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Der Wiesenhof-Skandal 2012

Entenmast bei Wiesenhof

Stand Oktober 2013
„Mastenten“ in Deutschland: Bei einer Recherche im Jahr 2012 konnten Ermittler von PETA mehrfach Einblick in einen Entenmastbetrieb in Melle bei Osnabrück gewinnen. Der Betrieb weist Platz für ca. 7000 „Masttiere“ und 7000 Küken auf. Die Tiere der Farm in Melle stammen vom Lieferanten „Duck-Tec Brüterei“, der, wie auch Wiesenhof, zur PHW-Gruppe gehört. Wiesenhof ist zugleich auch der Abnehmer der gemästeten Enten und Nahrungslieferant der Farm. Das Geschäft mit den Tieren bleibt in einer Hand.

Update August 2013
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück bestätigt in einem aktuellen Bescheid aus dem August 2013 nach einer Durchsuchung des Betriebes die PETA-Ermittlungen, wobei festzuhalten ist, dass es sich um Wiederholungstäter handelt: „Bei einigen Tieren, sowohl im Maststall als auch im Aufzuchtstall, lag keine rechtzeitige Versorgung vor. Die Tiere wurden nicht abgesondert und erfuhren keine besondere Behandlung. Auch wurden einige von ihnen nicht rechtzeitig getötet, so dass diesen Tieren länger anhaltende, erhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden zugefügt wurden. (…) Gegen den Beschuldigten Aloys Meyer zu Schlochtern hatte der Landkreis Osnabrück am 10.10.2009 einen Bußgeldbescheid erlassen, da der Betroffene am 06.10.2009 eine große Zahl von kranken und nicht lauffähigen Enten weder abgesondert noch tierschutzgerecht versorgen oder behandeln ließ noch unverzüglich tierschutzgerecht getötet und damit gegen § 4 Abs. 1 Nr. 2 und 3 Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstoßen hatte.“ (Az.: NZS 820 Js 30663/12).

 

 

Qualzucht bei der Entenmast: Die Tiere können sich nicht alleine auf den Beinen halten
PETAs Recherche im Entenmastbetrieb
Bei jedem Besuch der Mastanlage fanden die PETA-Ermittler tote Enten zwischen den lebenden vor. Sehr viele Tiere lagen auf dem Rücken und konnten aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Das weist auf die Überzüchtung der Tiere hin und die daraus resultierende Störung der Skelettreifung. Selbst wenn die PETA-Aktivisten den Tieren aufhalfen, fielen sie wieder um. In einer Nacht fanden die PETA-Ermittler rund 100 Tiere vor, die auf dem Rücken lagen und nicht aus eigener Kraft aufstehen konnten. Die grausame Folge kann sein, dass sie verdursten oder verhungern, noch bevor sie getötet werden. Die Aktivisten mussten einige Tiere tränken, um sie vor dem Verdursten zu bewahren. Ein schwacher Trost, denn sie wissen, dass sie nicht jedem Tier helfen können.

Ein bedauerlicher Einzelfall?
Bei den Vorfällen in Wiesenhof-Farmen handelt es sich nicht um Ausnahmen, sondern um gängige Praxis. Bereits im Jahr 2010 und 2011 haben PETA-Ermittler alarmierende Zustände auf Wiesenhof-Puten- und Hühnerfarmen gefilmt. Die Ermittler bekommen in jedem Stall das gleiche zu sehen: kranke, schwache und qualvoll sterbendeTiere.
Nach PETAs Auffassung handelt es sich bei den gefilmten Pekingenten eindeutig um eine Qualzucht im Sinne von § 11 b des Tierschutzgesetzes. Danach dürfen keine Wirbeltiere gezüchtet werden, deren Nachkommen erhebliche Leiden aufweisen oder welche nur unter solchen Bedingungen gehalten werden können, die Schmerzen und Leiden bei den Tieren hervorrufen. Bei dieser Zucht stehen primär wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Jeder, der sich das Video ansieht, muss zugeben, dass die Tiere leiden. Wieso wird also ein Gesetz vorsätzlich gebrochen, ohne geahndet zu werden?

 

 

Schon junge Küken weisen Koordinationsstörungen auf und viele sterben in den ersten Tagen
Gesetzgebung und Konsum
Die rechtlichen Grundlagen genügen nicht im Geringsten, um die Tiere vor Industrieriesen wie der PHW-Gruppe, darunter auch Wiesenhof, zu schützen. Puten, Enten und Gänse wurden systematisch aus den rechtlich verbindlichen Regelungen außen vor gelassen.
Die Reaktion der Verantwortlichen ist immer gleich: leugnen, beschwichtigen, Besserung geloben. Aber ändern wird sich nichts, wenn wir nicht einschreiten. Wir Verbraucher haben die Nachfragemacht. Greifen Sie zu pflanzlichen Alternativen und sprechen Sie sich gegen die Intensivtierhaltung aus.

Erfahren Sie mehr über das Leben der Enten in der Intensivtierhaltung.

 

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