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Keine Tierschutz-Verantwortung für Elefantenjäger

Erfolg: Elefantenjäger in die Verwaltung versetzt

Stand Januar 2015
Update Januar 2015
Danke an die vielen tausend Unterstützer, die über unsere Online-Petition gefordert haben, dass dem thüringischen Elefantenjäger künftig keine Position gewährt wird, in der er mit Arten- und Tierschutzthemen betraut ist. Zu Beginn des Jahres wurde Udo Wedekind vom Umweltministerium in die Staatskanzlei des Ministerpräsidenten Ramelow versetzt und arbeitet seither in der Abteilung „Moderne Verwaltung“. Er wird künftig keine Tierschutz-Verantwortung mehr tragen.
 
Immer seltener: Afrikanische Elefanten / © PETA
Februar 2014
Im Dezember 2013 jagte und erschoss der leitende Beamte Udo Wedekind aus dem thüringischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz im Rahmen einer Trophäenjagd in Botswana einen Elefanten. Nachdem der Fall Ende Januar 2014 bekannt wurde, versetzte der thüringische Umweltminister Jürgen Reinholz den Beamten aufgrund der öffentlichen Empörung zwar zu einer untergeordneten Behörde, jedoch wird der Elefantenjäger nun Präsident der thüringischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Diese Fachbehörde ist unter anderem für den Tierschutz in der landwirtschaftlichen „Tierproduktion“ zuständig. Medienberichten zufolge hetzte Wedekind den angeschossenen Elefanten 30 Kilometer durch den Busch und benötigte über 20 Schüsse, bevor das Tier tot war. Es ist inakzeptabel, dass dieser Tierquäler künftig ausgerechnet Präsident derjenigen Landesanstalt werden soll, die für Tierschutz in der Agrarindustrie zuständig ist.
 
Trophäenjäger dezimieren Elefantenpopulation / © David-Niblack, Imagebase.net

Hintergrundinformationen

Die Regierung von Botswana hat die Trophäenjagd auf staatlichem Land zwar erst ab dem 01.01.14 verboten, doch wie auch im restlichen Afrika musste die Elefantenpopulation in Botswana in den letzten Jahrzehnten enorme Rückgänge verzeichnen [1]. PETA fordert auch aus Artenschutzgründen ein Verbot der Trophäenjagd, da der illegale Handel mit Teilen von geschützten Tieren dadurch begünstigt wird. Weil „legale“ Trophäen wie Stoßzähne oder Tierhäute im Umlauf sind, fällt es Artenschützern und Behörden schwer, diese von den illegal gejagten Körperteilen zu unterscheiden. Dem Schmuggel, teilweise mit in afrikanischen Herkunftsländern gefälschten Papieren, ist somit Tür und Tor geöffnet. Des Weiteren sind bei Trophäenjägern in der Regel die stärksten und schönsten Tiere begehrt. Gerade diese Tiere sind aber für die Arterhaltung am wichtigsten, denn sie sorgen in der Regel für Nachkommen und das Überleben einer Art.

Negative Vorbilder
Die Population der Afrikanischen Elefanten und vieler anderer Tierarten wie Nashörner, Löwen oder Leoparden verzeichnen in den letzten Jahren starke Rückgänge. Es ist kaum verwunderlich, dass internationale Artenschutzbemühungen auf der Stelle treten, wenn Trophäensammler und Hobbyjäger wie Juan Carlos, König von Spanien [2] und ehemaliger WWF-Ehrenpräsident, oder jetzt der leitende Beamte aus dem thüringischen Umweltministerium Afrika zu ihrer persönlichen Schießbude erklärt haben.
 
[1] Conservation Ecology Research Unit (CERU), Universität von Pretoria, Südafrika. Online auf: http://www.ceru.up.ac.za/elephant/faqs.php
[2] www.stern.de/politik/ausland/nach-juan-carlos-umstrittener-elefantenjagd-wwf-saegt-spaniens-koenig-ab-1862591.html