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7 Gründe, warum wir keine Insekten essen sollten

Sollten Menschen in Zukunft als Alternative zu klassischem Fleisch Insekten essen? Immer wieder wird angesichts schwindender Ressourcen wie Landfläche und Wasser darüber diskutiert, ob Insekten als Nahrungsmittel die Proteinquelle der Zukunft sind. Als Argument wird häufig angeführt, es sei nachhaltiger und tierfreundlicher, Insekten wie Heuschrecken und Mehlwürmer anstelle von Schweinen, Rindern und Hühnern als „Nahrungsmittel“ zu züchten.

Warum die Zucht von Insekten Tierquälerei ist und aus welchen anderen Gründen wir keine Insekten essen sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.

Was spricht dagegen, Insekten zu essen?

1. Insekten fühlen Schmerzen und Emotionen wie Angst oder Freude

Insekten zu essen, ist weder mit einer vegetarischen noch mit einer veganen Ernährung zu vereinbaren, denn es handelt sich um fühlende Lebewesen, die zum Verzehr getötet werden. Entgegen vieler Mythen reagieren Insekten wie Fruchtfliegen auf Schmerzen, ausgelöst durch extreme Hitze, Kälte oder körperliche Qualen auf dieselbe Weise wie wir Menschen. Außerdem empfinden Insekten nachweislich chronische Schmerzen – also dauerhafte Schmerzen, die auch nach der Heilung einer Verletzung anhalten. [1, 2, 3]

Immer mehr Studien finden Hinweise darauf, dass Insekten Gefühle empfinden und Charaktereigenschaften besitzen wie Hunde, Katzen, Schweine und auch wir Menschen. Insekten können sich optimistisch, zynisch und verängstigt verhalten, je nach der Erfahrung, die sie durchleben. [4, 5]

Forschende beobachteten beispielsweise, dass Hummeln bei positiven Erfahrungen und schönen Entdeckungen vor Freude und Begeisterung summen. [6] Gleichzeitig fanden Wissenschaftler:innen heraus, dass Fruchtfliegen sich depressiv verhalten, wenn sie in einer hoffnungslosen Situation feststecken, aus der sie nicht fliehen können. [7] Neueste Forschungsergebnisse legen nahe, dass Insekten über eine gewisse subjektive Wahrnehmung verfügen. [8]

Wuermer in einer Schale
Der Verzehr von Insekten bedingt die Zucht und Ausbeutung von unschuldigen, fühlenden Tieren.

2. Insekten für unsere Ernährung zu züchten, ist „Massentierhaltung“

Die Zucht von Insekten, um sie als tierische Proteinquelle zu essen, ist nichts anderes als industrielle „Massentierhaltung“. Die Zucht von Grillen, Heuschrecken, Maden und Co. ist aus Tierschutzsicht extrem verwerflich, da Tiere ohne Notwendigkeit ausgebeutet und getötet werden. Es gibt in Deutschland nicht einmal Haltungsvorschriften dazu, wie viel Platz die einzelnen Insektenarten brauchen. Weiterhin gibt es keine klaren Regelungen zum Einsatz von Antibiotika und Fungiziden gegen Pilzbefall – genauso wie zur Tötung der Tiere.

Bei den zwei gängigsten Tötungsmethoden von Insekten in der Ernährungsindustrie werden die Tiere bei mindestens -18 °C tiefgefroren. Nicht flugfähige Insekten wie Larven werden qualvoll in kochendem Wasser oder Wasserdampf bei mehr als 100 °C lebendig verbrüht. [9]

3. Parasiten und Zoonosen: Zucht und Verzehr von Insekten bergen Krankheitsrisiko

Durch die Haltung Tausender Tiere auf engstem Raum sind Insekten genauso wie andere Tiere besonders anfällig für Krankheiten und den Befall durch Viren, Bakterien, Pilzen, aber auch Parasiten wie Würmer. [10] Dadurch birgt die Zucht von Insekten in jedem Fall ein Zoonose- und damit Pandemierisiko, nicht zuletzt, da Insekten als sogenannte Vektoren fungieren – sprich lebende Organismen, die Krankheitserreger auf andere Tiere und den Menschen übertragen können. [11]

Dazu kommt, dass das Potenzial für Allergien bei Insekten bislang kaum erforscht ist. Der Verzehr kann vor allem für Menschen gefährlich werden, die bereits auf Krebstiere und Hausstaubmilben allergisch reagieren.

Zoonosen Infografik

4. Insekten zu essen, verschwendet weiterhin Ressourcen

Pflanzliche Proteine sind ohne Umwege durch den Magen eines anderen Lebewesens einfacher verfügbar als tierisches Protein. Die Zucht und Haltung von Insekten ist stattdessen weiterhin eine Minusrechnung, denn die Tiere benötigen ebenfalls Pflanzen, um ernährt zu werden. Dazu kommt: Gezüchtete Insekten, die für den Markt bestimmt sind, müssen verarbeitet werden, um sie haltbar zu machen und den Wünschen von Verbraucher:innen zu entsprechen. Wenn dies in großem Maßstab geschieht, gehören zu den üblichen Methoden das Mahlen und Gefriertrocknen, die viel Energie verbrauchen. [12]

5. Insektenprodukte enthalten oft relativ wenig Eiweiß

In Deutschland verkaufte Produkte, die Insektenfleisch enthalten, wie beispielsweise Burgerpatties, werden häufig mit der Aussage „Reich an Proteinen“ beworben. Laut Ökotest enthalten die Produkte jedoch nicht einmal den gesetzlich vorgeschrieben Mindestgehalt an Eiweiß, um sie als proteinreich bewerben zu dürfen. Dafür sind häufig zu viel Fett und Salz enthalten. [13]

Statt teure und tierquälerische Produkte aus Insekten zu essen, können wir Menschen unsere Proteine und alle wichtigen Nährstoffe problemlos über eine ausgewogene vegane Ernährung erhalten. Es ist also gar nicht notwendig, Lebewesen zu töten, um unseren Nährstoffbedarf zu decken, da uns Pflanzen vollkommen ausreichend versorgen.

6. Weltweites Insektensterben bedroht bereits jetzt die Ökosysteme

Die industrielle Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und weitere Faktoren sind Hauptgründe für das anhaltende Insektensterben: Innerhalb von 27 Jahren sind 75 Prozent aller fliegenden Insekten verschwunden. [14] Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge tragen jedoch unser Überleben auf ihren Schultern, da sie zu den Hauptbestäubern gehören.

Insekten zum menschlichen Verzehr zu fangen, würde das Problem nicht lösen, sondern nur weiter verschlimmern. Tiere in „Massenzuchten“ könnten das ohnehin durch den Menschen angeschlagene Ökosystem zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringen.

7. Fühlende Lebewesen werden menschlichen Zwecken unterworfen

Wir Menschen haben nicht das Recht andere fühlende Lebewesen – ungeachtet ihrer Größe, Form, Hautbeschaffenheit oder ihres Lebensraumes – für unsere Zwecke zu missbrauchen. Das Denkmuster, der Mensch sei aufgrund seines Intellekts überlegen, nennt sich Speziesismus. Diese Gesinnung verhält sich wie Rassismus oder der Sexismus und baut ausschließlich darauf auf, andere (in diesem Fall Tierarten) aufgrund ihrer andersartigen Merkmale zu entwerten.

Das Problem dabei ist, dass das Entwerten anderer Tiere als Rechtfertigung dafür genutzt wird, diese – oft unter großem Leid – auszubeuten. Es ist moralisch nicht zu rechtfertigen, anderen empfindungsfähigen Lebewesen Qualen zuzufügen. Vor allem dann nicht, wenn es nachhaltige pflanzliche Alternativen gibt, mit denen die Menschheit problemlos und komfortabel leben kann.

Tote Insekten zum Verzehr
Insekten zu essen ist speziesistisch. Auch sie sollten das Recht auf Unversehrtheit besitzen und nicht von Menschen ausgebeutet werden.

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