Video: Grausamkeiten der australischen Krokodillederindustrie aufgedeckt

Am 30. August 2021 veröffentlichte die australische Organisation „Kindness Project“ [1] schockierende Einblicke in die heimische Krokodillederindustrie. Wie die nur schwer erträglichen Aufnahmen zeigen, erfahren Krokodile vom Moment ihres Schlüpfens bis hin zu der Minute, in der Arbeiter:innen ihnen einen Schraubenschlüssel ins Gehirn rammen, unvorstellbares Leid. All diese Grausamkeiten dienen einem einzigen und banalen Zweck: um aus der Haut der Tiere Taschen, Gürtel oder Schuhe für eine reiche Klientel zu fertigen.

Das Videomaterial entstand auf vier industriellen Farmen im Nordterritorium Australiens, der Region mit den meisten Krokodilfarmen. Alle überprüften Betriebe stehen mit der Luxusmarke Hermès in Verbindung.

In der Krokodillederindustrie werden Tausende Krokodile auf riesigen Farmen dicht nebeneinander in kargen Betonkäfigen gehalten. Da die Käfige nur unwesentlich größer als die Tiere sind, können sich die Krokodile darin kaum bewegen.

Im Alter von zwei bis drei Jahren werden sie getötet. Hierzu verabreichen Arbeiter:innen ihnen zunächst einen Stromschlag und schleifen ihre noch zuckenden Körper aus den Käfigen. Dann schießen sie den Tieren mit einem Bolzenschussgerät in den Kopf und durchtrennen ihre Wirbelsäule mit einem Messer. Anschließend rammen sie einen Schraubenzieher in ihr Gehirn, um es mit Kreisbewegungen zerstören. Auf den überprüften Farmen war zu beobachten, dass sich einige Krokodile nach dieser brutalen Prozedur noch über eine Minute lang bewegten.

Um eine einzige Hermès-Tasche herzustellen, müssen mindestens drei Krokodile diese unvorstellbaren Qualen erleiden.

Krokodile eingesperrt im Betonbunker
Unter grauenvollen Bedingungen werden die Krokodile eingesperrt, um für Taschen, Gürtel und Co. zu sterben.
Kindness Project

Krokodilzucht auf industriellen Farmen ist kein Artenschutz

Die australische Krokodillederindustrie wirbt damit, dass sie sich für den Artenschutz einsetzt – doch diese Behauptung hält einer genaueren Prüfung nicht stand.

Von 1945 bis 1971 wurden die Krokodilpopulationen im Nordterritorium Australiens stark dezimiert, weil sie wegen ihrer Häute gejagt wurden. Glücklicherweise wurden die Tiere 1971 unter Schutz gestellt, woraufhin sich ihre Bestände stabilisiert haben.

Die Krokodillederindustrie reklamiert diesen Erfolg gerne für sich und behauptet, dass das Stehlen der Krokodileier aus der Natur und die Aufzucht der Tiere auf Fabrikfarmen positive Auswirkungen habe. Die lokale Bevölkerung sei eher bereit, mit den Karnivoren zu leben, wenn sie damit Geld verdiene.

Krokodile können für diejenigen, die ihr Revier betreten, gefährlich werden. Gleichzeitig sind sie aber auch empfindsame Lebewesen, die Schmerz und Angst empfinden können. Als aufmerksame Eltern kümmern sie sich fürsorglich um ihren Nachwuchs. Und um sich die Zeit zu vertreiben, erzeugen sie gerne Luftblasen im Wasser. Lässt man Krokodile in Ruhe, können sie älter werden als die meisten Menschen.

Tiere in der Wildnis einzufangen, zu züchten und ihrer Häute wegen zu töten, hat nichts mit Artenschutz zu tun und ist ethisch in keiner Weise vertretbar. Der Anstieg der natürlichen Wildbestände von Salzwasserkrokodilen hat nichts damit zu tun, dass Menschen von der Zucht und Tötung der Tiere finanziell profitieren. Vielmehr ist dieses Populationswachstum eine Folge des Jagdverbots.

Krokodil in kleiner Zelle auf Lederfarm
Unnatürlichen Haltungsbedingungen bei den einzelgängerischen Tieren führen zu Krankheiten und Aggressionen.
Kindness Project

Die Luxusmarke Hermès plant derzeit, ihre Aktivitäten in Australien auszuweiten und hierzu die größte Farm Australiens zu errichten, in der bis zu 50.000 Krokodile gleichzeitig gefangen gehalten werden sollen. Dies geschieht zu einer Zeit, in der immer mehr Unternehmen erkennen, dass Exotenleder mit immensem Tierleid verbunden ist und Krokodilleder sowie andere exotische Häute aus ihren Kollektionen streichen, darunter auch Marken wie Tommy Hilfiger, Calvin Klein, Mulberry, HUGO BOSS und Victoria Beckham.

Was Sie tun können

Hermès sollte in tierfreundliche, nachhaltige und zukunftssichere Materialien auf pflanzlicher oder synthetischer Basis investieren. Der Bau neuer Fabrikfarmen, in denen Tiere leiden und getötet werden, ist ethisch verwerflich und nicht zeitgemäß.

Bitte fordern Sie die Marke Hermès gemeinsam mit uns dazu auf, Exotenleder aus dem Sortiment zu streichen.