Urlaubszeit: Hunde aus dem Ausland mitbringen?

Wer im Urlaub einen hilfsbedürftigen Hund sieht, empfindet natürlich immenses Mitleid und möchte in den allermeisten Fällen verständlicherweise helfen. Doch welche Hilfe ist richtig? Und kann man einen Vierbeiner einfach so mit nach Hause nehmen? Worauf muss man achten, und wie kann man eventuell auch Organisationen und Tierheime vor Ort unterstützen?

Straßenhunde aus dem Ausland

Darf man ein Tier aus einem EU-Land nach Deutschland einführen?

Die Einfuhrregelungen sind zu Recht relativ streng, denn viele Erkrankungen kommen in Deutschland nicht mehr vor und sollen auch nicht wieder eingeschleppt werden. Die klassische (oder terrestrische) Tollwut beispielsweise ist eine tödlich verlaufende Krankheit, die sehr leicht über Tierbisse übertragen werden kann. Hunde und Katzen dürfen aus diesem Grund nur nach Deutschland einreisen, wenn sie von einem zugelassenen Tierarzt entsprechend auf die Reise vorbereitet wurden.

Das bedeutet

  • Das Tier hat einen EU-Heimtierausweis und ist mit einem Microchip gekennzeichnet.
  • Der Hund verfügt über eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt ist.
  • Das Tier ist nicht unter 15 Wochen alt – hiermit soll besonders dem illegalen Welpenhandel ein Riegel vorgeschoben werden. Denn die erste Tollwutimpfung darf ein Welpe erst im Alter von 12 Wochen erhalten. Ein ausreichender Impfschutz ist somit nach weiteren 21 Tagen (15 Wochen) erreicht.
  • Seit 2001 besteht in Deutschland zudem für einige Hunderassen wie Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier … ein Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz. Bestimmte Hunderassen dürfen somit nicht nach Deutschland eingeführt werden. Dies sollte vor Antritt der Reise unbedingt abgeklärt werden.

Straßenhunde aus dem Ausland
Nur ein Kastrationsprogramm VOR ORT kann den Tieren langfristig helfen (Welpen in Rumänien, 2014).
© by Wiebke Plasse
Wer einen Hund „einfach so“ – ohne gültige Tollwutimpfung – importiert, macht sich zudem strafbar und bringt eventuell andere Menschen und Tiere in Gefahr, vor allem aber den importierten Hund selbst! Im Zweifel wird der Hund sogar eingeschläfert, wenn die zuständige Veterinärbehörde eine Gefahr vermutet.

Was rät PETA?

Wir raten dazu, mit einem Tierheim, Tierschutzverein oder Tierarzt vor Ort Kontakt aufzunehmen, um die legale Ausreise des Vierbeiners entsprechend zu planen und vorzubereiten, denn oftmals ist es nicht möglich, das Tier direkt mitzunehmen. Viele Tierschutzvereine und Tierheime im Ausland nehmen jedoch Fundtiere auf und bereiten sie entsprechend für die Auslandsreise vor. So kann der Vierbeiner sicher in sein neues Zuhause transportiert werden.

Nach entsprechender Vorbereitung kann der Vierbeiner sicher ausreisen.
Generell sollte die Adoption eines Tieres (ob in der Heimat oder im Ausland) gründlich abgewogen werden, da der neue „Halter“ mitunter eine langjährige Verantwortung übernimmt. Bei Adoptionen aus dem Ausland darf der enorme Stressfaktor der Reise nicht außer Acht gelassen werden, denn nicht alle Tiere, z. B. kranke Tiere, verkraften eine Reise problemlos.

Gibt es eine Alternative?

Die Mitnahme eines tierischen Mitbewohners aus dem Ausland hilft dem einzelnen geretteten Tier und verändert seine ganze Welt. Das Grundproblem der Überpopulation von heimatlosen Tieren beispielsweise in Süd- oder Osteuropa löst es nicht. Deshalb vergessen Sie bitte nicht, die vor Ort tätigen Tierschutzvereine und Tierheime bei Kastrationsprogrammen zu unterstützen, um auf diese Weise zum Schutz der heimatlosen Tiere beizutragen.

Flächendeckende Kastrationsprogramme helfen, die Überpopulation vor Ort zu verringern.

Wo liegt das Problem, beispielsweise in Süd- und Südosteuropa?

In Ländern wie Rumänien, der Türkei aber auch in Spanien leben zahlreiche heimatlose Tiere auf der Straße. Sie vermehren sich unkontrolliert, da sie in den allermeisten Fällen nicht kastriert wurden. Für hunderttausende Hunde und Katzen ist es ein täglicher Überlebenskampf. Die einzige nachhaltige Lösung, um die Überpopulation in den Griff zu bekommen, sind flächendeckende Kastrations- und Bildungsprogramme.

Was Sie tun können

  • Unterstützen Sie vor Ort flächendeckende Kastrations- und Bildungsprogramme, um das Leid tausender Tiere zu verringern.
  • Außerhalb der EU sind die Einfuhrbestimmungen sogar noch strikter. Im Zweifel sollten Sie sich bei dem zuständigen Veterinäramt vorab darüber erkundigen, was genau zu tun ist, um dem Hund wochenlange Quarantänezeiten zu ersparen.