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PETA zeichnet die vegan-freundlichste Mensa 2017 aus

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PETA hat 58 Studentenwerke nach dem veganen Angebot ihrer Mensen befragt

Stand Oktober 2017
Seit 2014 befragt PETA die 58 Studierendenwerke in Deutschland nach den veganen Angeboten in ihren knapp 900 Mensen und Cafeterien. Rund 80 Prozent der Studierenden werden von den Studentenwerken täglich gastronomisch versorgt. Bereits im letzten Jahr konnten immer mehr Mensen und Cafeterien mit einem guten veganen Angebot überzeugen, und auch dieses Jahr stieg das Interesse an unserem Ranking an. Ganze 43 Studierendenwerke schickten Mensen ins Rennen um die Auszeichnung als „Vegan-freundlichste Mensa 2017“. Bei der Bewertung richtet sich unser Blick vor allem auf das tägliche Angebot an veganen Gerichten, die spezielle Schulung des Personals und das Angebot an Pflanzenmilch für den Kaffee. Wir haben überprüft, ob das Angebot in den Mensen ausgebaut wurde. Gab es Entwicklungen und Trends, die andere Studentenwerke übernehmen könnten? Welche besonderen Maßnahmen ergreift eine Einrichtung, um den Studierenden vegane Angebote zu bieten?

 

Das Umfrageergebnis


Ganze 37 Studierendenwerke bieten jeden Tag ein veganes Gericht an. Sechs Studentenwerke zeichnen sich durch ein herausragendes Angebot aus, das mehrere vegane Gerichte täglich und besondere Aktionen zum Thema vegane Ernährung umfasst. In fünf Studentenwerken wird noch keine pflanzliche Milchalternative angeboten, und in acht Studentenwerken fehlen noch fachliche Schulungen des Personals bezüglich der veganen Ernährung. Viele Studierendenwerke setzen jedoch auf interne Schulungen und verschiedene Fortbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter. Die Auswahl an veganen Gerichten ist insgesamt sehr kreativ und ausgewogen. In manchen Studierendenwerken bekommt man sogar Pflanzenmilch am Kaffeeautomaten!
An einer der Hochschulen haben Studierende zusätzlich die Möglichkeit, sich online einen veganen Burger zusammenstellen zu lassen und ihn wenige Minuten später, frisch zubereitet, abzuholen. Die Variationen sind schier unendlich.

Herausragende Mensen mit 4 Sternen:


Mit 4 Sternen für herausragende Angebote werden ausgezeichnet:
  • Augsburg
  • Berlin
  • Essen-Duisburg
  • Erlangen-Nürnberg
  • Heidelberg
  • Koblenz

Für die detaillierte Bewertung bitte hier klicken

Diese vier Studierendenwerke erfüllen nicht nur die Auswahlkriterien allesamt mit Bravour. Auch die Art und Weise, in der in einigen Kategorien gearbeitet wird, ist herausragend und einen vierten Stern wert.

Das Studierendenwerk in Augsburg bietet neben zwei bis vier täglichen veganen Gerichten in der Mensa an der Universität auch Sonderaktionen an. Gerichte wie veganes Soja-Gyros mit Fladenbrot und Paprika Creme machen Lust auf mehr. Zu den Sonderaktionen zählen Themenkochkurse, in denen beispielsweise unter dem Motto Asiatische Küche oder Sommerliche Küche vegane Rezepte ausprobiert werden.

Das Studierendenwerk Essen-Duisburg führt seinen Trend weiter fort und steigt auch in diesem Jahr wieder eine Stufe auf. Sowohl die Hauptmensa Essen als auch die Hauptmensa Duisburg bekommen vier Sterne und bieten jeden Tag mit einem veganen Essen, wie z.B. Bulgur-Gemüsepfanne mit Grünkohl-Hanf Bällchen und Sweet-Chili-Creme plus eine Tagessuppe und vegane Burger als Option, eine gute Auswahl. Als besondere Aktion bietet das Studierendenwerk kostenfreie Ernährungsseminare, in denen speziell auf die vegane Ernährung hingewiesen wird. Hinzu kommen Informationsflyer mit der Sortimentsvorstellung der veganen Angebote.

Das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg sticht durch ein außerordentliches veganes Angebot in der Mensa Regensburger Straße, der Ausgabemensa St. Paul, der Mensa Langemarckplatz und der Südmensa hervor. Hier werden sehr viele Aktionstage und -wochen angeboten. Täglich ist mindestens ein veganes Gericht erhältlich, oft sind es aber zwei bis drei. Bohnen-Burritos, diverse Pfannengerichte und vegane Pizza warten auf hungrige Studierende. Zudem werden im Studentenwerksmagazin „WERKsBlitz“ regelmäßig vegane Rezepte veröffentlicht und Kochkurse angeboten, die zum aktiven Nachkochen anregen.

Die zeughaus-Mensa und Bar des Studierendenwerks Heidelberg finden sich auch in diesem Jahr wieder ganz oben im Mensaranking. Den Platz an der Sonne ergattert das Studierendenwerk durch eine herausragende öffentliche Kommunikation der veganen Angebote über seine Social-Media-Kanäle. Zudem werden das ganze Jahr über verschiedene Aktionen angeboten, darunter Informationsstände mit Vorträgen zur veganen Ernährung, Kochkurse für Studierende und der Verleih von veganen Kochbüchern in der Bibliothek des Studierendenwerks. Zudem hat die Köchin ein mehrmonatiges Praktikum bei einem veganen Koch abgeschlossen und überzeugt ihre Kunden beispielsweise mit Maultaschen mit Spinat-Lauchzwiebel-Füllung auf Zwiebel-Champignon-Schmelze oder Brokkoli-Dinkel-Auflauf.

Das Studierendenwerk Koblenz mit Mensa an der Universität punktet durch vegane Aktionswochen und komplett vegane Mensa-Tage. Veganer finden hier täglich ein Menü aus fünf Komponenten. Außerdem werden hier ab November Kochkurse für Studierende angeboten. Über die letztjährige 3-Sterne-Bewertung wurde im Campus TV ein Bericht ausgestrahlt. Neben vielen Aktionswochen zum Thema gesunde Ernährung und Umweltschutz findet im Oktober 2017 hier auch eine vegane Woche statt, in der sich die Studierenden unter anderem auf Lasagne von Berglinsen mit Tomatensoße und Pastinaken-Steckrüben-Rösti auf Gemüse-Kartoffel-Cassoulett freuen können.

Aufgrund ihrer grundlegenden Ausrichtung erhält die Mensa FU Veggie N°1 des Studierendenwerks Berlin vier Sterne. Hier ist jeden Tag Veggie-Tag und jede Woche Veggie-Woche! Gerichte wie Buchweizenpfanne mit Kürbis, Porree und geräuchertem Tofu sind lecker und abwechslungsreich. Im direkten Vergleich der veganen Angebote muss sich die Veggie N°1 gegenüber den anderen Mensen mit vier Sternen jedoch geschlagen geben, da sie täglich nur maximal drei vegane Gerichte anbietet. 
Fazit 4 Sterne:
Die Studierendenwerke glänzen durch besondere Aktionen und ein überdurchschnittliches veganes Angebot. Insbesondere Kochkurse sind Aktionen, die für eine vegane Ernährung begeistern. Dadurch heben sich diese Studierendenwerke von den 3-Sterne-Bewertungen ab und präsentieren dieses Jahr die vegan-freundlichsten Mensen.
Soja-Gyros mit Fladenbrot und Paprikacreme © Studentenwerk Augsburg
Hauptgericht mit Komponenten: Falafel mit feinem mediterranem Gemüse mit fruchtigem Tomatensugo; herzhafte Suppe von Gerste und Gartengemüse; Kräuterreis und Salatbeilage; frischer saisonaler Fruchtsalat © Studierendenwerk Koblenz

 

Top-Mensen mit 3 Sternen


Auch dieses Jahr beweisen folgende Mensen, dass sie vegan-freundlich sind:
  • Bochum
  • Bonn
  • Bremen
  • Chemnitz-Zwickau
  • Darmstadt
  • Dortmund
  • Dresden
  • Düsseldorf
  • Freiburg
  • Hamburg*
  • Karlsruhe
  • Kassel
  • Köln
  • Leipzig
  • Magdeburg
  • Mainz
  • München
  • Oldenburg
  • Osnabrück
  • OstNiedersachsen/Braunschweig
  • Schleswig-Holstein/Kiel
  • Trier
  • Tübingen-Hohenheim
  • Würzburg

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Stammgast mit drei Sternen ist das Studentenwerk München mit der Mensa Leopoldstraße. Hier gibt es alles, was das vegane Herz begehrt: In der „grünen Mensa“ wird jeden Tag ein veganes Gericht angeboten, häufig sind es sogar zwei im gesamten Angebot der Mensa. Schmackhafte Gerichte wie Grünkohl-Hanf-Bällchen sind kreativ und alles andere als ödes Mensaessen. Auch die Mensa am Park des Studentenwerks Leipzig bietet ein sehr gutes veganes Angebot. Auf dem Speiseplan, an der Pastabar und beim Wok lassen sich jeden Tag mehrere rein pflanzliche Gerichte, wie etwa vegane Paella mit Walnüssen, finden. Neben einem Veggie-Tag alle zwei Monate fehlt es hier jedoch an weiteren Aktionen, um die veganen Angebote zu bewerben. Beide Mensen bestechen zwar mit sehr guten Angeboten, doch bei den Besonderheiten, die eine 4-Sterne-Bewertung ausmachen, besteht derzeit noch Verbesserungspotenzial.

Auch das Studentenwerk in Köln bietet in der Mensa Zülpicherstraße ein großes Angebot, das Veganer glücklich macht. Vegane Tellergerichte wie Samosaecken mit Süß-Sauersauce an Wokgemüse inklusive Nachspeise sind echte Hingucker auf dem Speiseplan. Außerdem werden in Köln vegane Kochkurse und Infoveranstaltungen angeboten. Nach zwei Sternen im letzten Jahr hat Köln diesmal den Sprung direkt zum vierten Stern nur knapp verpasst.

Das Gleiche gilt für die Zentralmensa des Studentenwerks Kassel, die auch in diesem Jahr solide drei Sterne erhält. Hier gibt es alles, was das vegane Herz begehrt, darunter täglich vegane Gerichte wie gebratenes Curry-Quinoa plus Desserts. Zudem wurde im Januar 2017 ein veganer Kochkurs für Studenten angeboten. Die veganen Rezepte aus der Mensa werden auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Aufgrund fehlender Aktionswochen für vegane Gerichte schafft Kassel leider nicht ganz den Weg zum vierten Stern.

Die drei Mensen des Studierendenwerks Karlsruhe erhalten je drei Sterne. Hier stehen Veganern fast täglich zwei Gerichte, wie veganes Schnitzel oder Börek, zur Auswahl. Zudem produziert das Studentenwerk eine eigene vegane Currywurst und bietet viele Aktionstage und -wochen.

Nach einem Jahr Abwesenheit kehrt das Studierendenwerk Düsseldorf mit der Mensa an der HHU Düsseldorf ins Ranking zurück und bestätigt sein Abschneiden von 2015. Im Green Corner der Selbstbedienungstheke werden täglich Gerichte wie Fenchel-Orangen-Gemüse oder Szegediner Tofugulasch angeboten, auf die gesondert hingewiesen wird.

Das Studierendenwerk Osnabrück hat seinen zentral gesteuerten Plan für alle Mensen vegan-freundlich gestaltet. Ein Veggietag am Donnerstag, die Aktionswoche für vegane Köstlichkeiten, täglich vegane Gerichte wie Reis-Spinat-Puffer mit Frühlingslauchdip oder Mini-Frühlingsrollen mit Ananas-Melonensauce plus Nachspeisen ergeben insgesamt drei Sterne.

Das Akademische Förderwerk Bochum verteidigt mit der Mensa RUB seine drei Sterne vom Vorjahr. Ein rundes Angebot mit ein bis zwei veganen Gerichten am Tag sowie Pflanzendrinks sogar in den Kaffeeautomaten machen es Veganern an der Universität einfach. Bleibt die Frage, ob es lieber gebratene Champignons mit Knoblauch-Dip oder eine Broccoli-Nuss-Ecke mit Kräutersauce zum Mittag sein sollen.

Im Norden sind das Studierendenwerk Hamburg mit der Mensa Philosophenturm* und das Studentenwerk Schleswig-Holstein mit der Mensa Kesselhaus und Mensa II neu dabei. Beide bestechen durch ein tägliches veganes Angebot: z.B. Nuggets mit Ananas Chilisoße und Gemüse Zartweizen in Hamburg oder Süßkartoffel-Kokos-Soja-Curry mit Tomatenbulgur in Kiel. In Schleswig-Holstein könnte an den veganen Vor- und Nachspeisen noch etwas gearbeitet werden. In Hamburg sind diese zwar erhältlich, jedoch fehlt die tägliche Werbung für vegane Gerichte.

*Wir sind  uns darüber bewusst, dass die Mensa Philosophenturm zur Zeit renoviert wird und nicht zur Verfügung steht. Die Bewertung betrachtet das Angebot vor der Renovierung.

Das Studentenwerk Bremen mit der Mensa Neustadtwall an der Hochschule zeigt bei seiner erstmaligen Ranking-Teilnahme, wie einfach ein rundes veganes Angebot geht. Hier wird täglich ein veganes Gericht als „Mensa Vital“ angeboten, dazu gibt es reichlich Auswahl beim „Front cooking“ und an der Pastabar. Die Mensa Boulevard an der Universität schneidet leicht schlechter ab. Hier gibt es vier Mal die Woche ein veganes Gericht und die ganze Woche vegan an der Pastabar. Auch das Studentenwerk Magdeburg ist mit der Mensa UniCampus zum ersten Mal dabei und bietet den Studierenden ein rundes veganes Angebot und Gerichte wie Karotten-Orangensuppe mit Kichererbsenbällchen, Kerbel und geröstetem Sesam. Wünschenswert sowohl in Bremen als auch in Magdeburg wären mehr Aktionstage und -wochen, so wie das besondere Bewerben des veganen Angebots.

Unter die neuen Teilnehmer mischt sich das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau mit der Mensa Reichenerhainer Straße 55 in Chemnitz. Geschultes Personal, ein tägliches veganes Gericht sowie Pflanzenmilch, Snacks und vegane Vor- und Nachspeisen in der angrenzenden Cafeteria ergeben ein rundes Bild und sorgen für drei Sterne. An den Aktionswochen und der Werbung kann noch gearbeitet werden, damit mehr Menschen zu leckeren Gerichten wie dem veganen Sojageschnetzelten „Gyros Art“ mit hausgemachtem Tsatsiki und Kartoffelspalten greifen.

Auch das Studentenwerk Dresden schickt mit der Bio-Mensa U-Boot und der Mensa Johannstadt zwei neue Teilnehmerinnen ins Rennen, die zusammen mit der Mensa Zeltschlösschen aus dem letzten Jahr auch in diesem Jahr wieder drei Sterne verdient haben. Die Mensa U-Boot hat aufgrund ihrer Größe keine Beilagentheke; allerdings bieten alle Mensen ein tägliches veganes Gericht an, das Personal ist geschult, und das Angebot macht einen runden Eindruck. Champignonragout mit weißen Bohnen auf Spätzle mit Basilikum ist nur eines von vielen kreativen Gerichten. Lediglich die Aktionswochen und das tägliche Werben für die veganen Angebote sollten ausgebaut werden.

Auch das Studentenwerk Würzburg setzt auf einen zentral gesteuerten Essensplan mit veganen Gerichten, wie einem Wrap mit mediterraner Gemüsefüllung und Dip, und schafft dieses Jahr mit den Mensen Mensa Bamberg FEKI, Mensateria Campus Nord, Mensa Hubland Süd und Mensa Am Studentenhaus jeweils drei Sterne. Die Mensateria hebt sich ab, da dort täglich mindestens zwei vegane Gerichte angeboten werden. Lediglich an den Hinweisen für vegane Gerichte könnte neben dem Veggie-Donnerstag gearbeitet werden.

In der Hauptmensa in Dortmund sind vegane Gerichte an der Tagesordnung. Hier haben Studierende die Auswahl zwischen zwei, manchmal sogar drei veganen Optionen. Allerdings gibt es den veganen Aktionsteller die ganze Woche, was die Auswahl etwas schmälert. Mit einfachen Gerichten wie einer Tofubolognese werden Studierende satt und glücklich. In der kalten Jahreszeit werden vegane Eintöpfe extra beworben. Das Studierendenwerk könnte sein Angebot an Pflanzendrinks auf dem ganzen Campus weiter ausbauen.

Das Studierendenwerk Darmstadt mit den Mensen Stadtmitte, Lichtwiese und Schöfferstraße bietet ein rundes veganes Angebot mit Gerichten wie Schupfnudel-Pfanne mit Mais, Bohnen und Gemüse-Julienne. Die ein bis zwei täglichen veganen Gerichten könnten noch stärker beworben werden.

Das Studierendenwerk Bonn mit der Mensa Nassestraße hält seine Wertung. Der Mehrkornbratling mit Senf an Paprika-Kartoffelbett schmeckt, auch wenn es an täglichen Hinweisen und Aktionswochen mangelt.

Das Studentenwerk OstNiedersachsen mit der Kantina Kreativa an der TU Braunschweig verbessert sein Sternekonto von einem Stern auf drei Sterne. Ausschlaggebend ist das tägliche Angebot an veganen Gerichten – sowohl Süßes wie Kartoffelpuffer mit Apfelmus, als auch Herzhaftes wie mediterranes Gemüsegulasch mit Tofu. Wünschenswert wären Aktionswochen und Werbung für vegane Gerichte sowie ein besseres Gesamtangebot an Pflanzenmilch für das gesamte Studentenwerk, die sonst nur die Kantina Kreative anbietet.

In der Mensa Rempartstraße des Studierendenwerks Freiburg ist lediglich zu beanstanden, dass ein täglicher Hinweis fehlt. Ein veganes Gericht pro Tag und eine gute Auswahl an der Buffettheke machen jeden Veganer satt und glücklich. Hier wird sogar die vegane Mayonnaise aus Seidentofu selbst hergestellt.

Letztes Jahr verbesserte sich das Studentenwerk Oldenburg mit der Mensa Uhlhornweg von einem auf drei Sterne und gilt somit als Vorbild für andere Studentenwerke. Auch hier gibt es in diesem Jahr teilweise zwei vegane Gerichte am Tag. Die Auswahl reicht von einer Kartoffelpfanne mit Räuchertofu und Kressedip bis zu Couscous-Möhrenpuffer mit buntem Gemüse an Sojakräuterrahm. Ein kleines Angebot an veganen Desserts und wenige Aktionswochen trüben ein wenig den sonst souveränen Auftritt. Dieses Jahr kann das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim als Vorbild gelten. Letztes Jahr noch einen Stern punktet die Mensa Prinz Karl in diesem Jahr mit drei Sternen. Seit diesem Jahr gibt es tägliche vegane Gerichte, und die Köche wurden speziell geschult. Das vegane Angebot ist vor allem in der Cafeteria zu finden. Zusätzliche Aktionswochen wären auch hier wünschenswert.

Zentralmensa und Mens@ria in Mainz bieten tägliche vegane Gerichte, wie eine Karibikpfanne mit buntem Gemüse und karibischen Gewürzen, sowie Eintöpfe. Allerdings fehlen die Aktionswochen für ein absolut rundes Programm.
Das Studierendenwerk Trier mit der Mensa Tarforst und der angeschlossenen Mensateria ForU nimmt nach zwei Jahren wieder am Ranking teil und schafft es, den dritten Stern zu holen. An zwei Tagen die Woche gibt es veganes Stammessen, an zwei Tagen ein Wok-Gericht. Vegane Eintöpfe sind immer vorhanden. Das Highlight ist allerdings die Möglichkeit, sich online einen (veganen) Burger zu ordern und direkt abholen. Den Kombinationsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.
Fazit 3 Sterne: 
Ein Großteil der teilnehmenden Mensen besticht durch tägliche vegane Angebote, Pflanzendrinks und geschultes Personal. Veganismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, das haben auch die Studierendenwerke erkannt und setzen auf vegane Gerichte. Tägliche vegane Desserts und Angebote in den Cafeterien sind die zukunftsweisenden Tendenzen. An der Werbung und zusätzlichen Aktionen für vegane Gerichte können die meisten Mensen noch etwas arbeiten, dann ist der vierte Stern zum Greifen nah.
Veganer Burger © Studierendenwerk Trier
Süßkartoffel Curry © Studentenwerk Leipzig

 

Vegan-freundliche Mensen mit 2 Sternen


Mit 2 Sternen wurden ausgezeichnet:
  • Frankfurt am Main
  • Göttingen
  • Halle
  • Hannover
  • Paderborn
  • Potsdam
  • Saarbrücken
  • Ulm

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Neu dabei – und direkt zwei Sterne verdienen sich das Studentenwerk Hannover mit der Hauptmensa inklusive des Marktstands und das Studentenwerk Potsdam mit der Mensa am Neuen Palais. Mit dem Marktstand der Hauptmensa in Hannover erweitert sich das Angebot auf ein gutes Angebot mit täglichen Gerichten wie Falafel mit Tomatenreis und Avocado-Dip. In Potsdam locken Klassiker wie Chili sin Carne an den Mittagstisch. Nachspeisen könnten das Angebot erweitern. Eine spezielle Schulung des Personals und Werbung für die veganen Gerichte, sowohl durch Aktionstage als auch Aktionswochen, würden den Studierenden in beiden Städten sicher zugutekommen und das Interesse an den veganen Angeboten erhöhen.

Auch das Studentenwerk im Saarland mit Mensacafé Campus Saarbrücken beteiligt sich erstmal am Mensa-Ranking von PETA und sichert sich mit einem täglichen veganen Angebot gleich zwei Sterne. Studierende können sich auf Gerichte wie Penne mit Spinat-Erdnusssoße freuen. Leider fehlen auch hier die Pflanzendrinks für den Kaffee. Auch die spezielle Schulung des Personals und mehr Werbung wären wünschenswert.
Jeden Tag vegane Gerichte wie Borschtsch mit Räuchertofu und Sojarahm sowie Pflanzendrinks bietet das Studentenwerk Halle in der Harzmensa. Auch hier reicht es wegen nicht speziell geschultem Personal nur zu einem Stern mehr als im Vorjahr. Mit täglicher Werbung und speziellen Schulungen ist der dritte Stern jedoch nicht weit entfernt.

Die Mensa Uni Ulm löst die Mensa X aus der letzten Wertung ab und bekommt auch zwei Sterne. Es gibt garantiert viermal die Woche ein veganes Gericht wie Gnocchi mit Spitzkohl und bunten Möhren sowie täglich eine kleine vegane Suppe. Zu den veganen Gerichten gibt es Rezeptkarten. Sobald es hier täglich ein veganes Gericht gibt und nicht nur eine Suppe, ist der dritte Stern zum Greifen nah.

Das Studentenwerk Frankfurt am Main mit der Cafeteria Darwins auf dem Campus Riedberg und das Studentenwerk Göttingen mit der Zentralmensa schaffen es in diesem Jahr, sich einen zusätzlichen Stern zu sichern. Tägliche vegane Mahlzeiten wie ein Bohnen-Kartoffelcurry in Frankfurt oder ein Risotto mit Pfifferlingen und Champignons in Göttingen machen Appetit. Allerdings fehlt in beiden Mensen der Pflanzendrink für den Kaffee. In Frankfurt wären zusätzliche Schulungen für das Personal wünschenswert.

Das Studierendenwerk Paderborn mit der Mensa Forum erhält in diesem Jahr nur zwei Sterne, denn Studierende  suchen hier weiterhin vergeblich nach einem Pflanzendrink für ihren Kaffee. Tägliche mindestens ein bis drei vegane Gerichte wie gebratene Aubergine mit Kichererbsen, Gemüse und Polenta oder mediterrane Röstfladen mit Tomaten und Rucolasalat sind schmackhafte vegane Angebote, die von geschultem Personal zubereitet werden. Einzig das fehlende Angebot des Pflanzendrinks steht dem dritten Stern im Weg.
Fazit 2 Sterne:
Alle Studierendenwerke mit zwei Sternen bieten fast jeden Tag ein veganes Gericht in der Mensa an – eine sehr gute Basis für die tägliche Mahlzeit in der Mensa. Leider fehlt es an speziell geschultem Personal (auch an der Ausgabe), was die Akzeptanz von veganem Essen in Mensen erhöhen würde. Pflanzendrinks – eine gute Alternative für Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz für den Kaffee – sind auch in Mensen mit zwei Sternen häufig nicht erhältlich.

 

Mensen mit veganer Grundlage: 1 Stern


Über einen Stern freuen sich die Studierendenwerke:
  • Aachen
  • Bielefeld
  • Niederbayern/Oberpfalz
  • Siegen
  • Stuttgart

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Die Mensa X auf dem Campus Bielefeld ist erstmalig dabei und bietet Pflanzendrinks und Aktionswochen für Veganer. Leider fehlt es am täglichen veganen Gericht. Donnerstags gibt es immer ein veganes Menü. Die Eintöpfe sind vorwiegend vegan; häufig lassen sich auch vegane Komponenten zusammenstellen. Der zweite Stern ist zum Greifen nah, sobald die Auswahl an veganen Gerichten ausgebaut wird. Die vegane Woche mit veganen Burritos und grünem Thai-Curry war diesbezüglich ein sehr guter Ansatz.

Das Studierendenwerk Stuttgart ist auch in diesem Jahr mit allen Mensen vertreten. Das Personal ist geschult, veganes Essen wird in Aktionswochen und Aktionstagen beworben. Den Kaffee können Studierende fast überall mit Pflanzenmilch genießen. Hier werden leckere vegane Gerichte wie eine Gemüselasagne oder Tofutaler mit Champignonfüllung angeboten. Leider sind die veganen Gerichte jedoch nur montags und donnerstags Standard, und es gibt kein tägliches veganes Gericht. Deswegen reicht es auch in diesem Jahr nur für einen Stern.

Die Mensa Academica des Studierendenwerks Aachen schafft es in diesem Jahr nur auf einen Stern. Die einzigen täglich angebotenen veganen Optionen umfassen eine vegane Currywurst und Wraps als Snacks in den Cafeterien. Weitere tägliche Gerichte in der Mensa, wie das Hot Indian Curry, würden die Wertung nach oben bringen. Positiv anzumerken ist, dass die veganen Gerichte, wenn sie angeboten werden, gesondert beworben werden.

Die Mensa AR in Siegen kann zwar kein tägliches veganes Gericht garantieren, es kann aber durchaus vorkommen. Gerichte wie gebratener Reis mit asiatischem Gemüse, Shiitake und Ananas machen Hoffnung auf mehr. Mit speziell geschultem Personal und Pflanzendrinks für den Kaffee wäre ein Anfang gemacht, um das Sternekonto zu verbessern. Hier besteht noch sehr viel Potenzial nach oben.

Das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz verfügt über einen zentral gesteuerten Plan für alle Mensen, der jedoch leider kein tägliches veganes Gericht beinhaltet. Auch Schulungen für das Personal fehlen. Mit speziellen Mitarbeiterschulungen, täglichen veganen Gerichten sowie Desserts ist auch hier mehr als ein Stern möglich. Lichtblick ist der Rezeptwettbewerb 2016, bei dem vegane Rezepte eingereicht wurden.
Fazit 1 Stern:
Studenten freuen sich darauf, in die Mensa zu gehen und etwas Veganes zu finden. Das ist leider in den Mensen mit einem Stern nur bedingt möglich. Für die Auszeichnung vegan-freundlichste Mensa bedarf es mindestens einem veganen Gericht am Tag. Auch Schulungen des Personals und das Angebot an Pflanzendrinks sind weitere Grundlagen. 
Zartweizenpfanne © Studierendenwerk Stuttgart



Die Bewertungskriterien

Um die vegan-freundlichste Mensa Deutschlands zu ermitteln, haben wir uns zusammen mit dem Dachverband, das Deutsche Studentenwerk, an alle 58 deutschen Studierendenwerke gewandt und sie um die Teilnahme an einer Umfrage gebeten. Mithilfe eines Fragebogens wollte PETA eine Übersicht über das vegane Angebot in den jeweiligen gastronomischen Einrichtungen der Studentenwerke erstellen (Stand: September 2017). Daraufhin haben insgesamt 43 Studentenwerke ihre jeweils vegan-freundlichste Mensa ins Rennen geschickt. 

Welche Kriterien bei unserer Bewertung entscheidend waren, können Sie hier nachlesen.

Wird täglich ein veganes Gericht angeboten, leitet das Studentenwerk eine rein vegan-vegetarische Mensa, oder gibt es einen Bereich, in dem nur vegan-vegetarische Gerichte angeboten werden?
Es macht einen Unterschied, ob jeden Tag ein veganes Gericht angeboten wird oder ob Studierende
sich notdürftig ein veganes Gericht aus Beilagen zusammenstellen müssen. Für Menschen, die sich
gesund und tierleidfrei ernähren wollen, ist es zudem ein Genuss, sich nach Lust und Laune an der
Speiseausgabe bedienen zu können, ohne dabei befürchten zu müssen, dass im Essen Zutaten
versteckt sein könnten, für die Tiere leiden mussten.
 
Wurden Schulungen zum Thema veganes Kochen für das Küchenpersonal durchgeführt?
Auch wenn viele Köche und Mitarbeiter gut ausgebildet sind und eine Menge eigenes Engagement
mitbringen: In der gastronomischen Ausbildung nimmt die Zubereitung pflanzlicher Lebensmittel
einen erschreckend geringen Teil ein. Pflanzliche Alternativprodukte wie Tofu und Co. kommen
teilweise gar nicht oder nur in der Theorie vor. Eine Schulung über die vegane Ernährung ist daher
eine gute Idee – unter anderem auch, um mangelndes Wissen zu ergänzen oder Vorurteile
abzubauen. Viele Studentenwerke und andere Großküchen haben damit sehr gute Erfahrungen
gemacht und empfehlen es weiter.
 
Werden Pflanzendrinks für den Kaffee/die Kaffeespezialitäten angeboten?
Viele Studierende und Universitätsmitarbeitende haben nachmittags Lust auf einen leckeren Kaffee.
Doch was tun, wenn es nur Kuhmilch gibt? In unserer Bewertung gab es einen Punkt für Mensen, die
gesunde tierleidfreie Pflanzendrinks für den Kaffee zur Verfügung stellen.
 
Werden vegane Vor- und Nachspeisen angeboten, und gibt es ein veganes Angebot in der
Zwischenverpflegung bzw. im Snackbereich, eventuell sogar in Lebensmittelautomaten?
Auch ein breit gefächertes Angebot an gesunden und tierleidfreien Lebensmitteln neben veganen
Hauptgerichten wurde positiv bewertet. Wenn es mal schnell gehen muss, fürs Frühstück keine Zeit
ist oder ein Nachmittagstief überwunden werden muss, freuen sich Studierende über eine reiche
Auswahl an veganen belegten Brötchen, Wraps, Kuchen, Smoothies oder Reismilchschokolade.
 
Werden Aktionswochen oder -tage durchgeführt?
Information ist das A und O, denn nichts führt so schnell zu Vorurteilen wie Unwissen. Es ist wichtig,
sich bewusst mit dem Thema vegane Ernährung zu befassen, um die Vorteile bezüglich Gesundheit,
Umweltschutz und Tierrechten sowie den Zusammenhang zwischen unserem Konsum und dem
Welthunger zu erkennen. Eine Aktionswoche kann ein wichtiger Baustein für den Erfolg einer
veganen Menülinie sein.
 
Wird ein Veggie-Tag angeboten oder regelmäßig für fleischfreie Gerichte geworben?
Die Einsparungen u. a. an CO2 durch einen Veggie-Tag in der Woche sind beachtlich. Aber auch das
regelmäßige und kontinuierliche Bewerben des veganen Angebots kann das Interesse und somit die
Nachfrage an tierleidfreien Gerichten erhöhen.

Die weitere Entwicklung

Durch PETAs Auszeichnung sollen nicht nur die Einrichtungen positiv beurteilt werden, die bereits großartige Arbeit für ein vegan-freundliches Speisenangebot leisten. Auch alle anderen – nicht nur Hochschulmensen – sollen durch dieses Ranking motiviert und inspiriert werden. Unsere Umfrage zeigt das steigende Interesse am Thema vegane Verpflegung unverkennbar auf. Viele Studierendenwerke haben mittlerweile an Schulungen teilgenommen oder planen eine (oder sogar weitere) für das nächste Jahr. Ein Großteil der Einrichtungen bietet in mindestens einer Mensa täglich ein veganes Essen an; immer mehr Studierendenwerke werben für vegane Gerichte im Rahmen von Aktionswochen zum Thema Gesundheit oder Umweltschutz. Mittlerweile halten Mitarbeiter einzelner Studierendenwerke sogar im Rahmen von veganen Messen Vorträge zum Thema, es gibt Beratungen durch Ökotrophologen des Studierendenwerks sowie Kochkurse, in denen die vegane Ernährung veranschaulicht wird.