Zoo im Winter: Wie geht es den Tieren bei Kälte und Schnee?

In deutschen Zoos werden viele Tiere gehalten, die aus warmen Klimazonen stammen und nicht an das europäische Klima angepasst sind. Besonders Säugetieren macht der Winter im Zoo sehr zu schaffen – und das nicht nur wegen der kalten Temperaturen, sondern vor allem aufgrund der „Maßnahmen“, die Zoos im Winter ergreifen.

Begrenzter Freigang im Winter

Viele Tiere in deutschen Zoos sind nicht für Temperaturen unter 15 Grad Celsius geschaffen. Besonders für Tiere aus tropischen Regionen können Minusgrade lebensgefährlich sein [1]. Einige Säugetierarten in deutschen Zoos dürfen ihr beheiztes Innengehege bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder bei Glätte daher nur für kurze Zeit verlassen. So erklärt eine Mitarbeiterin des Münchner Tierparks Hellabrunn:

„Für alle Tiere aus den Tropen ist das hart, egal ob sie aus Afrika oder Asien kommen. Ein Löwe, der hier aufwächst, akklimatisiert sich zwar schon ein bisschen. Aber selbst, wenn er noch nie in Afrika war, ist er auf solch eine extreme Kälte nicht eingestellt. Unsere Löwen dürfen deswegen auch nur für ein Stündchen in den Außenbereich, um sich die Beine zu vertreten – damit sie sich nicht erkälten.“ [2]

Für einige Tierarten ist die Kälte so gefährlich, dass sie sich Erfrierungen zuziehen. Beispielsweise sind Elefanten sehr empfindlich gegen feuchte Kälte und Zugluft und bekommen schnell Erfrierungen an Rüssel und Ohrspitzen [3]. Andere Tiere wie Giraffen sehen sich bei Auslauf im Winter mit einer ganz anderen Gefahr konfrontiert: Glätte. Mit ihren langen Beinen rutschen sie schnell aus und ziehen sich Brüche zu, was nicht selten ihr Todesurteil ist [4].

Bewegungs- und Reizarmut in viel zu kleinen Innengehegen

Im Winter sind diese Tiere hierzulande also wochen- oder monatelang in viel zu kleinen Tierhäusern eingepfercht. Dabei sind die meisten Innengehege nicht einmal halb so groß wie die Außengehege der Tiere. Hier einige Beispiele der gesetzlichen Mindestanforderungen für Zoogehege in Deutschland [3]:

Elefant: 2.000 m² Außengehege, 330 m² Innengehege (4 Tiere)

Giraffe: 1.000 m² Außengehege, 200 m² Innengehege (4 Tiere)

Löwe und Tiger: 200 m² Außengehege, 40 m² Innengehege (2 Tiere)

Baumkänguru: 40 m² Außengehege, 16 m² Innengehege (2 Tiere)

Das gilt nicht nur für Säugetiere: Auch Vögel wie Flamingos oder Pelikane, die im Sommer mit gestutzten Flügeln auf einer malerischen Teichanlage gehalten werden, verbringen den Winter meist in winzigen „Winterquartieren“. [5]

Gitterstäbe, Glaswände, Betonwände oder -böden sind also oft das Einzige, was diese Tiere für lange Zeit zu sehen und zu spüren bekommen. Ohne jegliche Umweltreize wie Wind, Sonne oder Regen wird ihr ohnehin tristes Leben in Gefangenschaft noch unerträglicher. Und diese qualvollen Bedingungen hinterlassen ihre Spuren:

Besonders Säugetiere zeigen oft sehr ausgeprägte Verhaltensstörungen. Sie laufen lange und oft stereotyp hin und her, weben ihren Körper von einer Seite zur anderen oder werfen ihren Kopf ständig nach hinten. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere aufgrund von schlechten Haltungsbedingungen psychisch erkranken [6-7]. Auch zeigte eine Studie im Jahr 2012, dass die meisten Zoogehege in Deutschland ungeeignet sind, um den artspezifischen Bedürfnissen der Tiere nachzukommen [8].

Nachzucht- und Importverbot für Zoos

Wir von PETA Deutschland setzen uns für ein Nachzucht- und Importverbot für Zoos ein, damit die Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft auslaufen kann. Besonders die Haltung von tropischen Tieren, die in Deutschland schon aufgrund der Klimabedingungen nicht artgerecht gehalten werden können, sollte schnellstmöglich enden. Stattdessen könnten Zoos künftig als Auffangstationen für Tiere aus Zirkusbetrieben oder vernachlässigten Privathaushalten dienen.

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie niemals einen Zoo, Tierpark, Wildpark oder eine andere zoologische Einrichtung.
  • Sprechen Sie mit Familie, Freunden und Bekannten darüber, wie die Tiere im Zoo unter der Winterkälte und der artwidrigen Haltung leiden und bitten Sie auch sie, keine Zoos zu besuchen.
  • Unterschreiben Sie unsere Petitionen, um den Tieren zu helfen, die in Zoos, Zirkussen und anderen Branchen ausgebeutet und gequält werden.