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Selleriesaft: Alle Infos über Wirkung, Zubereitung & Co.

Selleriesaft soll bei regelmäßigem Verzehr das Immunsystem stärken, das Hautbild verbessern, den Stoffwechsel aktivieren und bei vielen Krankheiten wie Asthma, Gicht und sogar Krebs helfen. Zahlreiche Prominente wie Kim Kardashian und Sylvester Stallone schwören aufgrund des hohen Nährstoffgehalts auf das Getränk, das aus Staudensellerie gewonnen wird. [1]

Weshalb Selleriesaft als Teil einer ausgewogenen veganen Ernährung gesund ist, wie viel Sie davon trinken sollten und wie Sie den Saft mit einfachen Rezepten zubereiten, erfahren Sie hier.

Woher kommt der „Gesundheitstrend“ Selleriesaft?

Der „Trend“ rund um den Selleriesaft als vermeintliches „Wunderheilmittel“ stammt aus den USA und wurde von Anthony William geprägt. William sieht sich selbst als internationalen „Medizin-Guru“, dessen Bücher weltweiten Bestseller-Status genießen. Dennoch gelten Williams Theorien und spirituelle Heilungsgeschichten als umstritten. Selleriesaft soll laut William das menschliche Energie-Niveau steigern, innere Blockaden auflösen und körperliche Beschwerden reduzieren.

Unter dem Hashtag #celeryjuice gibt es auf den sozialen Medien zahlreiche Challenges mit Vorher-Nachher-Bildern, die den vermeintlichen Erfolg des Selleriesaftes bei täglichem Verzehr bestätigen sollen.

Wissenschaftliche Studien zur Auswirkung von Selleriesaft als Behandlung von Gesundheitsproblemen gibt es jedoch nicht. Darum sollte Sellerie in Saftform eher als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung gesehen werden.

Person schenkt gruenen Saft in Glas
Gemüsesaft stellt keine Alternative zum Arztbesuch dar, sofern man gesundheitliche Probleme hat.

Warum ist Sellerie gesund?

Selleriesaft wird aus Staudensellerie gewonnen, der auch als Bleich- und Stangensellerie bezeichnet wird. Staudensellerie ist in so gut wie jedem Supermarkt erhältlich. Saison hat die Staudensellerie aus regionalem Anbau zwischen Juni und Oktober.

Sellerie ist aus verschiedenen Gründen ein sehr gesundes Gemüse, das in die tägliche Ernährung einfließen sollte. Neben zahlreichen Nährstoffen wie B-Vitaminen, Magnesium, Kalium und Kalzium enthält Staudensellerie ätherische Öle. Durch den hohen Wasseranteil ist die Staudensellerie ein kalorienarmes Gemüse, das sowohl knackig roh gegessen werden, aber auch gebraten, gekocht und im Ofen gebacken werden kann.

Welche Wirkung hat Sellerie auf den Körper?

Staudensellerie besitzt entzündungshemmende Wirkstoffe wie Antioxidantien, die unsere Körper vor freien Radikalen – Stoffwechselprodukte, die in zu hoher Konzentration schädlich sein können – schützen. [2] Außerdem enthält Sellerie hohe Mengen an Kalium und Nitrat. Studien fanden dahingehend heraus, dass Gemüse mit diesen Nährstoffen den Bluthochdruck senken können. [3]

Dank seinem hohen Gehalt an Nährstoffen und weil Staudensellerie zu 97 Prozent aus Wasser besteht, gilt Selleriesaft als Geheimtipp zum Abnehmen. Die enthaltenen Ballaststoffe füllen den Magen und halten lange satt. Der hohe Gehalt an Kalium wirkt harntreibend und entwässernd – und kann dabei helfen, Wasserablagerungen abzubauen.

Viele Obst- und Gemüsesorten punkten mit ähnlichen Nährstoffwerten: Grünkohl hat besonders viel Kalzium, Pfirsiche eine ordentliche Portion Eisen und Brokkoli überzeugt mit Vitaminen wie Riboflavin. Aber auch Samen und Nüsse helfen uns, fit zu bleiben: Walnüsse zum Beispiel versorgen uns mit Vitamin E und Omega 3.

Selleriestangen in einem Topf
In Sellerie stecken einige Vitamine und Nährstoffe wie Kalzium, Eisen oder Magnesium.

Wie oft soll man Selleriesaft trinken?

William empfiehlt, frisch entsafteten Selleriesaft morgens täglich direkt nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen zu trinken. Die beste Wirkung soll angeblich ohne die Beigabe anderer Saft-, Obst- oder Gemüsearten auftreten – der pure Geschmack mit seiner leicht salzig-würzigen Note sagt ungemischt jedoch nicht allen zu.

William empfiehlt bis zu 500 Milliliter Selleriesaft pro Tag. Der kaltgepresste Selleriesaft ermöglicht die Aufnahme aller Nährstoffe in konzentrierter Form. Für 300 Gramm oder 250 Milliliter Selleriesaft werden etwa 10 Stangen benötigt. Es bietet sich jedoch an, mit geringen Mengen wie 50 Milliliter zu beginnen und diese nach Verträglichkeit, Bedarf und eigenem Wunsch zu steigern. Oder Sie entscheiden sich für eine der vielen anderen Zubereitungsarten, um Sellerie in einen ausgewogenen, veganen Ernährungsplan zu integrieren.

Kann Selleriesaft Nebenwirkungen haben?

Ja, der Verzehr von Selleriesaft kann Nebenwirkungen haben. Selleriesaft kann als Nährstoffbombe bei einer ungewohnt hohen Konzentration zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen. Daher ist es ratsam, erstmal mit einer geringeren Menge zu beginnen, um zu testen, ob man die hohe Dosierung verträgt. Menschen mit Nierenerkrankungen oder ohnehin niedrigem Blutdruck sollten nicht zu viel Selleriesaft trinken, da dieser entwässernd und blutdrucksenkend wirken kann.

Gruener Smoothie mit Obst und Gemuese
Selleriesaft bietet nicht für jeden gesundheitliche Vorteile.

Achtung bei Kreuzallergien

Menschen mit einer Kreuzallergie auf Pollen wie die von Birke, Hasel oder Erle könnten auf Sellerie allergisch reagieren. Auftreten können Symptome wie Schwellungen und Juckreiz im Mundraum, Hautreaktionen und Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu allergischen Schockreaktionen bei schweren Allergien.

Bei Pollenallergiker:innen hilft es bereits, Sellerie anders zuzubereiten und nicht in Saftform zu trinken: Gekocht, gebraten oder gebacken verliert das Gemüse seine allergene Wirkung. Personen mit starker Allergie sollten den Verzehr von Sellerie vermeiden.

Wie kann man Selleriesaft herstellen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um an Selleriesaft zu kommen: Die eine ist, den Saft selbst herzustellen. Diese Option ist jedoch zeitaufwendig. Außerdem gibt es den Saft in gut sortierten Supermärkten sowie Bioläden bereits fertig zu kaufen. Wenn Sie sich für die selbstgemachte Variante entscheiden, sollten Sie wenn möglich Biosellerie verwenden, da herkömmlicher oft mit Pestiziden behandelt wird.

Tipp: Wenn Sie die Staudensellerie getrennt von Äpfeln, Avocados und Birnen aufbewahren, bleibt sie länger frisch. Am besten verarbeiten Sie die Sellerie aber innerhalb von fünf Tagen.

1. Selleriesaft mit dem Entsafter herstellen

  • Stangensellerie waschen und die Enden dünn abschneiden.
  • Schneiden Sie die Stangen in ca. 5 Zentimeter dicke Stücke und geben Sie diese nach und nach in den Entsafter.
  • Empfohlen wird auch die Zubereitung in einem sogenannten Slow Juicer. Diese pressen Gemüse und Obst mit viel Kraft bei wenigen Umdrehungen aus. Dadurch bleiben mehr Nährstoffe erhalten.

2. Selleriesaft ohne Entsafter im Standmixer zubereiten

Wenn Sie keinen Entsafter haben, können Sie Selleriesaft auch im Standmixer zubereiten.

  • Waschen Sie dazu den Sellerie und schneiden Sie ihn in ca. 3 Zentimeter große Stücke.
  • Die Stücke ohne den Zusatz von Wasser in den Mixer geben, bis eine pürierte Masse entsteht.
  • Die Masse anschließend beispielsweise in ein Tuch (z. B. ein Nussmilchbeutel) geben und die Flüssigkeit hindurchdrücken.
  • Den gewonnenen Saft direkt trinken.  

Je nach Geschmack können Sie – trotz Williams Empfehlung, den Selleriesaft pur zu trinken – auch anderes Obst und Gemüse wie Apfel, Gurke und Zitrone hinzugeben. Staudensellerie lässt sich auch hervorragend zu leckeren Smoothies verarbeiten.

Mann haelt Glas mit gruenem Smoothie in der Hand
Für Smoothies kann man Staudensellerie mit Früchten wie Orange oder Ananas kombinieren.

Ausgewogene pflanzliche Ernährung ist gesund

Da Sellerie ein gesundes Gemüse ist, ist auch Selleriesaft gesund. Versteifen Sie sich jedoch bitte nicht nur auf diese eine Nährstoffquelle als „Wunderrezept“. Mit einer ausgewogenen und damit gesunden veganen Ernährung tun Sie nicht nur Ihrem Körper etwas Gutes – Sie retten auch Tierleben und schützen unsere Umwelt.

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