Pelzfarmen: Brutstätte für Viren – PETA fordert Verbot in der EU

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 sind allein in Europa auf über 400 Nerzfarmen Ausbrüche des Virus dokumentiert worden. Insbesondere auf den europäischen Pelzfarmen besteht ein hohes Risiko, dass neue SARS-CoV-2-Mutationen in den Tieren entstehen, die auf den Menschen übertragen werden können und die Wirksamkeit von Impfstoffen gefährden könnten. Wir von PETA Deutschland fordern gemeinsam mit unseren internationalen Partnerorganisationen daher ein sofortiges EU-weites Pelzfarmverbot.

Pelzfarmen: Brutstätten für gefährliche Viren und Auslöser neuer Pandemien?

Eine globale Risikobewertung, die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass Europas Pelzfarmen ein Risiko für die Gesundheit der europäischen Bürger:innen darstellen: Denn vor allem Nerze, aber auch die mit Füchsen verwandten Marderhunde sind anfällig für Coronaviren und können an dem Virus erkranken. Da auf Pelzfarmen meistens eine große Anzahl von Tieren der gleichen Art zusammengepfercht werden, kann sich das Virus unter den Tieren explosionsartig ausbreiten und dabei mutieren. Die Mutanten können wiederum auf den Menschen überspringen. Dabei besteht das Risiko, dass die entwickelten Impfstoffe an Wirkungskraft verlieren und die Pandemie neuen Auftrieb erhält. [1, 2]

Es gibt viele Theorien darüber, woher das SARS-CoV-2-Virus stammt, das Anfang 2020 zu einer Pandemie geführt hat. Für den Berliner Virologen Christian Drosten ist die plausibelste Quelle des neuen Coronavirus die Pelzindustrie. Er vermutet, dass es am wahrscheinlichsten auf chinesischen Pelzfarmen in Marderhunden entstanden ist und von dort auf den Menschen übertragen wurde. [3]

Seit das Coronavirus SARS-CoV-2 Anfang 2020 als Auslöser der COVID-19-Erkrankung identifiziert wurden, sind in Europa über eine halbe Million Menschen an der Krankheit gestorben. Zwischenzeitlich wurden auf Hunderten Pelzfarmen Ausbrüche des Virus verzeichnet. Das Risiko, dass dort gefährliche Mutationen oder neue Viren entstehen, ist besonders hoch. Mit einem Verbot solcher Farmen können nicht nur unzählige Tierleben, sondern auch Menschenleben gerettet werden.

Ein Pelzfarmverbot in der EU ist überfällig

Wenn die EU ein Verbot von Pelzfarmen beschließen würde, könnten Menschenleben gerettet werden. Um die Gesundheit der europäischen Bürger:innen zu schützen und ähnliche Pandemien in Zukunft zu verhindern, müssen Pelzfarmen europaweit verboten werden. Die Mehrheit der Europäer:innen lehnt die Zucht von Tieren für die Pelzproduktion bereits ab. [4]

Wir fordern ein sofortiges EU-weites Pelzfarmverbot, angefangen mit einem Verbot von Nerzfarmen. Unsere Forderung haben wir mithilfe eines offenen Briefes an drei Mitglieder der EU-Kommission übermittelt: Stella Kyriakides, Kommissarin für Gesundheit, Janez Lenarčič, Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, und Janusz Wojciechowski, Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Ein Pelzfarmverbot wäre nicht nur für Menschen von Vorteil, sondern würde auch millionenfaches Tierleid verhindern, denn jährlich werden Millionen Tiere für den Profit in der Pelzindustrie getötet.

So leiden Nerze in Pelzfarmen

Nerze sind intelligente und soziale Tiere, die selbst nach mehreren Generationen Zucht in Gefangenschaft ihre natürlichen Instinkte behalten, einen großen Bewegungsdrang haben und neugierig bleiben. Die lebenslange Gefangenschaft in engen und kargen Käfigen ist für die sensiblen Tiere deswegen extrem traumatisch. Wenn sie ihren natürlichen Bedürfnissen nicht nachgehen können, entwickeln Nerze oftmals Verhaltensstörungen und verstümmeln sich selbst, indem sie auf ihren eigenen Beinen oder Schwänzen herumkauen, wie zahlreiche Veröffentlichungen von PETA und unseren internationalen Partnerorganisationen zeigen.

„Ein europaweites Pelzfarmverbot ist längst überfällig. Seit Jahrzehnten dulden Politiker:innen, dass Tiere in winzige Käfige gesperrt und getötet werden, nur damit eine barbarische Industrie Profite generieren kann. Mit Covid-19 ist die Pelzindustrie auch noch eine Gefahr für die Gesundheit der europäischen Bürger:innen geworden. Die EU darf nicht mehr zögern und muss jetzt handeln, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen.“

Patrick Nowey, PETA Deutschland

Wie Sie Nerzen, Marderhunden und Co. auf Pelzfarmen helfen können

Während einige Länder wie Estland bereits ein Verbot von Pelzfarmen verabschiedet haben und Israel als weltweit erstes Land Pelz vollständig verboten hat, verkaufen zahlreiche Unternehmen weiterhin Pelzprodukte, für die Tiere ihr Leben lang in Gefangenschaft leiden, bevor sie qualvoll getötet werden. Helfen Sie uns dabei, dass Yves Saint Laurent und Brioni pelzfrei werden und unterschreiben Sie unsere Petition.