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Ihr Hund frisst Gras? Alle Gründe und mögliche Risiken

Sie fragen sich, warum Ihr Hund Gras „frisst“ und ob das normal ist? Viele Hundehalter:innen kennen die Situation: Sie gehen mit Ihrem Hund spazieren und er bedient sich dabei ausgiebig an Grashalmen. Hier erfahren Sie, welche Gründe es für das Gras essen gibt und worauf Sie dabei achten sollten.

Inhaltsverzeichnis

Warum „fressen“ Hunde Gras?

Zuerst einmal: Es ist ganz natürlich, dass Hunde Gras essen – auch regelmäßig. Sie brauchen sich also erstmal keine Sorgen zu machen. Für dieses Verhalten kann es ganz unterschiedliche Gründe geben, so finden manche Hunde beispielsweise frisches junges Gras einfach nur lecker. Weitere Gründe können sein:

  • Langeweile
  • Unterstützung des Verdauungstrakts
  • Durst
  • Stress
  • Übelkeit und Verdauungsprobleme
  • Verschluckter Fremdkörper
  • Nährstoffmangel [1, 2]

Bisher ist die wissenschaftliche Lage noch nicht ausgereift, es wird nur vermutet, warum Hunde Gras essen. [2, 3] Wenn Sie beobachten, in welchen Situationen und Mengen Ihr tierischer Begleiter dieses Verhalten zeigt, können Sie besser herausfinden, warum er Gras isst.

Langeweile

Wenn ein Hund sich langweilt oder unterfordert ist, isst er oftmals Gras, um sich zu beschäftigen. [5] Ebenso wie Hunde bei Langeweile gern auf Kauspielzeugen herumkauen, verhält es sich mit dem Gras essen. Für manche Vierbeiner ist es sogar eine Art Spiel, manche Welpen lernen dieses Verhalten schon von ihrer Mutter. [2]

Unterstützung des Verdauungstrakts

Das Essen von Gras wirkt sich positiv auf die Verdauung des Hundes aus, denn dadurch nimmt er wichtige Ballaststoffe zu sich, die die Darmflora unterstützen und so seine Gesundheit fördern. Zusätzlich kann durch die Aufnahme von Gras der Magensäuregehalt gesenkt werden.

hund schnüffelt im gras
Durch die Aufnahme von Gras kann der Magensäuregehalt gesenkt werden.

Durst

Gerade wenn das Gras gefroren oder mit Morgentau benetzt ist, essen durstige Hunde gern Gras. Zudem enthält frisches Gras viel Wasser. [2] Wenn Sie also länger mit Ihrem Vierbeiner unterwegs sind, denken Sie daran, Wasser mitzunehmen.

Stress

Wenn Ihr Hund Gras isst, weil er sich in einer Stresssituation befindet, kann dies eine typische Übersprunghandlung sein und dem Stressabbau dienen. Die im Gras enthaltenen zuckerartigen Stoffe lassen den Blutzuckerspiegel des Vierbeiners wieder ansteigen. [1, 5] Zudem hat Kauen eine entspannende Wirkung. Manche Hunde lenken damit das Verhalten von anderen Hunden um und entziehen sich damit einer stressigen Interaktion – werden sie beispielsweise von einem Hund penetrant bejagt, beginnen manche, Gras zu essen oder zu buddeln, damit der andere Hund von ihnen ablässt. [1]

hund frisst gras
Gras lässt den Blutzuckerspiegel des Vierbeiners wieder ansteigen.

Nährstoffmangel

Einige Menschen vermuten hinter dem Essen von Gras einen Nährstoffmangel. Dies ist jedoch nicht belegt und bisher nur eine Vermutung, denn auch gesunde Hunde mit einer ausgewogenen und hochwertigen Ernährung essen Gras. [1, 2]

Was, wenn sich der Hund nach dem Gras „fressen“ übergibt?

Manchmal übergeben sich Hunde, kurz nachdem sie Gras gegessen haben, wobei sie die Halme und oft auch Schleim und Magensäure hervorwürgen. Dies kann ein Zeichen für Verdauungsprobleme sein, denn das Erbrechen nach dem Gras essen kommt bei der Mehrheit der Hunde nicht vor. [1, 4] Das Gras hilft dem Hund dabei, durch das Übergeben Fremdkörper oder andere Dinge loszuwerden, die ihm schwer im Magen liegen, wie beispielsweise Haare. [1] Möglicherweise hat Ihr Vierbeiner auch auf leeren Magen zu stark getobt oder leidet unter zu viel Magensäure. Das Übergeben ist in diesen Fällen eine natürliche Reaktion des Körpers, die dem Hund hilft, sein Wohlbefinden wieder zu steigern. Nach dem Erbrechen geht es den meisten Hunden besser.

Beobachten Sie die Häufigkeit und besuchen Sie im Zweifel eine tierärztliche Praxis, um sicherzugehen, dass es Ihrem Vierbeiner gut geht und er nicht unter einer Krankheit leidet.

Hund in Tierarztpraxis
Besuchen Sie im Zweifel eine tierärztliche Praxis, um sicherzugehen, dass es Ihrem Vierbeiner gut geht.
Conny Maisch / PETA

Kann Gras „fressen“ für Hunde schädlich sein?

Hunde können sich beim Gras essen mit Würmern und Parasiten infizieren. Dazu gehören neben Magen-Darm-Parasiten auch Lungenwürmer. Die Larven des Lungenwurms befinden sich in (teilweise winzig kleinen) Schnecken, welche oft von Hunden mitgegessen werden. Gelangen die Larven in den Hundedarm, wandern sie in seine Lunge, entwickeln sich dort zu Würmern und vermehren sich. [6] Die neu geschlüpften Larven verursachen große Schäden in der Lunge, sodass erkrankte Hunde häufig unter Symptomen wie Atembeschwerden, Husten, Fieber, Nasenbluten und verminderter Leistungsfähigkeit leiden. [2]

Auch Krankheitserreger anderer Vierbeiner wie beispielsweise Staupe oder Parvovirose können über das Gras essen übertragen werden, beispielsweise wenn sich infizierter Urin, Kot oder andere Körperflüssigkeiten auf dem Gras befinden.

hund liegt im gras
Um der Infektion und dem Wurmbefall vorzubeugen, sollten Sie Ihren Hund regelmäßig impfen lassen und entwurmen.

Was ist, wenn der Hund viel Gras „frisst“?

Wenn Ihr Hund viel Gras isst, haben Sie erstmal keinen Grund zur Sorge. Achten Sie jedoch auf folgende Anzeichen, sollte Ihr Vierbeiner plötzlich große Mengen an Gras zu sich nehmen – denn dann kann es sich schnell um einen Notfall handeln:

  • Ihr Hund isst hektisch und kaut nicht
  • Ihr Hund übergibt sich oft
  • Ihr Hund isst seine normale Nahrung nicht
  • Ihr Hund hat Fieber
  • Ihr Hund kann Kot nicht absetzen
  • Blut im Erbrochenen oder Kot
  • Schleim oder Würmer im Kot

Sollten eines oder mehrere dieser Symptome zutreffen, verbirgt sich dahinter wahrscheinlich ein gesundheitliches Problem und Sie sollten eine tierärztliche Praxis aufsuchen. [3] Es kann sein, dass Ihr Hund unter einer Leber- oder Nierenschwäche, einem Darmverschluss, einer Vergiftung oder Magen-Darm-Erkrankung leidet oder Verletzungen im Verdauungstrakt hat. Die Symptome können auf viele Erkrankungen hinweisen, deswegen sollte in diesen Fällen ein Tierarzt oder eine Tierärztin hinzugezogen werden. [1, 6]

Auf diese Dinge sollten Sie achten

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Hund nicht davon abhalten, Gras zu essen. Wenn Sie regelmäßig auf tierärztlich empfohlene Impfungen und Wurmkuren achten bzw. regelmäßig den Kot untersuchen lassen und Krankheitssymptome ernst nehmen, kann ihm in der Regel nichts passieren. Dennoch sollten Sie auf ein paar Dinge achten, um den Snack für Ihren Vierbeiner so sicher wie möglich zu gestalten.

So sollte Ihr Hund keine sehr scharfkantigen Halme essen, da dies zu Schnittwunden führen kann. Auch sollte Ihr Hund kein Gras essen, welches am Straßenrand oder am Rand von Feldern wächst. Diese Halme sind oft mit Schadstoffen, Dünger und Insektiziden belastet, was zu Vergiftungen führen kann. [2, 5] Selbstverständlich sollte Ihr Hund auch keine Giftpflanzen wie Eibe, Buchsbaum oder Zimmerpflanzen essen.

Sie können die Verdauung Ihres Hundes zudem unterstützen, indem Sie ihm mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag hinweg verteilt geben.

Da Grashalme kaum verdaut werden, bleiben sie häufig nach dem Kotabsetzen im After hängen. Vorsicht! Halme können zu Schnittverletzungen im After und Darm führen. Sollte der Halm feststecken, suchen Sie eine tierärztliche Praxis auf. [3]

Weitere Tipps für das Leben mit einem Hund

Auf unserer Website finden Sie viele weitere nützliche Tipps und Informationen über das Leben mit einem Vierbeiner. Wussten Sie beispielsweise, dass Sie im Sommer die Ohren Ihres Hundes auf Grannen kontrollieren sollten?

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