Tierquälerei: Mann entfernt Taubennest und tötet zwei Küken

Anfang April 2021 meldete uns von PETA Deutschland ein Whistleblower, dass in Delbrück-Sudhagen im Kreis Paderborn ein Mann rücksichtlos ein Nest entfernte, in dem sich zwei Taubenküken befanden. Der Mann entsorgte das Taubennest in einem nahegelegenen Gebüsch, wo die Küken wenig später starben. Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet.

Mann ist für Tod von zwei Taubenküken verantwortlich und wird angezeigt

Der Whistleblower informierte uns darüber, dass ein Mann im nordrhein-westfälischen Delbrück-Sudhagen ein Taubennest mit zwei Küken von seiner Markise entfernte. Ohne Rücksicht auf die erst wenige Tage alten Taubenküken zu nehmen, entsorgte der Mann das Nest mitsamt den Vogelbabys in einem nahegelegenen Gebüsch und überließ die Tiere sich selbst. Während die Elternvögel laut Zeugenaussagen den Tag über verstört auf der Dachrinne gesessen haben, sind die beiden Küken in weniger Entfernung gestorben. Das Gelege mit den toten Tieren soll der Mann auch anschließend nicht aus dem Gebüsch entfernt haben.

Als die Küken noch lebten, machten Zeugen ein Foto, wussten sich aber offenbar nicht zu helfen. Als weitere Nachbarn auf das Nest aufmerksam wurden, waren die beiden Küken bereits tot – wahrscheinlich sind diese ohne den wärmenden Schutz der Eltern erfroren. Die Zeugen erstatteten daraufhin eine Anzeige bei der Polizei in Delbrück, der wir uns Mitte April angeschlossen haben. Wir fordern eine empfindliche Strafe für den Täter, denn es hätte tierfreundliche Methoden für das ungewollte Nest auf der Markise der Mietwohnung gegeben.

„Es ist unverständlich, wie man so herzlos sein kann und die beiden Vogelbabys wissentlich dem sicheren Tod aussetzen kann. Der Verantwortliche ist zur Rechenschaft zu ziehen, denn dies ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.“

Lisa Kainz, PETA Deutschland

Tauben haben einen Familiensinn und sind fürsorgliche Eltern

Tauben zeichnen sich durch einen ausgeprägten Familiensinn aus und sind sehr standorttreu. Wenn sie einen Partner gefunden und ein gemeinsames Nest gebaut haben, bleiben sie dort, um gemeinsam den Nachwuchs großzuziehen. Doch genau diese Eigenschaft wird von Menschen im sogenannten Brieftaubensport ausgenutzt. Allerdings findet über die Hälfte der Vögel nach einem Wettflug nicht mehr den Heimweg. Einige Tauben landen dann in Städten – somit ist der „Brieftaubensport“ dafür mitverantwortlich, dass es so viele Stadttauben gibt.

Brut- oder Niststätten statt Vergrämung

Aus gesundheitlicher Sicht gibt es keine Notwendigkeit, „Stadttauben“ zu vertreiben: Für Menschen sind die meisten Erreger der Tiere unbedenklich; sie sind in der Regel vogel- oder taubenspezifisch und können für den Menschen nicht gefährlich werden. [1] Aufgrund der Standorttreue von Tauben ist eine Vergrämung der Tiere nicht nur tierrechtlich fragwürdig, sondern auch sinnlos, wenn den Vögeln im Gegenzug keine alternativen Brut- oder Niststätten angeboten werden. Zielführender wäre es, wenn Städte ausreichend große, betreute Taubenschläge nach dem Augsburger Modell einrichten und die Tiere artgerecht füttern würden, da Tauben sich gerne an solche Orte binden. [2]

Wie Sie Tauben helfen können

Um zu verhindern, dass immer mehr Tauben in Städten leben, können Sie uns helfen, ein Verbot von grausamen Taubenwettflügen zu erreichen. Unterzeichnen Sie unsere Petition für ein Verbot des „Brieftaubensports“.