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Mehr als 4 Schüsse: Junger Elefant in Südafrika als „Trophäe“ von Jagdtourist erschossen

Trophäenjäger und Menschen, die ihr Geld mit Jagdreisen verdienen, schieben gerne den Artenschutz vor. Oder sie behaupten, die einheimische Bevölkerung zu unterstützen. Doch wie ein brandaktuelles Video von PETA USA zeigt, hat die Jagd niemals etwas mit dem Schutz von Tieren zu tun. Vielmehr geht es um das sadistische Vergnügen am Tod eines Lebewesens.

PETA USA konnte im Rahmen einer verdeckten Ermittlung aufzeigen, dass der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa verdeckte Verbindungen zur Trophäenjagdindustrie unterhält. Zudem liegen Videoaufnahmen vor, die einen Trophäenjäger aus den USA zeigen, der mehrfach auf einen Elefanten an den Grenzen des Kruger-Nationalparks schießt.

Das Bundesumweltministerium erteilt jedes Jahr hunderte Genehmigungen für den Import von Jagdtrophäen nach Deutschland – also Körperteile von seltenen Tierarten wie Elefanten, Löwen, Leoparden, Flusspferden und Nashörnern. Dadurch bleibt es für deutsche Trophäenjäger attraktiv, ihrem perversen Hobby im Ausland nachzugehen.

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an das Umweltministerium mit der Forderung, keine weiteren Genehmigungen für die Plünderung der Tierwelt zu erteilen:

Elefant vor Nationalpark von amerikanischem Trophäenjäger abgeschlachtet

PETA USA ist an Videoaufnahmen gelangt, die die Versuche eines US-amerikanischen Trophäenjägers zeigen, einen neugierigen jungen Elefanten zu töten: Das Tier kommt friedlich aus dem Busch herausspaziert. Nach dem ersten Schuss sackt der Elefant in die Knie und schaut die Jäger geradeaus an. Der Amerikaner lässt sich Zeit, denn für sein perverses Abenteuer hat er schließlich 30.000 Dollar gezahlt. Der Jagdbegleiter will ihm beim Zielen helfen und gibt ihm Tipps. Er schießt noch viermal auf den hilflosen Elefanten, der nun schmerzerfüllte grollende Laute von sich gibt. Es ist nicht bekannt, wie viele weitere Schüsse nötig waren und wie lange der Elefant noch leiden musste, bevor er schließlich starb. Der Trophäenjäger zahlte noch einmal 20.000 Dollar, um die Körperteile des Tieres präparieren und in die USA transportieren zu lassen.
 
Das grausame Spektakel ereignete sich knapp außerhalb des berühmten Kruger-Nationalparks in Südafrika. Im Park selbst ist die Jagd verboten. Doch es gibt keine Zäune oder ähnliche Maßnahmen, die ein Überschreiten der Parkgrenzen durch die Tiere verhindern. Sobald ein Tier diese Grenzen also versehentlich übertritt, ist es nicht mehr geschützt. Viele Jagdveranstalter warten auf eine solche Gelegenheit und verfolgen hierzu die Bewegungen der Elefanten im Park. So wissen sie genau, wann die Tiere unbewusst die tödliche Grenze überqueren.

Trophäengelder sickern in politische Kreise

Die geheime Ermittlung von PETA USA hat zudem aufgedeckt, dass der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa verdeckte Verbindungen zur Trophäenjagdindustrie unterhält und Gelder in die Branche investiert.

Wie die Aufnahmen belegen, baut Ramaphosa klammheimlich ein Trophäenjagdgelände namens Diepdrift aus, das nach und nach mit Tieren aus seiner eigenen Wildtierzucht Phala Phala gefüllt wird. Der Präsidenten hält außerdem 50 % der Anteile an dem Unternehmen Tsala Hunting Safaris. Anders ausgedrückt: Wildtiere werden von der Industrie mitnichten „geschützt“, sondern gezielt dafür in die Welt gesetzt, von Trophäenjägern erschossen zu werden. PETA USA konnte Gespräche mit Ramaphosas Managern aufzeichnen. Sie geben zu, dass der Präsident zu gleichen Teilen an den Profiten aus allen von Tsala durchgeführten Jagden beteiligt ist. Und sie betonen, wie wichtig es sei, diese Beteiligung im Verborgenen zu halten. Ein Manager sagte etwa: „Wir versuchen, den Namen des Präsidenten aus der Jagdsache herauszuhalten … vor den ganzen Ökos … Er will sich das ersparen, die schlechte Publicity und all das.“

Tötung von Wildtieren als „Sport“

Trophäenjäger zahlen tausende Dollar, um über Tsala Hunting Safaris Tiere wie Antilopen, Paviane, Büffel, Giraffen, Flusspferde und Zebras zu erschießen. Anfang des Jahres schlachteten ein niederländischer Arzt und seine Frau auf einer Jagdsafari auf Diepdrift einen Büffel, ein Pinselohrschwein, einen Kudu und mehrere Impalas ab. Bei Phala Phala werden außerdem hunderte Tiere vom Geländemanager selbst getötet und als Wildtierfleisch verkauft.
 

„Jagd“ auf gezüchtete Löwen

Die Tiere haben keine Chance, der Kugel des Jägers zu entkommen. Und kein Tier ist für die Killer tabu. Tsala lässt an unterschiedlichen Orten in Südafrika Löwen, Elefanten und Nashörner jagen. Auch Leopardenjagden in Mosambik und Namibia werden organisiert. Genau wie die bei Phala Phala gezüchteten und auf Diepdrift gejagten Tiere wurden viele der über Tsala gejagten Löwen in Gefangenschaft gezüchtet. Das bedeutet, dass die Tiere an den Menschen gewöhnt sind.

Auf einem Video einer solchen Jagd sieht man, wie sich eine Gruppe von Jägern an einen in Gefangenschaft gezüchteten Löwen heranschleicht, der friedlich unter einem Baum liegt. Der Löwe brüllt und versucht anzugreifen, nachdem er durch einen Schuss verwundet wurde. Vier weitere Schüsse sind nötig, um ihn zu töten.

Erfolg: Weitere Fluggesellschaft verbannt Transport von Jagdtrophäen

Der US-amerikanische Trophäenjäger zahlte 20.000 US-Dollar, um Körperteile des Elefanten für den Transport in die USA zu konservieren. Im Raum stand zunächst ein Transport mit El Al Israel Airlines. Nachdem El Al von PETA USA über den Fall informiert wurde, verbannte die Fluggesellschaft den Transport von Jagdtrophäen. Die Fluggesellschaft schließt sich den mehr als 40 anderen an, die den Versand von Jagdtrophäen verboten haben.

Was Sie tun können

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an das Umweltministerium mit der Forderung, keine weiteren Genehmigungen für den Import von Jagdtrophäen zu erteilen.

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Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.