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Fuchsbandwurm: Die Jagd fördert seine Verbreitung

Bei Begegnungen mit Füchsen im heimischen Garten, beim Spazieren im Wald oder andernorts haben manche Menschen Sorge vor einer Übertragung des Fuchsbandwurms – doch die ist relativ unbegründet. Das Risiko, durch den Parasiten ernsthaft zu erkranken, ist grundsätzlich gering. Im Gegensatz dazu erhöht die Jagd auf Füchse das Risiko einer Übertragung des Fuchsbandwurms auf den Menschen aber deutlich. Warum das so ist, erfahren Sie hier.

Äußerst geringe Gefahr durch Fuchsbandwurm

Als parasitäre Lebensform fühlt sich der Fuchsbandwurm vor allem im Darmtrakt von Füchsen, Hunden, Katzen, Mardern und Dachsen zu Hause. Diese Tiere nehmen den Bandwurm durch Zwischenwirte wie Mäuse oder Ratten auf und geben die Eier anschließend über den Kot an die Umwelt ab. Das Risiko für Menschen, sich dabei zu infizieren, ist gering, insbesondere unter Beachtung gängiger Hygienemaßnahmen.

Die durch den Fuchsbandwurm ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – zählt laut Professor Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg zu den seltensten Infektionskrankheiten (Parasitosen) Europas. Im Jahr 2015 lag die Neuerkrankungsrate bei 0,00005 Prozent (45 Erkrankungen bei 82 Millionen Einwohnern in Deutschland) – sogar das Risiko, vom Blitz getroffen zu werden oder bei einem Jagdunfall zu Schaden zu kommen, ist höher. [1] Jährlich infiziert der Parasit gerade einmal 30 Menschen in besonders betroffenen Bundesländern wie Baden-Württemberg. [2]

Aufgrund des direkten Kontakts mit Füchsen zählen insbesondere Jäger sowie ihre Jagdhunde zur Risikogruppe. Das Problem: Durch erbarmungsloses Jagen und Töten der Füchse tragen Jäger unmittelbar zur Verbreitung des Bandwurms bei.

Fuchsjagd fördert die Verbreitung des Fuchsbandwurms

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass ausgerechnet die Fuchsjagd den Fuchsbandwurm weiterverbreitet, statt ihn einzudämmen. Eine in Frankreich über vier Jahre durchgeführte Studie belegt, dass die Infektionsgefahr durch eine intensive Bejagung um 15 Prozent zunimmt. [3] Zudem lässt die Jagd die Fuchspopulation ansteigen, da hohe Verluste in einer Population durch steigende Geburtenraten kompensiert werden.
 

Tierfreundliche Methoden mit Impfködern am sinnvollsten

Obwohl sich der Einsatz von tierfreundlichen Impfködern bereits mit dem Besiegen der Tollwut in 2008 als effektiv bewährt hat und Deutschland seitdem als frei von terrestrischer Tollwut gilt [4], propagiert die Jägerlobby noch immer, dass Füchse auf brutale Art gejagt und getötet werden müssten, um den Fuchsbandwurm auszumerzen. Verschiedene Studien, wie etwa eine Studie der Technischen Universität München, zeigen eindrucksvoll, dass die Befallsrate von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm durch Entwurmungsköder innerhalb von vier Jahren von 51 auf 0,8 Prozent reduziert werden konnte. [5]

Füchse reduzieren die Ausbreitung von Krankheiten

Der Fuchs selbst fungiert als Gesundheitspolizei des Waldes, indem er das Aktivitätsmuster von Mäusen beeinflusst und damit das Risiko der Borreliose senkt sowie den Bestand der Mäuse reguliert. [6] Füchse sind wundervolle und nützliche Tiere, die das Recht auf ein Leben in Frieden haben.

Jagdverbände schüren ungerechtfertigte Ängste vor dem Fuchs als potenziellem Überträger, um ihrem grausamen und sinnlosen Hobby der Fuchsjagd nachgehen zu können. Jährlich werden deutschlandweit fast eine halbe Million Füchse von Jägern grausam getötet.

Was Sie tun können

  • Wenden Sie sich an den Landtagsabgeordneten Ihres Wahlkreises und bitten Sie diesen darum, sich für ein Verbot der Jagd auf Füchse auf Landesebene einzusetzen.
  • Stoppen Sie die Zwangsbejagung auf Ihrem Grundstück, indem Sie dieses jagdlich befrieden lassen und dadurch einen sicheren Rückzugsort für die Tiere schaffen.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Ende der Fuchsjagd.


[1] Apothekenumschau (18.12.2017): Hundebandwurm-/Fuchsbandwurm-Erkrankung (Echinococcus-Infektionen), https://www.apotheken-umschau.de/fuchsbandwurm-hundebandwurm, (eingesehen am 07.10.2020)
[2] Focus Gesundheit (12.08.2019):So gefährlich ist der Fuchsbandwurm wirklich, https://focus-arztsuche.de/magazin/gesundheitstipps/fuchsbandwurm-infektionswege-und-behandlung, (eingesehen am 07.10.2020)
[3] Elsevier: Echinococcus multiocularis management by fox culling: An inappropriate paradigm, http://www.e-l-i-z.com/doc_word/ECHINO/COMTE-2017-publi-Em_Nancy-prevetmed.pdf, (eingesehen am 07.10.2020)
[4] Robert Koch Insitut: Tollwutratgeber, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html, (eingesehen am 07.10.2020)
[5] Wildbio: Der Fuchsbandwurm, https://www.wildbio.wzw.tum.de/index.php?id=25, (eingesehen am 07.10.2020)
[6] Wildtierschutz Deutschland e.V.: Mit Füchsen gegen die Zecken übertragene Borreliose, https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/Zeckenzeit?gclid=EAIaIQobChMIqfKHkvah7AIVCON3Ch1qIwu8EAAYASAAEgK8uvD_BwE, (eingesehen am 07.10.2020)