Terrarientiere: Diese 10 Arten sollten Sie niemals kaufen und halten

In den vergangenen Jahren ist ein regelrechter Trend um exotische Tiere entstanden, die als sogenannte Haustiere gehalten werden. Diese leidvolle Entwicklung ist nicht zuletzt auf die sozialen Medien zurückzuführen. Dort wird vermehrt Bild- und Videomaterial von verschiedensten exotischen Tieren gepostet, die von Menschen in viel zu kleinen Terrarien nicht artgerecht gehalten werden – darunter Spinnen, Insekten, Amphibien und Reptilien.

Doch die von Natur aus wild lebenden Tierarten sind an ein Zusammenleben mit dem Menschen nicht gewöhnt und gehören definitiv nicht in häusliche Umgebungen. Allein der Blick eines Menschen reicht aus, starken Stress oder Panik bei den Tieren auszulösen.

Erfahren Sie hier, welche exotischen Tiere am häufigsten in Terrarien gehalten werden, warum das gefährlich ist und wieso das Zusammenleben mit Menschen für diese Tiere niemals artgerecht sein kann.

Inhalte im Überblick

Exotische „Haustiere“ in Terrarienhaltung: Die Tiere leiden oft jahrelang still vor sich hin

Vor allem Reptilien zeigen in Gefangenschaft oftmals auffälliges oder gar stereotypes Verhalten, das auf Angst, Stress und eine artfremde Haltung hindeutet. Ein Beispiel ist das ständige „Hochlaufen“ an den Glaswänden eines Terrariums, denn in der Natur gibt es keine durchsichtigen Grenzen, die die Tiere in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Die Tiere bewegen sich in freier Wildbahn viele Kilometer – ein solcher Glaskasten kann niemals den natürlichen Lebensraum der Tiere nachahmen oder ersetzen.

Ein weiteres Problem ist, dass Reptilien Unwohlsein, Krankheit und Schmerzen meist nicht offensichtlich zeigen – sie leiden still. Wenn Erkrankungen jedoch unerkannt bleiben, Behandlungen zu spät begonnen werden und kein fachkundiges Personal mit Reptilien-Erfahrung in der Nähe ist, sterben viele von ihnen frühzeitig.

Eine Echse sitzt auf einem Stamm in einem Terrarium.
Der reale Lebensraum von Tieren lässt sich zuhause in einem Terrarium niemals artgerecht nachstellen.

Exotische Tiere reagieren sensibel auf ihren Lebensraum und sterben aufgrund fehlerhafter Haltung verfrüht. Und obwohl viele Halter:innen über diese schwierigen Haltungsanforderungen nicht informiert sind und auch keine entsprechenden Fachkenntnisse vorweisen müssen, können sie die Tiere im Internet oder auf Tierbörsen völlig legal erwerben. Für viele Reptilien bedeutet das ein Leben voller Leid und oft das Todesurteil.

Import von Wildfängen: Handel mit exotischen „Haustieren“ birgt Gefahren für Mensch und Tier

Exotische „Haustiere“ werden international gehandelt – und dieser Handel führt dazu, dass Ökosysteme weltweit aus dem Gleichgewicht geraten. Obwohl gefährdete Arten in ihrem Ursprungsland oftmals unter Schutz stehen, werden viele trotzdem ihrem natürlichen Lebensraum entrissen und ins Ausland verkauft, wo sie legal weiterverkauft werden dürfen.

Dieser Handel stellt eine Gefährdung für viele Tierarten dar und ist hochproblematisch für das ursprüngliche Ökosystem, aus dem die Tiere entrissen werden. Aber er birgt auch Gefahren für das Zielland, da sich eingeschleppte Tierarten ohne natürliche Feinde unkontrolliert ausbreiten können und heimische Arten teilweise bedrohen. [1]

Grafik Zahlen Exotenhandel

Zudem hat mit 75 Prozent ein Großteil der neu auftretenden Infektionskrankheiten nachweislich einen tierischen Ursprung. [6] Davon entstehen 72 Prozent durch den Kontakt zu wildlebenden Tierarten. [7] Personen, die mit Wildtieren in Berührung kommen, wie Jäger:innen, Wilder:innen, Händler:innen und Transporteur:innen, setzen sich oft unwissentlich gesundheitlichen Risiken aus.

Auch Halter:innen von Reptilien sind betroffen, da sie in Kontakt mit Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten der Tiere kommen. Studien zeigen zudem, dass die meisten Reptilien potenziell gesundheitsgefährdende Salmonellenarten übertragen können, wovon schätzungsweise 90 Prozent der Tiere betroffen sind. Dies birgt vor allem für Kinder, immungeschwächte und ältere Menschen Risiken. [8] Bevor die Reptilien in den Handel kommen, wird nicht untersucht, ob die Tiere tödliche Krankheitserreger in sich tragen.

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Jetzt Importverbot für exotische Wildtiere fordern
Appellieren Sie an die Bundesregierung, die Einfuhr von exotischen Wildtieren für den Heimtierhandel nach Deutschland endlich zu verbieten.

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Pandemien verhindern: Importverbot für exotische Wildtiere JETZT!

Unterschreiben Sie jetzt für ein Importverbot von Wildtieren

Pandemien verhindern – Wildtierimporte für den Heimtierhandel verbieten

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

für den deutschen Heimtiermarkt werden jedes Jahr hunderttausende exotische Wildtiere nach Deutschland importiert – viele von ihnen Wildfänge, die kurz zuvor noch im Regenwald oder einem anderen Habitat lebten. Während ein großer Teil der Tiere bereits beim Transport stirbt, sind die überlebenden Tiere oftmals stark geschwächt und können als Überträger von Zoonosen ein großes Risiko darstellen.

Es ist diese Ausbeutung von Wildtieren, die nicht nur die Corona-Krise ausgelöst hat, sondern in der Vergangenheit auch zahlreiche weitere tödliche und hochansteckende Pandemien hervorbrachte – darunter die SARS-Pandemie, die Vogelgrippe H5N1, das Ebolafieber und sogar AIDS.

Um den tödlichen Kreislauf endlich zu durchbrechen, fordere ich Sie auf, den Import von exotischen Wildtieren für den deutschen Heimtierhandel umgehend zu verbieten.

Die Gesundheitsgefahren sowie die gravierenden Tier- und Artenschutzprobleme, die mit dem Handel mit Wildtieren einhergehen, machen ein sofortiges Handeln unumgänglich.

Mit freundlichen Grüßen

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Diese 10 Tierarten sollen Sie niemals in Terrarien halten

Die folgenden 10 exotischen Wildtiere stehen stellvertretend für unzählige Arten, die zu Ware degradiert, unkontrolliert gehandelt und in Privathand herumgereicht werden. [2] Sie fristen ein trauriges Leben in viel zu kleinen Terrarien und Aquarien – die Gefangenschaft kann den natürlichen Bedürfnissen der Tiere niemals gerecht werden.

1. Axolotl

Ein Axolotl schwimmt in einem Aquarium.
Viele Axolotl sterben viel zu früh in privater Haltung an haltungsbedingten Krankheiten.

Das besondere und vermeintlich niedliche Erscheinungsbild macht Axolotl zu beliebten „Haustieren“. Das Problem daran: Die Tiere kommen von Natur aus nur an einem einzigen Ort auf der Welt vor – in einem Seensystem innerhalb eines Vulkanbeckens nahe Mexiko-Stadt. Sie haben also sehr spezifische Ansprüche an ihr Lebensumfeld. In der Natur gelten Axolotl aufgrund der Umweltverschmutzung als fast ausgestorben, [3] doch es gibt noch wenige freilebende Arten.

Bei Axolotl, die als „Haustiere“ gehalten werden, kann man allerdings nicht von Artenschutz sprechen, denn die Tiere sind nach jahrelanger Haltung in Terrarien oft nicht mehr ohne menschliche Fürsorge lebensfähig. Außerdem wurden die Axolotl nach menschlichen Idealvorstellungen gezüchtet, weshalb es nun auch Tiere mit einer auffälligen rosa Färbung gibt, die in der Natur so nicht vorkommen und sehr wahrscheinlich dort auch nicht überlebensfähig wären. Auffälliges Aussehen in der Natur kann für viele Tierarten das Todesurteil bedeuten.

Oft wird fälschlicherweise behauptet, Axolotl seien pflegeleicht – doch das stimmt nicht. Viele der Tiere werden von ihren Halter:innen unbemerkt krank. Meist sind Haltungsfehler der Grund, weil die Menschen sich nicht ausreichend über die Bedürfnisse der anspruchsvollen Tiere informieren. Die Ursachen können von falscher Nahrung über unangebrachte Temperatur- und Lichtverhältnisse bis hin zu Parasitenbefall reichen.

Beim Axolotl handelt es sich um ein Wildtier, das an ein Leben mit dem Menschen nicht gewöhnt ist. Die Haltung in einem im Vergleich zur Natur kleinen Terrarium ist daher nicht artgerecht und kann zu einem frühen Tod der sensiblen Tiere führen. Zudem unterstützt sie das skrupellose und profitorientierte Geschäft der Axolotl-Zucht, bei der es niemals um das Wohl oder den Artenschutz der Tiere geht. Vielmehr stehen dabei nur menschliche Interessen im Vordergrund.

2. Bartagamen

Ein Bartagame sitzt auf einem Stamm in einem Terrarium.
Die Haltung in Terrarien kann den hohen Ansprüchen von Bartagamen so gut wie nie gerecht werden.

Bartagamen sind Echsen, die in den trockenen Regionen Australiens leben. Wie alle Reptilien haben sie sehr hohe Ansprüche an ihr Lebensumfeld. Alle bekannten Bartagamen-Arten sind bodenbewohnend, klettern jedoch auch auf Baumstämme, durch Büsche und Bäume. Die kleinen Reptilien legen täglich weite Strecken zurück – teilweise mehr als 100 Meter am Tag. [4]

Den Bedürfnissen von Bartagamen mit einer Terrarienhaltung gerecht zu werden, ist schlichtweg unmöglich. Die Tiere sind sehr anspruchsvoll hinsichtlich ihrer Umgebung und leiden ihr gesamtes Leben unter der Gefangenschaft in kahlen, viel zu kleinen Glaskästen. Für Reptilienhalter:innen kann das schnell zu unerwartet hohen Stromkosten führen, sodass viele Bartagamen ausgesetzt oder in den bereits überfüllten Tierheimen abgegeben werden.

Dennoch halten viele Menschen die Echsen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Optik als „Haustiere“, denn sie erinnern an kleine Drachen und sind aufgrund der Zucht nach menschlichen Idealvorstellungen auch in mehreren Farben und sogar ohne Schuppen erhältlich. Für die Bartagamen bedeutet diese Qualzucht ein Leben voller Leid, denn die Zucht löst genetische Defekte und Krankheiten aus, die oft zum frühen Tod der Reptilien führen.

3. Warane

Ein Waran sitzt auf einem Ast in einem Terrarium.
Warane können durchaus gefährlich werden und gehören nicht ins heimische Terrarium.

Warane erinnern mit ihrem länglichen Kopf, ihrem Schwanz und ihrem grob geschuppten Körper an eine Mischung aus Echse und Krokodil. Die Echsen erreichen je nach Art eine Länge von 20 Zentimetern bis zu 3 Metern. Aufgrund ihrer Größe und Bedürfnisse eignen sie sich nicht als „Haustiere“ – auch wenn sie noch so faszinierend aussehen.

Warane leben in tropischen und subtropischen Gebieten in Afrika, Asien und Australien. Abhängig von der Art unterscheiden sich die Ansprüche der Tiere an ihren Lebensraum, doch viele Käufer:innen sind sich nicht bewusst, woher die Tiere stammen und welche Bedürfnisse sie aufgrund dessen haben. Warane brauchen eine sehr artspezifische Nahrung, die sie sich in ihrem natürlichen Lebensraum selbst suchen – dazu gehören Insekten, andere Wirbellose und kleine bis mittelgroße Wirbeltiere, die für die Ernährung der Warane ebenfalls gezüchtet werden und dafür leiden müssen. Da eine artgerechte Ernährung in Gefangenschaft kaum möglich ist, sind die Tiere enormen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt: Bei der Haltung von Steppenwaranen besteht bei falscher Ernährung beispielsweise häufig das Risiko einer Leberverfettung.

Zudem können Warane je nach Größe durchaus gefährlich für Menschen und andere Tiere werden. Wenn sie unzufrieden sind, kann es vorkommen, dass sie zunächst fauchen und dann zubeißen. Wie viele andere Reptilien können Warane gefährliche Keime in sich tragen, die für Menschen und andere tierische Mitbewohner schnell zur Gefahr werden können, darunter Salmonellen. [5] Auch wenn die Reptilien keine Anzeichen von Krankheit zeigen, können sie Menschen dennoch infizieren.

4. Schildkröten

Eine Schildkroete zieht ihren Kopf in ihren Panzer.
Schildkröten gehören nicht ins Terrarium, sondern ausschließlich in ihren natürlichen Lebensraum.

Neben Katzen, Hunden, Kleintieren, Fischen, Vögeln und Pferden gehören Schildkröten in Deutschland zu den beliebtesten tierischen Mitbewohnern. [6] Doch viele Menschen, die Schildkröten als „Haustiere“ halten, unterschätzen ihre Bedürfnisse und die lebenslange Verantwortung, die die Haltung der Tiere mit sich bringt.

Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten gehören zu den exotischen Heimtieren, die am häufigsten ausgesetzt werden, da die Haltung ihren Ansprüchen häufig nicht gerecht wird. Sie gehören in Deutschland nicht nur zu den invasiven Arten, sondern enden auch häufig im Tierheim, weil ihre Lebenserwartung die ihrer Halter:innen deutlich übersteigt.

Schildkröten sind keine „Haustiere“, sondern exotische Wildtiere, die in ihren natürlichen Lebensraum gehören. Kaufen Sie daher bitte niemals Schildkröten in Zoohandlungen, auf Börsen oder im Internet. Adoptieren Sie stattdessen eine Schildkröte aus einem Tierheim oder einer Auffangstation – jedoch nur, wenn Sie ausreichend über die Bedürfnisse der Tiere und die damit verbundene Verantwortung informiert sind. Die Haltung von Schildkröten ist anspruchsvoll und teuer; außerdem können sie älter werden als andere „Haustiere“. Eine Adoption sollte daher immer gut überlegt sein.

5. Geckos

Ein Gecko steht auf einem Stein in einem Terrarium.
Geckos sind auf ihren natürlichen Lebensraum spezialisiert und in einem Terrarium nur schwer überlebensfähig.

Geckos werden oft als „ideales Haustier“ für Terraristik-Neulinge bezeichnet. Angesichts der Vielzahl an Gecko-Arten und den speziellen Bedürfnissen der Tiere ist eine Haltung im Terrarium jedoch oft mit großem Leid verbunden.

Die meisten Geckos sind stark auf ihren natürlichen Lebensraum spezialisiert und nur dort überlebensfähig. Es ist schwierig, diese Bedingungen in Gefangenschaft nachzustellen. Geckos ernähren sich in freier Natur überwiegend von Insekten, essen aber auch Spinnen und andere kleine Tiere. In Gefangenschaft kann eine falsche Ernährung zu einem gefährlichen Nährstoffmangel führen. So kommt es häufig zu Kalziummangel, der eine metabolische Knochenkrankheit hervorrufen kann, die zu Deformationen und Schwäche der Knochen führt.

Werden Geckos als „Haustiere“ gehalten, erkranken sie oft an Atemwegsinfektionen, die durch Bakterien oder Viren verursacht werden und tödlich sein können, wenn sie nicht schnell behandelt werden. Da die wenigsten Halter:innen sich gut genug mit den Tieren auskennen, bleiben diese haltungsbedingten Erkrankungen oft unbemerkt und führen zu einem frühen Tod der sensiblen Reptilien. [7] Zudem werden einige Gecko-Arten über 20 Jahre alt – das sollte allen bewusst sein, die sich für eine Adoption der Tiere aus dem Tierheim interessieren.

6. Schlangen

Eine gruene Schlange liegt auf einem Ast in einem Terrarium.
Nichts für Terrarien: Schlangen haben spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum.

Zu den Schlangenarten, die oft als „Haustiere“ gehalten werden, gehören beispielsweise Riesenschlangen wie die Boa constrictor oder Pythons. Doch auch ungiftige Nattern werden oft in Terrarien gehalten und leiden dort ihr Leben lang unter ihrer Gefangenschaft. Daneben sind auch Giftschlangen bei vielen Tierhalter:innen beliebt. Je nach Art kommen die Tiere von Natur aus in unterschiedlichen Regionen der Welt vor und haben daher sehr spezifische Anforderungen an ihren Lebensraum, denen die Gefangenschaft im Terrarium nicht gerecht werden kann.

Besonders die Zucht mit exotischen Schlangen führt zu großem Tierleid: Albino-Farben oder sogar schuppenlose Tiere, welche oft unter einer solchen Qualzucht leiden, treiben die Preise in die Höhe. Krankheiten sind unumgänglich und ein normales Leben für die Tiere, die ihre weggezüchteten Schuppen zur Fortbewegung benötigen, nicht mehr möglich.

Wie viele andere Tiere werden sie auf Reptilienbörsen und im Internet an die Meistbietenden verkauft, ohne dass deren Wissen über die sensiblen und anspruchsvollen Tiere geprüft wird. Werden die Schlangen zu groß und die Stromkosten zu hoch, werden die Tiere häufig ausgesetzt, im Tierheim abgegeben oder fristen ihr Leben als „Ladenhüter“, weil sie zu groß geworden sind in kleinen Plastikboxen bei Großhändler:innen.

7. Kugelfische

Ein Kugelfisch schwimmt in einem Aquarium.
Kugelfische sind fühlende Lebewesen und kein „Hobby“ für das heimische Aquarium.

Obwohl die Aquarienhaltung für Fische mit massiven Risiken verbunden ist und niemals artgerecht sein kann, gehören Fische zu den beliebtesten „Haustieren“ in Deutschland. Dabei stehen auch Kugelfische hoch im Kurs – hauptsächlich wegen ihrer interessanten Optik und ihrer Fähigkeit, sich bei Gefahr aufzupumpen und kugelrund zu werden.

Von den rund 200 Kugelfisch-Arten gelten als beliebte „Haustiere“ vor allem der Zwergkugelfisch, der Asselkugelfisch, der Braune Kugelfisch bzw. Kofferkugelfisch und der Palembang-Kugelfisch. Doch wie alle anderen Fische sind Kugelfische aufgrund ihrer hohen Ansprüche an ihre Umwelt nicht für die Haltung im Aquarium geeignet – selbst wenn sie so angepriesen werden. Die Tiere sind in Gefangenschaft anfälliger für Erkrankungen und Parasitenbefall und können stereotypes Verhalten entwickeln.

Die Bedingungen, die die Tiere im Meer vorfinden, können in einem Aquarium niemals artgerecht nachgestellt werden. Außerdem sind Aquarien mit Sauerstoffanlage, Bepflanzung und Salzwasseranlage häufig mit hohen Kosten verbunden, die den Halter:innen schnell über den Kopf wachsen.

8. Vogelspinnen

Eine Vogelspinne auf einem Stamm in einem Terrarium.
Generell gilt: Spinnen sind keine Tiere zum Kuscheln und Spielen.

Vogelspinnen sehen faszinierend aus und werden oft als pflegeleichte tierische Mitbewohner mit überschaubaren Ansprüchen dargestellt. Ihr natürlicher Lebensraum liegt in Indien, Nord- und Südamerika sowie in Australien und Afrika, wo sie Regenwälder und Steppengebiete in Wüsten und Halbwüsten als Lebensort bevorzugen. Terrarien sind daher viel zu klein und kein geeignetes Zuhause.

Die Gesellschaft mit und der Kontakt zu Menschen bedeuten für die Tiere maximalen Stress. So kann es vorkommen, dass die Spinne als Warnung mit den Gifthaaren an ihrem Hinterleib schießt – im Extremfall beißt sie auch zu.

Während die Achtbeiner in der freien Natur teilweise bis zu 30 Jahre alt werden, sterben sie in Gefangenschaft in Mini-Terrarien meist im Alter von 5 bis 20 Jahren. Vogelspinnen gehören in ihren natürlichen Lebensraum, denn nur dort ist für sie ein artgerechtes Leben möglich. [8]

9. Gottesanbeterinnen

Eine gruene Gottesanbeterin steht in einem Terrarium.
Gottesanbeterinnen sind nicht einfach im Terrarium zu halten, da sie sehr anspruchsvoll sind.

Die Gottesanbeterin gehört zu den Fangschrecken und verdankt ihren Namen ihrem anmutigen Körperbau: Ihre Vorderbeine sind als Fangwerkzeuge perfektioniert und mit Dornen versehen, um Nahrung festzuhalten. In Ruhestellung sind diese Beine eingeklappt und manchmal so zusammengefaltet, dass es aussieht, als würde das Tier beten. Die Gottesanbeterin ist auch bekannt dafür, dass weibliche Tiere ihre Partner nach der Paarung verspeisen.

Während die Europäische Gottesanbeterin als gefährdet gilt und nicht aus der Natur entnommen werden darf, werden andere Arten von Gottesanbeterinnen als „Haustiere“ gehalten. Gottesanbeterinnen sind hinsichtlich ihres Lebensumfelds sehr anspruchsvoll, auch wenn sie oft als „Anfängertiere“ bezeichnet werden. Die richtige Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Nahrung sind extrem wichtig. Oft wird empfohlen, das Terrarium mit einer Wasserflasche zu befeuchten, doch selbst dabei ist Vorsicht geboten, denn die Insekten können bereits an den winzigen Wassertropfen ertrinken.

Gottesanbeterinnen gehören nicht in Terrarien, sondern in ihren natürlichen Lebensraum. Dort sind sie optimal an die vorherrschenden Bedingungen angepasst und können ihren Bedürfnissen und Interessen selbstständig nachgehen, ohne von Glasscheiben eingeschränkt zu werden und der Unterhaltung von Menschen zu dienen.

10. Chamäleons

Ein gruenes Chameleon haengt an Blaettern in einem Terrarium.
Chamäleons sind sehr empfindliche Tiere und verenden häufig jämmerlich in ihren Terrarien.

Chamäleons gehören zu den wohl bekanntesten Reptilien und sind als „Haustiere“ stark gefragt. Doch ihre Haltung ist mühevoll, die Tiere sind alles andere als pflegeleicht: Um zu überleben, brauchen sie Lichtduschen, korrekte Temperaturen, Sprühnebel und lebende Insekten als Nahrung. Von ihren Ansprüchen hinsichtlich Umgebung, Hygiene, Pflege sowie Nahrungs- und Wasseraufnahme sind nicht nur Anfänger:innen schnell überfordert.

Obwohl weitgehend bekannt ist, dass die Haltungsbedingungen von Chamäleons kompliziert sind, finden Interessent:innen nur wenige verlässliche Quellen, um entsprechenden Rat einzuholen. Die sensiblen Reptilien gehören nicht in Gefangenschaft und private Hände, sondern in ihren natürlichen Lebensraum, wo sie ein artgerechtes Leben führen können. [9]

Trauriger „Trend“: So problematisch ist der Handel mit Echsen, Spinnen, Fischen & Co.

In Deutschland erlebt die Haltung von exotischen Tieren wie Echsen, Schlangen, Spinnen und Fischen seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. In fast jeder Zoohandlung, im Internet und sogar in Baumärkten sind die anspruchsvollen Exoten erhältlich, doch Interessent:innen sind oftmals völlig uninformiert bezüglich der Herkunft und Bedürfnisse der Tiere.

  • Zahlreiche exotische Tiere werden als „Haustiere“ verkauft, denn beim Handel mit Reptilien und anderen Tieren geht es ausschließlich um Profite.
  • Ein Beispiel dafür sind Reptilienbörsen, auf denen Exoten in winzigen Plastikboxen gehalten und massenhaft an uninformierte Menschen verkauft werden. Auf solchen Ausstellungen leiden Reptilien, Amphibien, Insekten und exotische Säugetiere unter der Nähe zu Menschen und extremem Stress. Einige Tiere versetzt allein der Blick eines Menschen in Todesangst. Viele werden aufgrund der falschen Haltung krank.
  • Im Internet können fühlende Lebewesen wie Schlangen per Versand bestellt werden. Mit nur wenigen Klicks können so beliebige Personen die Tiere wie Ware „bestellen“.

Unzählige Exoten, die als „Haustiere“ gehalten werden, wurden ihrem natürlichen Lebensraum als Wildfänge entrissen und oft unter tierschutzwidrigen Bedingungen um die halbe Welt versandt oder unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet. Beim Reptilienhandel sterben bis zu 72 Prozent der Tiere aufgrund von Stress, Unterversorgung und transportbedingten Verletzungen, bevor sie in den Handel kommen. [10] Den Züchter:innen und Händler:innen ist das egal, ganz im Gegenteil: Für den schnellen Profit mit der Masse der Tiere werden Verluste sogar billigend in Kauf genommen.

Der enge Kontakt mit Exoten begünstigt Zoonosen

Auf Reptilienbörsen werden Zoonosen, also Erkrankungen, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können, begünstigt. Aufgrund der beengten Verhältnisse vor Ort und oftmals mangelnden hygienischen Bedingungen dienen die Börsen als Brutstätte für Viren, Bakterien und Parasiten, die sich dort ungehindert verbreiten können. So hat das Coronavirus eindrücklich gezeigt, wie gefährlich der Kontakt zu exotischen Tieren ist. Doch nicht nur die durch das Coronavirus ausgelöste Erkrankung COVID-19 stammt von Wildtieren, sondern auch viele andere Krankheiten wie das Ebolafieber, SARS, MERS und sogar AIDS. [11, 12, 13]

Viele exotische Tiere, die auf solchen Märkten angeboten werden, wurden wenige Tage zuvor ihrem natürlichen Lebensraum entrissen. Nach tagelangen Transporten aus Asien, Afrika oder Südamerika in winzigen Plastikboxen sind sie oft stark geschwächt und bergen als Überträger von Zoonosen ein großes Risiko: Es ist unklar, ob oder welche tödlichen Viren oder Bakterien sie in sich tragen. Es steht jedoch fest, dass der größte Teil aller Zoonosen aus dem Kontakt mit wildlebenden Tierarten resultiert, nämlich 72 Prozent. Der Handel mit den Tieren, die Zerstörung ihrer Lebensräume, ihre Ausbeutung und der Verzehr ihres Fleisches tragen zu diesem Risiko bei. [14]

Eine Vogelspinne sitzt auf einer Hand.
Der enge Kontakt mit exotischen Tieren birgt potentielle Gesundheitsrisiken.

So können Sie das Leid von exotischen Tieren verhindern

  • Wer sich für exotische Tiere interessiert, kann sich mithilfe von Dokumentationen über ihre Lebensweise informieren oder sich für sinnvolle Artenschutzprojekte einsetzen.
  • Bitte unterstützen Sie niemals den Handel mit exotischen Tieren. Sollten Sie über die Bedürfnisse von Echsen, Spinnen, Schlangen oder anderen exotischen Tieren umfassend informiert sein und den Tieren eine möglichst artgerechte und naturnahe Unterbringung bieten können, kontaktieren Sie bitte ein Tierheim oder eine Auffangstation.
  • Besuchen Sie keine Reptilienbörsen, denn dort leiden Tiere. Zudem sind Besucher:innen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Heimtierschutzgesetz, damit keine Wildtiere mehr in Privathaltung leiden müssen: