Tierquälerei im Circus Krone: So schlecht geht es den Tieren

Der Circus Krone mit Stammsitz in München gilt heute als einer der weltweit größten Zirkusse. Im Fokus des Programms steht die Dressur von Tieren, die für den Profit unter Zwang Kunststücke aufführen müssen. Rund 100 Tiere leiden im Circus Krone unter teils massiven Missständen, wie behördliche Dokumente sowie Bild- und Videomaterial belegen.

Circus Krone unterhält in München ein festes Winterquartier, den sogenannten Krone-Zoo, in dem auch im Winter Zirkusshows stattfinden. Während der Transporte sind die Tiere auf engstem Raum eingesperrt und können sich nur wenige Stunden am Tag in ebenfalls stark begrenzten Außengehegen bewegen – das bedeutet eine enorme Belastung.

Inhaltsverzeichnis

Circus Krone: Geschäftsmodell Tierausbeutung

Der Circus Krone steht an der Spitze einer tierquälerischen Form der Unterhaltung. Seit seinen Ursprüngen als Tierschau im Jahr 1872 basiert das Geschäftsmodell des Zirkus auf der Ausbeutung, Erniedrigung und Freiheitsberaubung von Lebewesen zu Profitzwecken. Während der Zirkus inzwischen keine Menschen mehr aufgrund ihrer Hautfarbe und ungewöhnlicher körperlicher Ausprägungen in sogenannten Völkerschauen vorführt, leiden die noch heute im Zirkus lebenden Tiere weiterhin unter der qualvollen Dressur, andauerndem Platz- und Bewegungsmangel und damit verbundenen Verhaltensstörungen.

Würden sich die Verantwortlichen des Circus Krone wirklich um das Wohlergehen der Tiere kümmern und in deren Sinne agieren, würden sie sämtliche Tiere an geeignete, seriöse Auffangstationen übergeben. Stattdessen hält der Zirkus an der tierquälerischen Haltung mitsamt Dressur fest, unter der die Tiere mitunter bis zu ihrem Tod leiden.

Elefanten sitzen auf Hockern in der Zirkusmanege
Im Circus Krone werden Tiere genötigt, unnatürliche Bewegungen auszuführen und sich gegen ihren Instinkt zu verhalten.

Welche Tierarten leben im Circus Krone?

Neben Wildtieren wie vier Elefanten, etwa 30 Löwen und Tigern, Zebras, Kamelen und einem Flusspferd missbraucht der Zirkus auch domestizierte Tiere wie Pferde, Esel und Ziegen zu Unterhaltungszwecken – insgesamt knapp 100 Tiere. Einige Tiere wie Wildschwein Fritzi und Flusspferddame Poppäa, die seit vielen Jahren ein trauriges Leben in Gefangenschaft fristen muss, leben jeweils allein und ohne Kontakt zu Artgenossen.

Unter welchen Bedingungen leben die Tiere im Circus Krone?

Hinter den Glitzerkulissen des Circus Krone ist das Leid der Tiere immens und immer wieder von Behörden und Tierschützer:innen dokumentiert. Häufig konnten Verhaltensstörungen bei verschiedenen Tieren beobachtet werden. Hier einige Auszüge der letzten Jahre:

Eine ausführliche Auflistung der Vorfälle bei Circus Krone über die vergangenen Jahre finden Sie in unserer Chronik.

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele zu den Zuständen, unter denen verschiedene Tierarten im Circus Krone leiden – teils völlig legal durch die mangelhaften Vorgaben in den sogenannten „Zirkusleitlinien“ des Bundesagrarministeriums.

  • Löwen- und Tigerhaltung

    Verhaltensstörungen und Schläge mit Stock und Peitsche

    Mit dem Schein-Argument, dass die Löwen und Tiger im Zirkus geboren wurden, behauptet Circus Krone, es handle sich bei ihnen deshalb nicht mehr um Wildtiere. [1] Doch diese Behauptung ist absurd – auch in Gefangenschaft geborene Großkatzen haben die gleichen Bedürfnisse wie ihre wildlebenden Artgenossen, selbst nach einigen Generationen Zucht in Gefangenschaft. Ein echter Domestikationsprozess und die damit verbundene Anpassung an das Leben mit dem Menschen – wie etwa bei Hunden oder Katzen – würde dagegen Jahrtausende dauern. [2] Die Eigenschaften und die hohen Ansprüche der Wildtiere im Zirkus werden durch die Gefangenschaft und die gewaltsame Dressur durch Dompteure wie Martin Lacey lediglich unterdrückt.

    Dompteur mit Loewen in der Manege von Circus Krone

    Das Revier eines Löwenrudels kann in freier Wildbahn bis zu 400 Quadratkilometer groß sein. [3] Im Zirkus dagegen verbringen die Beutegreifer die meiste Zeit ihres Lebens – legal, denn die sogenannten „Zirkusleitlinien“ schreiben nicht mehr vor – in einem etwa 12 bis 15 Quadratmeter kleinen Transportwagen. [4] Das entspricht der Größe eines Pkw-Stellplatzes. Selbst im stationären Münchner Winterquartier des Circus Krone stellte PETA bei mehreren Besuchen im Jahr 2012 fest, dass die Außengehege der Löwen deutlich kleiner waren als die ohnehin winzigen 50 Quadratmeter, die durch die mangelhaften Richtlinien vorgegeben sind. [4] Sowohl im Winterquartier als auch auf Tournee konnten bei den Löwen Verhaltensstörungen dokumentiert werden. Mit stundenlangem Auf- und Abschreiten am Käfigrand versuchen die Großkatzen, der reizarmen Umgebung und Monotonie zu entkommen.

    Der missbräuchliche Umgang mit den Tieren zeigt sich nicht nur bei den Haltungsbedingungen, sondern besonders während der Dressur und anderen „Events“: 2017 nahm Dompteur Martin Lacey ein nur etwa vier Wochen altes Löwenbaby, das angeblich von der Mutter verstoßen worden sein soll, medienwirksam zu einer Petitionsübergabe im Bayerischen Landtag mit, um so gegen ein Wildtierverbot im Zirkus zu protestieren. [5] Hinter den Kulissen geht das Leid der Tiere weiter: Ein Video einer Dressurprobe von 2019 zeigt, wie Lacey zwei Löwinnen und einen Tiger während des „Trainings“ mit Peitsche und Stock schlägt.

  • Elefantenhaltung

    Stundenlange Ankettung, Verhaltensstörungen und früher Tod

    Alle Elefanten bei Circus Krone sind Wildfänge, die um ein erfülltes Leben mit Nachwuchs und langen Wanderungen im Kreis ihrer Familie beraubt wurden. [6]

    In den vergangenen Jahren stellten Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter wiederholt gravierende Missstände fest: Bereits 2008 bescheinigte ein Gutachten [7] mangelhafte Elefantenhaltung des Circus Krone. Neben diesem kritisierte auch ein weiteres Gutachten, [8] dass die Elefanten durch Ankettung und mangelhaften Auslauf zu wenig Bewegung haben und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere fehlten. 2013 dokumentierte der Verein „Elefanten-Schutz-Europa e.V.“, dass die Elefanten auf Tournee täglich 18 bis 20 Stunden angekettet wurden. Auch im Münchner Krone-Bau standen die Elefanten tagsüber überwiegend in der Halle, oftmals ebenfalls angekettet, mit Ausnahme von gelegentlichen Auftritten oder „Trainings-Einheiten“ bestimmter Tiere. In der Natur legen Elefanten auf der Suche nach Nahrung jeden Tag etliche Kilometer zurück.

    Zudem leiden alle Elefanten des Zirkusunternehmens an teils gravierenden Verhaltensstörungen – das „Weben“ ist eine Stereotypie, unter der die Tiere seelisch sehr leiden. Weil ihr Bewegungsapparat nicht an endloses Herumstehen angepasst ist, entwickeln die meisten Elefanten im Zirkus schwere Fuß- und Gelenkerkrankungen und sterben früh. Trotz solch körperlicher Gebrechen und psychischem Leid wurden die Krone-Elefanten jahrelang weiter auf Tourneen mitgeschleppt und belastenden Auftritten in der Manege ausgesetzt.

    2012 sind bei Circus Krone gleich zwei Elefanten kurz nacheinander gestorben: Elefantenbulle Colonel Joe und Elefantendame Sandrin waren laut Gutachten schon seit Jahren krank, doch anstatt die Tiere an ein stationäres Gehege zu übergeben, wurden sie bis zuletzt mit auf Tour genommen. Elefantendame Delhi starb 2017 kurz nach Ende der Sommer-Tournee, vermutlich an Herzversagen. 2020 starb schließlich Elefantendame Mala nach über 50 Jahren als „Unterhaltungsobjekt“. Die mittlerweile verbliebenen vier Elefanten bei Circus Krone – Bara, Burma, Kenia und Aisha – wurden zwar zwischenzeitlich in ein naturbelassenes großes Gehege in einem spanischen Tierpark überführt. Bara und Burma wurden allerdings aus dem 2.400 Kilometer entfernten Tierpark zurückgeholt, um sie im Winterprogramm des Zirkus in 2019/2020 erneut auftreten zu lassen.

    Elefant vom Circus Krone mit Kopfschmuck

  • Pferdehaltung

    Dreiste Lüge vom „5-Sterne-Pferdestall“

    Die Pferdehaltung, für die Circus Krone in der Vergangenheit schon heftig kritisiert wurde, ist seit Jahren absolut unzureichend. Schon 2008 informierte die Kreisverwaltung Bad Kreuznach anlässlich des Gastspieles von Circus Krone im Juni die Landeshauptstadt München über gravierende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz:

    „Die Pferde, welcher der Zirkus mitführt, werden durchweg unter Bedingungen gehalten, welche nicht den Vorgaben an eine artgerechte Pferdehaltung genügen“. Die Boxen sind viel zu klein, ein vorgeschriebener Auslauf fehlt. Da der Zustand bereits sieben Jahre zuvor bemängelt und nicht behoben wurde, sieht die Behörde sogar einen Straftatbestand: „Aufgrund der jahrelangen mangelhaften Haltungsbedingungen und den u.E. daraus resultierenden länger anhaltenden erheblichen Leiden der Pferde infolge der dauerhaften Einschränkung der Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung ist zu prüfen, ob es sich nicht lediglich um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um einen Straftatbestand nach §17 Tierschutzgesetz handelt.

    Pferde in kleinen Boxen vom Circus Krone

    Im August 2009 stellte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft München I fest:

    „Bei drei Ponys und zwei Pferden wurden wiederholt Verhaltensstörungen (Bewegungsstereotypien wie ,Weben‘, d.h. Hin- und Hertreten der Vorderbeine) beobachtet. Zu Beginn der Kontrollen lagen deutliche Haltungs- und Managementdefizite wie zu kleine Boxen, fehlender Auslauf, fehlende Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten vor, die bei den gehaltenen Tieren zu Leiden führten, da bestimmte Verhaltensweisen (z.B. Bewegungsverhalten, Erkundungsverhalten, Sozialverhalten) nicht oder nur eingeschränkt ausgelebt werden konnten. Diese Haltungsmängel können auch zum Auftreten der Verhaltensstörungen beigetragen haben und Indikatoren für erhebliche Leiden der betroffenen Tiere sein.“

    Auch bei Besuchen von PETA im Münchner Winterquartier im Frühjahr 2012 hatten selbst große Pferde kein Außengehege, sondern standen die meiste Zeit des Tages in einer viel zu kleinen Box. Ein großes Pferd mit einer Widerristhöhe von 1,70 Metern muss wenigstens eine Pferdebox von 11,50 Quadratmetern zur Verfügung haben. Doch gerade die groß gewachsenen Friesen standen bei Circus Krone in den kleinsten Boxen, die kaum 8 Quadratmeter groß waren. Sie konnten sich in der Box kaum ordentlich umdrehen. Für die Dressur und die Auftritte durften sie zwar raus, mussten dann aber die meiste Zeit im Kreis laufen. Das ist jedoch auch in keiner Weise artgerecht. Circus Krone hat über viele Jahre hinweg die Öffentlichkeit belogen, wenn in seinem Prospekt von „luxuriösen geräumigen Einzelboxen in einem neuartigen 5-Sterne-Pferdestall“ gesprochen wurde. Wenn Sie die Pferde in einem neuen Haltungssystem vorfinden, dann sollten Sie immer daran denken, dass Krone die Pferde jahrelang unterhalb des tierschutzrechtlichen Standards gehalten und dies der Öffentlichkeit als „luxuriös“ verkauft hat.

    Das Leiden von Grauschimmel-Hengst Isham

    Araberhengst Isham wurde vom Landgestüt Marbach an Circus Krone verkauft. Er leidet dort an starken Verhaltensstörungen. Im Oktober 2008 schrieb das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) in einem Gutachten über Isham und die Pferdehaltung bei Krone:

    „Das Tier hat zu wenig Auslauf und zu wenig Beschäftigung. Eine Änderung scheint aufgrund der Zahl der Tiere und der mangelnden Zahl an Ausläufen und Betreuungspersonal nicht in Sicht. Aufgrund der starken Verhaltensstörung kann dieses Tier nicht im Bestand verbleiben. Die weitere Haltung stellt einen Verstoß gegen § 3 Nr. 6 Tierschutzgesetz dar.“ LANUV-Gutachten zur Tierhaltung bei Circus Krone vom 29.10.2008

    Im Oktober 2008 informierte PETA das Landgestüt Marbach sowie das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg über die Haltungsbedingungen der Pferde bei Circus Krone und sprach die Bitte aus, zukünftig an den Zirkus keine Pferde mehr zu verkaufen. Dennoch verkaufte das Gestüt im November 2010 erneut vier Junghengste an den Zirkus.

    Pferd Isham in seiner Box im Circus Krone

    PETA zugesendetes Videomaterial vom Sommer 2010 zeigte Isham noch immer webend im Circus Krone. Auch 2012 wurde der kranke Hengst noch immer mitgeführt. Aufgrund massiven Drucks von PETA haben die Behörden zu diesem Zeitpunkt zwar größere Boxen bei Circus Krone durchgesetzt, doch kann von einer tiergerechten Pferdehaltung noch immer keine Rede sein.

    Obwohl aus dem behördlichen Gutachten deutlich hervorgeht, dass ein Verbleib von Isham im Zirkusbestand einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt, lebt Isham (Stand 2019) noch immer im Circus Krone.

  • Flusspferdhaltung

    Poppäa leidet in jahrzehntelanger Gefangenschaft

    Flusspferd-Dame Poppäa soll in den 60er- oder 70er-Jahren im Zoo Karlsruhe geboren und schließlich an den Zirkus verkauft worden sein. [9] Obwohl die Flusspferdhaltung bereits mehrfach von Veterinärbehörden beanstandet wurde, fristet Poppäa bis heute ein einsames Dasein bei Circus Krone.

    Bereits 2005 stellte das Veterinäramt in Berlin fest, dass das Badebecken des Flusspferdes mit 8,2 Quadratmetern zu klein und mit 85 Zentimetern zu niedrig ist. 2006 beanstandete eine weitere Veterinärbehörde die Flusspferdhaltung und stellte unter anderem auch wegen dieser Haltung einen Bußgeldbescheid mit Festsetzung eines Bußgeldes von 2500 Euro aus. 2008 stellte das Veterinäramt in Hagen fest, dass Flusspferde als gesellige Tiere für die Haltung im Zirkus ungeeignet sind und diese daher abzulehnen sei. Seit 2009 darf Circus Krone das Flusspferd Poppäa zumindest nicht mehr mit auf Tournee nehmen. Seitdem fristet sie ihr Dasein im stationären Winterquartier des Zirkus in München.

    Flusspferd im Wasserbecken vom Circus Krone

    In einem Schreiben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom August 2009 an die Staatsanwaltschaft München I heißt es unter anderem:Auch bei der Flusspferdhaltung bestanden Mängel, in deren Folge von Leiden auszugehen ist.“ […] „Die Haltungsmängel (zu kleines Badebecken, fehlendes Außengehege) im Stammquartier wurden mittlerweile behoben. Da eine Einhaltung der rechtlichen Vorgaben für Flusspferde auf Tournee kaum möglich ist, wird das Tier seit Beginn der Gastspielreise 2009 nicht mehr mitgenommen, sondern verbleibt im Stammquartier.“

    Doch Aufnahmen vom Frühjahr 2012 brachten zutage, dass Poppäa im Münchner Stammquartier weiterhin unter entsetzlichen Bedingungen lebte, die nicht annähernd den Anforderungen der Haltungsrichtlinien („Säugetiergutachten“) entsprachen.

    Flusspferde sind gesellig und überwiegend nachtaktiv. Normalerweise leben sie in Gruppengrößen von etwa 10 bis 150 Tieren. [10] Sie halten sich tagsüber vorwiegend im Wasser auf und gehen erst in der Dämmerung und nachts an Land. Dabei suchen sie Weideflächen auf, die mehrere Kilometer vom Gewässer entfernt sein können. Im Zirkus dagegen steht den Tieren nur ein winziges Badebecken und kaum Auslauf zur Verfügung.

    Flusspferd im Wasserbecken von Circus Krone

  • Nashornhaltung

    Das traurige Leben des Nashornbullen Tsavo im Circus Krone

    Nashornbulle Tsavo wurde vermutlich Ende der 70er-Jahre in einem südafrikanischen Nationalpark in Freiheit geboren, bevor er 1978 als Wildfang nach Deutschland kam. Seit 2008 war Tsavo bei Circus Krone, zuvor wurde er Jahrzehnte im Circus Barum zur Schau gestellt. [11] Obwohl Nashörner in der Natur Einzelgänger sind, haben sie zumindest in der Paarungszeit auch Kontakt zu Artgenossen. Tsavo wurde jedoch jahrzehntelang in kompletter Isolation gehalten und jeglichen Sozialkontakten beraubt. Das Nashorn-Gehege im Münchner Winterquartier des Zirkus war lediglich ein trauriger Witz. Bei PETA-Besuchen vor Ort in 2012 musste Tsavo mit weniger als 30 Quadratmetern auskommen, anstatt der laut „Zirkusleitlinien“ vorgeschriebenen 125 Quadratmeter. [12]

    Nashörner reagieren sehr sensibel auf Stress und Transporte. So wurde es auch Tsavo während einer Nachmittagsvorstellung im April 2010 zu viel und er versuchte panisch, die Manege zu verlassen. [13] Dabei zertrampelte er die Umrandung der Manege und rannte nur wenige Zentimeter an den Zuschauer:innen vorbei durch den Ausgang. Auch Aufnahmen im Winterquartier in 2012 belegen die Gefährdung von Besucher:innen, die sich dort in unmittelbarer Nähe zu dem rund drei Tonnen schweren Tier aufhalten konnten. Immer wieder kommt es auch heute zu teils schwerwiegenden Zirkusunfällen, wenn Tiere dem mentalen Stress in der Manege und hinter den Kulissen erliegen und in einen „Kampf- oder Fluchtmodus“ schalten.

    2019 starb Tsavo als wohl einsamstes Nashorn der Welt. Tsavo war der Letzte seiner Art, der in einem deutschen Reisezirkus zur Schau gestellt wurde.

    Nashorn vom Circus Krone

Was bedeutet die Dressur für die Tiere?

Ohne Gewalteinfluss wie beispielsweise durch Peitschen- und Stockschläge oder schmerzhafte Stiche mit „Dressurwerkzeugen“ wie dem Elefantenhaken – ein Stock mit einem spitzen Metallhaken – würden die Tiere oftmals unnatürliche Bewegungsabläufe wie einen Kopfstand niemals ausführen. Der Zwang, diese „Tricks“ erlernen und vor Publikum aufführen zu müssen, führt häufig zu seelischen und körperlichen Krankheiten.

Zirkus Mitarbeiter mit Elefantenhaken
In Zirkussen kommt der Elefantenhaken zum Einsatz, um Elefanten zum Gehorsam zu zwingen.

So helfen Sie den Tieren im Zirkus wirklich

Es wird höchste Zeit, jeglichen Tiermissbrauch in Zirkussen zu beenden und endlich ein gesetzlich bindendes Tierverbot für Zirkusse in ganz Deutschland einzuführen. Nur so lässt sich die Situation der Tiere verbessern, die vor und hinter den Kulissen des Circus Krone enormem Tierleid ausgesetzt sind.

Wenn Sie den Tieren – egal, ob es sich um domestizierte Tiere wie Pferde oder Wildtiere wie Löwen und Elefanten handelt – helfen möchten, entscheiden Sie sich bitte immer für Zirkusse ohne Tiere. Denn mit jeder gekauften Eintrittskarte für Einrichtungen wie den Circus Krone unterstützen Sie Tierquälerei.

Für alle, die schnell aktiv werden möchten: Unterstützen Sie unsere Petition für ein Tierverbot in deutschen Zirkussen mit Ihrer Unterschrift.