Gänse in der Mast: Durch ein Strombad gezogen und getötet

Jedes Jahr werden allein in Deutschland Hunderttausende Gänse in Schlachthäusern getötet, damit der Mensch ihr Fleisch, ihre Organe und ihre Federn nutzen kann. Zur Betäubung werden die Tiere kopfüber an den empfindlichen Füßen aufgehängt und durch ein Strombad gezogen. Bei einer anderen Betäubungsmethode, die auch bei Schweinen zum Einsatz kommt, werden die Gänse mit Kohlenstoffdioxid betäubt. Dieses Gas brennt stark auf den Schleimhäuten und führt zu schweren Erstickungserscheinungen. Anschließend wird den Tieren die Kehle zum Ausbluten durchtrennt. Bei beiden Verfahren kommt es vor, dass die Gänse nicht richtig betäubt sind oder wieder zu Bewusstsein kommen, während sie kopfüber verbluten.

Gänse werden für die Ernährungs- und Textilindustrie gequält und getötet

2018 wurden 600.000 Gänse im Schlachthof getötet – Tendenz steigend. [1] Vor ihrem Tod werden die Tiere meist unter katastrophalen Bedingungen gehalten und gemästet. Sie leiden für die Produktion von Fleisch, werden in der Stopfmast für die Herstellung von Foie gras gequält und müssen das gewaltsame Rupfen ihrer Federn ertragen, die zu Daunenprodukten verarbeitet werden. Die Lebensdauer einer Gans in ihrem natürlichen Lebensraum beträgt 15 Jahre, wohingegen es in der Mast nur wenige Monate sind. [2]

Um die für die Mast benötigte hohe Anzahl an Gänsen zu produzieren, werden männliche und weibliche Gänse in sogenannten Elterntierfarmen gehalten. Dort leben sie nur zu einem einzigen Zweck – um viele Eier zu produzieren. Die Küken aus diesen Eiern schlüpfen jedoch niemals in liebevoll gebauten Nestern, sondern anonym in Brutkästen. Mutter oder Vater zu sein, bleibt den sozialen Vögeln, die von Natur aus in engen Familienverbänden leben, verwehrt.

Die Haltung ist kaum gesetzlich geregelt

Eine spezielle Haltungsvorschrift für die Zucht oder Mast von Gänsen gibt es in Deutschland nicht – und so müssen sich die Betreiber nur an die wenigen allgemeinen Regelungen des Tierschutzgesetzes halten. Für die sensiblen Wasservögel bedeutet das jedoch, dass ihnen nahezu alles verwehrt wird, was ein artgemäßes Leben für sie ausmacht: Obwohl Gänse in der Natur den Großteil des Lebens im oder am Wasser verbringen, haben sie in der Zucht oder Mast nie die Möglichkeit zu schwimmen, ihr Gefieder im kalten Nass sauber zu halten oder die Gewässer stundenlang nach interessanten Objekten oder Essbarem zu durchsuchen. Und obwohl einige Gänse etwas Auslauf haben, sind diese Bereiche meist zu klein für Hunderte oder Tausende Gänse. Oft ist schnell kein frisches Gras mehr zu finden, das Gänse jedoch so gern essen.

Im Stall stehen die reinlichen Tiere schon nach kurzer Zeit auf ihren eigenen Exkrementen, denn die Einstreu wird während des etwa 16-wöchigen Mastdurchgangs nie vollständig gewechselt. In diesem dauerfeuchten Milieu können sich daher verschiedene Krankheiten ausbreiten. Zudem kann die ätzende Schicht aus Kot und Harn die empfindlichen Füße angreifen, sodass jeder Schritt Schmerzen bereitet. Viele Gänse sterben aufgrund der artwidrigen Haltung an Krankheiten oder Stress, noch bevor sie zum Schlachthaus transportiert werden können. Außerdem setzen die Tiere in der Mast unnatürlich viel Fleisch an und leiden dadurch beispielsweise an schmerzhaften Knochenverformungen oder Kreislauferkrankungen.

Die sogenannte ökologische Haltung ist keine Alternative

Viele Verbraucher haben eine falsche Vorstellung von den Lebensbedingungen der Gänse in ökologischer Haltung. Sie sind sich oftmals nicht bewusst, dass die Tiere auch in dieser Haltungsform ausgebeutet, gequält und gewaltsam getötet werden, damit der Mensch ihr Fleisch, ihre Organe und ihre Federn nutzen kann. In der ökologischen Haltung oder der Weidehaltung mögen die Tiere vielleicht etwas mehr Platz haben, doch auch hier fehlen oftmals die wichtigen offenen Wasserflächen. Und auch in diesen Haltungsformen endet das Leben der Tiere nach spätestens acht Monaten – meist kurz vor Sankt Martin oder Weihnachten – auf brutale Weise im Schlachthof.

Gänse sind sehr sozial und leben in Familienverbänden

Gänse haben einen ausgeprägten Familiensinn. Die sozialen Tiere bleiben ihrem Partner meist ein Leben lang treu und trauern, wenn dieser oder ein anderes Familienmitglied stirbt. Der Verhaltensforscher Prof. Dr. Konrad Lorenz hat im Familienleben der Graugänse zahlreiche Analogien zu dem der Menschen festgestellt. [3] So hat der österreichische Wissenschaftler auch herausgefunden, dass Gänse über eine außerordentlich hoch entwickelte soziale Intelligenz verfügen. Eine Gans kennt ihre engsten Verwandten genau und weiß über familiäre Verflechtungen bestens Bescheid.

Diese Gänse hatten Glück – sie leben nun in Sicherheit und artgemäß bei „Pro Animale für Tiere in Not“

Was Sie tun können

Bitte leben Sie tierleidfrei und entscheiden Sie sich für vegane Lebensmittel und tierfreundliche Materialien – zum Wohl der Tiere, für Ihre eigene Gesundheit und zum Schutz unseres Klimas.

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