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Schweinezucht in Gorsdorf: Tierärztin findet verletzte und tote Tiere

Update 18. Februar 2022

Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Nachdem uns von PETA Deutschland Anfang Januar 2022 schockierende Aufnahmen aus einem Schweinezuchtbetrieb der Asmussen Agro GmbH in Sachsen-Anhalt zugespielt wurden, hatten wir zeitnah Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz erstattet und ein absolutes Tierhalteverbot für die Verantwortlichen gefordert.

Mitte Februar 2022 hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen (AZ: 308 Js 1086/22).

Originalartikel vom 17. Januar 2022

Aufnahmen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung zeigen immer wieder, wie unsäglich Tiere für den menschlichen Konsum von Fleisch, Milch und Eiern leiden. Im Januar 2022 wurde PETA über das Whistleblower-Formular Bildmaterial aus einem Schweinezuchtbetrieb der Asmussen Agro GmbH in Sachsen-Anhalt zugespielt, das eine Tierärztin, also eine fachkundige Person, aufgenommen hatte. Obwohl die Bilder schockierend sind, zeigen sie nichts weiter als den Alltag zahlloser Sauen und ihrer Ferkel.

Eitrige Wunden und Ferkel, die im Spaltenboden feststecken

Leider ist es noch immer gängige Praxis, Sauen für die künstliche Besamung, in der Zeit um die Geburt und während der Stillzeit wochenlang in enge Kastenstände zu sperren. Julia Klöckner legalisierte diese tierquälerische Haltung unter der vorherigen Bundesregierung sogar um viele weitere Jahre. In den engen Metallkäfigen können sich die reinlichen Tiere nicht einmal ausstrecken und liegen in ihren eigenen Ausscheidungen.

Sau im Kastenstand
Eine Sau dient der Tierindustrie zu einem einzigen Zweck – um möglichst viele Ferkel zur Welt zu bringen.

Diese Art der Haltung ist für die neugierigen Tiere eine seelische Qual und führt meist auch zu körperlichen Beeinträchtigungen – so auch im genannten Gorsdorfer Betrieb. Die Metallvorrichtungen der Kastenstände drücken ununterbrochen auf dieselben Körperstellen der Tiere und verursachen eitrige, schmerzende Wunden – vor allem an Rücken, Schulter und im Brustbereich. Der harte Spaltenboden führt dazu, dass viele Sauen lahmen oder an anderen Verletzungen leiden, meist sind dies eitrige Wunden an Beinen und Klauen sowie geschwollene Schleimbeutel.

Aber die Spalten, unter denen sich Kot und Urin der Tiere sammeln, werden auch den Ferkeln zum Verhängnis. Neugeborene sind in dieser Haltungsform komplett auf sich allein gestellt und bleiben teilweise mit ihren kleinen Füßen in den breiten Bodenspalten hängen. Wenn sie nicht gefunden und aus ihrer misslichen Lage befreit werden, können sie nicht zur Muttermilch gelangen und unterkühlen, erfrieren oder verhungern langsam und qualvoll.

Schwein im Stall liegt auf seinen Vorderbeinen
Schwein mit Verletzungen im Stall
Schweine in Kastenstaenden
Schwein mit Verletzung
Schwein mit verletztem Fuss liegt auf Spaltenboden
Totes neugeborgenes Ferkel liegt auf Spaltenboden
Ein vermutlich totes Ferkel liegt auf dem Boden

Enge Gruppenbuchten und sterbende Tiere

Zwischen Besamung und Geburt leben die Muttersauen in kargen Buchten. In diesen engen und kotverdreckten Bereichen finden sie kaum Ruhe, was häufig zu chronischem Stress und ständigen Kämpfen führt. Laut der Whistleblowerin ist die Lautstärke auch in den vollen Buchten im Betrieb in Gorsdorf unerträglich – genau wie die Luftqualität. Das in der Luft zirkulierende Ammoniak aus den Ausscheidungen der Tiere brennt bereits nach kurzer Zeit in Augen und Lungen. Insgesamt sollen sich der gesamte Stall und alle darin befindlichen Arbeitsgeräte und Medikamente wie auch die darin gehaltenen Tiere in einem vernachlässigten und unhygienischen Zustand befinden.

In den sogenannten Abferkelbereichen, in denen die Ferkel zur Welt kommen, fanden sich in der Gorsdorfer Schweinezucht zahlreiche tote Tiere. Und auch die Mülltonnen der Anlage zeigen das gleiche Bild, das aus anderen Betrieben der Tierwirtschaft bekannt ist: Das einzelne Leben ist nichts wert. Sauen werden dahingehend gezüchtet, möglichst viele Ferkel zur Welt bringen, was zwangsläufig zur Geburt zahlreicher Ferkel führt, die besondere Hilfe benötigen. Dies ist in einem tierfeindlichen System, das auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist, jedoch nicht gegeben. Eine gewisse „Verlustrate“ ist daher von Anfang an einkalkuliert.

Muelltonne mit toten Schweinen
Die Mülltonnen der Schweinezucht zeigen: Das einzelne Leben ist in der Tierwirtschaft nichts wert.

Im Betrieb in Gorsdorf wurden auch erwachsene Tiere vorgefunden, die kaum noch laufen konnten. Eine Sau lag zitternd auf dem feuchten Buchtenboden. Ein anderes Tier konnte nur noch auf den Vorderbeinen knien. Als die Zeugin am nächsten Tag zu dem Betrieb zurückkehrte, waren die beiden Tiere verschwunden. Ob sie getötet oder illegal (da nicht transportfähig) zum Schlachthof gebracht wurden, muss nun von den Behörden geklärt werden.

Eine Sau, die offenbar in einem schlechten Gesundheitszustand war, musste ihre Ferkel in einer kargen Gemeinschaftsbucht zur Welt bringen. Es ist unklar, ob alle Ferkel tot geboren wurden oder auf dem kotverschmierten Buchtenboden qualvoll starben.

Ferkel mit Verletzungen im Gesicht
Schwein im Kastenstand und auf Spaltenboeden
Schweine eng gedraengt im Stall
Totes Ferkel liegt in der Ecke einer Stallbucht
Neugeborenes liegt vor Sau im Kastenstand
Ein vermutlich totes Ferkel liegt auf Spaltenboden im Stall
Schwein mit Dreck und Verletzungen im Gesicht

Meldung an das Veterinäramt und Strafanzeige gegen den Betreiber

Die engagierte Zeugin informierte umgehend das zuständige Veterinäramt. PETA stellte zudem Anfang Januar 2022 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau. Wir halten es für erforderlich, dass dem Betreiber die Tierhaltung verboten wird.

Laut Unternehmensflyer arbeitet der Betreiber der Schweinezucht in Gorsdorf, Asmussen Agro GmbH, mit der Dr. Sondermann GbR zusammen. Dabei sollen Nahrungszusatzstoffe an den Tieren getestet und Rationen berechnet werden. Inwieweit diese Kooperation noch besteht und auf die Zustände in der Ferkelzuchtanlage Einfluss hatte, bedarf einer Klärung durch die zuständigen Behörden.

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