Taubenzüchter fängt geschützten Greifvogel in Schnappfalle

Mitte März 2021 fing ein Taubenzüchter im Kreis Bad Segeberg einen Greifvogel in einer Schnappfalle, die bei den Mülltonnen eines Wohnhauses platziert wurde. Was mit dem illegal gefangenen Sperber danach passierte, ist unklar. Da Greifvögel streng geschützt sind, haben wir von PETA Deutschland Strafanzeige gegen den Züchter erstattet.

Was ist mit dem Greifvogel passiert?

Als Augenzeugen am 19. März die Polizei wegen des gefangenen Greifvogels riefen, gab der Taubenzüchter gegenüber den Beamten an, den Vogel in einiger Entfernung wieder freigelassen zu haben. Die Polizei beschlagnahmte die illegale Schnappfalle offenbar nicht. Doch was mit dem Vogel wirklich passierte, ist unklar.

Greifvögel sind bei vielen Taubenzüchtern verhasst, da ihre erschöpften Tauben bei Wettflügen eine leichte Nahrungsquelle für die Beutegreifer sind. Sogenannte Brieftauben haben durch die Domestizierung kaum einen natürlichen Fluchtinstinkt und fallen daher noch leichter Greifvögeln zum Opfer. Daher werden immer wieder Greifvögel in Deutschland rechtswidrig getötet.

PETA erstattet Anzeige

Ende März haben wir Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kiel wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie das Tierschutzgesetz gegen den Taubenzüchter erstattet.

„Greifvögel sind streng geschützt, sie dürfen nicht gefangen werden. In der selbstgebauten Schnappfalle wurde der Sperber zwischen zwei Gittern eingeklemmt und dabei vermutlich verletzt. Taubenzüchter sind außerdem nicht dafür bekannt, illegal gefangene Greifvögel wieder freizulassen. Wir gehen davon aus, dass das Tier getötet wurde.“

Peter Höffken, PETA Deutschland

Darüber hinaus fordern wir ein grundsätzliches Verbot von Taubenwettflügen sowie Taubenzucht.

Taubenzucht – Tierleid für den Profit

In Deutschland nehmen immer noch 25.000 Brieftaubenzüchter an tierquälerischen Wettflügen teil und schicken damit ihre Tiere in den sicheren Tod. [1] Mehr als die Hälfte der Tiere findet den Weg zum heimischen Taubenschlag pro Wettflugsaison nicht. [2, 3] Die Tauben sterben vor Erschöpfung und Hunger, werden von Beutegreifern gegessen oder stranden in den Städten, wo sie ein leidvolles Leben führen. Auch vermehren sich die verirrten Brieftauben in Städten stark, da ihnen eine hohe Fortpflanzungsrate angezüchtet wurde.

Finden die Tauben dennoch zurück zu ihrem Heim, aber waren nach Sicht der Züchter nicht schnell genug, werden die Tiere oft kurzerhand getötet. Es ist eine gängige Praktik in der Brieftaubenzucht, den „ausgemusterten“ Tauben ohne Betäubung die Köpfe abzureißen.

Wie Sie helfen können

Helfen Sie den Tauben und Greifvögeln, indem Sie dazu beitragen, dass der grausame „Brieftaubensport“ endlich verboten wird. Unterschreiben Sie unsere Petition an die Bundesregierung mit der Forderung, dieses tierschutzwidrige Hobby abzuschaffen.

  • Quellen

    [1] Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (07.2009): Tierschutz im Brieftaubensport. Merkblatt 121., S. 3.

    [2] Warzecha, M., Kahlcke, K. und Kahlcke, M. (2009): Beitrag zur Ermittlung von Kennzahlen zu Verlusten bei Wettflügen von Brieftauben (Untersuchungszeitraum 2004 –2008)

    [3] Tagesanzeiger (03.09.2017): Wettflug in den Tod, https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/wettflug-in-den-tod/story/25536547, (eingesehen am 08.04.2021)