Skip to Content

Eichenprozessionsspinner: Gefährlich für Mensch und Hund

Teilen:

Durch die Erderwärmung breitet sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland immer stärker aus. Besonders in den trockenen Sommermonaten wird vor den Raupen des Nachtschmetterlings und der Gefahr, die von den kleinen Tieren ausgeht, gewarnt. [1] Doch warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich, welche Symptome verursacht er und wie können Sie sich und Ihren Hund schützen?

Die Antworten auf diese Fragen erhalten Sie in unserem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Eichenprozessionsspinner erkennen: So sieht die Raupe aus

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben zunächst einen gelblich-braunen Körper. Mit zunehmendem Alter entwickeln sie einen dunklen Rückenstreifen sowie einen schwarzen Kopf und erreichen eine Länge von bis zu fünf Zentimetern. [1] Der Körper der ausgewachsenen Raupen ist dicht behaart und grau-schwarz gefärbt. Die Brennhaare sind mit bloßem Auge jedoch schwer zu erkennen, da sie sehr fein sind. [8] Nachdem sich Eichenprozessionsspinner schließlich zu einem graubraunen Nachtfalter weiterentwickelt haben, sind sie für Menschen sowie Hunde ungefährlich. [1]

Auf welche Bäume geht der Eichenprozessionsspinner?

Wie der Name schon vermuten lässt, leben die Raupen des Eichenprozessionsspinners vor allem auf Eichen und in Wäldern, in denen viele Eichen stehen. [3] In starken Befallsjahren können sie jedoch auch andere Baumarten befallen. Die Raupen kommen außerdem häufig in lichten Wäldern und an Waldrändern vor. Besonders wohl fühlt sich der Eichenprozessionsspinner in warmen und trockenen Regionen, da diese ihm optimale Lebensbedingungen bieten. [4]

In welchen Monaten ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen ab dem dritten Larvenstadium für Menschen und Tiere gefährlich sein können. Dies ist je nach Wetter Ende April bis Ende Juni der Fall, da die Raupen in dieser Zeit gesundheitsgefährdende Brennhaare bilden. [2] Die Raupen leben in Gruppen und bilden lange Ketten beziehungsweise Prozessionen, in denen sie die Bäume hochwandern, um zu essen. [2]

Ende Juni verpuppen sich die Raupen von Eichenprozessionsspinnern in fußballgroßen Nestern, bis sie im August als Falter schlüpfen und wenige Tage leben, um sich fortzupflanzen. Eichenprozessionsspinner bauen ihre Nester meist in Astgabeln am unteren Stamm oder an dicken Ästen. Da die Haare der Raupen in die Luft, auf den Boden und in Sträucher gelangen und sich auch in leerstehenden Nestern befinden, ist ganzjährig Vorsicht geboten! [3] Oftmals sind die Nester so niedrig oder es fallen leere Nester vom Baum herunter, sodass sie leicht mit Menschen oder Tieren in Berührung kommen.

Da die Raupenhaare lange Zeit giftig bleiben, können sie auch nach Jahren noch allergische Reaktionen bei Menschen und Tieren auslösen.

Der Eichenprozessionsspinner darf nicht unterschätzt werden. So harmlos die kleinen Raupen auf den ersten Blick wirken, ihre Härchen können ernste gesundheitliche Probleme auch bei unseren tierischen Mitbewohnern verursachen.

Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin bei PETA Deutschland
Eichenprozessionsspinner am Eichenbaum
In den Sommermonaten zwischen April und August sind besonders viele Eichenprozessionsspinner unterwegs.

Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner für Menschen?

Die Brennhaare der Raupen enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein, das sehr gefährlich für Menschen und Tiere ist, da es allergische Reaktionen auslöst. [2] Die Raupenhaare brechen leicht ab, wobei der Eiweißstoff freigesetzt wird und sich auch über die Luft verteilt. [5] Beim Einatmen der freischwebenden Härchen kann es zu Atembeschwerden kommen und bei Berührung der Haare zu Hautirritationen und Augenreizungen.

Bisher gibt es kein spezielles Medikament gegen eine allergische Reaktion auf Thaumetopoein, die Symptome können jedoch durch Kortison und Antihistaminika gelindert werden. [2]

Starke allergische Reaktionen nach einem Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner sind bei Menschen eher selten. [1]

Eichenprozessionsspinner Warnschild vor einem Baum
Gefahrenquellen finden sich an oder unter Bäumen. Schilder sollen vor befallenen Gebieten warnen.

Welche Symptome bei Eichenprozessionsspinner?

Wenn Menschen mit den Raupenhaaren in Berührung kommen, kann das unangenehme Folgen haben. Denn der Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern kann folgende Symptome verursachen:

  • Hautirritationen (Juckreiz, Rötungen, Quaddeln oder Bläschen)
  • Augenreizungen (rote Augen, geschwollene Lider oder Bindehautentzündung)
  • Atembeschwerden
  • Fieber
  • Schwindel
  • Allergische Schocks

Suchen Sie bitte eine Praxis auf, wenn Sie eine starke allergische Reaktion haben.

Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner für Hunde?

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sind auch für Hunde gefährlich und können schwere allergische Reaktionen auslösen. Während die Hundehaut meist durch das Fell geschützt wird, sind die Vierbeiner durch Schnuppern und Schlecken oft an Nase und Mund betroffen. Die Berührung mit den Raupenhaaren führt häufig zu schweren Verätzungen an der Zunge und kann sogar zum Absterben ganzer Gewebestücke führen. [6] Auch gehen die Schwellungen oft mit Erstickungsgefahr einher. Daher sollten Sie schnellstmöglich eine tiermedizinische Praxis aufsuchen, wenn folgende Symptome bei Ihrem Hund auftreten:

  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Augenreizung mit geschwollenen Bindehäuten 
  • Schwellung, Quaddeln und Knötchen
  • Hautreizung zwischen den Zehen
  • Schwellungen an Mund und Nase
  • Nasenschleimhautentzündung
  • Rachenentzündung
  • Husten
  • Atembeschwerden
  • Allergischer Schock (Abgeschlagenheit, Fieber, starkes Hecheln)
  • Starkes Erbrechen, oft blutig und über viele Tage

In der tierärztlichen Praxis wird der Mund des Vierbeiners ausgespült und er erhält entsprechende Medikamente. [7]

Tierarzt schaut in das Ohr eines Hundes
Nach Auftreten von Symptomen sollte man schnellstmöglich eine tiermedizinische Praxis aufsuchen.

Was tun bei Eichenprozessionsspinner beim Hund?

Wenn Sie mit den Raupenhaaren des Prozessionsspinners Kontakt hatten, sollten Sie niemals Ihre Augen berühren und möglichst schnell duschen und Haare waschen. Auch Ihre Kleidung sollten Sie bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. [1]

Sollte Ihr Hund in Kontakt mit den Haaren geraten sein, waschen Sie die betroffene Stelle mit Wasser ab (tragen Sie dabei Handschuhe) und suchen Sie bei Symptomen einer allergischen Reaktion sofort eine tierärztliche Praxis auf.

Wenn Eichenprozessionsspinner auf einem Baum in Ihrem Garten leben, halten Sie mindestens zehn Meter Abstand zu dem Baum und essen Sie kein Obst oder Gemüse, das in der Umgebung des Baumes wächst. [1] Verwenden Sie niemals Insektizide und fällen Sie auch den Baum nicht. Jeder Baum ist Lebensraum für andere Tiere, spendet Schatten und versorgt uns mit Sauerstoff.

Eichenprozessionsspinner Absperrband vor Baum
Halten Sie genügend Abstand zu befallenen Bäumen.

So schützen Sie sich und Ihren Hund

So faszinierend die langen Raupenketten auch aussehen mögen: Der beste Schutz vor den Eichenprozessionsspinnern besteht für Menschen und Hunde darin, den Kontakt mit den Raupen zu vermeiden.

Wichtige Schutzmaßnahmen für Sie und Ihren Hund sind deshalb:

  • Abstand zu den Raupen halten und die Tiere nicht berühren
  • befallene Gebiete meiden
  • auf Warnschilder von Städten und Gemeinden achten
  • Hund in gefährdeten Bereichen an der Leine führen
  • darauf achten, woran Ihr Hund schnüffelt [1]

Um Ihren Garten vor Eichenprozessionsspinnern zu schützen, können Sie auf tierfreundliche Weise die natürlichen Feinde der Raupe anlocken: Dazu gehören der Kuckuck und Raupenfliegen. [1] Durch eine naturbelassene und strukturreiche Gartengestaltung mit vielen Blüten, ohne Pestizide und viel Gebüsch und Hecken fühlen sich Vögel, Insekten und andere Wildtiere in Ihrem Garten wohl.