Küken aus Supermarkteiern ausbrüten?

Immer wieder liest man davon, dass Menschen Eier im Supermarkt kaufen und diese daheim künstlich bebrüten. Tatsächlich sollen daraus dann Hühnerküken schlüpfen.

Wir klären in diesem Beitrag auf, warum dies möglich ist und wieso man es den Hühnern zuliebe dennoch lassen sollte.

Können Küken aus Supermarkteiern schlüpfen?

Vögel fangen erst dann an zu brüten (also die Eier warm zu halten und sie regelmäßig zu wenden), wenn das Gelege voll ist. Dies kann je nach Vogelart wenige Tage bis hin zu mehreren Wochen dauern. Wenn man die frisch gekauften Eier nun daheim in einen Brutautomaten setzt, um die natürlichen Faktoren zu imitieren, dann kann es sein, dass aus manchen Eiern nach etwa 20 Tagen tatsächlich ein Küken schlüpft.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Eier auch befruchtet sind. Normalerweise werden in der Eierindustrie nur weibliche Hühner gehalten und durch Qualzucht regelrecht gezwungen, jeden Tag ein Ei zu legen. Denn statt der natürlichen Ei-Anzahl von etwa 20 bis 30 Eiern im Jahr legen qualgezüchtete Hennen über 300 Eier.

Huehner von Biofarmen
Unter anderem wegen der unnatürlich hohen Ei-Anzahl kommt es oft zu entzündeten Kloaken.

Die männlichen Küken werden seit langer Zeit in den Brütereien vergast, da sie für die profitorientierte Fleisch- und Eierindustrie keinen wirtschaftlichen Wert haben. Nun kommt es aber regelmäßig vor, dass beim sogenannten „Sexen“, also der Geschlechterbestimmung, Fehler unterlaufen und so auch Hähne in die Legebetriebe gekarrt werden – rein äußerlich sehen beide Geschlechter nämlich längere Zeit gleich aus.

In den Käfigen oder Hallen, in denen sich teilweise mehrere Hundert bis mehrere Tausend Hühner befinden, bleiben die Hähne dann meist unerkannt oder werden nicht weiter beachtet. Teilweise werden sie aber auch getötet, da sie keinen Nutzen in Form von Eiern für die Betriebe erbringen. So kann es also sein, dass Hühnereier im Supermarkt befruchtet sind – ganz gleich welche Haltungsform. Denn auch in der Biohaltung kommen die Eier meist aus den gleichen Brütereien und es ist erlaubt, bis zu 3000 Hennen in einem Stallabteil zu halten. Mehrere Stallabteile dürfen zudem nebeneinander gebaut werden.

Warum sollte niemand diese Eier daheim ausbrüten?

Tiere sind kein Gegenstand für Experimente, deshalb ist es falsch, seine Neugierde befriedigen zu wollen, um bei irgendeinem fragwürdigen „Trend“ mitzumachen. Zumal man hierbei die Eierindustrie unterstützt, indem man Eier im Supermarkt kauft. Wer Tiere jedoch nachhaltig schützen möchte, der bezahlt nur für vegane Lebensmittel.

Zumal es genug Hühner gibt, die dringend ein artgerechtes Zuhause auf Lebenszeit suchen. Wie bei Hunden oder Katzen lautet also die tierfreundliche Devise auch hier: Adoptieren und nicht kaufen! In vielen Tierheimen warten immer mehr befiederte Tiere auf ein liebevolles Zuhause. Oder man beteiligt sich mit „Rettet das Huhn“ daran, dass ehemalige Hühner aus der Eierindustrie nicht im Schlachthaus getötet werden.

Wie Sie den Hühnern helfen können

Reduzieren Sie Hühner nicht auf ihre natürliche Eigenschaft, Eier zu legen. Es sind Vögel mit eigenen Bedürfnissen und individuellen Charakteren. Helfen Sie den Tieren, indem Sie sich für pflanzliche Produkte entscheiden und falls Sie die Möglichkeit haben, geben Sie adoptierten Hühnern ein Zuhause für immer.

Hilfe beim Umstieg in ein veganes Leben geben wir Ihnen gerne mit unserem kostenlosen und unverbindlichen Veganstart-Programm.