So viele Tiere wurden im Jahr 2018 in Tierversuchen missbraucht!

Folterinstrumente Tierversuche

Schon seit Jahren gibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vor, bestrebt zu sein, die Anzahl der für Experimente herangezogenen Tiere zu senken. Das für den Tierschutz in Deutschland verantwortliche Ministerium schreibt sogar:

„Langfristiges Ziel: Tierversuche komplett ersetzen“ [1]

– doch sichtbar wurde diese Absicht leider noch nicht. Denn trotz der Vergabe von Fördermitteln im Bereich „Ersatz- und Ergänzungsmethoden“ wurden 2018 immer noch fast drei Millionen Tiere für "wissenschaftliche" Zwecke missbraucht und zu großen Teilen auch getötet. Auf einen Rückgang der Zahl haben wir ein weiteres Jahr vergebens gewartet  – denn schon 2017 verzeichnete Deutschland das Leid von 2,8 Millionen sogenannten „Versuchstieren“. [2] Die genaue Betrachtung zeigt sogar einen leichten Anstieg der Zahlen: 2017 lag die Gesamtzahl der Tiere noch bei 2.807.297, im Jahr 2018 schon bei 2.825.066.
 
Tierversuche 2018
Die Zahl der missbrauchten Hunde und Katzen ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen: Fast 4.000 Hunde und über 750 Katzen fristeten 2018 ihr Dasein im Tierversuchslabor. Auch die Zahl der "verwendeten" Primaten ist mit etwa 3.300 immer noch erschreckend hoch.
Mäuse, Ratten und Fische machen zusammengenommen mit über 2,5 Millionen unglaubliche 93 Prozent aller Tiere in Versuchen aus. Warum? Weil die Tiere günstig sind und zu großen Zahlen auf kleinstem Raum gehalten werden. Sie gelten als leicht zu ersetzen und haben für viele Menschen weniger „emotionalen Wert“ als andere Tiere. Auch bei ihnen sind die Zahlen gestiegen: 2018 wurden 140.000 Mäuse mehr „verwendet“ als im Vorjahr.

Neuster Tierversuchsskandal zeigt: Im Labor leiden Tiere Höllenqualen

Die erschreckenden Enthüllungen von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International in einem Tierversuchslabor nahe Hamburg zeigten im Oktober dieses Jahres einmal mehr auf, wie grausam die Realität für Tiere im Labor ist: Hunde siechen in blutverschmierten Käfigen dahin, Katzen werden die Beine zerstochen, unzählige Tiere werden vergiftet. Die meisten der dokumentierten Tierquälereien sind zudem leider völlig legal – PETA fordert daher die Regierung auf, ein eigenes Tierschutzministerium einzurichten, das sich für die Rechte unserer Mitgeschöpfe einsetzt.


Zudem brauchen wir dringend einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft, der vor allem auch durch politisches Handeln angestoßen werden muss. Die Verteilung von Fördergeldern muss massiv verändert werden – aktuell wird der allergrößte Anteil der Fördergelder in Tierversuche statt in tierfreie Forschungsmethoden gesteckt! Und das, obwohl Investitionen in hochwertigere tierfreie Methoden nicht nur Tieren helfen, sondern auch Vorteile für den Menschen und die Zukunft der deutschen Wissenschaft bringen.

Alle Tiere sind fähig, Schmerzen zu empfinden. Sie alle können leiden. Kein einziges von ihnen sollte zu einem Leben voller Qual und Leid verdammt sein.

Es ist schlichtweg unentschuldbar, dass Menschen noch immer Tiere – ganz egal, welche – in Labore sperren, an ihnen experimentieren und sie töten.

Was Sie tun können

Tierversuche sind nicht nur ein moralisches Desaster – sie sind auch wissenschaftlich irrelevant. Fordern Sie zusammen mit uns die Regierung und verantwortliche Einrichtungen auf, die finanzielle Förderung von Tierversuchen zu beenden und stattdessen auf tierfreie, humanrelevante Forschungsmethoden zu setzen!



[1] Internetauftritt BMEL, URL: https://www.bmel.de/DE/Tier/Tierschutz/_texte/Versuchstierzahlen2017.html (abgerufen am 19.12.2019)
[2] Verwendung von Versuchstieren im Jahr 2018, https://www.bmel.de/DE/Tier/Tierschutz/_texte/Versuchstierzahlen2018.html (abgerufen am 19.12.2019)

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