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Delfinarien – trostlose Betongefängnisse für Tiere

 
Stand: Mai 2014
 

Delfinarien sind für hochintelligente, sensible Meeressäuger nichts anderes als enge und karge Betonpools. Hier werden Delfine und Schwertwale gezwungen, für eine Handvoll Fische durch die Luft zu springen und Kunststücke aufzuführen – zur Unterhaltung zahlender Besucher, denen das große Leid der Tiere in diesen Einrichtungen zumeist nicht bewusst ist. Diese Freizeitparks sind rein kommerzielle Einrichtungen. Sie beuten intelligente, soziale und sensible Säugetiere aus und sprechen ihnen damit jegliches natürliches Verhalten und Bedürfnis ab. (1) Nach Ansicht von Ric O’Barry, dem ehemaligen Delfintrainer für die Fernsehserie Flipper in den 60er Jahren, der heute für die Freiheit der Delfine kämpft, wollen uns Freizeitparks und Delfinzoos davon überzeugen, dass sich Delfine in diesen Einrichtungen wohlfühlen. „Wüssten die Menschen die Wahrheit, würden sie keine Eintrittskarten kaufen“, so O’Barry. (2) Hinter dem vermeintlichen „Lächeln“ der Delfine verbirgt sich in Wahrheit ein unendlich trauriges und eintöniges Leben.


In Freiheit leben Delfine in großen Sozialverbänden, schwimmen pro Tag bis zu 150 Kilometer weit und tauchen in Tiefen von bis zu 300 Metern. Ihre Becken in Zoos entsprechen häufig nicht einmal einem Zehntausendstel des Streifgebietes, durch das die Tiere an einem einzigen Tag im Meer ziehen. Viele Delfine sterben vorzeitig an den Folgen der Gefangenschaft. Daher halten deutsche Zoos ihre Zuchtbücher und Jahresbücher streng geheim, behaupten jedoch, sie seien „wissenschaftliche Einrichtungen.“
Das Leben in den trostlosen, engen Betonpools ist für die Tiere so unnatürlich, dass Delfine oftmals mit Psychopharmaka und Hormonen behandelt und manipuliert werden. Daher geben Zoos auch keinen Einblick in die Medikation ihrer Tiere.
Im Ozean atmen Delfine frische Luft und genießen das Leben. Im Delfinarium hingegen gibt es kaum Sonne, keine Wellen, Gezeiten oder Strömungen. Anstelle von Sand bieten diese Einrichtungen den Tieren lediglich Beton; und anstatt im offenen Meer spielen und jagen zu können, sind die Delfine in albernen Shows auf die Fütterung toter Fische angewiesen.
Delfinarien sind keine wissenschaftlichen Einrichtungen, sondern eine bildungspolitische Katastrophe. Den Zuschauern, insbesondere Kindern, wird vermittelt, man könne wilde Tiere in enge Becken einsperren, ihnen alles nehmen, was ihr Leben in Freiheit ausmacht, damit sie für uns Kunststücke vorführen, die nichts über ihr artgerechtes Verhalten zeigen.
Es ist allerhöchste Zeit, die Delfinarien zu schließen und die Meeressäuger, die nicht wieder ausgewildert werden können, in betreute Meereslagunen zu überführen.

Wildfänge - Familien werden auseinandergerissen
 
Wildfänge können Delfinpopulationen schwer belasten, denn Familien werden auseinandergerissen, Freunde werden getrennt, Delfinkinder verwaisen. Schmerzen und Verletzungen beim Fang und Transport führen nicht selten zum Tod der Tiere, noch bevor diese im Delfinarium ankommen. Für den Fang eines weiblichen Delfins im „Zuchtalter“ beispielsweise werden ganze Delfinschulen mithilfe von Booten in flache Gewässer getrieben und mit Netzen eingekreist. Nach und nach werden diese Netze zusammengezogen und die Tiere werden in Boote gehievt. Unerwünschte Delfine werden zurück ins Wasser geworfen, oder, wie im japanischen Taiji, grausam geschlachtet, obgleich die Nachfrage nach Delfinfleisch heute nur noch verschwindend gering ist.            
Der Import von Delfinen (und anderen Walen) zu kommerziellen Zwecken ist in Deutschland und der gesamten Europäischen Union verboten (4). Allerdings gibt es leider Mittel und Wege, die Rechtsvorschriften zu umgehen, zum Beispiel durch die „Zwischenlagerung“ von Delfinen in Nicht-EU-Ländern, in denen ein Importverbot durch Ausnahmeregelungen leichter umgangen werden kann. Kommen die Delfine dann nach Deutschland, gelten sie nicht mehr als Wildfänge.      

Vom Ozean ins Betonbecken

Die Gefangenschaft in engen, teilweise sogar gechlorten Betonbecken bedeutet für die sensiblen Tiere ein trauriges Leben, oftmals den vorzeitigen Tod.
Die in der Hochsee lebenden Delfine ziehen gerne in Schulen von mehreren hundert Tieren umher. (5) Telemetrie-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Reviergröße zwischen 85 km² beim großen Tümmler und 1500 km² beim Schwarzdelfin liegen kann. Es wurde beobachtet, dass Hochseedelfine bis zu 300 km weit ziehen. (6) In Gefangenschaft lebende Delfine hingegen werden mit wenig Artgenossen zusammen in enge Becken ohne jede Ausweichmöglichkeit gepfercht. (7) So kommt es leicht zu Aggressionen und Verletzungen.
Während Delfine in der freien Natur ihre Kälber in Schulen gebären, werden schwangere Delfine in Zoos von ihren Artgenossen isoliert. Viele Kälber sterben bei oder nach der Geburt. Im Tiergarten Nürnberg starben allein im Jahr 2007 zwei Kälber. (8)

Delfine orientieren sich mit Hilfe ihres Echolots, indem sie eine Serie von Impulsen und Klicklauten aussenden. Die Schallwellen treffen auf Objekte im Wasser und werden dann an den Delfin in Form eines Echos zurückgegeben, fast wie bei einem Sonargerät. So können sie die Form, Dichte, Entfernung und den Standort dieser Objekte bestimmen und Fische aufspüren; in Aquarien jedoch verkümmert dieser Sinn. Der berühmte französische Meeresforscher Jacques Cousteau sagte einmal, dass das Leben eines Delfins in Gefangenschaft „zu einer Fehlregulierung des gesamten sensorischen Apparates führt, was wiederum bei einem so sensiblen Lebewesen zu einer Störung des mentalen Gleichgewichts und des Verhaltens führt“. (9)      

In Zoos werden die Becken der Tiere mit Chemikalien gereinigt, deren Nebenwirkungen unbekannt sind. Im US-amerikanischen Clearwater Marine Aquarium beispielsweise war der Chlorgehalt im Wasser so hoch, dass die Delfine ihre Augen nicht öffnen konnten und ihre Haut sich schälte. (10)
Der Oklahoma City Zoo schloss seine Delfinanlage, nachdem vier Delfine innerhalb von zwei Jahren an einer bakteriellen Infektion gestorben waren. (11)

Delfine in Zoos müssen zur Unterhaltung zahlender Zuschauer Tricks erlernen und diese dreimal täglich auf Kommando vorführen. Nach Angaben von Ric O’Barry ist ein „positives Belohnungstraining“ nur eine Beschönigung für „Futterentzug“. (12) Der ehemalige Delfintrainer Doug Cartlidge berichtet, dass die hochsozialen Delfine bestraft werden, indem man sie von anderen Tieren isoliert. (13) Mit „artgerechtem Spieltrieb“ hat dies nichts zu tun. Es handelt sich um eine kommerzielle Erfindung.

Die tragischen Folgen der Gefangenschaft

Wäre das Leben von Delfinen in Gefangenschaft so ruhig und idyllisch, wie uns die Zoos glauben machen wollen, müssten die Tiere dort länger leben als in der freien Natur. Doch obwohl Meeressäuger in Gefangenschaft weder natürlichen Feinden noch der Meeresverschmutzung ausgesetzt sind, bedeutet ihre Gefangenschaft meist den frühen Tod. Delfine in freier Natur werden etwa 40 Jahre alt. (14) Aber mehr als 80 Prozent der Delfine in Gefangenschaft, deren Alter feststellbar war, starben, bevor sie 20 Jahre alt waren. (15)

Ein ehemaliger Trainer im US-amerikanischen Hersheypark kündigte seinen Job, weil er „eine Menge frustrierter Tiere sah, die an Geschwüren starben“. (16) Ein Meeressäuger-Verhaltensbiologe aus Seattle gibt an, dass „Delfine in Gefangenschaft selbst zugefügte Traumata aufweisen können“ und dass manche an der Wasseroberfläche treiben und an Beton kauen, bis sie sich die Zähne ruiniert haben. (17) Der Stress ist so groß, dass einige Tiere sogar Selbstmord begehen. Jacques Cousteau und sein Sohn Jean-Michel schworen, dass sie niemals wieder Meeressäuger fangen würden, nachdem sie Augenzeugen geworden waren, wie sich ein gefangener Delfin selbst tötete, indem er immer und immer wieder freiwillig und mit voller Wucht gegen die Wände seines Beckens stieß. (18)

Menschen in aller Welt erkennen zunehmend, dass Delfine und andere Wale nicht in Gefangenschaft gehalten werden können. Kanada hat den Fang und Export von Beluga-Walen untersagt. (19) Israel hat die Einfuhr von Delfinen zu Unterhaltungszwecken verboten. (20) Australien und seit 2012 auch die Schweiz verbieten den Import von Delfinen. (21) Pläne für den Bau eines Delfinbeckens in Meereszentren in Virginia sowie auf Rügen wurden nach massiven Protesten der Öffentlichkeit aufgegeben. (22) In Österreich und England gibt es keine Delfinarien, und in Kroatien konnte im Sommer 2007 dank massiver internationaler Proteste der Bau eines Delfinariums verhindert werden. Das Conny-Land in der Schweiz hat die Delfinhaltung 2013 aufgegeben.

Was Sie tun können

Besuchen Sie keine Zoos, die Delfine oder Orcas in Gefangenschaft halten. Unterstützen Sie PETAs Petition für ein Importverbot von Delfinen nach Deutschland.  Fordern Sie Zoos auf, ihre Delfine in betreute Meeresbuchten umzusiedeln.

Quellenangaben

1) Sally Kestin, “Not a Perfect Picture,” Sun-Sentinel, 16 May 2004.
2) Kestin.
4) EU-Richtlinie 338/97, 09.12.1996.
5) Graham Bateman “Die Tiere unserer Welt. Säugetiere des Meeres. Band 2.” Equinox (Oxford) Ltd. 1987.
6) Graham Bateman “Die Tiere unserer Welt.
Säugetiere des Meeres. Band 2.” Equinox (Oxford) Ltd. 1987.
7) Animal and Plant Health Inspection Service, “3.104 Space Requirements.”
8) Förderverein DelphinLagune e.V. Tiergarten Nürnberg. Newsletter Juli 2007.
9) Virginia McKenna, Into the Blue.
New York: Harper Collins Publishers, 1992.
10) Sally Kestin, “Sickness and Death Can Plague Marine Mammals at Parks,” Sun-Sentinel, 17 May 2004.
11) Sally Kestin, “Sickness and Death Can Plague Marine Mammals at Parks.”
12) McKenna.
13) McKenna.
14) Sally Kestin, “Experts, Parks Debate Animal’s Ages of Death,” Sun-Sentinel, 16 May 2004.
15) Sally Kestin, “Not a Perfect Picture.” Sun-Sentinel, 16 May 2004.
16) Christopher Schnaars, “Marine Parks: Below the Surface,” The Morning Call, 16 May 2004.
17) Kestin, “Sickness and Death Can Plague Marine Mammals at Parks.”
18) Dianne Dumanoski, “The Age of Aquariums. Critics Warn Captivity Is Harmful,” The Boston Globe, 12 Nov. 1990.
19) Brian McHattie, MSc., letter to Ann Terbush, U.S. Department of Commerce, “Comments on National Marine Fisheries Service Proposed Rule—Docket No. 001031304-0304-01,” 31 Oct. 2001.
20) “Israel Agency Bans Import of Dolphins,” Reuters, 4 Feb. 1994.
21) Andrew Darby, “Born to Be Wild,” Sydney Morning Herald, 23 Jul. 2003.
22) Jon Frank, “Beach to Turn Over Documents on Tank Expansion to PETA; Deal Is Second Challenge to City’s Compliance With Information Law in Less Than a Week,” The Virginian-Pilot, 28 Mar. 2001.


 

Was Sie über die Delfinarien in Duisburg und Nürnberg wissen sollten

 
2013 war ein gutes Jahr für Delfine, denn das Delfinarium des Münsteraner Zoos in NRW hat im Frühjahr geschlossen. Ebenso gab der Freizeitpark Conny-Land in der Schweiz die Delfinhaltung auf, nachdem im Spätsommer 2011 zwei Delfine, wenige Wochen nach einer Technoparty im Park, gestorben waren.

Delfinarien gibt es jetzt nur noch im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg. Für beide Delfinarien gilt:
Hier leben Wildfänge, 3 in Nürnberg, 3 in Duisburg.
·  Obgleich die Nutzung der Tiere zu kommerziellen Zwecken gesetzlich verboten ist, gibt es in beiden Zoos täglich Delfinshows, sprich, an 365 Tagen im Jahr arbeiten die Tiere, in den Sommerferien sind es sogar bis zu 5 Shows täglich.
·  Vertuschung von Todeszahlen, Todesursachen und Details zur Medikamentengabe: Keines der beiden Delfinarien gibt Jahresbücher, Wildfang-Daten (wann wurden wo welche Tiere gefangen, wie viele starben beim Fang, Transport und nach der Ankunft), Bestands- oder Todeslisten heraus. Wie oft und welche Medikamente gegeben werden (z.B. Psychopharmaka, Beruhigungsmittel und Antibiotika), ist auch geheim. Dabei haben sie angeblich nichts zu verbergen.
 

Nürnberg

1. Aktueller Bestand (Mai 2014):
Hier leben zurzeit 10 Delfine, darunter 3 Wildfänge und 2 in Nürnberg geborene Tiere, sowie 1 Delfin aus Soltau (Arni). Joker, der 2. Delfin aus Soltau war von 2008-2013 in Nürnberg und wurde dann von Arni getrennt und nach Harderwijk abgegeben, sowie 2 Delfine, die im Juni 2013 aus Harderwijk kamen.

Moby (52 Jahre, Wildfang, seit 1971 in Nürnberg)
·  Jenny (27 Jahre, Wildfang, seit 1991 in Nürnberg)
·  Noah (geb. 1993 in Nürnberg)
·  Sunny (geb. 1999 in Soltau, seit 2005 in Nürnberg)
·  Anke (39 Jahre, Wildfang, über das Delfinarium in Münster kam sie am 28. Dezember 1990 nach Nürnberg. 2008 wurde sie in das Delfinarium Harderwijk in den Niederlanden gebracht und kam 2012 wieder zurück. Anke verlor sowohl 2010 als auch 2011 ihr Baby intrauterin (im Bauch).)
·  Arni (seit 2008 in Nürnberg, aus dem Heidepark Soltau übernommen)
·  Rocco: 2005 in Harderwijk geboren, seit Juni 2013 in Nürnberg.
·  Kai: 210 in Harderwijk geboren, seit Juni 2013 in Nürnberg. Sohn von Nynke, die im September 2008 von Nürnberg an Harderwijk abgegeben worden war. (Im Meer bleiben Mutter und Sohn immer zusammen, hier wurden sie getrennt).
. Dolly: 2007 in Duisburg geboren (seit 2014 in Nürnberg)
. Donna: 2007 in Duisburg geboren (seit 2014 in Nürnberg)

Geplant war die Erweiterung des Delfinbestandes auf bis zu 10 Tiere (1). Dann haben die Delfine vor allem in der kalten Jahreszeit noch weniger Platz als zuvor.

2. Delfine werden hin- und her getauscht
Die Delfine werden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) hin- und hergeschoben. Anke zum Beispiel wurde von Florida nach Deutschland importiert und hier viermal zwischen den Delfinarien Münster, Nürnberg und Harderwijk weitergereicht um sich fortzupflanzen. Das hat aber nicht funktioniert, denn Anke hat 2010 und 2011 ihr Baby verloren.

3. Durchschnittliche Sterberate: etwa 1 Delfin pro Jahr
In Nürnberg starben bislang, seit der Gründung des Delfinariums im Jahr 1971, 33 Delfine. Seit 2004 waren alle 10 Nachzuchten überwiegend Totgeburten oder überlebten nur wenige Tage (2).
Vermutlich starben sogar noch mehr, da Zuchtbücher und Todeslisten geheim gehalten werden. In etwa 40 Jahren Delfinhaltung entspricht das knapp einem Delfin pro Jahr.
Regelmäßig verlieren Delfinmütter ihre Babys. Zuletzt verlor Delfin Anke 2010 und 2011 ihr Baby im Delfinarium Harderwijk.
·  Von den 33 Todesfällen im Nürnberger Tiergarten waren etwa die Hälfte Wildfänge.
·  Von 21 Nachzuchten sind schon bereits 17 gestorben! (3)
·  Bereits 23 Tiere aus freier Wildbahn wurden ins Nürnberger Delfinarium gebracht! (3)
Die Delfine, die von Nürnberg in ein anderes Delfinarium umgesiedelt wurden, und dort starben, wurden hier nicht mitgezählt.

4. Delfine werden als Show-Clowns missbraucht
Bis zu 5 Shows am Tag („Präsentationen“) müssen die Delfine in den Sommerferien mitmachen (4). Auch kranke Tiere werden nicht verschont; so muss der 52-jährige Moby jeden Tag eine Show aufführen, obwohl er nierenkrank ist. Es heißt zwar immer, sie würden freiwillig mitmachen, aber nur so bekommen sie Leckerbissen.

5. 30 Millionen Euro für ein Betongefängnis namens „Lagune“
Die ursprünglich angekündigten 24 Millionen Euro reichten erwartungsgemäß nicht aus. Co-finanziert wurde die Lagune mit Mitteln der Bayerischen Landesstiftung, des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V., des Fördervereins „DelphinLagune e.V.“ und Cortal Consors.

6. Versuchte Vertuschung des Lecks in der Lagune
Im August 2011 bemerkten die Techniker, dass die Lagune ständig Wasser verlor. Das Salzwasser, das Pflanzen und den Erdboden schädigt, versickerte in einem Wäldchen. Als der Tiergarten das bemerkte, ,haben wir das dem Umweltamt gemeldet‘, so Encke. Es wurde eine Chloridbelastung von 2000 Milligramm pro Liter gemessen. Erlaubt sind laut Trinkwasserverordnung jedoch lediglich 200 Milligramm. Allerdings sind wohl zwei Eichen durch die Salzbelastung geschädigt“ (5). Mitte Mai 2012 erstattete PETA Anzeige gegen den Zoo und das Umweltamt, nachdem ein anonymer Hinweis auf das Leck einging.

7. Zoodirektor Encke beim Lügen ertappt
Schon im Februar hatte die AZ einen anonymen Hinweis bekommen, dass Salzwasser aus der Lagune austritt, das versickert und Bäume schädigt. Am 22. Februar fragte die AZ bei Encke nach. Doch der sagte, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Was sich jetzt als zumindest kreativer Umgang mit der Wahrheit herausstellt“ (5).

8. Kranke Delfine
Die Delfine Moby und Jenny in Nürnberg leiden an Nierenschäden, sodass ihnen täglich 6 Liter Süßwasser mit einem Wasserschlauch in den Rachen gepumpt werden (wurde erzählt während einer Delfin-Show 2012).

9. Klapsmühle Delfinarium: Manipulation des Verhaltens durch die Gabe von Hormonen und Psychopharmaka
Delfine in Delfinarien werden nicht nur eingesperrt, sondern auch hormongesteuert und mit Psychopharmaka ruhiggestellt. Frust und Aggressivität, z.B. über das Eingesperrtsein in den viel zu engen Becken sowie über mangelnde Ausweichmöglichkeiten und das Abgrenzen von anderen Delfinen, wird durch gezielte Medikamentengabe unterdrückt.

Die Akteneinsicht des Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) hat 2012 gezeigt, dass einige Delfine in Nürnberg mit Diazepam (auch als „Valium“ bekannt) und Clinofem®10 (weibliche Hormone, die bei Frauen zur Behandlung von Wechseljahr-Beschwerden zum Einsatz kommen) ruhiggestellt werden.

Zur Erinnerung: 2011 starben zwei Delfine im Conny-Land in der Schweiz. Als Todesursache gilt offiziell eine falsche Antibiotikagabe. Rückstände von Opiaten wurden ebenfalls nachgewiesen, die eine ähnliche Wirkung haben wie Morphium und Heroin.

10. Das Märchen von der Delfintherapie:
Dr. Flipper versagt. Keine wissenschaftlichen Belege für Delfintherapie“, so lautete der Titel auf 3sat, über die desillusionierenden Ergebnisse der Delfintherapie-Versuche in Nürnberg 2007. Der Psychologe Erwin Breitenbach vom Würzburger Uni-Institut für Sonderpädagogik hatte mit dem Tiergarten Nürnberg für die Delfintherapie eine Studie mit 118 Kindern erstellt, die an Autismus, Down-Syndrom und anderen Behinderungen litten. Die Therapeuten stellten anschließend keine Veränderungen fest. Nur diejenigen Eltern, die viel Geld für die Therapiestudie bezahlten, beurteilten die Ergebnisse kurzfristig und vorübergehend positiv.

11. Die Lagune ist viel zu klein!
Eine große Lagune zur artgerechten Haltung? Von wegen! Die Lagune ist in sechs verschiedene Becken unterteilt. Die Delfine haben nicht zu allen Becken Zugang und die Tiefe liegt zwischen 0,5 und 7 Metern. Im Meer tauchen die Tiere bis zu 600 Meter tief, schwimmen etwa 100 bis 150 Kilometer am Tag und erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 50 Kilometern pro Stunde.

Nur der Ozean ist artgerecht!
 

Duisburg

12. Aktueller Bestand (Mai 2014):
8 Delfine: Ivo, Pepina, Delphi, Daisy, Diego, Dörte und Darwin und ein von den anderen getrennt lebender Amazonas-Flussdelfin, genannt „Baby“.
·  Ivo, Pepina und Baby sind Wildfänge.
13. Beengte Haltung
9 große Tümmler leben im Duisburger Zoo. Insgesamt gibt es anscheinend 6 Becken, allesamt sehr klein. An seiner tiefsten Stelle ist das Wasser 5 Meter tief.

14. Zu viele Shows, zu viele Zuschauer
In Duisburg gibt es an 365 Tagen im Jahr 2 bis 3 Vorstellungen jeden Tag, „bei Bedarf mehr“ (6). Die Tiere haben keinen Tag frei. Es gibt 1200 Sitzplätze, plus Stehplätze und Treppen (6). Der Zoo behauptet, die Delfine können selbst entscheiden, ob sie mitmachen oder nicht. Aber wenn sie die Nahrung nicht erst viel später bekommen möchten, müssen sie mitmachen. www.videozeugen.de/4171/zoo-duisburg-europas-groster-delfin-friedhof/
·  In der Hochsaison sind 1200 Besucher, die mehrfach am Tag klatschen, Stress für die Tiere. Die Delfine müssen während der Show über Stangen springen.
 
15. Zu enger Kontakt zu Besuchern
An Kindergeburtstagen werden Kinder „rasant“ mit dem Schlauchboot über das Wasser gezogen. Hierdurch besteht Gefahr für Kinder, denn Delfine sind Wildtiere und können angreifen. Für die Delfine besteht Gefahr durch eingeschleppte Keime oder Verschlucken von Fremdkörpern.

16. Todesfälle
Im Zoo in Duisburg starben schon mindestens 60 Delfine (vermutlich aber einige mehr), darunter auch Weißwale und Süßwasserdelfine.
Der prominente Delfinschützer Richard O’Barry hat den Zoo Duisburg als den „größten Delfin-Friedhof der Welt“ tituliert.
·  In den vergangenen 20 Jahren sind laut Statistik des Umweltministeriums dort insgesamt 15 Delfine gestorben, darunter 9 Babys. Nach einem Bericht im Focus aus dem Jahr 1993 waren es bis dahin 45 Todesfälle. Insgesamt sind das 60 Todesfälle. Wir vermuten, dass noch mehr Fehlgeburten verheimlicht werden und auch während der zahlreichen Wildfang-Expeditionen unter Dr. Gewalt, dem damaligen Zoodirektor, der seinen Namen nicht zu Unrecht trug, viele Tiere gestorben sind.
Der Zoo spricht in diesem Zusammenhang auf seiner Homepage von „anfänglichen Schwierigkeiten“.

17. Das Märchen vom Artenschutz!
Zum Erhalt der Delfinarten trägt der Zoo keinesfalls bei, denn noch nie wurde ein Delfin wieder in die freie Wildbahn zurückgebracht. Die Großen Tümmler sind nicht bedroht und benötigen also keinen Artenschutz. Trotz der vermeintlichen Artenschutzbeteuerungen hat der Zoo seit 1960 sehr viele Wildfänge importiert und hohe Verluste verzeichnet.

18. Unabhängige Wissenschaftler fordern Freiheit für Delfine
Renommierte Wissenschaftler stützen sich auf neueste Erkenntnisse, um die Gefangenhaltung von Delfinen und Walen in Zoos zu beenden. Laut der Meeresbiologin Lori Marino von der Emory Universität in Atlanta sind nicht Affen, sondern Delfine die intelligentesten Lebewesen neben dem Menschen. Ebenso wie der Ethikprofessor Thomas White von der Loyola Marymount Universität in Los Angeles fordert sie, dass die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen gezogen und die Meeressäuger dem Menschen ethisch gleichgestellt werden.
Marino fand heraus, dass das Hirn der Delfine stärker gefaltet ist und eine größere Oberfläche hat als die des Menschen. Die Faltung betrifft vor allem den Neocortex, eine Hirnstruktur, die komplizierte Denkvorgänge und das Selbst-Bewusstsein steuert. Keine andere Tierart habe ein so gewundenes Gehirn wie Delfine, berichtete Marino auf der Jahrestagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS in San Diego. Laut White haben Delfine positive und negative Empfindungen, erkennen einander und begegnen sich mit Respekt, meist mit Zuneigung, erkennen sich im Spiegel, gehen analytisch und planmäßig vor und lösen komplexe Aufgaben. Außerdem können sie gefühlsmäßig intensiv und langanhaltend leiden. Daher spricht der Ethik-Professor Delfinen ähnliche Rechte zu wie Menschen. Delfine dürften nicht wie „Sklaven“ für Tiershows vermarktet und zu Hunderttausenden gejagt und geschlachtet werden.
 

Quellenangaben
(1) Aussage der Pressesprecherin des Zoos in 2012
(2) WDSF
(3) Die Delfinbefreier
(4) Homepage des Zoos Nürnberg, Stand August 2012
(5) Abendzeitung Nürnberg, Mai 2012
(6) Homepage des Zoos Duisburg, Stand August 2012