Vegan und plastikfrei auf Festivals

Obwohl etliche Festivals mittlerweile ausschließlich pflanzliches Essen anbieten [1], gibt es immer noch einige, bei denen sowohl Fleisch als auch Plastik über die Theke gehen. Wir von PETA finden: Das muss nicht sein! In diesem Beitrag finden Sie wertvolle Tipps, wie Sie vegan und plastikfrei durch die Festivalzeit kommt – und Sie Ihr Leben auch danach tier- und umweltfreundlich gestalten können.

Lage checken

Viele Festivals haben inzwischen die Nachfrage nach veganem Essen registriert und stellen ihr Angebot entsprechend um. Wer den Festivals in den sozialen Netzwerken folgt, findet dort häufig Hinweise über das Essensangebot. Auch auf den Websites der Veranstaltungen kann man in den FAQs das Angebot einsehen. Im Zweifel können Sie den Betreibern und Betreiberinnen sicher auch eine E-Mail schreiben und nach dem pflanzlichen Ernährungsangebot fragen.

Pommes finden

Wer schnell Kalorien, Fett und Wärme braucht, kommt meist auch ohne spezielle Veggie-Stände durch. Bei vermeintlich tierfreien Wok-Pfannen ist eher Vorsicht geboten (da oft mit Fischsauce zubereitet). Auch bei den kleinen Frühlingsrollen ohne Fleisch sollten Sie besser genau nachfragen, ob sie tatsächlich vegan sind. Dafür kann man mit den guten alten Pommes mit Ketchup meist nicht viel falsch machen.

Vorbereiten

Wer im Vorfeld Zeit hat, kann leckere vegane Köstlichkeiten vorbereiten, sodass die Freunde grün vor Neid werden. Quinoa-Möhren-Buletten, Couscous mit Paprika, mediterrane Muffins oder Linsen-Kartoffel-Aufstrich lassen sich schnell zubereiten und gut über zwei, drei Tage lagern. Hier findet Sie weitere Rezepte.

Selber kochen!

Festivalprofis reisen nicht ohne Gaskocher, Wasserkocher, Grill und Kühltasche (oder suchen gut ausgestattete Campnachbarn), was schier endlose Möglichkeiten eröffnet. Die Klassiker Dosenravioli, Grillwürstchen und Instantnudeln gibt es längst auch rein pflanzlich und in der budgetfreundlichen Discounterversion.

Saisonales Obst mitbringen

Sorry spießig, aber: Gerade auf längeren Festivals sind am Ende alle denen dankbar, die zumindest ein paar Radieschen, eine Gurke oder ein paar Äpfel aus der Region aufschneiden und damit das Camp vorm Skorbut retten können. Die wichtigste Festivalfrucht bleibt aber die Banane. Mit ihren Mineralien macht sie sogar den Katerkopf ein bisschen besser.

blaue decke mit picknick
Bereiten Sie sich gut vor. Recherchieren Sie im Vorfeld und bringen Sie eigene Lebensmittel mit.

Festival-Einkaufsliste

  • herzhafte Brotaufstriche
  • Erdnussbutter / Marmelade / Schokoaufstrich
  • Obst (Bananen!)
  • Gemüse (ggf. schon vorbereitet / geschnitten)
  • Kekse
  • Pflanzendrink/ Sojakakao
  • Müsli
  • fertige Linsengerichte
  • Hummus
  • Knabberzeug / Chips
  • Toast / Brot
  • Instantkaffee / Tee
  • Tofu– bzw. Seitanprodukte (Würstchen, Bratlinge, Burger, Riegel)
  • Gebackene Bohnen aus der Dose
  • Gemüseravioli
  • Instant-Reisgerichte
  • (Mineral-)Wasser / Limo
  • Saft
  • Schoko- bzw. Müsliriegel
  • Suppen

Tipps für eine plastikfreie und nachhaltige Festivalsaison

  • Plastikfrei: Essen und Getränke

    Selbst Leute, die den Rest des Jahres darauf achten, wie viel Müll sie produzieren, rasten bei Festivals gerne mal aus. Dabei geht es auch anders: Packen Sie sich Studentenfutter und Müsli aus dem Unverpacktladen in Tupperdosen ein, nehmen Sie unverpacktes Obst wie Bananen und Äpfel mit und holen Sie sich am Morgen vor der Abfahrt noch eine Ladung Brötchen in der Papiertüte oder im Stoffbeutel vom Bäcker. Bei klassischem Dosenessen wie Ravioli oder Chili oder dem Pflanzendrink im beschichteten Karton können Sie zumindest drüber nachdenken, die größere Größe zu kaufen und mit Ihren Mitcampern zu teilen. Glas ist auf vielen Festivals grundsätzlich verboten, aber wenn Sie eine wiederverwendbare Trinkflasche mitnehmt und vor Ort immer wieder auffüllen, sparen Sie sich gleichzeitig das Wasser-Sixpack-Schleppen.

  • Nachhaltig: Geschirr und Besteck

    Wie immer gilt: Es ist nicht sehr nachhaltig, jetzt das 30-teilige Bambus-Geschirrset neu zu kaufen, wenn Sie es nur einmal im Jahr benutzt. Aber vielleicht haben Sie noch wiederverwendbare Plastikteller oder sowieso kein Problem damit, Ihr Müsli aus der Tupperdose zu löffeln? Dann bringt das auf jeden Fall mehr, als wenn Sie eine Packung Einwegteller im Supermarkt kaufen. Auch eine Grundausrüstung an wiederverwendbarem Besteck sollten Sie natürlich mitnehmen. Und falls die Pommes oder der vegane Burger auf dem Gelände selbst noch auf Plastik serviert werden: Sprechen Sie die Essensstandbetreiber:innen und auch das Festival selbst gern an, damit sie wissen, dass Bedarf an umweltfreundlicheren Alternativen besteht. Fragen Sie außerdem gern nach, ob die Speisen nicht auch auf Ihre mitgebrachten Teller ausgegeben werden können.

  • Umweltfreundlich: Kosmetik einkaufen

    Es ist extrem verlockend, vor einem Festival das Reisegrößen-Regal in der Drogerie leerzukaufen, aber lauter kleine Plastikfläschchen und Wegwerf-Feuchttücher sind keine gute Idee für die Umwelt. Und machen Sie sich keine Sorgen: Es geht nicht darum, sofort in jedem Punkt perfekt plastikfrei sein zu müssen, wenn es noch alte Dinge aufzubrauchen gilt oder es für bestimmte Produkte noch keine gute Alternative gibt. Vor allem bei veganer und tierversuchsfreier Kosmetik bekommt man aber zum Glück oft schon Zero-Waste-Produkte, und mit ein bisschen Lust an DIY kann man beispielsweise Deo oder Mascara auch selbst machen.

  • Regenjacken wiederverwenden

    Allgemein ist Kleidung nicht unbedingt etwas, das man am Ende eines Festivals wegwirft. Ausnahme: Regencapes. Statt nur „für den Notfall“ ein Einmal-Cape zu kaufen, das am Ende im Müll landet, investieren Sie lieber ein bisschen mehr in ein besseres Cape oder eine Regenjacke. Denn seien wir ehrlich, regnen wird es garantiert. Und dann freut sich nicht nur die Umwelt, wenn ihr eine Regenjacke tragt, die wirklich dicht hält.

  • Zelt leihen, verleihen oder nachhaltig nutzen

    Die Vorher-Nachher-Fotos von großen Festivals, bei denen der Campingplatz am Ende voller weggeworfener Zelte liegt, haben Sie garantiert schon mal gesehen. Leider ist es immer noch so, dass viele Leute keine Lust haben, ihr Zelt vor der Abreise wieder zusammenzupacken und mitzunehmen. Und das sorgt regelmäßig für riesige Müllberge. Nehmen Sie Ihr Zelt also bitte wieder mit oder entsorgen Sie es – falls es wirklich unwiederbringlich kaputt ist – ordentlich. Denken Sie außerdem vor einem Festival erst mal nach, ob Sie wirklich ein eigenes Zelt brauchen oder Sie sich eins leihen oder mit Freunden teilen können.

Veganstart – Ihr Begleiter auf dem Weg in ein veganes und nachhaltiges Leben

Sie sind allgemein auf der Suche nach einem Wegweiser für die Umstellung auf eine rein pflanzliche Lebensweise? Dann schauen Sie doch mal bei Veganstart vorbei. Hier finden Sie PETAs App- und E-Mail-Programm, dass Sie 30 Tage lang auf Ihrem Weg in ein veganes Leben begleitet. Nach den 30 Tagen können Sie die App mit ihrer großen Rezeptauswahl natürlich weiternutzen und auch Teil der Facebook-Community werden. Hier treffen Sie Gleichgesinnte, die sich auf Austausch, Ihre Erfahrungen und Tipps freuen. Das Programm ist natürlich kostenlos. Worauf warten Sie? Starten Sie noch heute!