Rund 50.000 Schweine bei Stallbrand in Alt Tellin gestorben

Update Juli 2021

Gedenkstätte für getötete Schweine wird errichtet

Am 31. Juli 2021 wird eine Gedenkstätte für die rund 50.000 Schweine errichtet, die in Alt Tellin beim Stallbrand Ende März getötet wurden. Die vom Verein Schweineleben organisierte Stätte wird auf dem Lebenshof SchweineHund e.V. in der Nähe des Brandortes stehen.

Wir von PETA Deutschland beteiligen uns an der Gedenkstätte mit einem Kreuz mit der Inschrift „Speziesismus tötet“. Denn solange der Speziesismus in den Köpfen der Menschen verankert ist, wird es immer wieder zu Feuertoden wie in Alt Tellin kommen. Schweine, Rinder, Hühner und alle anderen Tiere, die in den Ställen ausgebeutet werden, haben genauso ein Recht auf ein Leben in Frieden wie Hunde und Katzen. Erst wenn Menschen aufhören, Fleisch, Milch und Eier zu konsumieren, werden Tiere auch nicht mehr eingesperrt und leiden – egal, ob bei einem Brandfall oder der alltäglichen Ausbeutung und dem Tod im Schlachthof.

Kreuz Speziesismus toetet von PETA

Update April 2021

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren ein

Nachdem wir von PETA Deutschland Strafanzeige gegen die Betreiber der Schweinezuchtanlage erstattet haben, leitete die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg ein Strafermittlungsverfahren ein. Da in der Vergangenheit bereits zahlreiche einschlägige Verstöße der Anlage dokumentiert wurden, fordern wir die Erwirkung eines Haftbefehls gegen die Verantwortlichen der LFG Holding – Schweizer Terra Grundwerte AG wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr. Zudem verlangen wir die Untersagung des Gewerbes, den Stopp von Förderungen sowie flächendeckende unangekündigte Kontrollen in allen Tierhaltungsbetrieben.

„Da es sich um Wiederholungstäter handelt, die in den vergangenen zehn Jahren ständig gegen die ohnehin laschen Gesetzlichkeiten verstoßen haben – gerade auch gegen Brandschutzvorschriften –, ist die Erwirkung eines Haftbefehls unumgänglich.“

Dr. Edmund Haferbeck, PETA Deutschland

Originaltext vom März 2021

Am Dienstag, 30. März 2021, brach in einer der größten deutschen Schweinezuchtanlagen im mecklenburgischen Alt Tellin ein Großbrand aus und zerstörte alle Ställe der Anlage. Nur etwa 1.300 der 51.000 Ferkel und Mutterschweine konnten aus den Flammen gerettet werden. [1] Wir von PETA Deutschland haben Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. 

Wie kam es zu dem Brand? 

Noch ist nicht geklärt, was den Brand ausgelöst hat. Das Feuer hat sich über die Lüftungsschächte und andere Anlagen auf die 18 Ställe ausgebreitet. [2] Während 75 Feuerwehrleute über mehrere Stunden hinweg mit den Flammen kämpften, versuchten Helfer, möglichst viele Schweine zu retten. Aber nur 1.300 Tiere konnten aus den Ställen befreit werden – die restlichen rund 50.000 Tiere erstickten qualvoll oder verbrannten bei vollem Bewusstsein. Eine Person wurde leicht verletzt.  

Brandschutz der Anlage schon oft in der Kritik 

Der Brandschutz der Großanlage ist bereits seit Jahren in der Kritik. Erst 2019 erstickten mehr als 1.000 Schweine aufgrund einer defekten Lüftungsanlage. Meist fehlt in solchen Zuchtanlagen bereits simpler Brandschutz wie etwa ein Rauchmelder. 

Auch werden in der Zuchtanlage deutlich mehr Tiere gehalten, als sie nach früheren Angaben aufnehmen kann. Vor dem Brand lebten 51.000 Ferkel und Mutterschweine in der „Ferkel-Fabrik“, obwohl sie ursprünglich für 35.000 Ferkel und 10.000 Mutterschweine ausgelegt war. [1] Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus sagte laut Medienberichten, dass eine derart große Anlage gar nicht gebaut werden sollte. [2] 

Banner Speziesismus stoppen

PETA erstattet Anzeige 

Wir haben bei der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg Strafanzeige gegen die Betreiber der Zuchtanlage erstattet. Aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise in Kauf genommen, dass die Schweine ersticken oder verbrennen.  

„Jeder Tod eines Tieres, welches bei einem Stallbrand stirbt, wurde nach PETAs Auffassung aufgrund der mangelnden Brandschutzvorgaben billigend in Kauf genommen. Landwirte züchten diese unschuldigen Lebewesen schließlich überhaupt erst in eine leidverursachende Umgebung hinein. Um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen, müssen auch gesetzliche Regelungen verschärft werden.“ 

Lisa Kainz, PETA Deutschland 

Unsere Anzeigen nach Stallbränden sollen die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit, Behörden und Justiz auf diesen Zusammenhang lenken, damit bei Genehmigungen von Tierställen entsprechende Brandschutzvorkehrungen verlangt werden, die die Rettung der Tiere in Brandfällen ermöglichen. 

Wie Sie helfen können 

Wären die Schweine nicht beim Stallbrand gestorben, hätte sie wenige Monate später ein nicht weniger qualvoller Tod erwartet. Die 50.000 Ferkel der Schweinezuchtanlage wären im Alter von neun Monaten im Schlachthaus getötet worden. Dafür werden sie meist in kleinen Gasgondeln mit CO2 betäubt, wodurch sie die letzten Minuten ihres Lebens in Todesangst und unter Schmerzen durchleben müssen. Auch wenn die Betäubung nicht gewirkt hat, wird ihnen anschließend die Halsschlagader durchgeschnitten. 

All dieses Tierleid kann verhindert werden, indem kein Schweinefleisch mehr konsumiert wird. Helfen Sie den Tieren, indem Sie tierische Produkte von Ihrem Teller streichen und stattdessen auf vegane Alternativen setzen. Schnitzel, Würstchen und sogar Braten gibt es inzwischen in leckeren rein pflanzlichen Varianten, für die kein Tier getötet wurde.