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Weiße Tauben – Tierquälerei für die „perfekte“ Hochzeit?

Die sensiblen Vögel werden auf Hochzeiten als Glücksbringer ausgebeutet

Stand Februar 2014
Weiße Tauben sollen Frieden und Treue symbolisieren. Deshalb werden die Vögel immer öfter im Rahmen von Hochzeitszeremonien „aufgelassen“ – als Teil einer romantischen Inszenierung. „Auflass“ bedeutet, dass die Tauben an einem fremden Ort fliegen gelassen werden und sie ihren Weg zurück in den Heimatschlag finden müssen. Leider wissen nur die wenigsten Brautpaare um das große Tierleid, für das dieser neue Trend verantwortlich ist.
© Dembski
Erheblicher Stress für die Vögel
Menschen wollen mit der Hochzeit ihr persönliches Glück feiern. Doch wer bei Hochzeitszeremonien Tauben fliegen lässt, fügt den betroffenen Tieren großes Leid zu. Die Tauben werden ihrem Heimatschlag entnommen und an unbekannte Orte transportiert. Sie müssen in kleinen Boxen ausharren, werden häufig von fremden Menschen in die Hand genommen (was für die Tiere extrem strapazierend ist) und schließlich fliegen gelassen.

Das „Auflassen“ setzt Tauben großer Gefahr aus
Nach dem Tierschutzgesetz ist es verboten, Tiere auszusetzen – nichts anderes geschieht jedoch mit Tauben, die bei Wettflügen oder auf Hochzeiten fliegen gelassen werden. Auf ihren Flügen zum Heimatschlag sind die Tiere großen Gefahren durch Greifvögel oder Orientierungsverlust ausgesetzt. Immer häufiger berichten Tierfreunde vom Fund orientierungsloser und oftmals ausgehungerter weißer Tauben. Weiße Tauben werden speziell ihrer Farbe wegen gezüchtet; andere Fähigkeiten, wie der Orientierungssinn, sind bei den Tieren durch diese Zuchtform häufig weniger stark ausgeprägt.

Vögel als Geschäftsmodell: Es geht um Profit
Viele Taubenzüchter vermieten ihre Tauben heutzutage für Hochzeitszeremonien. Dabei geht es den Züchtern ausschließlich um Profit – es ist ein Geschäftsmodell. Bei Tauben, die sehr günstig vermietet werden, handelt es sich häufig um Lach- oder Pfauentauben, deren Orientierungssinn noch schlechter ausgebildet ist als der hochgezüchteter weißer Brieftauben. Diese Tiere finden oftmals nicht zu ihrem Heimatschlag zurück und verhungern oder werden von Greifvögeln getötet.
© PETA USA
Besonders makaber
Trotz gegenteiliger Beteuerungen der Anbieter wird auch bei der Vermietung von „Hochzeitstauben“ mit hoher Wahrscheinlichkeit die bei Wettflügen gängige sogenannte Witwermethode angewandt. Damit die Tiere möglichst schnell zurückfliegen, wird ein Paar der monogam lebenden Tauben getrennt, um so den Heimkehrwillen der Tiere auszunutzen. Abgesehen vom grundsätzlichen Tierleid, das den Tauben dabei zugefügt wird, ist es sicherlich ein schlechtes Omen, ein Taubenpaar auseinanderzureißen, um einen der Partner als Glücksbringer für die eigene Hochzeit zu missbrauchen.

Missverstandene Liebe zum Züchter
Dass die Tauben wieder zu ihrem Heimatschlag zurückfliegen, wird oft als Liebe zu ihrem Züchter missverstanden. In Wahrheit sind Tauben standorttreue Tiere, die ihren Brutplatz nur zur Nahrungsaufnahme verlassen. Diese Standorttreue wurde schon seit der Antike vom Menschen missbraucht, um Tauben als Boten zu nutzen. Von Natur aus gibt es keine sogenannten Brieftauben oder Botentauben.

Tierliebe endet bei den sogenannten Stadttauben
Viele Menschen wissen nicht, dass es sich bei den sogenannten Stadttauben um verwilderte Haus- und Brieftauben handelt, domestizierte Arten von Felsentauben. Die Populationen in den Städten rekrutieren sich zum größten Teil aus verirrten Brieftauben. Taubenzüchter behaupten gerne, dass ihnen ihre Vögel wirklich am Herzen liegen. Doch wenn dem so wäre, würden sie sich um den Bau und die Pflege von Taubenschlägen in Städten kümmern, anstatt die Stadttaubenpopulationen weiter zu vergrößern und öffentlich zu bekunden, dass heimatlose Tauben getötet werden sollten.

Tauben sind ausgesprochen intelligente und faszinierende Tiere, sie leben monogam und kümmern sich fürsorglich um ihren Nachwuchs, und sollten für Veranstaltungen wie Hochzeitszeremonien nicht leiden müssen. Daher: Finger weg von Hochzeitstauben!

Was Sie tun können

 

  • Entscheiden Sie sich für eine tierleidfreie Hochzeit und buchen oder verschenken Sie keine Tauben zu Hochzeiten.
  • Informieren Sie auch Freunde, Verwandte und Bekannte über das Leid der Tauben und raten Sie ihnen von Hochzeitstauben ab.
  • Wenn Sie verirrte und hilfsbedürftige Tauben finden, bringen Sie diese bitte zum nächsten Tierschutzverein.