Urlaubszeit: Hunde aus dem Ausland mitbringen?

Hund aus dem Ausland

Warum es keine gute Idee ist, Hunde aus dem Ausland mitzubringen

Wer im Urlaub einen hilfsbedürftigen Hund sieht, empfindet natürlich immenses Mitleid und möchte in den allermeisten Fällen verständlicherweise helfen. Doch man darf ein heimatloses Tier aus dem Ausland nicht einfach so mit nach Hause nehmen. Und das hat verschiedene, sehr wichtige Gründe.

Warum kann ich das Tier nicht einfach mitnehmen?

Die Einfuhrregelungen sind zu Recht relativ streng, denn viele Erkrankungen kommen glücklicherweise bei uns nicht mehr vor und sollen auch nicht wieder eingeschleppt werden. Die klassische (oder terrestrische) Tollwut beispielsweise ist eine tödlich verlaufende Krankheit, die sehr leicht über Tierbisse übertragen werden kann.
 
Straßenhunde aus dem Ausland
Nur ein Kastrationsprogramm VOR ORT kann den Tieren langfristig helfen (Welpen in Rumänien, 2014).
© by Wiebke Plasse
Wer einen Hund „einfach so“ – ohne gültige Tollwutimpfung – importiert, macht sich strafbar und bringt eventuell andere (Menschen und Tiere) in Gefahr. Vor allem aber den importierten Hund selbst! Im Zweifel wird der Hund sogar eingeschläfert, wenn die zuständige Veterinärbehörde eine Gefahr vermutet!

Ein Fall aus der Schweiz zeigt diese reelle Gefahr für das Tier ganz deutlich. Das Dilemma, das auch in Deutschland nicht anders ist, zeigt sich in verschiedenen Fällen.

Die Alternative ist eine mehrwöchige Quarantäne für potenziell kranke Hunde. Diesen Aufwand würden viele Tierhalter nicht eingehen wollen. Für den gerade erst „eingeführten“ Hund bedeutet es in jedem Fall enormen Stress, wochenlang in völliger Isolation leben zu müssen. Zumal er die Strapazen des mitunter sehr langen Transportes noch nicht überwunden hat und eher die Liebe und Zuneigung des Menschen bräuchte.
 
Straßenhund aus dem Ausland

Wenn Sie den Hund unbedingt mitnehmen möchten

Das Tier muss mindestens drei Wochen vor der Einreise nach Deutschland gegen Tollwut geimpft worden sein und einen gültigen EU-Heimtierausweis besitzen. Eine Impfung ist nur bei einem gesunden Hund möglich.

Außerhalb der EU sind die Einfuhrbestimmungen sogar noch strikter. Im Zweifel sollten Sie sich bei dem zuständigen Veterinäramt VORAB darüber erkundigen, was genau zu tun ist, um dem Hund wochenlange Quarantänezeiten zu ersparen.

Was rät PETA?

Wir von PETA raten eher dazu, das Tier zunächst in einem örtlichen Tierheim abzugeben und dort die Kosten für Impfung und Versorgung zu übernehmen. Nach einigen Wochen kann der Hund dann mithilfe eines Flugpaten nach Deutschland geholt werden. Im Internet gibt es entsprechende Vermittlungsstellen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Vermittlungsstellen arbeiten seriös. Immer wieder werden uns Fälle von Betrug gemeldet, bei denen sich sogenannte Tierschützer selbst bereichern wollen. Das ist sehr traurig, aber eben ein lukratives Geschäft.

GENERELL muss die Adoption eines Tieres gründlich abgewogen werden, da der neue Halter mitunter eine langjährige Verantwortung übernimmt! Zusätzlich sollte bei Adoptionen aus dem Ausland der enorme Stressfaktor der Reise bedacht werden, denn nicht alle Tiere, z. B. kranke Tiere, verkraften eine Reise problemlos.

Gibt es eine Alternative?

Die Mitnahme eines tierischen Mitbewohners aus dem Ausland hilft zwar dem einzelnen geretteten Tier und verändert seine ganze Welt, löst jedoch nicht das Grundproblem, zum Beispiel in den Ländern Süd- und Südosteuropas. Alternativ empfiehlt PETA, die vor Ort tätigen Tierschutzvereine zu unterstützen, um auf diese Weise zum Schutz der heimatlosen Tiere beizutragen.

Nur grundlegende und nachhaltige Vor-Ort-Maßnahmen wie Kastrationsprojekte können die strukturelle Problematik dauerhaft verändern.
 
Straßenhunde aus dem Ausland

Was ist das Problem beispielsweise in Süd- und Südosteuropa?

In Ländern wie Rumänien, der Türkei aber auch in Spanien leben zahlreiche heimatlose Tiere auf der Straße. Sie vermehren sich unkontrolliert, da sie in den allermeisten Fällen nicht kastriert wurden. Für hunderttausende Hunde und Katzen ist es ein täglicher Überlebenskampf.

Die einzige nachhaltige Lösung, um die Überpopulation in den Griff zu bekommen, ist ein flächendeckendes Kastrationsprogramm für Tiere, die auf den Straßen leben.

Außerdem setzt sich PETA – auch in Deutschland – dafür ein, dass der gewerbliche Handel mit Hunden und Katzen unterbunden wird, denn bereits jetzt quellen die Tierheime, in denen viele Tiere dringend auf ein liebevolles Zuhause warten, landesweit über.
Und nicht vergessen werden darf, dass allein Deutschland etwa 2 Millionen heimatlose Katzen auf den Straßen ein leidvolles und entbehrungsreiches Leben führen!

Unsere Autoren

PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.