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Warum Sie niemals einen Corgi kaufen sollten

Wenn Sie darüber nachdenken, einen Corgi zu kaufen, sollten Sie einige Dinge über die Hunde wissen. Erfahren Sie hier mehr über die Zucht, den Handel, die Gesundheit und Bedürfnisse der Tiere – und warum Sie niemals einen Corgi kaufen sollten.

Inhaltsverzeichnis

Corgi-Hunde: Warum Sie niemals einen Corgi kaufen sollten

Corgis sind kleine Hunde mit großen Bedürfnissen und hohen Ansprüchen an ihr Lebensumfeld: Wie die meisten Hunde lieben auch sie die geistigen und körperlichen Herausforderungen. Doch viele Corgis leiden dabei zuchtbedingt unter körperlichen Einschränkungen, die mitunter mit schwerem Tierleid einhergehen.

Tierhandel mit Hunden. Banner

Welche Corgi-Rassen gibt es?

Es gibt zwei Corgi-Rassen:

  • Welsh Corgi Pembroke: Die Hunde haben teils einen angeborenen „Stummelschwanz“. In Deutschland sind sie eher selten, bekannt sind sie weltweit unter anderem, weil Queen Elizabeth II. diese Rasse viele Jahrzehnte züchtete. Aufgrund des angezüchteten „Stummelschwanzes“ können die Vierbeiner nicht artgerecht mit ihren Artgenossen kommunizieren. Eine vorhandene Rute ist immens wichtig in der Körpersprache der Vierbeiner.
  • Welsh Corgi Cardigan: Die Hunde sind meist etwas größer und schwerer als Pembrokes.

Wie viel kostet ein Corgi?

Züchter:innen verlangen für Welsh Corgi Pembrokes in der Regel zwischen 1.300 und 1.500 Euro – aus reiner Profitgier. Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Gier ist, dass britische Corgi-Züchter:innen nach dem Tod der Queen im September 2022 auf erhöhtes Interesse reagierten, indem sie die Preise für die Tiere verdoppelten [1] bis verfünffachten – auf über 6.730 Euro. [2] Zudem werden auch auf den deutschen Internetportalen mehr und mehr Corgis angeboten. Ein Großteil von ihnen stammt aus Osteuropa und Russland.

„Leider gibt es immer wieder regelrechte ‚Hundetrends‘, weil Menschen sich aufgrund des Aussehens und der ‚Rasse‘ für einen tierischen Freund entscheiden und nicht aufgrund des Charakters. Nicht selten stammen diese dann von kriminellen Händler:innen, die die Vierbeiner unter schlimmsten Bedingungen allein aus Profitgründen vermehren. Corgis leiden aufgrund ihrer Körperform und der fehlenden Rute zudem oftmals ein Leben lang. Wer nach gründlicher Überlegung einem Hund ein Zuhause schenken möchte, sollte einen der Hunderttausenden Vierbeiner, die in den Tierheimen warten, adoptieren und keinen kaufen.“

Jana Hoger, PETA Deutschland

Diese ohnehin hohen und aufgrund der gestiegenen Nachfrage absurd erhöhten Preise zeigen eindeutig, dass es Züchter:innen nur darum geht, möglichst großen Profit zu machen. Finanzielle Interessen stehen immer vor dem Wohl der Tiere; und somit sind Zucht und Handel häufig mit Tierleid verbunden.

Dabei rückt oft in den Hintergrund, dass Tiere keine Ware sind, sondern fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen – ihr Wert kann nicht mit Geld bemessen werden.

Sind Corgis „Anfänger“-Hunde?

Corgis sind temperamentvoll und brauchen wie jeder Hund eine artgerechte Beschäftigung – sowohl geistig als auch körperlich. Die Hunde müssen mit Denkaufgaben und ausreichend Spaziergängen ausgelastet werden. Jeder Mensch, der einen Hund bei sich aufnimmt, sollte sich bewusst sein, dass Hunde viel Zeit beanspruchen und unabhängig von der Rasse und Größe körperlich und geistig ausgelastet werden müssen.

Sind Corgis überzüchtet?

Die meisten Hunderassen leiden heutzutage an zuchtbedingten Krankheiten und ihrem Aussehen. Darunter auch viele Corgis, die bei einer Größe von 25 bis 30 Zentimetern oft sehr kurze Beine und einen langen Körper haben. Zudem fehlt ihnen meist die sogenannte Rute, welche wichtig ist für die Kommunikation und Körpersprache im Umgang mit anderen Hunden und Menschen. Oftmals erfüllt die Zucht optische Merkmale, die für den Menschen als besonders schön oder süß gelten – nicht selten sind diese Zuchtziele verbunden mit massiven gesundheitlichen Folgen für die Tiere.

Corgi Hund liegt auf dem Boden
Wenn gewisse optische Merkmale gezüchtet wurden, gibt es fast immer gesundheitliche Probleme, so auch bei Corgis.

Warum haben Corgis kurze Beine?

Der Grund für die kurzen Beine des Corgis ist eine Form von Zwergwuchs, der als „chondrodystropher Zwergwuchs“ bezeichnet wird und auch bei einigen anderen Hunderassen vorkommt.

Sind Corgis Qualzuchten?

Corgis sind Qualzuchten, die oftmals unter zuchtbedingten körperlichen Beschwerden leiden und durch sie eingeschränkt werden, dazu gehören:

  • Ein langer Körper und kurze Beine, die das Laufen und Treppensteigen erschweren und nicht selten auch auf lange Sicht zu Rückenproblemen führen.
  • Die Körperform kann eine degenerative Myelopathie begünstigen, das heißt, das Rückenmark eines Corgis kann im Laufe der Jahre beschädigt werden.
  • Corgis neigen zu Übergewicht.
  • Bei einigen Linien besteht ein erhöhtes Risiko für Hüftdysplasie, eine schmerzhafte Fehlstellung der Hüftgelenkpfanne.
  • Erblinden durch den Grauen Star oder durch die progressive Retinaatrophie, bei der es sich um eine erbliche Krankheit handelt, bei der die Netzhaut abstirbt und die zur Blindheit auf beiden Augen führen kann.
  • Zudem haben die meisten Corgis keine ausgebildete Rute, dies führt zu Problemen in der innerartlichen Kommunikation.

Die Kurzbeinigkeit führt in der Extremform zu deformierten und verdrehten Knochen, damit auch zu massiven Gelenkfehlstellungen der Vorderbeine, die Verschleißerscheinungen und schmerzhafte Arthrosen begünstigen. Kurzbeinige Hunde haben vergleichsweise oft schmerzhafte Bandscheibenprobleme, die oftmals kostenintensive Folgen haben. Die Therapiemöglichkeiten hängen vom Schweregrad ab – sie reichen von Schmerzmitteln über Physiotherapie bis hin zu komplizierten Operationen.

Wie alt werden Corgis?

Corgis können 12 bis 15 Jahre alt werden. Je älter sie werden, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass der angezüchtete lange Körperbau und die kurzen Beine zu körperlichen Beschwerden führen. Bei vielen Corgis zeigen sich Beschwerden auch schon im jungen Alter, teilweise leiden die Tiere jahrelang unter gesundheitlichen Problemen.

Corgi Hund sitzt auf einer Bank
Corgis können ein hohes Alter erreichen, doch oft geht damit die Zunahme körperlicher Beschwerden einher.

Fazit: Was Sie über Corgis wissen sollten

  • Es gibt keine seriösen Züchter:innen von Corgis.
  • Corgis sind Qualzuchten, die ihr Leben lang unter Einschränkungen leiden, teilweise entwickeln sie nur schwer therapierbare gesundheitliche Probleme.
  • Häufiges Treppensteigen ist für den Corgi-Rücken auf lange Sicht schädlich; vor allem beim Herunterlaufen wird der Körper oftmals gestaucht und überbelastet.
  • Auch kleinere Tiere haben einen eigenen Willen, Bedürfnisse und Wünsche: Trotz ihrer geringen Körpergröße brauchen Corgis ausreichend Auslastung – so wie jeder Vierbeiner.
  • Wenn Sie als erfahrene:r Halter:in einen Corgi aufnehmen möchten, sollten Sie Tierheime und Tierschutzvereine aufsuchen. Dort warten unzählige Tiere auf ein neues Zuhause – auch Corgis, die von überforderten Halter:innen abgegeben wurden. Bei Besuchen im Tierheim können Sie gemeinsam mit den fachkundigen Tierheimmitarbeiter:innen herausfinden, welcher Hund zu Ihnen und Ihren Lebensumständen passt.