Themen Tierversuche

REACH – alles über das weltweit größte Tierversuchsprogramm

Maus Tierversuche
Im Jahr 2006 verabschiedete die EU eine neue Verordnung, die unter dem Namen REACH bekannt ist. Sie verpflichtet Unternehmen, Informationen über die gesundheitlichen und umwelttechnischen Gefahren jeder Chemikalie, die in Europa genutzt wird, vorzulegen. Das beinhaltet auch die Ergebnisse von Tierversuchen. Wenn ein Unternehmen die geforderten Daten nicht vorweisen kann, müssen diese neu erhoben werden – oft werden dafür auch Tierversuche verlangt.

Was ist REACH?

REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist eine EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien, die 2006 verabschiedet wurde und 2007 in Kraft getreten ist. REACH gestattet Tierversuche nur als letzte verbleibende Möglichkeit, doch um die Vorgaben der Verordnung zu erfüllen, wurden bereits bis 2010 über 200.000 Tiere Versuchen unterzogen. Laut Schätzungen von PETA UK hat sich die Zahl bis 2016 auf über eine Million Tiere erhöht.
Wie aus Berichten der Europäischen Chemikalienagentur ECHA hervorgeht, wurden schmerzhafte Haut- und Augenirritationstests an unzähligen Mäusen, Kaninchen und Meerschweinchen durchgeführt. Dabei werden den Tieren Chemikalien in die empfindlichen Augen geträufelt oder auf die rasierte Haut gerieben. Die Tests können Monate dauern, manchmal sogar die gesamte Lebensdauer eines Tieres. In Reproduktions-Toxizitätstests werden Tiere geschwängert und mit Chemikalien zwangsgefüttert, um zu sehen, ob ihr Nachwuchs dadurch Anomalien aufweist oder stirbt. Für nur einen Test einer einzigen Chemikalie können über 2.500 Tiere missbraucht werden. Es ist daher anzunehmen, dass in den folgenden Jahren im Rahmen des REACH-Programmes Millionen Tiere leiden und sterben werden. Falls sich nichts ändert …  

Seit einigen Jahren wird REACH formal evaluiert. Die Zeit ist also reif, Europa dazu aufzufordern, eine Vorreiterrolle in Sachen tierfreie und innovative Forschung einzunehmen, indem die grausamen Tierversuche abgeschafft und ausschließlich durch fortschrittliche und aussagekräftige Testmethoden ersetzt werden, für die kein Tier leiden muss.

Im Jahr 2017 haben 109.000 Unterstützer von PETA Deutschland und PETAs europäischen Partnerorganisationen unsere Petition gegen das Tierversuchsprogramm REACH unterzeichnet. Die Unterschriften wurden dem damaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, sowie dem damaligen Direktor der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), Geert Dancet, übergeben. Wir bedanken uns bei allen Unterzeichnern, die die EU dazu auffordern, Tierversuche für Chemikalien zu beenden, verlässlichere, tierfreie Testmethoden umzusetzen und damit zum weltweiten Vorreiter in puncto fortschrittliche Wissenschaft zu werden.

Doch leider sterben unter REACH nach wie vor Tausende Tiere in Tierversuchen – auch für Inhaltsstoffe von Kosmetik!

Was Sie tun können

Unterstützen Sie PETAs Petition an die europäischen Entscheidungsträger und teilen Sie die Petition mit Freunden und Bekannten. Unterschreiben Sie unsere Petition an die Europäische Kommission und die Europäische Chemikalienagentur und fordern Sie sie auf, Tierversuche für kosmetische Inhaltsstoffe unter keinen Umständen zuzulassen!

Kaufen Sie keine Produkte von Herstellern, die noch immer Tierversuche durchführen, in Auftrag geben oder in Kauf nehmen. Mithilfe unserer Liste tierversuchsfreier Kosmetik können Sie sich beim Einkauf für tierfreundliche Unternehmen entscheiden.