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Erneuter Fall von Tierquälerei im Pferdesport

Neuer Fall von Tierquälerei im sogenannten Pferdesport: Auf der Plattform TikTok geht derzeit ein Video viral, das zeigt, wie eine Reitlehrerin in Großbritannien ein Pferd schlägt. Dabei setzt sie eine Springstange ein – eine längere Holz- oder Plastikstange, die sonst für Hindernisse im Springreitsport verwendet wird. Tierquälerei im Reitsport ist längst keine Seltenheit. Immer wieder werden Bilder veröffentlicht, die das aufzeigen, was in vielen Reitsportanlagen trauriger Alltag ist: Pferde, die geschlagen werden, weil sie nicht das gewünschte Verhalten oder die geforderte Leistung zeigen. [1]

Pferd ist verängstigt und wird zur Strafe geschlagen

In dem Video ist zu sehen, dass das Pferd mit dem Hinterteil zur Reitlehrerin steht – die ausholt und das Tier mit der Stange am Gesäß trifft. Das Tier erschreckt sich massiv und weicht voller Angst zurück. Auf ihm sitzt eine Reiterin, für die die ganze Situation ebenfalls überaus gefährlich ist. Neben dem Reitplatz steht eine weitere, unbeteiligte Person – die sich nicht aktiv an der Gewalt beteiligt, aber mit den Händen in der Jackentasche offenbar nichts dagegen tut.  

Nachdem das Pferd den Mut findet, nach vorne zu laufen, scheucht die Trainerin mit aufgeregten Hand- und Armbewegungen das Pferd an sich vorbei. Pferde sind Fluchttiere und reagieren extrem empfindlich auf hektische Bewegungen. Der Fluchtinstinkt wird ihnen unter anderem über die Trense genommen, sie werden über die Einwirkung eines Zugs im Pferdemund zurückgehalten. Jeder Zug im Mund des Pferdes verursacht massive Schmerzen. Auch das Gewicht wird eingesetzt, um das Pferd an der Flucht, die für alle Beteiligten und Unbeteiligten überaus gefährlich ist, zu hindern.

Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, greift die Trainerin vom Boden einen Stock, vermutlich eine sogenannte Reitgerte, und schlägt erneut auf das offensichtlich verstörte und verängstigte Tier ein. Das Ziel: Den Willen und die Emotionen des Pferdes brechen, statt ihm mit Ruhe, Geduld und Verständnis zu begegnen. Da auch die Reitgerte den vermeintlichen Zweck, die Situation zu entschärfen, nicht erfüllt, greift die Trainerin erneut zur Hindernisstange …

springreiten

Reiterin schlägt mit flacher Hand selbst auf Pferd ein

Die Reiterin schlägt zum Ende des Videos selbst auf das Pferd ein, während die Trainerin danebensteht. Die Bilder erinnern an den Reitsport-Eklat bei den Olympischen Spielen in Tokio. Die Athletin im Modernen Fünfkampf Annika Schleu schlug vor lauter Verzweiflung, dass ihr Pferd den Parcours verweigerte, auf das Tier ein. Ihre Trainerin bekräftigte sie lauthals: „Hau mal drauf, hau mal richtig drauf.“

Immer wieder reagieren Reiter:innen mit Schlägen und Tritten, wenn ihre Pferde nicht das gewünschte Verhalten zeigen. Diese Szenen werden immer wieder beobachtet, wenn das Pferd „nicht funktioniert“. Ob in Reitstunden oder auf sogenannten Abreiteplätzen: Verweigert ein Pferd ein Hindernis oder eine Lektion, erfolgt ein Tritt mit den Versen in den empfindlichen Pferdebauch oder ein Schlag mit der Gerte auf das Gesäß.

gerste

Pferde sind keine Sportgeräte und sollten nicht als solche behandelt werden! Sie haben Gefühle, sie empfinden Angst und Schmerz. Statt mit Gewalt sollte ihnen mit Verständnis begegnet werden. Jeder Schlag mit der Gerte, jeder Tritt mit den Versen oder Sporen und jeder Zug im Pferdemund bereitet dem Tier Schmerzen und bedeutet ein traumatisches Erlebnis.