Bis 31. Oktober​: Spende gegen Tierversuche verdoppeln lassen​

Video: Extrem vernachlässigte Haustiere aßen sich gegenseitig

Ende Juli 2022 erreichte uns von PETA Deutschland eine Whistleblower-Meldung: In einer Wohnung in Rohrdorf in Oberbayern soll eine Frau mehrere „Haustiere“ unter katastrophalen Bedingungen halten, vernachlässigen und über mehrere Tage ohne Versorgung allein zurückgelassen haben. Schockierendes Bild- und Videomaterial zeigt das extreme Ausmaß der Vernachlässigung – offenbar haben die leidenden Tiere begonnen, andere, bereits tote Tiere zu essen. Im August 2022 haben wir die Verantwortliche bei der zuständigen Staatsanwaltschaft angezeigt.

Extremer Fall von Vernachlässigung: Frau überlässt Tiere sich selbst – mehrere tote Tiere gefunden

Per Whistleblower-Meldung erreichte uns Ende Juli Bildmaterial, das zurückgelassene und teils tote Tiere in einer Wohnung in Rohrdorf im Kreis Rosenheim in Oberbayern zeigt. Die Halterin ließ ihre tierischen Mitbewohner vermutlich vom 22. bis 24. Juli 2022 allein zurück – darunter Katzenbabys, erwachsene Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen und Hunde.

Auf den Videos und Fotos ist zu erkennen, dass die Halterin die Tiere ohne Wasser und Nahrung sich selbst überließ. Sie waren stark vernachlässigt, der Boden voller Fäkalien und die Aufnahmen zeigen, wie Katzen begannen, ein bereits totes Kaninchen zu essen. Dem örtlichen Veterinäramt sollen die Missstände bereits seit längerer Zeit bekannt gewesen sein.

Die Polizei sei an dem besagten Wochenende vor Ort gewesen und das Veterinäramt am darauffolgenden Mittwoch: Es wurden zwar einige Tiere beschlagnahmt, ein allgemeines Tierhalteverbot wurde jedoch nicht verhängt. Es leben nun weiterhin Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen bei der Halterin.

PETA fordert Konsequenzen und ein Heimtierschutzgesetz

Am 10. August 2022 erstatteten wir daher Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Traunstein-Zweigstelle Rosenheim gegen die verantwortliche Halterin und appellieren an das zuständige Veterinäramt, ihr ein dauerhaftes Tierhalteverbot aufzuerlegen. Wir fordern aufgrund des Verdachts auf strafbare Tiertötung sowie tierquälerische Misshandlung durch Unterlassen eine konsequente Verfolgung des Falls:

„Das örtliche Veterinäramt muss dringend eingreifen und der Halterin ein allgemeines Tierhalteverbot verhängen. Angesichts der gravierenden und grausamen Missstände, die darüber hinaus laut Zeugenaussagen bereits seit einiger Zeit bekannt waren, hätte dies längst geschehen müssen. Viele ‚Haustiere‘ in Deutschland leiden unter schrecklichen Haltungsbedingungen, die keinesfalls artgerecht sind und ihren Bedürfnissen nicht entsprechen. Die Bundesregierung muss endlich ein Heimtierschutzgesetz einführen. Es kann nicht sein, dass jeden Tag Millionen sogenannte Haustiere unter teils schlimmen Bedingungen leben müssen, weil gesetzliche Regelungen zur Haltung fehlen.“

Monic Moll, PETA Deutschland

In deutschen Haushalten leben über 30 Millionen sogenannte Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen – hinzu kommen Millionen Vögel, exotische Tiere in Terrarien und Fische in Aquarien und Gartenteichen.

Aktuell sind all diese Tiere gesetzlich kaum geschützt. Viele Halter:innen wissen zu wenig über die Bedürfnisse ihrer tierischen Mitbewohner und behandeln sie daher oft wie Gefangene. Fehlende gesetzliche Regelungen begünstigen millionenfaches Tierleid in einem quasi rechtsfreien Raum, in dem die vielen tierischen Mitbewohner in Deutschland leben.

Aus diesem Grund fordern wir von der Bundesregierung, endlich ein Heimtierschutzgesetz zu verabschieden, um dieses unnötige Tierleid zu beenden.

Jetzt „Haustieren“ helfen und für ihren Schutz unterschreiben

Tragen Sie zum Schutz von Millionen „Haustieren“ bei, die in Deutschland gehalten werden – und dabei bisher vor Vernachlässigung und Missbrauch kaum geschützt sind: Unterschreiben Sie unsere Petition an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, in der wir ein verbindliches Heimtierschutzgesetz fordern. Nur so kann das alltägliche Tierleid aufgrund artwidriger Haltungsbedingungen nachhaltig verhindert werden.