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Der Islam und die Tiere

Stand Mai 2013
Der Islam ist eine Religion, die seit jeher Tiere als ganz besonderen Teil der Schöpfung Allahs ansieht. Der Koran, die Hadithe und die Geschichte der islamischen Zivilisation bieten viele Beispiele für Mitgefühl und Respekt gegenüber Tieren.

Zahlreiche Überlieferungen des Korans zeigen auf, dass Mohammed ein großer Tierfreund war und insbesondere Katzen gern zu haben schien. Tierquälerei sowie der Verkauf von Hunden oder Katzen sind verboten. Im Islam wird dem Menschen Verantwortung gegenüber Tieren, für sein Leben auf Erden und der Umwelt übertragen. Er soll die göttliche Ordnung erhalten (1).

Denn „Tiere ,handeln gerecht‘, da diese nur töten, was sie zum Essen brauchen, d.h. sie töten nicht aus Willkür.“ Ein Mensch hat heute jedoch die freie Wahl bei der Entscheidung bezüglich seines Essens. Kein Tier muss sterben, um den menschlichen Hunger zu stillen, es gibt genügend pflanzliche Nahrungsquellen (1).

In den meisten Teilen der Welt werden Tiere auf industrielle Art und Weise getötet, um Fleisch, Milch und Eier in Massen vermarkten zu können, was zu immensem Tierleid führt. Doch all diese „Produkte“ schaden nicht nur den Tieren selbst, sondern auch unserer Gesundheit: Krebs, Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Diabetes – um nur einige zu nennen – stehen damit in Zusammenhang. Außerdem hat die Herstellung jeglicher tierischer Produkte einen sehr schädlichen Einfluss auf unsere Umwelt.

Betäubung bei der Halal-Schlachtung
Im Exporthandel werden Tiere über Tausende von Kilometern zu Schlachthöfen gebracht, in denen ihnen bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten wird, das sogenannte Schächten. Dieses Vorgehen ist nicht nur grausam, sondern widerspricht auch allen Aussagen des Koran und der Halal-Schlachtgesetze. Es müssen bestimmte Kriterien eingehalten werden, damit Fleisch als halal bezeichnet werden kann. Denn die Lehren des Islam besagen ganz klar, dass alles nur Mögliche getan werden muss, um das Leid des zu tötenden Tieres zu minimieren.

Die Halal-Regeln legen u.a. fest, dass ein Tier vollständig ausbluten muss. Lange Zeit dachten Muslime, dem Tier die Kehle durchzuschneiden, ohne es vorher zu betäuben, wäre die einzige Möglichkeit, dies zu erreichen. Es gibt jedoch Belege dafür, dass die Betäubung bei Schafen und Rindern den Prozess des Ausblutens nicht beeinträchtigt. Das Blut von Tieren, die vor der Tötung betäubt wurden, rinnt genauso schnell aus dem Körper wie das Blut von Tieren, die bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden.

Eine leidfreie Schlachtmethode gibt es nicht. Daher ist die rein pflanzliche Ernährung der einzige Weg, das Leiden der Tiere zu vermeiden und ihnen den nötigen Respekt zu erweisen.

Die Schlachtung jedes Tieres wird von muslimischen Vertretern überwacht. In Australien haben islamische Führungspersonen auch den Bolzenschuss anerkannt. Da die Tiere mit dieser Praxis nur betäubt, aber nicht getötet werden, ist sie mit Halal-Vorschriften vereinbar. Doch oftmals trifft das Bolzenschussgerät nicht richtig, sodass die Tiere noch bei vollem Bewusstsein sind.

Daher sollten wir uns fragen, ob es wirklich im Sinne Allahs sein kann, dass diese wundervollen Geschöpfe auf gewaltsame Weise umgebracht werden, obwohl es so viele pflanzliche Nahrungsmittel für alle gibt, die zudem gesünder und umweltfreundlicher sind.

Leben und Tod ohne Gnade
Die meisten Muslime sind mit dem Begriff „halal“ (erlaubt/zulässig) vertraut – der jüdischen Entsprechung von „koscher“. Weniger vertraut sind sie dagegen mit dem Begriff „tayyib“ (rein/ethisch/gut). Wenn im Koran die Rede davon ist, nur Lebensmittel zu essen, die halal sind, wird meist auch tayyib als weiterer Anspruch erwähnt. Doch heutzutage ist der Begriff vielerorts in den Hintergrund gerückt.

Tayyib mag zwar bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten sein, doch jedes Jahr werden in Deutschland rund 3 Milliarden Tiere für die Nahrungsmittelindustrie auf eine Art und Weise geschlachtet, die nichts mit Ethik zu tun hat. Sowohl geschächtete Tiere als auch Tiere, die – oft erfolglos – zuvor mit dem Bolzenschussgerät betäubt wurden, haben es nicht verdient zu sterben.

Diese unschuldigen Geschöpfe waren und sind Opfer der industriellen Fleisch-, Milch- und Eierindustrie. Die meisten von ihnen verbringen ihr ganzes Leben unter trostlosen und schrecklichen Lebensbedingungen, abgeschottet von allem, was das Leben erträglicher machen könnte. Oft leiden sie dabei an schweren Krankheiten. Selbst die Art und Weise, wie sie getötet werden, zeigt auf, wie wenig Respekt die Menschen den Tieren erweisen. Eine Kuh wird bereits im Alter von 18 Monaten getötet, das entspricht dem Jugendalter eines Menschen. Sie werden über hunderte Kilometer, egal bei welchen Witterungen, zum Schlachthof gekarrt und in den Schlachtraum getrieben. Die Tiere können erahnen, dass ihnen etwas Schreckliches bevorsteht, ihre Augen weiten sich vor Angst. Auch wenn wir das Leid der Tiere in den großen und dunklen Ställen nicht sehen können, dürfen wir nicht vergessen, dass es existiert! Bei unserem Einkauf im Supermarkt kommen wir mit Fleisch, in kleine Teile zerlegt, in Kontakt. Doch dieses Fleisch stammt von Lebewesen, die, genau wie wir, Schmerzen und Leid empfinden können. Wir sollten bei unseren Kaufentscheidungen daran denken, wie es entstanden ist. GoVeggie.de

„Und stiftet keinen Verderb auf der Erde, nachdem dort Ordnung herrscht, und ruft ihn in Furcht und Hoffnung an. Wahrlich, Allahs Gnade ist nahe den Wohltätigen.“ (Surat al-A'raf 7: 56) PETA.de/Umwelt

Für alle gläubigen Muslime stellt sich die Frage: Ist es vertretbar, wenn wir auf der einen Seite dieses System unterstützen und auf der anderen Seite den Glauben Allahs verfolgen? Vor dem Hintergrund dieser Informationen sollte jeder Einzelne von uns den richtigen Weg finden.

Halal? Äußerst unwahrscheinlich.
Halal-Fleisch ist ein weitverbreiteter Mythos in der industrialisierten Welt. Doch nicht immer ist „halal“, was mit halal gekennzeichnet ist – es kann sich durchaus um handelsübliches Fleisch (z.B. auch Schweinefleisch) handeln. Darüber hinaus ist bekannt, dass eine große Menge des angeblichen, durch das religiöse Gesetz des Islam vorgeschriebenen Halal-Fleisches (auf islamische Weise geschlachtet) in Konflikt mit anderen Vorschriften des Islam gerät. Denn im Laufe der Geschichte des Islam äußerte sich keiner der Gelehrten über die Notwendigkeit, Fleisch zu essen. Das zeigen die folgenden Gebote:

1. Das Tier muss in einer artgerechten und gesunden Umgebung aufwachsen.
2. Das Tier darf während des Transports nicht misshandelt und gestresst werden oder in irgendeiner Weise Beschwerden erleiden.
3. Das Tier darf sich vor dem Tod nicht gestresst oder verängstigt fühlen.
4. Während des Tötens darf das Tier keinen langanhaltenden Schmerzen oder Verletzungen ausgesetzt sein.
5. Das Tier darf nicht im Beisein anderer Tiere getötet werden.

Es zeigt sich, dass keine dieser Bedingungen, nämlich die Würde von Lebewesen zu respektieren und zu erhalten, in den heutigen Gegebenheiten der Tierhaltung und Fleischproduktion wiederzufinden sind. Es gibt keinen schmerzfreien Tod und jedes Tier ist verängstigt, wenn es im Schlachthaus den Tod riecht oder sieht.

Untersuchungen zum Halal-Fleisch
Die jüngsten Erkenntnisse zur BSE-Seuche (Rinderwahn) haben dazu geführt, dass viele Muslime den Zustand ihres Halal-Fleisches hinterfragen. Einem aktuellen Bericht zufolge ist Halal-Fleisch immer noch anfällig für BSE.

Quelle:
(1) Ibrić, Almir: Bilder und Tätowierungen im Islam. Eine Einführung in die Ethik und Ästhetik des Polytheismusverbots, Wien 2010.

Interessante Artikel zum Thema:
www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/jul/29/vegetarianism-arab-culture-environment
www.newscientist.com/article/dn17972-animals-feel-the-pain-of-religious-slaughter.html?full=true&print=true

Was Sie tun können


PETA empfiehlt daher eine Ernährung, die halal und rein pflanzlich ist. PETAs Ernährungspyramide