KG
  • DAS FUTTERHAUS Franchise GmbH & Co. KG
  • Kölle-Zoo Online GmbH
  • Pflanzen-Kölle Gartencenter GmbH & Co.KG
  • HELLWEG Profi-Baumärke GmbH & Co. KG
  • hagebau connect GmbH & Co. KG
  • SAGAFLOR AG ZOO & Co. Systemzentrale
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3 Gründe, warum eine Haltung im Käfig niemals artgerecht sein kann

Ein Käfig ist kein artgerechter Lebensraum; er bietet den meist sehr aktiven Kleintieren nicht genug Platz zum Laufen und Rennen, Verstecken und für soziale Interaktionen. Kleintiere haben einen starken Bewegungsdrang und die Grundbedürfnisse der Tiere, beispielsweise die Bewegung, werden massiv eingeschränkt.

Ein Vogel sitzt in einem viel zu kleinen Holzkaefig auf einer Fensterbank.
Leider ist die Käfighaltung von Kleintieren noch heute legal und für viele Tierhalter:innen normal.

1. Käfige sind zu klein

Kleintiere wie Kaninchen haben sehr ähnliche Ansprüche an ihr Lebensumfeld wie ihre wildlebenden Verwandten: Als Fluchttiere benötigen sie einen geräumigen und tiergerechten Lebensraum, der ihrem Bewegungsdrang entspricht und es ihnen ermöglicht, schnell zu rennen, in Höhlen zu ruhen, sich zurückzuziehen oder zu buddeln.

Mittlerweile ist auch in den Merkblättern der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz klar definiert, dass die Haltung in Käfigen nicht artgerecht ist und die Tiere so nicht gehalten werden dürfen, sondern ein Käfig lediglich als Rückzug genutzt werden sollte. Doch leider vereinsamen noch immer viel zu viele Tiere in winzigen Käfigen. Auch große Käfige sind niemals ausreichend, um den Tieren den Platz zu geben, den sie benötigen.

2. Käfige sind nicht tief genug

Hamster, Mäuse und Kaninchen lieben es zu buddeln – die meisten handelsüblichen Käfige reichen hierfür nicht aus: In der Natur leben Hamster zum Beispiel in Gängen und Höhlen, die bis zu zwei Meter tief in die Erde reichen. Ein Käfig mit einem Plastikboden bedeutet so für die Tiere eine Einschränkung in ihrem arttypischen Verhalten.

Aber auch in der Höhe ist ein Käfig eine große Einschränkung für die Tiere. Beispielsweise können Kaninchen fast einen Meter in die Höhe springen. Ein solches Verhalten wird in einem niedrigen Käfig unterbunden – teilweise können sich die Tiere nicht ganz aufrichten, was zu schweren Verhaltensstörungen führen kann.

Eine schwarz-weisse Ratte steht in einem Kaefig und schaut raus.
Handelsübliche Kleintierkäfige werden den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht, meist sind sie viel zu klein.

3. Käfige bieten keinen Platz für soziale Tiere

Während Hamster Einzelgänger und nachtaktiv sind, sind Mäuse, Kaninchen und Meerschweinchen hochsoziale Tiere. Werden sie einzeln gehalten, bedeutet das einsame Dahinvegetieren in Gefangenschaft für die sensiblen Gruppentiere häufig großes Leid. Schlechte Haltung kann beispielsweise Kaninchen aggressiv und krank machen und zu Verhaltensstörungen führen.

Handelsübliche Käfige bieten niemals die Grundfläche, die die Tiere benötigen, um soziale Strukturen und das eigene Wohlbefinden aufrechtzuerhalten. Folgen sind schwere Rangkämpfe, Verletzungen und stereotype Verhaltensweisen. Partnertiere können sich nicht aus dem Weg gehen, wenn sie dies möchten oder schlichtweg Ruhe brauchen. Sie werden durch kleine Käfige gezwungen, auf engstem Raum auszuharren – oftmals ein Leben lang.

Welche Alternativen gibt es für Kleintierkäfige?

In Fachmärkten gibt es Terrarien für Hamster, die viel größer sind als handelsübliche Käfige. Große Terrarien können vergleichsweise artgerecht mit Versteckmöglichkeiten wie kleinen Häusern, Sandbädern und Beschäftigungsmöglichkeiten wie tierfreundlichen Laufrädern ausgestattet werden. Sie können besser individuell auf die Bedürfnisse der Hamster angepasst werden als Kleintierkäfige.

Für Kleintiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen sollte ein Käfig nur als Rückzugsort dienen. Bestenfalls haben die Tiere ein eigenes Zimmer oder einen abgetrennten, gesicherten Wohnbereich, in dem sie sich frei bewegen und ihren Bedürfnissen nachkommen können. Oft werden die Tiere dabei auch stubenrein und gewöhnen sich an einen Toilettenplatz.

Für Kaninchen eignet sich sogar die ganzjährige Außenhaltung, sofern alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, welche bei der Außenhaltung nicht zu unterschätzen sind. Auch die tierärztliche Verordnung für Tierärzt:innen empfiehlt die ganzjährige Außenhaltung, weil dort die Tiere ihrem natürlichen Verhalten am besten nachkommen können. Vor der Haltung im Freien müssen sich Halter:innen bestens informieren, da dort viele Ansprüche an das Gehege gestellt werden.

Ein schwarz-weisses Kaninchen steht in einem Aussengehege und schnueffelt am Boden.
Artgerechte Gehege lassen sich je nach den Bedürfnissen der Kleintiere für Innen sowie Außen gestalten.

Informieren Sie sich vor der Aufnahme eines „Haustiers“ über seine spezifischen Bedürfnisse

Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse und Ratten gelten aufgrund ihrer relativ kleinen Größe als vermeintlich „einfache Haustiere“ – doch auch sie haben sehr spezielle Ansprüche an Lebensumfeld, Gesellschaft und Nahrung. Ihre Bedürfnisse und die anfallenden Kosten werden häufig unterschätzt.

Aufgrund der Unwissenheit und Ignoranz ihrer Halter:innen führen unzählige Tiere ein qualvolles Leben – vorangetrieben durch die Zoohandelsindustrie, die nicht nur am massenhaften Verkauf der „Ware Tier“ verdient, sondern auch an tierschutzwidrigem Zubehör, wozu auch handelsübliche Käfige gehören. Auch wenn diese im Zoogeschäft mit Attributen wie „Castle“ oder „Palast“ als besonders luxuriös und groß angepriesen werden, können sie niemals einen artgerechten Lebensraum für Kaninchen und Co. bieten.

Wenn Sie einem Tier ein neues Zuhause schenken möchten, sollten Sie sich im Voraus immer gründlich über seine Bedürfnisse, den Pflegeaufwand und sämtliche anfallende Kosten informieren. Es erfordert Zeit und Interesse, sich über richtige Ernährung und Gestaltung des Geheges zu informieren.

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Adoptieren statt kaufen

Wer Tiere adoptieren und ihnen ein neues Zuhause geben möchte, sollte auf die artgerechte Haltung achten. Bereits vor Aufnahme der Tiere müssen sich die Halter:innen ausführlich informieren.

Kaufen Sie niemals Tiere bei Züchter:innen, in einer Zoohandlung oder über ein Internetportal – denn in deutschen Tierheimen warten unzählige Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Hunde, Katzen und weitere Tiere auf eine zweite Chance und ein Leben in einem schönen Zuhause.

Tiere sind keine Ware Motiv Hamster

So helfen Sie Kaninchen und anderen Kleintieren

Hinterfragen Sie die gängigen Praktiken wie Kleintierkäfige. Informieren Sie sich gründlich über die Bedürfnisse der Tiere und entscheiden Sie zum Wohl der Tiere.

  • Kaufen Sie niemals Kleintiere oder ein anderes Tier auf einem Markt, in einer Zoohandlung oder bei Züchter:innen.
  • Wenn Sie nach reiflicher Überlegung tierische Mitbewohner aufnehmen möchten, besuchen Sie bitte ein Tierheim.
  • Deutschland braucht ein Heimtierschutzgesetz, damit unsere tierischen Mitbewohner vor solchem Leid geschützt werden. Unterstützen Sie unsere Forderung nach einem rechtsverbindlichen Schutz unserer tierischen Freunde.