PETA zeichnet Polestar 2 mit dem Compassionate Business Award aus

Polestar2Alexander Migl [CC BY-SA 4.0]

Das Volvo-Tochterunternehmen Polestar wurde von PETA UK mit dem Compassionate Business Award ausgezeichnet, denn der Polestar 2, das erste vollelektrische Fahrzeug von Volvo, ist serienmäßig mit exklusivem veganem Interieur ausgestattet. Ganz ohne Leder. Warum das so besonders ist? Viele Automodelle werden heute zwar schon mit einer Innenausstattung aus Stoffbezügen angeboten, doch Lenkrad und Schaltknüppel sind auch bei diesen Modellen fast immer aus Leder. Polestar hingegen setzt auch in dieser Hinsicht auf vegane Materialien bei seinem Standardmodell.

Serienfahrzeug mit veganer Innenausstattung

Bei der Präsentation des Polestar 2 Anfang März auf dem Genfer Autosalon sagte Polestar CEO Thomas Ingenlath, dass er den Anwesenden das „verstörende Video über die Massenproduktion von Leder ersparen möchte“. Die Entscheidung des Unternehmens für die tierfreundliche Innenausstattung erläutert er mit den Worten: „Unser Einsatz zum Schutz der Umwelt umfasst nicht nur den Elektroantrieb. Mit dem Polestar 2 haben wir nun auch eine Innenausstattung entwickelt, mit der wir die Umstellung der Automobilindustrie auf ein lederfreies Interieur fördern und beschleunigen.“

Das vegane Interieur besteht unter anderem aus „Weave Tech“, einem wasser- und schmutzabweisenden Material. Als Inspiration diente den Polestar-Designern das Material, aus dem Taucheranzüge hergestellt werden. Mit seiner Entscheidung tritt Polestar in die Fußstapfen anderer großer Automarken, wie Tesla, Ferrari und Mercedes-Benz, die bereits in einigen ihrer Fahrzeuge leistungsstarke, tierfreie Materialien einsetzen.

Für Ledersitze in Autos werden Rinder mit Elektroschocks gequält und getötet

Wie ein Enthüllungsvideo von PETA zeigt, werden Kälber im Gesicht gebrandmarkt; sanftmütige Kühe und Bullen werden mit Elektroschocks gequält und geschlagen, bevor sie schließlich getötet werden, damit ihre Häute zu Lederausstattungen für die weltgrößten Autohersteller weiterverarbeitet werden können. Für die Ausstattung des Interieurs eines Standard-Autos mit Leder werden im Schnitt drei Kuhhäute benötigt.
  

So giftig ist die Produktion von Leder

Wer ein Auto mit Leder-Interieur fährt, sitzt nicht nur auf toten Tieren, sondern möglicherweise auch auf Gift. Um aus Tierhäuten Leder herzustellen, werden bis zu 130 verschiedene Chemikalien eingesetzt, darunter auch Formaldehyd und Chrom. Die Lederproduktion stellt aufgrund der Verwendung solch giftiger Substanzen ein immenses Risiko für die Umwelt und die menschliche Gesundheit dar. Produziert wird meist in Billiglohnländern wie China oder Bangladesch. Dort werden die umweltschädlichen Gerbstoffe oftmals in Flüsse abgelassen oder versickern im Erdreich. Außerdem gilt Formaldehyd laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation als „krebserregend für den Menschen“. (1)

Was Sie tun können

Tierfreie Materialien sollten bei der Fahrzeugherstellung die 1. Wahl sein. Bitte entscheiden Sie sich beim Autokauf für veganes Interieur, zum Beispiel aus Kunstleder, synthetischen Materialien oder pflanzlichen Textilstoffen wie etwa Baumwolle.

Fordern Sie außerdem VW dazu auf, bei seinen Modellen künftig auf tierleidfreie Innenausstattungen zu setzen.
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Quellen:
(1) Weltgesundheitsorganisation WHOIARC classifies formaldehyde as carcinogenic to humans, Presseerklärung 153 (englisch), 15. Juni 2004.