Der Marderhund: 8 faszinierende Fakten über Marderhunde

Marderhunde, auch Enok oder im japanischen Tanuki genannt, sind bereits seit langer Zeit in Deutschland heimisch und stammen ursprünglich aus Asien – heute gelten sie als sogenannte invasive Tierart und werden in Deutschland zu Unrecht gejagt oder in der Pelzindustrie gequält und getötet.

Die folgenden Fakten helfen Ihnen, Marderhunde etwas besser kennenzulernen.

1. Ist der Waschbär ein Marderhund?

Marderhunde und Waschbären sind zwei verschiedene Tierarten, die nicht miteinander verwandt sind, auch wenn sie sich optisch ähnlich sehen. Während Marderhunde zur Gattung der „Echten Hunde“ gehören und mit den Füchsen verwandt sind, sind Waschbären Teil der Familie der marderartigen Tiere und der Kleinbären.

Im Vergleich zu Waschbären besitzen Marderhunde ein relativ langes und zotteliges Fell sowie kürzere Beine und einen deutlich kürzeren Schwanz. Marderhunde sind zudem deutlich scheuer als Waschbären, leben vorwiegend in Wäldern und Randgebieten von Städten.

Marderhund
Der Marderhund sieht dem Waschbär zwar ähnlich, steht ihm biologisch gesehen aber nicht allzu nahe.

2. Marderhunde leben monogam

Wenn sich ein Marderhunde-Paar gefunden hat, bleiben sie ein Leben lang mit demselben Partner zusammen. [1] Die Eltern kümmern sich gemeinsam um ihren Nachwuchs. Während das weibliche Tier schwanger ist, besorgt der männliche Marderhund die Nahrung, um seine Partnerin bei der Betreuung ihres Nachwuchses zu unterstützen. [2] Um ihre Kinder möglichst sicher aufzuziehen, beziehen Marderhunde gerne verlassene Dachs- oder Fuchsbaue.

3. Wo kommt der Marderhund ursprünglich her?

Marderhunde waren ursprünglich im ostasiatischen Raum von Sibirien bis Vietnam sowie in Japan beheimatet. In Russland wurden und werden die Tiere vorwiegend wegen ihres Fells in Pelzfarmen gezüchtet und getötet – von dort aus breitete sich der Marderhund auch in Deutschland aus. Hierzulande ist er nachweislich seit 1961 heimisch. [3, 4] 

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Ban fur farming now and forever

 

I am shocked to learn that fur farming has not yet been banned in your country despite the inherent cruelty connected to the fur industry and the significant public health risks it poses.

Every year, millions of minks, chinchillas, raccoon dogs, and foxes are warehoused next to each other in rows of wire cages on European fur farms. Their urine, excrement, pus, and blood can can easily pass from one animal to another. Under the extreme stress of this unsanitary confinement many anxious animals resort to self-mutilation or cannibalisation. Resulting infections, sores, festering and open wounds often go untreated.

Following the terrifying spread of COVID-19 infections on Danish fur farms and the subsequent mass killings, avian bird flu virus outbreaks have been reported on dozens of European fur farms in 2023. As a result, in Finland alone more than 400,000 raccoon dogs, foxes, and minks have been killed so far. Detections of the virus in mammals, especially animals kept on fur farms, enhance the risk of mutations that would allow the virus to spread more easily to humans. Fur farms are breeding grounds for diseases and a threat to everyone’s health.

In 2023, a European citizens’ initiative urging the European Commission to ban fur farming gathered more than 1.5 million signatures – the most successful animal welfare ECI in regards to the record number of collected signatures. Additionally, several national polls prove that most European citizens reject the cruel fur industry. Many countries, including Austria, the Czech Republic, Israel, and the UK, have already shut horrible fur farms down.

For the sake of animal welfare, human safety and our planet, I ask you to bring forth legislation outlawing fur farming in your country once and for all.

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  • Katrin Jakobsdóttir
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4. Was essen Marderhunde?

Obwohl Marderhunde Allesesser sind und auch kleine Säugetiere, Vögel, Amphibien und Eier zu sich nehmen, ernähren sie sich meist eher von Früchten und Insekten. Sie gehen nicht auf die Jagd wie Füchse, sondern streifen eher gemächlich durch die Natur und essen, was ihnen vor die Nase kommt – auch Aas, womit sie ihren Beitrag zum Ökosystem leisten.

5. Kann ein Marderhund bellen?

Obwohl sie zur Familie der Hundeartigen gehören, können Marderhunde nicht bellen. Stumm sind sie jedoch nicht: Sie können fiepen, winseln, knurren und sogar miauen, um miteinander zu kommunizieren. [5] Außerdem geben sich Marderhunde einander über Duftmarken und Körpersprache Hinweise.

Ein Marderhund schaut in den Himmel.
Marderhunde bellen nicht, sondern geben klagende bis winselnde Laute von sich. Bei Gefahr knurren sie.

6. Halten Marderhunde Winterschlaf?

Marderhunde halten keinen Winterschlaf. Als einzige Verwandte der Hunde halten Marderhunde in Gegenden mit besonders harten und kalten Wintern eine Winterruhe. Anders als beim Winterschlaf erwachen die Tiere dabei immer wieder aus ihren Schlafphasen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Ansonsten verbringen Marderhunde in Wintern viel Zeit beim gemeinsamen Schlafen in ihrem Bau. 

7. Marderhunde werden wegen ihrer Hoden verehrt

In Japan werden Marderhunde, auch Tanuki genannt, verehrt, denn den Tieren werden magische Begabungen zugesprochen. Bei typischen Tanuki-Statuen fällt eines immer besonders ins Auge: die übergroßen Hoden der Tiere, die Glück bringen sollen. Japanischen Legenden zufolge können Marderhunde ihre magischen Hoden nach Belieben vergrößern und sogar als Werkzeuge benutzen. [6]

Tanuki auf einem Druck von Yoshitoshi (1881). Die Abbildung zeigt deutlich die für traditionelle Tanuki-Darstellungen typischen überdimensionierten Hoden.
In Japan ist der Marderhund samt seiner Testikel seit Jahrhunderten Inspiration für Sagen und Märchen.

8. Marderhunde werden zu Tausenden getötet

In der Pelzindustrie werden Marderhunde immer noch in winzigen Käfigen gehalten und qualvoll getötet. Aber auch frei lebende Marderhunde werden in Deutschland zu Zigtausenden getötet. Obwohl sie aufgrund ihrer eher pflanzen- und insektenbasierten Ernährung keine Gefahr für unser heimisches Ökosystem darstellen, töten Jäger:innen pro Jahr rund 25.000 Marderhunde. [7] Die Tiere werden oft in grausamen Fallen gefangen und per Kopfschuss hingerichtet.

So helfen Sie Marderhunden: Was Sie tun können

Sie können Marderhunden helfen, indem Sie keinen Pelz tragen und sich bei Modefirmen beschweren, die den Pelz dieser liebenswerten Tiere anbieten.

Unterschreiben Sie zudem unsere Petition für ein Verbot der sogenannten Hobbyjagd. Pro Jahr töten Jäger:innen als fragwürdige „Freizeitbeschäftigung“ unzählige Wildtiere – darunter auch Marderhunde. Jetzt helfen und gegen die grausame Hobbyjagd aussprechen!