Bauer setzt Lämmer extremer Kälte aus: Mehrere Tiere sterben

Im Februar 2021 sind zahlreiche neugeborene Lämmer im brandenburgischen Oderaue gestorben: Aufgrund des extremen Kälteeinbruchs versuchten die Tiere, sich durch Körpernähe warmzuhalten – dabei wurden mehrere Ziegenbabys so sehr eingequetscht, dass sie qualvoll erstickt sind. [1] Der Landwirt hatte den Tieren offensichtlich nicht genügend Schutz vor der angekündigten Kältewelle geboten. Wir von PETA Deutschland haben daher Anzeige erstattet.

Landwirt setzt Ziegenbabys extremer Kälte aus – und nimmt ihren Tod in Kauf

Auf dem Hof im Landkreis Märkisch-Oderland werden teilweise bis zu 16 Lämmer am Tag geboren, das entspricht mehreren Hundert Tieren im Monat. Obwohl der Kälteeinbruch im Februar angekündigt war, hatte der Landwirt den zahlreichen, erst wenige Stunden bis Tage alten Ziegenbabys offenbar nicht genügend Schutz vor der angekündigten Kältewelle geboten. Die Tiere wollten sich in der Nacht gegenseitig wärmen und quetschten dabei einige der Lämmer ein, die dadurch qualvoll erstickten. „Wir haben in dieser Woche schon zehn Zicklein verloren, weil sie erstickt sind“, gab der Bauer in einem Zeitungsartikel an. [1]

„Es ist unbegreiflich und äußerst verantwortungslos, neugeborene Lämmer ohne Schutzmaßnahmen der Kälte auszusetzen, sodass diese sich nachts gegenseitig erdrückt haben und erstickt sind. Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass fühlende Lebewesen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung nur als Ware betrachtet werden.“

Lisa Kainz, PETA Deutschland

Auf dem Hof in Oderaue starben neugeborene Tiere, weil der Landwirt es scheinbar nicht für nötig hielt, ihnen geeigneten Schutz vor der Kälte zu bieten. Die Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund ist nach dem Tierschutzgesetz verboten. Dazu zählt auch das Unterlassen geeigneter Schutzmaßnahmen gegen die Kälte. Aus diesem Grund haben wir Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Zweigstelle Eberswalde, erstattet.

Außerdem haben wir uns an das zuständige Veterinäramt und den brandenburgischen Landestierschutzbeauftragten gewandt. Auch nach den dadurch veranlassten Kontrollen blieb unklar, weshalb ausreichend Wärmeschutzlampen und weitere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Tiere nicht möglich gewesen sein sollen. Das Veterinäramt sei nach der Tierschutzanzeige vor Ort gewesen, um den Betrieb zu überprüfen.

Ziege im Stroh
Symbolbild.

Wir begrüßen das Interesse und zeitnahe Handeln der zuständigen Behörden, fordern jedoch auch, dass der Landwirt wegen seines fahrlässigen Handels eine empfindliche Strafe und darüber hinaus ein Tierhalteverbot erhält: Die Kältewelle war angekündigt und der Tierhalter hätte für ausreichend Schutz sorgen müssen; Wärmelampen, trockenes Stroh, Isoliermatten und kleinere Tiergruppen, damit sich die Lämmer nicht gegenseitig ersticken können, sind beispielsweise kurzfristige Mittel zum Schutz der Tiere.

Auch Ziegen leiden und sterben in der Milchindustrie

Damit weibliche Ziegen konstant Milch geben, müssen sie regelmäßig schwanger werden. Doch meist schon kurz nach der Geburt werden die Lämmer ihren Müttern weggenommen, damit sie nicht die zum Verkauf bestimmte Milch trinken. Weil es in Deutschland kaum Nachfrage nach Ziegenfleisch gibt, werden die männlichen Lämmer nicht selten direkt nach der Geburt illegal totgeschlagen; für die Milchindustrie sind sie wertlos. Einige der männlichen Lämmer werden gemästet und anschließend unter großen Qualen ins Ausland transportiert, um dort geschlachtet und gegessen zu werden. Die meisten männlichen Tiere werden bereits nach wenigen Monaten im Schlachthof getötet, die weiblichen Tiere, sobald sie keine Milch mehr geben oder zu hohe Tierarztkosten verursachen und somit für die Landwirte „unprofitabel“ sind. Damit die große Nachfrage nach Ziegenmilch und Ziegenkäse bedient werden kann, werden sie fast ausschließlich in großen Gruppen im Stall gehalten. Landwirte ignorieren die Grundbedürfnisse der Tiere dabei meist vollständig.

tote Ziege
Tote Ziegen auf einem Bioland-Ziegenhof

Was Sie tun können

Alle Tiere in landwirtschaftlichen Betrieben brauchen ausreichend Schutz vor extremen Wetterbedingungen wie Kälte, Hitze oder Regen – doch Profit steht in der ausbeuterischen Industrie meist über dem Wohl der Tiere. Wer dieses System nicht weiter unterstützen möchte, der sollte zukünftig zu tierfreundlichen Lebensmitteln greifen. Mittlerweile gibt es für jeden Bedarf vegane Alternativen, für die kein Tier leiden muss.

Wenn Sie auf eine tierfreundliche Lebensweise umsteigen möchten, kann Ihnen unser Veganstart-Programm kostenlos und unverbindlich 30 Tage lang mit hilfreichen Tipps beim Einstieg in die vegane Lebensweise helfen.