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 »  »  »  »  » Die Qual, die hinter Leberpastete steckt

Das Leid, das hinter der Produktion von Stopfleber (Foie gras) steht


Was ist eine „Stopfleber“?
Eine Stopfleber ist die krankhaft vergrößerte „Fettleber“ von Enten und Gänsen. Das Qualprodukt wird erzeugt, indem man die Leber von Gänsen oder Enten mittels Zwangsfütterung („Stopfen“) auf etwa das Zehnfache ihres Gewichts anschwellen lässt.
Hauptexporteur (und Konsument) von Foie gras ist Frankreich mit 75% der weltweiten Produktion, gefolgt von Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien. Europa ist für 90% der globalen Stopfleberproduktion verantwortlich (Stand: 2014). (1)
In Deutschland ist die Produktion von Foie gras nach Artikel 3 des Tierschutzgesetzes verboten (2), der Import jedoch leider noch geduldet. Immer mehr Sterneköche, Restaurants, Onlineshops und Gourmet-Geschäfte passen sich den Verbraucherwünschen an und setzen auf delikate Speisen ohne Tierqual.

Das Schicksal der weiblichen Küken
Da männliche Erpel eine größere Leber ausbilden, werden jedes Jahr in der Stopfleberindustrie etwa 40 Millionen weibliche Küken direkt nach der Geburt am Fließband aussortiert und lebend in den Schredder geworfen. (3) Ihr kurzes Leben endet bereits nach wenigen Stunden.

Zwangsfütterung und unvorstellbare Qualen
Die meisten „Produktionsstätten“ sind große Industriehallen, in denen Tausende von Vögeln in enge Käfige eingepfercht sind und weder aufstehen, noch sich umdrehen oder auch nur die Flügel ausstrecken können.
Die Zwangsfütterung der Gänse bzw. Enten beginnt im Alter von 8 bis 10 Wochen. Für einen Zeitraum von 12 bis 21 Tagen werden die Vögel „gestopft“, d.h. dass ihnen jeden Tag 800 - 1.000 Gramm Maisbrei durch ein 50cm langes Metallrohr gewaltsam in den Hals gestoßen werden. (2, 3) Dies entspricht auf den Menschen gerechnet einer Menge von zweimal 7 Kilo Spaghetti am Tag. Dabei schwillt die Leber der Tiere auf das Zehnfache ihres normalen Gewichts an; dies nennt man Fettleber oder Steatosis hepatis. (4)
 
Nebenwirkungen des Stopfens sind u.a. Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüche, Leberblutungen und Herzversagen. (5) Kurz bevor sie an den Folgen des Stopfens sterben würden, werden die Vögel getötet. Viele erliegen bereits vorher den schweren Verletzungen und Strapazen. Die Sterblichkeitsrate von Tieren auf Stopfleberfarmen ist bis zu 20-mal höher als die der Tiere, die unter normalen Lebensbedingungen aufwachsen. (6) Tierfreundliches Stopfen, bei dem das Futter den Tieren „in den Hals einmassiert“ wird, wie viele Produzenten und Vertreiber ihren Kunden glauben machen wollen, um sich gegen die zunehmenden Proteste zu wehren, gibt es nicht. Auch kommen die Tiere niemals freiwillig zur „Futterquelle“.

Einige Forscher meinen auch, die Enten und Gänse durch künstliche Verkürzung der Sonnenstunden und Nahrungsentzug dazu bringen zu können, freiwillig übernatürlich viel Nahrung zu sich zu nehmen. Auch in diesem Verfahren sterben viele Gänse an den Nebensymptomen der Leberverfettung. (7) So etwas wie tierfreundliches Foie gras kann und wird es niemals geben.

Heimische Gänse und Enten
Gänse sind sehr soziale Wesen, die in ihrer Herde in bestimmten Hierarchien zusammenleben und gerne „herumtollen“. Sie ziehen es vor, monogam zu leben, und sowohl Weibchen als auch Männchen kümmern sich um den Nachwuchs. Ein Züchter sagte, dass „die Wesenszüge von Gänsen – mehr als bei allen anderen Vögeln – von Tier zu Tier sehr unterschiedlich sind“. (8) Auch Enten lieben es, zu spielen, zu schwimmen und für ihre Jungen zu sorgen. Weil die meisten Tiere in den Foie-gras-Produktionsstätten in kleinen Käfigen oder in sehr kleinen Gruppen gehalten werden, können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen niemals ausleben. Heimische Gänse und Enten mögen es in der Regel akzeptieren, von Menschen gefüttert zu werden, aber Vögel, die zwangsgefüttert werden, „halten sich von Personen fern, die sie füttern wollen … und auch wenn sie nicht in der Lage sind, sich zu bewegen, so versuchen sie doch, zu entkommen“. (9) Auch Enten, die in Käfigen fixiert sind, „wenden ihren Kopf von der Person ab, die sie füttern will“. (10)

Nationales Verbot von Stopfleber
Der Oberste Gerichtshof Israels hat die Produktion von Gänsestopfleber seit 2005 aufgrund der Unvereinbarkeit mit dem Tierschutzgesetz gesetzlich verboten. (11) Deutschland und weitere 15 Mitgliedstaaten der EU verbieten die Produktion von Gänsestopfleber, ebenso die Schweiz und Großbritannien.
In Chicago sind die Produktion und der Verkauf von Gänsestopfleber gänzlich verboten. Arnold Schwarzenegger hatte 2012 ein Produktions- und Verkaufsverbot der „Delikatesse“ für Kalifornien unterschrieben (12), welches Anfang 2015 leider aufgehoben wurde. In Indien ist der Import des Qualproduktes seit 2014 verboten. (13)

Die Produktion verstößt offensichtlich gegen die EU-Richtlinie, die sich mit dem Schutz von Tieren auf Zuchtfarmen befasst.
Diese verstoßen nach unserer Auffassung und der vieler Juristen (3) bei der Foie-gras-Produktion gegen die EU-Richtlinie 98/58CE, die sich mit dem Schutz von Tieren auf Zuchtfarmen befasst und u a. besagt: „Die Art des Fütterns und Tränkens darf den Tieren keine unnötigen Leiden oder Schäden verursachen.“ (14)

Gefahr für den Menschen
Medizinisch gesehen ist eine verfettete Leber (Steatosis hepatis) ein krankhaft verändertes Organ eines gezielt krank gemachten Tieres, welches nach den Hygienevorschriften nicht zum menschlichen Verzehr angeboten werden dürfte. Deshalb haben wir bundesweit zahlreiche Anzeigen gegen Sterneköche und Restaurants bei etlichen Staatsanwaltschaften erstattet, da Foie gras gegen das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetz sowie gegen die Fleischhygiene-Verordnung verstößt.

Wie das französische Landwirtschaftsministerium im Januar 2008 bekannt gab, wurde in französischer Entenstopfleber das Botulismus (Lebensmittelvergiftung) auslösende Bakterium Clostridium botulinum gefunden. Die Stopfleber stammt von der Firma Montfort. Das Produkt wurde vom Markt genommen, die Hersteller wurden ermahnt. (15)
 
Nach Ausbruch einer Vogelgrippe-Epidemie im November 2015 entschieden sich viele Länder, u.a. Japan, China, Marokko, aus Sicherheitsgründen, vorerst keine Foie gras mehr aus Frankreich zu importieren. (16) Die einbrechenden Exporte führten die Produzenten in eine Krise, die die Regierung mit einem monatelangen Produktionsstopp abzufedern versucht, anstatt ihn konsequenterweise komplett auslaufen zu lassen.
 
Stopfleber ist out
Dass die Sterneküche wunderbar ohne Tierqual auskommen kann, zeigen zahlreiche engagierte Gastronomen und Köche in ganz Deutschland, die auch ohne Foie gras Gourmetküche auf höchstem Niveau anbieten. Selbst in Frankreich lehnen immer mehr Franzosen das Qualprodukt ab. (17) Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass dieses dunkle Kapitel bald der Vergangenheit angehört. Entdecken Sie die gesunde, variantenreiche und leckere pflanzliche Küche!

Was Sie tun können

Fordern Sie Restaurants, Hotels, Onlineshops und Delikatessengeschäfte persönlich oder per Mail auf, den Verkauf von Stopfleber einzustellen und stattdessen vegane Pastete anzubieten. Organisieren Sie Demonstrationen vor Restaurants, Märkten und Hotels, die Stopfleber verkaufen. Kontaktieren Sie uns, um Infomaterial zu bestellen und melden Sie die entsprechende Einrichtung an uns. Unser Veganstart-Programm begleitet Sie kostenlos 30 Tage lang bei Ihrem Start in ein veganes, tierleidfreies Leben!


Quellen
1) http://www.eurofoiegras.com/en/page/figures_p135/, Stand 2014
2) https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__3.html, abgerufen am 10.03.2016
3) http://www.mirror.co.uk/news/world-news/shocking-video-shows-hundreds-live-4468027, abgerufen am 03.03.2016
2) Unité de Recherches Avicoles, „Production de Foie Gras, Gavage et Bien-être“, Institut National de la Recherche Agronomique, 5 April 2005
3) Hirt, Almuth/Maisack, Christoph/Moritz, Johanna (2016): „Tierschutzgesetz. Kommentar“, S. 172f.

4) http://www.vier-pfoten.eu/files/EPO/PDF.fact_sheets._pos_pap/Briefing_foie_gras_EN.pdf.pdf
5) Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare.
6)
Duncan et al (2009) The Scientific Case against Foie gras http://www.spca.bc.ca/assets/documents/welfare/foie-gras/foie-gras-scientific-report.pdf
7) Broom/Rochlitz (2015): „The Welfare of Ducks during Foie gras Production“, Cambridge University Animal Welfare Information Service
8) www.stopgavage.com
9) Lou Horton, „Understanding the Behavior of Domestic Geese“, Acorn Hollow Bantams, 18. Okt. 2002
10) Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare.
11) „Israel Court Cans Foie Gras Farms“, BBC News, 13. Aug. 2003
11) John M. Hubbell and Mark Martin, „Governor Vetoes Bills on Job Outsourcing; Legislation Bans Foie Gras Starting in 2012“, San Francisco Chronicle, 30.
Sep. 2004
13) http://blogs.wsj.com/indiarealtime/2014/07/07/india-bans-import-of-controversial-foie-gras/, abgerufen am 03.03.2016
14) EU-Richtlinie zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere 98/58CE
15) ThePoultrySite.com, Januar 2008
16) http://www.bangkokpost.com/archive/japan-bans-french-foie-gras/785285, abgerufen am 03.03.2016
17) http://www.theguardian.com/world/2014/dec/21/force-fed-foie-gras-loses-favour-france, abgerufen am 03.03.2016